Religionskriege und Evolution. „Geächtet“ im Deutschen Schauspielhaus Hamburg

Von Hans-Peter Kurr

Klaus Schumacher inszeniert als Deutsche Erstaufführung „Geächtet“ am Schauspielhaus

Carlo Ljubek, Ute Hannig, Samuel Weiss, Isabelle Redfern © Thomas Aurin
Carlo Ljubek, Ute Hannig, Samuel Weiss, Isabelle Redfern © Thomas Aurin

Wer bis vor wenigen Jahren glaubte, die Zeit der Glaubenskriege hätte mit dem berühmt-berüchtigten „Dreißigjährigen“, der im 17. Jahrhundert das halbe Europa entvölkerte, ihr Ende gefunden, muss sich in „unserer“ , also der Jetztzeit , eines Anderen belehren lassen : Längst sind sie wieder an die Stelle der großen Machtkriege es 20. Jahrhunderts getreten und versuchen, einander auf dem Schulungsplaneten Erde wechselseitig auszurotten. Und gewiss wird dies bis zu den Tagen der in der „Offenbarung Johanni“ apostrophierten letzten Schlacht von Meggido andauern! „Religionskriege und Evolution. „Geächtet“ im Deutschen Schauspielhaus Hamburg“ weiterlesen

70 Jahre Hamburger Kammerspiele: Der geheimnisvolle Talisman der Prinzipalin

(Dieser Artikel ist 1997 im Hamburger Abendblatt erschienen, passt nun als Erinnerung in das Jubiläumsjahr und erinnert an Ida Ehre)

Von Johanna Renate Wöhlke
Auf den Spuren eines zerlumpten Püppchens – und einer seltsamen Münze…

Carlheinz Hollmann mit dem Talilsman von Ida Ehre
Carlheinz Hollmann mit dem Talilsman von Ida Ehre

Geschichten ergeben Geschichten. In einer alten Geschichte steckt eine neue verborgen wie in den russischen Matrjoschka-Puppen immer noch eine Puppe mehr steckt, bis man zum Kern vorgedrungen ist und in einer kontinuierlichen Reihe alle von der größten bis zur kleinsten vor sich aufgereiht hat.
Daran muss ich denken, als ich Carlheinz Hollmann und seine Frau Gerti in Luhmühlen besuche. Außerdem geht es an diesem Nachmittag tatsächlich um eine Puppe: den Talisman von Ida Ehre, der ehemaligen Prinzipalin der Hamburger Kammerspiele. Nach ihrem Tod 1989 gelangte die Puppe als Geschenk der Tochter von Ida Ehre, Ruth Müller—Eisler, zusammen mit einer Meißener Vase und einem Half-Dollar Stück in den Besitz der Hollmanns. Einmal neugierig geworden, fragte ich mich, welche Geschichte wohl hinter diesem kleinen, zerlumpten Püppchen stecken möge. „70 Jahre Hamburger Kammerspiele: Der geheimnisvolle Talisman der Prinzipalin“ weiterlesen

70 Jahre Hamburger Kammerspiele

Von Hans-Peter Kurr
Ungewöhnlicher Festakt an der Hartungstraße
Ein Chronist – noch zehn Jahre älter – durchstöbert seine Erinnerungskiste

Hamburger Kammerspiele
Hamburger Kammerspiele

Aus dem Dunst, der über dem zerbombten Deutschland nahezu flächendeckend waberte nach Ende des 2. Weltkrieges , taucht folgende Erinnerung auf : Es waren, durch die Initiative meines Vaters -meine erstenTheaterbesuche nach der Kindermärchenzeit :
13 Jahre erst hatte ich auf diesem „Schulungsplaneten Erde“ zugebracht, als ich am Staatstheater Braunschweig „Hamlet“ und an der Hamburger Hartungstrasse Wolfgang Liebeneiners Inszenierung des Heimkehrer-Stückes „Draussen vor der Tür“ als Wiederaufnahme der Uraufführung aus dem Jahr 1947 sah, das die Neu-Begründerin der Kammerspiele, Ida Ehre, entdeckt und für die Hauptrolle des Beckmann den hochbegabten Hans Quest engagiert hatte. Hans Quest, der im Theater und später in TV- und Filmproduktionen bedeutende Rollen spielte, bis ihn im Alter Probleme des Textlernenes heimsuchten und er darunter dergestalt litt, das er einmal in einem Studio des Hessischen Rundfunks, allwo er in der Inszenierung des Frankfurter Schauspieldirektors Heinrich Koch,dessen Assistent ich nach Schulzeit und Studium geworden war, aus einem Wutanfall gegen sich selber einen Stuhl durch das riesige Atelier schleuderte. Derselbe Hans Quest, der Jahre später mein geliebter Schauspiellehrer wurde, „70 Jahre Hamburger Kammerspiele“ weiterlesen

