25 Jahre Filmschule Hamburg Berlin

Andrè Feldhaus arbeitet als Komponist für Film und Fernsehen. Foto: Filmschule

Die Filmschule Hamburg Berlin in der Friedensallee in Hamburg- Ottensen feierte 2019 ihr 25-jähriges Bestehen. Gegründet wurde sie einst von Karin Dehnbostel unter dem Namen „medien und kulturarbeit e.V“. In all den Jahren hat der Verein zahlreiche Weiterbildungen angeboten und durchgeführt. Interessierte der audiovisuellen Medien wurden auf diese Weise zusammengeführt.
Versierte Dozenten, die sich in ihrem Bereich bereits einen Namen gemacht haben, unterrichten in der Filmschule und geben somit ihr umfangreiches Wissen weiter.

Selbstverständlich bietet der Verein auch im Jahr 2020 zahlreiche Kurse und Workshops an. Bereits am 11. und 12. Januar  startet in Hamburg das Seminar „Einsatz von Musik im Film“ unter der Leitung von Andrè Feldhaus, der als freier Komponist fürs Kino und Fernsehen arbeitet. Unter anderem schrieb er Musik für den „Tatort“ und diverse ARD-Reihen. Laut Aussage von Margot Neubert-Maric, Filmeditorin und seit 2009 Vorsitzende der Filmschule Hamburg Berlin, gibt es für dieses Seminar noch freie Plätze.
Vom 17. bis 19 Januar wird der Drehbuchautor Wolfgang Kirchner  in Berlin zukünftigen Autoren „Filmszenen, die süchtig machen“ näherbringen. Am 18. Januar (12 bis 19 Uhr) geht es in Hamburg um „Filmförderung im Praxistest“. Bernd-Günther Nahm vermttelt an diesem Tag die allgemeinen Grundlagen.
„Dramaturgisch denken und Geschichten erzählen“ heißt das Seminar in Berlin (24. bis 26. Januar) von Oliver Schütte, in dem es um die Einführung in das Drehbuchschreiben geht.
„Dramaturgie im Dokumentarfilm“ nennt sich ein Workshop, der am 1. und 2. Februar in Hamburg angeboten wird. Dozent ist der Dramaturg Oliver Rauch.

Anmeldung und weitere Infos: www.filmschule-hamburg-berlin.de

 

 

 

Der Mann mit den goldenen Händen. Eine Hommage an Ferdinand Sauerbruch in der Charité

Operation am Brustkorb („Thorakoplastik“) 1922, Ölgemälde, Hermann Otto Hoyer, Kunstsammlung Charité, Foto: Thomas Bruns, Berlin

Die Ausstellung „Auf Messers Schneide“. die bis zum 2. Februar 2020 im Berliner Medizinhistorischen Museum der Charité läuft, ist ein posthumes Heimspiel für den legendären Chirurgen Ferdinand Sauerbruch (1875 bis 1951). Denn in diesem Krankenhaus feierte der „Mann mit den goldenen Händen“ seine größten Erfolge. Die Ausstellung verzeichnet täglich bis zu dreihundert Besucher.

Beim Betreten des ersten Saales sticht der riesige Schreibtisch des Chirurgen ins Auge. Dahinter an einem Nagel hängt sein weißer Arztkittel. Die Brille mit den kreisrunden Gläsern ruht gleich nebenan in einer gläsernen Vitrine. Man könnte meinen, Sauerbruch habe gerade sein Zimmer verlassen und würde jeden Augenblick zurückkommen, um einen Patienten zu empfangen. Während wir auf ihn warten, begeben wir uns auf einen Rundgang durch sein bewegtes Leben, das in den Ausstellungsräumen bis ins kleinste Detail dokumentiert ist.

Der Chirurg Ferdinand Sauerbruch 1932, Max Liebermann, Öl auf Leinwand, © Hamburger Kunsthalle /bpk, Foto: Elke Walford

Sauerbruch wuchs im ostrheinischen Barmen in kleinbürgerlichen Verhältnissen als Enkel eines Schuhmachers auf. Nach dem von seiner Familie geförderten Medizinstudium und Stationen an Krankenhäusern in Erfurt und Kassel begann sein kometenhafter Aufstieg als bald weltberühmter Chirurg, der aufgrund seiner Erfolge im OP-Saal von der internationalen Presse mit Elogen überschüttet wurde. „Meister des Skalpells“, „Gigant der Chirurgie“, „Sieger über den Tod“ und „König der Chirurgen“ waren nur einige der ihm zugedachten Titel. Beim Anblick der aus dem frühen 20. Jahrhundert stammenden Gerätschaften wie Peritonalklammern, Zungenzangen und Leberhaken staunen die jüngeren Besucher. Mit so primitivem Handwerkszeug haben die Altvorderen hantiert? Der klobige OP-Tisch mit den ledernen Halteriemen lässt sie erschaudern. „Sieht ja aus wie eine Folterbank mit Fesseln“, flüstert einer. Kaum vorstellbar, dass unter diesen heute so antiquiert wirkenden Bedingungen Medizingeschichte geschrieben wurde. Weltweite Anerkennung fand Sauerbruch durch seine Operation am offenen Brustkorb, die der Maler Hermann Otto Hoyer 1932 auf einem lebensgroßen, hier ausgestellten Gemälde eindrucksvoll festhielt.

Die vielen Tondokumente, bei denen der Chirurg selbst zu Worte kommt – sei es im Hörsaal oder im Gespräch mit Kollegen – helfen, die Persönlichkeit des Menschen Sauerbruch zu verstehen. Offenbar war er mit einem rheinischen Humor gesegnet, den seine Studenten sehr schätzten. Da kommen Zweifel an dem Etikett „Halbgott in weiß“ auf, das ihm manche seiner Zeitgenossen ans Revers geheftet hatten. Es ist bekannt, dass Sauerbruch stets das Wohl seiner Patienten über alles andere stellte. Zitat: „Arzt ist nur der, der nicht an sich selbst denkt, sondern an seine Mitmenschen, der Verständnis hat für die Qual der Kranken.“ Der Eid des Hippokrates in seiner edelsten Form.

Ein Teil der Ausstellung befasst sich akribisch mit der Rolle Sauerbruchs während des Dritten Reiches. Warum hat er nicht klar Stellung gegen die Diktatur bezogen, lautet die Frage. Und stimmt es, dass er von den perfiden medizinischen Versuchen der Nazis am lebenden Menschen wusste und nichts dagegen unternahm? Fest steht, dass er an diesen Machenschaften nicht beteiligt war und nach 1945 von jeglicher Schuld freigesprochen wurde. „Sauerbruch ist beleidigt“, lautet eine Schlagzeile, als der Chirurg empört darauf hinweist, er habe auch während des Krieges seine Pflicht an seinen Patienten erfüllt. Denn selbst als Berlin lichterloh brannte und alliierte Bomben auch die Gebäude der Charité nicht verschonten, stand er Tag und Nacht im Bunker des Hospitals am OP-Tisch und operierte gewissenhaft jeden, der unter sein Skalpell kam.

Es lohnt sich, den Nachruf auf den großen Sauerbruch anzuhören, der am 2. Juli 1951 über den Äther ging. Ein mit Pathos gesprochener Kommentar, der den Dienst des Chirurgen am Menschen würdigte – ohne Wenn und Aber. De mortuis nil nisi bene.

Prothesenwand Arm- und Handprothesen 1920er – 1950er Jahre, Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité Foto: Thomas Bruns, Berlin

Dieser Artikel erschien im November im „Deutschen Ärzteblatt“ und im Dezember in der Preußischen Allgemeinen Zeitung

Weihnachten mit der DAP

Unserer guten Tradition folgend, haben wir auch in diesem Jahr im Marriott Hotel unsere Weihnachtsfeier veranstaltet. Dazu konnten wir erfreulicherweise unser neues Mitglied, Frau Johanna M. Neumann von der Mamlock Foundation, sowie ihren Geschäftspartner Herrn Michael Mamlock begrüßen und in unserem Kreis willkommen heißen.

Neben dem leckeren Buffet gab es einige literarische Beiträge, so z. B. die von Dr. Horst-Wolfgang Bremke performte „Weihnachtsfeier des Seemanns Kuddel Daddeldu“ (Ringelnatz), was für unseren Verband schon Kultcharakter hat, ebenso das von Uta Buhr vorgetragene „Kindergebetchen“ von Ringelnatz. Auch unsere Mitglieder Lilo Hoffmann und Dr. László Kova trugen berührende Gedichte vor. Selbstverständlich durfte das Würfelspiel nicht fehlen, an dessen Ende jede und jeder ein Geschenk mit nach Hause nehmen durfte.

Der Vorstand dankt allen Anwesenden sowie dem Personal des Marriott Hotels und wünscht allen Leserinnen und Lesern frohe Weihnachten und alles Gute für das neue Jahr.

Fotos: Ele Runge, Maren Schönfeld

Von der Stärke einer Freundschaft

Cover

35 Jahre nach dem Abitur fährt Barbara zu einem Klassentreffen in ihre Geburtsstadt Gleiwitz. Bei einem Abstecher in den Vorort ihrer Kindheit ist es wie ein Déjà vu, als sie zwei Mädchen im Garten spielen sieht. Es erinnert sie an ihre Gemeinschaft mit ihrer Freundin Hanna, deren Großmutter Anfang der 1990er Jahre hierher zurückgekehrt ist. Aber was ist aus Hanna geworden?