Eddy Winkelmann – 25 Jahre Jubiläum im „Schmidt Theater“ in Hamburg

Von Johanna Renate Wöhlke

Eddy Winkelmann
Eddy Winkelmann

Weihnachtskonzert im Dezember 2015?

Ach nein, es hieß ja „Saisonabschlusskonzert“, aber – alle guten Dinge sind Drei: Es war auch ein Jubiläumskonzert!
Eddy Winkelmann 25 Jahre auf der Bühne des Schmidt-Theaters in Hamburg!

„Eddy, die Gitarre und das Meer“ – schleicht sich als Reim in den Kopf und weist auf Freddy hin, der so viele Lieder von Seefahrtsromantik und Meer gesungen hat – und doch schon so lange nicht mehr hier war…Wer das „Eddy Winkelmann – 25 Jahre Jubiläum im „Schmidt Theater“ in Hamburg“ weiterlesen

Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller zu Gast bei der Hamburger Autorenvereinigung

Von Sabine Witt und Peter Schmidt

Sabine Witt (rechts) im Gespräch mit Herta Müller
Sabine Witt (rechts) im Gespräch mit Herta Müller

Herta Müller, die Literaturnobelpreisträgerin des Jahres 2009, erhielt 2014 auch den Hannelore-Greve-Literaturpreis der Hamburger Autorenvereinigung.
Die als Dank für den im Vorjahr im Hamburger Rathaus verliehenen Hannelore-Greve-Literaturpreis gedachte Veranstaltung war ein gelungener Auftakt der neuen Reihe „Literatur im Grand Elysée Hamburg“ – eine Kooperation zwischen der Hamburger Autorenvereinigung und dem Grandhotel.

Herta Müller las zunächst aus ihrem neuesten Buch „Mein Vaterland war ein Apfelkern“ – ein autobiografischer Text in Interviewform -, um dann ein Podiumsgespräch mit zwei Literaturwissenschaftlern zu führen: mit mir, „Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller zu Gast bei der Hamburger Autorenvereinigung“ weiterlesen

Die Satanischen Verse/Liebeskonzil – Wortgefechte

Eine Kritik von Ariane de Melo

Über einen gefallenen Engel und das Übel, das er nicht allein verursacht.

...

In der dynamischen Inszenierung von Regisseurin Konstanze Ullmer springen die Schauspieler – Stephan Arweiler, Jasmin Buterfas, Lars Ceglecki, Sandra Kiefer, Thomas Krecker, Ines Nieri und Tom Pidde – gekonnt durch die Geschichten und ihre zahlreichen Figuren. Sie bringen dabei das Publikum dazu, Tränen zu lachen und beweisen damit sowohl Wandelbarkeit als auch Ausdauer. Hierfür ein großes Lob. „Die Satanischen Verse/Liebeskonzil – Wortgefechte“ weiterlesen

„No Dinner for Sinners“ – The New Play at the English Theatre in Hamburg

By Uta Buhr

...
Guess who are the sinners

Thank you so much, Edward Taylor, for this funny play that comes along as a wonderful gift on these gray November days, the more so as the world is still paralyzed by the recent assassinations of innocent people in Paris and by other terroristic acts on our planet.