Die Freundinnen hatten seit Jahrzehnten keinen Kontakt mehr. So wird Kathrin von K., Hannas Großmutter, nicht nur die Vergangenheit wieder aufleben lassen, sondern auch die Gegenwart lebendig machen und die Kindheitsfreundinnen wieder zusammenführen. Hanna, die sich nach dem Tod ihres Sohnes in ein Kloster zurück gezogen hat, und Barbara, die selbst einen querschnittsgelähmten Sohn hat, finden zu ihrer alten Freundschaft zurück. Renate Gandor-Glodny zeichnet ein einfühlsames Porträt von Menschen verschiedener Generationen, die Widrigkeiten in ihrem Leben überstehen müssen. Barbaras Sohn Alexander hat sich in einem geistigen Kosmos aus Literatur verschanzt und sich damit, ähnlich wie Hanna, in seinem Schmerz isoliert. Barbara lebt nur noch für Alexander und meint, kein Recht mehr auf ein eigenes Leben zu haben, solange es Alexander schlecht geht. In der wiedererstandenen Gemeinschaft der Freundinnen, ergänzt durch die Großmutter und Alexander sowie durch Andreas, der behutsam in Barbaras Leben tritt, erstarken die einzelnen Persönlichkeiten und finden zu einem tiefen Zusammenhalt. Wie der Buchtitel es schon benennt, ist diese Geschichte ein Plädoyer für Mut und Zuversicht, dass auch in den vermeintlich dunkelsten Momenten von irgendwoher ein Licht kommt und dass die Hoffnung zuletzt stirbt. Gerade in der heutigen Zeit baut diese Art Lektüre die Leserinnen und Leser gewiss auf und entlässt sie mit einem positiven Gefühl.

Renate Gandor-Glodny wurde 1944 in Posen geboren und lebte bis zu ihrer Ausreise 1979 nach Hamburg in Gleiwitz/Gliwice. Sie studierte am Polytechnikum in Gliwice und schloss das Studium als Dipom-Ingenieurin ab. Seit 1960 schreibt sie, zunächst Gedichte, später auch Prosatexte und journalistische Texte. Sie ist außerdem freie Übersetzerin und Journalistin.

Renate Gandor-Glodny: Steh auf und geh
Verlag Tredition, Hamburg 2012

„Funny Business“ – The New Play at the English Theatre of Hamburg

Want another drink, Madam?

Forget about rain and cold, have a nice hot cup’a tea and later take your seat in The English Theatre. No seat belts needed. Are you fit for fun? Okay, off we go to a small hotel – a bit seedy, but cosy in a way – in the English countryside that is already waiting for you. Make yourself comfortable and enjoy this hilarious farce written by Derek Benfield.
The plot:
Ferris (extremely funny as usual Stephen Chance), the clumsy receptionist who is replacing his sister while she is away on holiday in Spain, has obviously not been schooled to run a hotel. Anyway, he tries his best to please his guests and accepts generous tips from his clients with a broad smile. Judy (Jan Hirst), a married woman who is expecting her lover Henry (David Habbin) to spend a romantic weekend with him is full of remorse. What about her hubby when he finds out that… Oh, forget it for the time being. Ferris offers her the honeymoon suite, the best room in the house. First come, first serve. One guest after the other arrives. The second one is Angela (Debbie Radcliffe), a middle-aged attractive woman who never denies a drink, be it champagne or gin, is given one of the smaller rooms on the first floor. Why did she come to this place? Ferris is bewildered. Could she possibly be the journalist who is expected to write an article for a well-known magazine about the hotel? Ferris’ sister gave him the order to offer his best service to that writer. However, she neither told him the name of that person nor did she inform him about the sex of the writer. Man or woman – that’s the question. Ferris decides that it must be Angela and asks Judy and Henry in not too friendly a way to leave the honeymoon suite.

Let´s put Mr. Johnson into the closet.

Doors are opened and closed noisily, and the guests complain being sent upstairs and downstairs to other rooms that are far too small. The next one to arrive is Edgar (Blake Askew), a man like a boxer who suspects his wife of sharing a room with a lover and threatens to kill that bloke on the spot. Judy is shivering with fear. She knows from experience that Edgar, her husband, does not hesitate a minute to knock down a rival. Surprise, surprise! All of a sudden the play takes an unexpected turn. When Angela enters the lobby, she declares that she has been married to Edgar for many years without having seen him for a long time. Edgar, the bigamist – shame on him! For the first time in his life he blushes and confesses that he never divorced Angela. Thus, his marriage to Judy is a fake and illegal at that. Lucky Judy who got rid of that brutal fellow without really trying and now is free for Henry. All’s well that ends well after all?  Of course not.  Everybody who knows Derek Benfield and his oeuvre also knows that he has still something up his sleeve. This time it is Mr. Johnson (hilarious Gil Sutherland), a youngish man with a red face who is after the ladies in the hotel like the devil. By the way, he has swallowed a pill that makes him feel virile and extremely sexy. It is quite a job for Ferris, Edgar and Henry to calm Mr. Johnson.

Watch out, my friend. I´m furious  with you. Photos: English Theatre Hamburg.

Finally they lock him in a closet where he is totally undisturbed and can enjoy some “gentleman’s” magazines. In the meantime the funny business moves along at a fast pace in and outside the house. Dear spectator, do you have an idea who the hell might be the journalist expected to write an article about this hotel in the middle of nowhere? If so, please keep it to yourself. As a matter of fact, Ferris is totally confused and does not have the slightest idea who could possibly be the mysterious writer. The identity of that person is only revealed in the very last minutes of this farcial comedy, performed by six wonderful actors and directed by Robert Rumpf. Thank you all for a most amusing evening on a rainy day in autumnal Hamburg.

We are pleased to meet actors such as Jan Hirst, Debbie Radcliffe and Stephen Chance again. These three we already call members of the TET family. See you next time! British author Derek Benfield (1926 until 2009) is also well known to the audience. We remember some amusing plays written by him, for instance “Touch and Go, ”Don’t lose the Place” and “Anyone for Breakfast.”

Final performance of “Funny Business” on February 1, 2020
Tickets under phone number 040 – 227 70 89, online booking under www.englishtheatre.de

Next premiere: “Apologia” a play by Alexi Kaye Campbell, on February 13, 2020.

„Funny Business“ – das neue Stück am English Theatre of Hamburg

Noch ein Gin gefällig?

Es ist das Verdienst dieses kleinen Theaters, stets einen Mix aus verschiedenen Genres auf die Bühne zu bringen. Nach dem Gruselstück der Frau in Schwarz von Susan Hill kommt Derek Benfiels „Funny Business“ gerade recht – eine Komödie, die dem Publikum Lachsalven der Heiterkeit entlockt. Ein Stück wie geschaffen für die dunkle, trübe Jahreszeit vor den Festtagen. Diesmal bevölkern sechs Personen die in ein Hotel irgendwo in der englischen Provinz umgestaltete  Bühne. Nach und nach trudeln die Gäste ein: Henry, Angela. Judy, Edgar und Mr. Johnson. Der Zuschauer fragt sich beim Anblick dieser unterschiedlichen Menschen, wer zu wem gehört und was diese Leute ausgerechnet in dieses  etwas herunter gekommene Hotel führt. Da ist die verhuschte Judy (Jan Hirst), nahe am Wasser gebaut  und ständig den  Tränen nahe. Hat sie sich etwa eine Auszeit von ihren ehelichen Pflichten genommen, um hier mit Henry, ihrem ebenfalls verheirateten Liebhaber, ein romantisches Wochenende zu verbringen? Auch die selbstbewusste,  äußerst trinkfeste Angela (Debbie Radcliffe) gibt Rätsel auf. Was hat sie hier fern vom quirligen London zu suchen? Mr. Ferris, der ebenso unbeholfene wie schlitzohrige Sechste im Bunde an der Rezeption (glänzend Stephan Chance) ist etwas verwirrt. Wer von diesen Gästen ist denn nun der Journalist oder die Journalistin, der oder die einen Bericht über das Hotel für ein Magazin schreiben will. Seine Schwester, die Besitzerin des Hauses, die gerade im spanischen Benidorm weilt, hat Ferris eingebläut, die Presse besonders gut zu behandeln im Hinblick auf eine wohlmeinende Bewertung des Hauses.

In den Schrank mit Mr. Johnson

Es kommt, wie es kommen muss in einer Screwball Comedy. Verwechslung folgt auf Verwechslung, Knall auf Fall. Während Judy mit Henry in der Hochzeitssuite ihren Koffer auspackt, werden beide unsanft in ein anderes Zimmer verfrachtet, weil Ferris meint, in der sich mit Gin abfüllenden Angela die wahre Pressefrau herausgefunden zu haben. Koffer auf, Reisetasche zu, treppauf, treppab. Keiner kommt zur Ruhe. Hat er oder sie sich gerade im Zimmer eingerichtet, folgt eine neue Order von Ferris. So viele verschiedene Insassen hat die Hochzeitssuite noch nie an einem einzigen Tag beherbergt. Die Situation spitzt sich zu, als auch noch Edgar (Blake Askew) auf der Türschwelle erscheint, ein cholerischer Mann, der droht den hier vermuteten Liebhaber seiner Frau auf der Stelle zu ermorden. Dem armen Ferris zittern die Knie. Was tun? Als Edgar, Judys angetrauter eifersüchtiger Ehemann, sich als Bigamist entpuppt, ist die Hölle los. Wie das? Angela besteht darauf, offiziell mit Brief und Siegel Edgars wahre Ehefrau zu sein. Trotz gespielter Empörung ein Glücksfall für Judy, die jetzt ihre Zuneigung zu Henry (sympathisch: David Habbin) offen zeigen kann, weil sie offiziell mit Edgar nie verheiratet war.