This light-hearted comedy tells us all about love and adultery, lies and prudery in our modern society. This is how it goes…. Jim Watt, a young ambitious businessman, living in a posh apartment in Chelsea, is expecting his American boss Bill McGregor and his wife Nancy for dinner. Nothing wrong with it if, yes if Bill and his spouse were „„No Dinner for Sinners“ – The New Play at the English Theatre in Hamburg“ weiterlesen

„No Dinner for Sinners“ – Das neue Stück am English Theatre of Hamburg

Von Uta Buhr

...
Rate mal, wer die Sünder sind

Wiedersehen macht Freude! Dieses Stück, in welchem Sünder an der Tafel von Personen mit hohen moralischen Ansprüchen genau genommen nicht teilnehmen dürften, haben wir schon einmal gesehen. Allerdings vor so langer Zeit, dass wir uns nur noch bruchstückweise an die Handlung erinnern. Die vor witzigen Einfällen sprühende temporeiche Komödie des renommierten britischen Stückeschreibers Edward Taylor ist genau die richtige Antwort auf depressive Stimmungen im grauen Monat November, in dem Meldungen von neuen Attentaten auf unschuldige Menschen nicht abreißen wollen. Dennoch – im English Theatre darf und soll trotz allem herzlich gelacht werden. „„No Dinner for Sinners“ – Das neue Stück am English Theatre of Hamburg“ weiterlesen

„Axensprung“ gastiert im St. Nikolai Mahnmal

Von Hans-Peter Kurr

Erschütternde Folgen des Kampfeinsatzes
Kulturprojekt-Gruppe „Axensprung“ gastiert im St.-Nikolai-Mahnmal

Das Ensemble,v.l.: Mignon Remé, Michael Bideller, Markus Voigt und Oliver Hermann stehen am 18. November 2015 mit dem Stück "Kampfeinsatz" auf der Bühne im Mahnmal St. Nikolai in Hamburg. Die Uraufführung in der Regie von Erik Schäffler ist am 19.11.2015 © Oliver Fantitsch, PF 201723, D-20207 HH, Deutschland, Tel: 040/562448, Tel: 0163/5405849, oliver@fantitsch.de, F i n a n z a m t H a m b u r g - H a n s a, UST-ID: DE118809982, ---Weitere Bilder im Internetarchiv unter www.fantitsch.de recherchierbar---
Die Familie

Zentral in der Geschichte steht die gescheiterte Ehe eines Paares, dessen männlicher Partner nach dem Militärdienst in Afghanistan und anderen Kriegsschauplätzen unserer kampfüberzogenen modernen Welt traumatisiert in die Heimat zurückgekehrt ist, wie sie die Schriftstellerin Marita Scholz in ihrem Buch „Heimatfront. Mein Leben mit einem Kriegsheimkehrer“ autobiographisch eindringlich beschrieben hat.( Sie allerdings, die Tapfere, hat – nach eigener Bekundung – ihre Ehe aufrechterhalten können.) „„Axensprung“ gastiert im St. Nikolai Mahnmal“ weiterlesen

Elbschwanenorden für Arno Surminski

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff
Der Verein Deutsche Sprache ehrte den ostpreußischen Schriftsteller – Statt einer Laudatio griff Achim Reichel zur Gitarre

Arno Surminski und Achim Reichel
Arno Surminski und Achim Reichel

Im Zusammenhang mit dem „Tag der deutschen Sprache“ hat der Verein Deutsche Sprache (VDS) den sogenannten Elbschwanenorden verliehen. Rund 80 Personen waren der Einladung zur festlichen Preisverleihung ins Gästehaus der Universität Hamburg gefolgt. Der Preisträger dieses Jahres ist der ostpreußische Schriftsteller Arno Surminski.
Der Elbschwanenorden ist kein „Orden mit Band und Schleife“, sondern folgt eher der klassischen Idee einer Ordensgemeinschaft. Um die Verbundenheit der Ordensmitglieder zu stärken, hält jeweils der Preisträger des Vorjahres die Laudatio. Das war in diesem Fall Achim Reichel. Mit der Begründung, er könne besser singen als reden, verzichtete der Hamburger Liedermacher auf viele Worte und griff stattdessen zur Gitarre. Passend zum ostpreußischen Preisträger gab er eine ganz „Elbschwanenorden für Arno Surminski“ weiterlesen