Vorsicht, mein Freund, so nicht! Fotos: English Theatre Hamburg

„Funny Business“ enthält alles, was dem Zuschauer Lachtränen in die Augen treibt: Irrungen, Wirrungen, Gefühlsausbrüche und nur mühsam unterdrückte Gewalt. Also all jene Zutaten, die aus einer Farce erst eine Farce machen. Doch wir unterschätzen einen Autor vom Schlage eines Derek Benfield gewaltig, wenn wir meinen, er habe sich damit schon zufrieden gegeben. Er hat nämlich noch ein Ass im Ärmel. Und dieses heißt Mr. Johnson (skurril Gil Sutherland), ein Mann in den besten Jahren mit Glatze, der – um es dezent auszudrücken – ziemlich angeheitert durch das Hotel geistert und es auf die Ladies abgesehen hat. Je öller, je döller, der alte Schwerenöter ist definitiv sexsüchtig, und hier gilt: Wer nicht bei drei auf den Bäumen ist, kann was erleben.

Lieber Zuschauer, Du hast schon gemerkt, es geht turbulent in diesem Hotel mitten im Nirgendwo zu. Wieder klappen Türen, werden Gäste aus ihren Zimmern vertrieben und die Hochzeitssuite neu belegt. Die spannende Frage bleibt: Wer ist denn nun die heiß herbei gesehnte Person von der Presse? Diese Frage bleibt bis zum Ende dieses „lustigen Spiels“ offen.
Die unter der routinierten Regie von Robert Rumpf agierenden Mimen zeigen zwei Stunden lang eine temperamentvolle, mitreißende Spielfreude. Ein wunderbarer, sehr unterhaltsamer Theaterabend, der jedem Zuschauer  an diesen regnerischen Herbsttagen ein glückliches Lächeln aufs Gesicht zaubert.
Der Brite Derek Benfied (1926 bis 2009) gehört zu den speziell in den englischsprachigen Ländern meist gespielten Autoren. Er brillierte unter anderem mit Komödien wie „Touch and Go“, „Don’t Lose the Place“ und „Anyone for Breakfast“ – drei Stücke, die auch auf dem Spielplan des English Theatre standen.

„Funny Business“ läuft bis einschließlich 1. Februar 2020.
Tickets unter der Telefonnummer 040-227 70 89 oder online unter www.englishtheatre.de
Nächste Premiere: „Apologia“,  ein Stück von Alexi Kaye Campbell, am 13. Februar 2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Weihnachtsmärkte: Bodensee oder Wartburg?

Den traditionellen Lübecker Weihnachtsmarkt kennen Sie bereits? Auf dem berühmten Nürnberger Christkindlesmarkt waren Sie ebenfalls? Überhaupt haben Sie in den letzten Jahren so einige Märkte  während der Adventszeit kennengelernt. Wie wäre es in diesem Jahr mal mit festlicher Stimmung am Bodernsee oder einem historischen Weihnachtsmarkt auf der Wartburg?

Über 70 Märkte und zahlreiche Adventsschiffe erwarten Sie in der Region rund um den Bodensee. Mit den Schiffen können Gäste  gleich mehrere Märkte an einem Tag besuchen. Viel zu sehen und zu erleben gibt es unter anderem in Konstanz, St. Gallen, auf der Insel Mainau und bei der Lindauer Hafenweihnacht (siehe Foto).

Mittelalterlich hingegen geht es an drei Adventswochenenden auf der Wartburg in Eisenach zu. Dort können Besuche fast vergessene Handwerkskünste von Kerzenziehern, Glasbläsern und fahrenden Händlern bestaunen.

Mittelalterlicher Weihnachtsmarkt auf der Wartburg. Foto: Wartburg Stiftung

Selbstverständlich fehlen auf dem weihnachtlichen Mittelaltermarkt in den historischen Burgmauern und Höfen auch die Musikanten, Gaukler und Puppenspieler nicht.
Weitere Infos: www.thüringen-entdecken.de

Fotos: Wolfgang Schneider, Bodensee-Tourismus und Wartburg Stiftung

Medical Beauty: Botox kann nicht nur Falten, sondern auch schlechte Stimmung (be)heben

psychiatrist with patient
Foto: Götz Egloff

Die Behandlung der Glabellafalte mit Botulinumtoxin, einer der häufigsten ästhetisch-dermatologischen Eingriffe, kann auch chronische Stimmungsschwankungen bessern.

Es ist eine kleine Sensation, die in der Praxis durchaus bekannt ist, und die eine Baseler Forschergruppe im Journal of Psychiatric Research veröffentlichte: der enge Zusammenhang zwischen Seele und Körper ist durchaus empirisch nachweisbar.

Eine ausgeprägte Zornesfalte kann einen negativen Ausdruck signalisieren, der unabhängig von der tatsächlichen Stimmungslage ist. Die Botoxtherapie kann solch einen ungewollten Ausdruck auf der Stirn elegant korrigieren. Die Erfahrung zeigt, dass nicht nur Freunde oder Kolleginnen die Veränderung bemerken, sondern man auch selbst den neuen Ausdruck als Überraschung empfindet. Neben der kosmetischen Wirkung ist dann eine stimmungsaufhellende Wirkung zu beobachten, die von der Forschung als durchaus signifikant beschrieben wird. Die sogenannte Facial-Feedback-Hypothese, die bereits von Charles Darwin im Jahr 1872 begründet wurde und die den Zusammenhang von Gesichtsmuskeln und Gefühlswahrnehmung beschreibt, wird hier eindrucksvoll bestätigt. Die Kontraktion mancher Gesichtsmuskeln verstärkt also manche Emotionen, sowie eine Überaktivität anderer Muskeln mit depressivem Empfinden in Verbindung steht.

Die sogenannte Denervationsbehandlung der Glabellafalte mit Botox wäre damit als begleitendes Psychotherapeutikum wirksam, da experimentell insbesondere bei dieser Behandlung der Effekt nachweisbar ist. So führte die Botoxbehandlung der Zornesfalte bei etwa zwei Drittel der Probandinnen zu Stimmungsverbesserungen, bei einem Drittel gar zu einem Verschwinden jeglicher depressiver Symptomatik. Bei der Kontrollgruppe, die mit Placebo behandelt wurde, waren diese Effekte nicht festzustellen. Ein erstaunliches Ergebnis. Und: Nebenwirkungen sind extrem selten (vgl. Kerscher & Streker 2010), bei fachgerechter Anwendung ist regelmäßig mit guten Ergebnissen zu rechnen. So wie Hyaluronsäure als Radikalfänger fungiert und Lifestyle Auswirkung auf die Seele hat (vgl. Egloff, Bender, Römer 2018), haben Dermatologie und Endokrinologie große Relevanz für das psychosomatische Empfinden, das damit auch auf verschiedenen Wegen beeinflussbar ist.

 

Literaturhinweis:

Wollmer et al. Facing depression with botulinum toxin. J Psychiatric Research 2012; 46(5):574-581.
Martina Kerscher, Meike Streker. Botulinumtoxin A: Tipps und Tricks für die dermatologische Praxis. Ästhetische Dermatologie 2010; 3(2):33-43.
H.H. Rüttinger, H. Trommer. Hyaluronsäure als Radikalfänger. In: Wohlrab, Neubert, Wohlrab (Hg.). Hyaluronsäure und Haut. Aachen 2004; 266-286.
Egloff, I. Bender, J. Römer. Conception and lifestyle. J Androl Gynaecol 2018; 6(1):1-8.

 

 

„The Woman in Black“– The New Play at the English Theatre of Hamburg

Let’s go on rehearsing, Mr. Kipps

Just imagine Merry Old England during Queen Victoria’s reign. A thick yellow-green fog, also called pea-soup, wafting over London, Jack the Ripper slashing young women in Whitehall and Oscar Wilde, the once pampered enfant terrible of Britain’s upper crust, being sent to prison because of his homosexuality, a deadly sin at that time. A fantastic period for writers who like tales about ghosts and “the living dead” inhabiting old castles and run down manors in remote regions.

Susan Hill’s book “The Woman in Black” can be called a genuine Victorian novel. It is a Gothic thriller at its best, set in an empty Victorian theatre in London during the late 19th century. It was constructed as a play within a play and involves two gentlemen, a young nameless actor and a middle-aged solicitor named Arthur Kipps. Both are acting on a nearly bare stage. What at first sight seems to be a rehearsal of a sinister play turns out to be kind of a confession by Kipps who experienced a shocking family drama some thirty years ago. In writing down his memories, he tries to get rid of a nightmare involving a mysterious Woman in Black with a pale wasted face who has been haunting him ever since.

How shocking these letters are

As the play evolves, we go back to Arthur Kipps’ former existence as a young solicitor who is called to a remote place in England in order to settle the affairs of his recently deceased client Mrs. Alice Drablow. While staying in a small village he experiences a disturbing encounter with a spectre which has a major impact on his life. Deeply shocked by this eerie apparition, he asks the villagers about that Woman in Black. But all turn away from him and deny in a hostile manner the mere existence of such a woman. Meanwhile mysterious accidents happen to small children wherever a woman totally clad in black turns up. A terrible accident occurs to Kipps’ beloved wife Stella and their young son Joseph while riding on a pony and trap. The child is hurled from the trap against a tree and dies on the spot while Stella succumbs to her injuries a couple of months later. Eventually the Woman in Black has also taken revenge on his family. What is the reason for her hatred? Arthur is in deep grief and wants to find out the motives that drive the black apparition to kill innocent children and make their parents suffer. While in Mrs. Drablow’s dark uncanny old house, he reads all the papers on her desk and finally comes across a packet of letters that were written sixty years ago. The correspondence between Mrs. Drablow and Jennet Humfrye, a young unmarried woman, opens his eyes and makes him shiver with fear. When Jennet got pregnant, her family sent her away to Scotland. Right after she had given birth to a boy, the baby was taken away from her and given free for adoption. Mrs. Drablow, Jennet’s elder sister, adopted the boy and let Jennet see him from time to time. When she tried to run away with her boy, he died in an accident on the marsh. Jennet never got over his death and planned revenge on the heartless puritanical society that – as she saw it in her grief – was responsible for his death at such a young age. Shortly after her child passed away, she died herself of an incurable disease and turned into the Woman in Black, the embodiment of Nemesis, the Greek Goddess of Revenge. From that very moment on she began haunting the countryside, and anybody who caught sight of her lost a child either in an accident or after an illness. The curse of an evil fairy came true.

The last scene brings us back to London. The rehearsals are over and Arthur Kipps thanks the young actor for helping him to make a play of his story about the Woman in Black. Mr. Kipps is taken aback when the young man asks him who the lady was who played the Woman in Black during their rehearsals. “But you and I were the only ones in the theatre”, he replies. The actor is bewildered. Whom, by God, did he see all the time on the stage – the real Woman in Black?

We shall soon see Mrs. Drablow’s house

Dear spectator, if you want to understand every detail of this complex plot, you have to concentrate on every word spoken. Be very attentive when “jumping” from London to the haunted house in the far-away village and back to the theatre. And don’t forget, only two actors are on the stage, changing from one role into the next. While Angus Villiers-Stuart “only” has to play the Actor and the young Arthur Kipps, Séamus Newham as the middle-aged solicitor has to cope with at least three other parts. He changes coats, hats and accents at a breath-taking speed. Many thanks to both of you as well as to director Paul Glaser for a grand performance and an unforgettable evening. Standing ovation for two outstanding actors and the whole staff involved in the realisation of the play. It would be unfair not to mention the Woman in Black – so to speak the main character of the play – who was present all the time without pronouncing a single word. Thank you too, Barbara Goodman, for making the blood running cold in our veins by your totally mute presence.

It was indeed daring to make a play of Susan Hill’s Victorian thriller, the more so as the Hollywood movie starring Daniel Radcliffe proved to be an overwhelming success. Forget about the film when you are sitting in The English Theatre since the adaption of the novel by British playwright Stephen Mallatratt is absolutely brilliant. As a matter of fact, the technical means of a theatre are quite limited compared to the state of the art technology used by the film industry. In “The Woman in Black” the TET is working with uncanny noises – sobbing and wailing of an infant, screams of a distressed woman, thunder and lightning in front of the house and the clatter of hooves – thus achieving disturbing thrilling effects. The Woman in Black is a deeply unsettling and scary horror tale that sometimes comes near to Mary Shelley’s Frankenstein novel. Indeed, a spine chilling ghost story.

(Photos: Stefan Kock)

Final performance of “The Woman in Black” on November 2, 2019

Tickets under phone number 040 – 227 80 89 , online booking under www.englishtheatre.de

Next premiere: “Funny Business”, a farce by Derek Benfield, on November 14, 019

„The Woman in Black“ – das neue Stück im English Theatre of Hamburg

Lassen Sie uns mit den Proben fortfahren, Mr. Kipps

Wer den Roman von Susan Hill über die mysteriöse Frau in Schwarz kennt oder gar den gleichnamigen Film mit Harry Potter-Darsteller Daniel Radcliffe in der Hauptrolle gesehen hat, wird sich fragen, ob man dieses etwas verworrene und verwirrende Gruseldrama überhaupt auf die Bretter eines Theaters bringen kann. Man kann. Regisseur Paul Glaser und sein großartiges Team haben es geschafft, dieses von Stephen Mallatratt für das Theater adaptierte Gothic ebenso düster wie spannend zu inszenieren, dass selbst den Hartgesottenen unter den Zuschauern zuweilen ein kalter Schauer über den Rücken läuft.

Bis auf ein paar Stühle, einen Tisch und einen großen Schrankkoffer ist die Bühne leer. Hinter einem durchsichtigen Vorhang erkennt man schemenhaft unter Schutzhussen verhüllte Möbel. In diesem Szenario agieren zwei Stunden lang zwei Schauspieler. Gelegentlich tritt eine zierliche, ganz in Schwarz gekleidete Frau aus dem Schatten und verschwindet ebenso schnell, wie sie gekommen ist.

„The Woman in Black“ – die Frau in Schwarz – ist ein Stück im Stück und spielt gegen Ende des 19. Jahrhunderts, zu einer Zeit, die als viktorianische Epoche in die Annalen einging. Zwei Männer treffen sich in einem kleinen Theater – ein junger namenloser Mann, der hier nur als „Actor“ bezeichnet wird, und Arthur Kipps, ein Anwalt im besten Mannesalter, den ein traumatisches Ereignis aus seiner Jugend bis in den Schlaf verfolgt.

Mein Gott, der Inhalt der Briefe ist schockierend

Deshalb hat er seine Erinnerungen, in denen eine schwarz gekleidete Frau mit einem von Schmerz und Hass gezeichneten Gesicht die tragende Rolle spielt, zu Papier gebracht. Mit diesen Aufzeichnungen, die er den jungen Schauspieler in einem leeren viktorianischen Theater vorlesen lässt, hofft er, sich endlich von seinen Albträumen befreien zu können. Dieser Thriller, der sich im Fortgang der Handlung immer mehr zu einem Racheakt einer von der Gesellschaft stigmatisierten Frau entwickelt, verlangt dem Zuschauer höchste Konzentration und ein großes Maß an Fantasie ab. Denn die Handlung wechselt vom Theater in die reale Welt von vor etwa dreißig Jahren, als Mr. Arthur Kipps in ein englisches Dorf „am Ende der Welt“ reisen musste, um der Beerdigung seiner gerade verstorbenen Klientin Mrs. Alice Drablow beizuwohnen und gleichzeitig ihre testamentarischen Vorgaben zu erfüllen. Während der Trauerfeier erscheint wie aus dem Nichts die „Frau in Schwarz“, deren Existenz die Dorfbewohner angstvoll beschweigen. Kipps erfährt schließlich, dass es sich bei der mysteriösen Erscheinung um eine Frau handelt, deren kleiner Sohn einst unter ungeklärten Umständen ums Leben kam. Das in einer einsamen Gegend gelegene düstere Anwesen der Mrs. Drablow gewährt dem jungen Anwalt Einblicke in das Leben der Verblichenen. Alte vergilbte Briefe enthüllen ein schreckliches Familiengeheimnis, das Arthur das Blut in den Adern erstarren lässt. Der Horror erreicht seinen Höhepunkt, als die Frau in Schwarz erneut auftritt, begleitet von verstörenden Geräuschen. Jetzt wird klar, dass ihr Erscheinen jedem Unglück bringt, der in ihr Antlitz schaut. Die Namenlose ist Nemesis, die griechische Göttin der ausgleichenden Gerechtigkeit, deren Rachegelüsten keiner entgeht, der einmal ihren Weg gekreuzt hat. Auch Anwalt Kipps fällt ihrem Fluch zum Opfer. Seine geliebte junge Ehefrau und der gemeinsame Sohn Joseph ereilt ein schreckliches Schicksal, als beide durch einen von einem Ponygespann gezogenen Kastenwagen zu Tode kommen.

In der Nähe des Unfallortes wurde die Frau in Schwarz gesichtet. Im Laufe der Handlung erfährt der Zuschauer, dass die Frau in Schwarz eine gewisse Jennet Humfrye war, die als junge Frau ein uneheliches Kind zur Welt brachte, von ihrer Familie darauf nach Schottland verbannt und gezwungen, wurde, ihren Sohn zur Adoption freizugeben. Alles Zutaten für einen Rachefeldzug gegen Kinder im Alter ihres Sohnes, die sie nach ihrem Tode als herumirrender Geist gnadenlos für die engstirnige puritanische viktorianische Gesellschaft bestrafte.

Wir werden Mrs. Drablows Haus in Kürze sehen

„The Woman in Black“ ist ein Kabinettstück des Grusels und der Gänsehaut, meisterhaft in Szene gesetzt von Regisseur Paul Glaser und gespielt von zwei großartigen Schauspielern, deren überragende Leistungen vom Publikum mit stehenden Ovationen gefeiert wurden. Scheinbar mühelos schlüpften die beiden Protagonisten von einer Rolle in die andere. Während Angus Villiers-Stuart  n u r  den Schauspieler und den jungen Anwalt Kipps verkörperte, wechselte Séamus Newham in einem nahezu atemberaubenden Tempo von einer Rolle in die andere. Hatte er gerade noch den alten Arthur Kipps gegeben, mutierte er im nächsten Augenblick zum Kellner, Kutscher oder Pfarrer. Hervorzuheben ist auch die pantomimische Begabung der beiden Darsteller. Hinreißend die Darbietung des jungen Kipps, wie er seine unsichtbare Hündin Spider hingebungsvoll streichelt und aus dem Sumpf befreit. Die Geräuschkulisse – Pferdegetrappel, Kindergeschrei aus dem Off und schrille, verstörende Musik erhöhen die Spannung und tragen erheblich zum Bühnenerfolg des Stückes bei.

PS: Wir wollen der eigentlichen Hauptperson des Stückes – der Frau in Schwarz – keinen Tort antun. Wenn auch stumm, so ist sie stets präsent und verkörpert das Böse auf eine erschreckend realistische Weise.

Susan Hill, die Autorin des viktorianischen Thrillers „The Woman in Black“ zeichnet noch für weitere spannende Literatur – u.a. „The Betrayal of Trust“ und „Shadows in the Street“, alles Krimis, die bereits für das britische Fernsehen adaptiert wurden. Bislang erwies sich „The Woman in Black“ als ihr erfolgreichstes Werk, Die Bühnenadaption läuft schon seit 1989 in London. Die Krönung war die Hollywood-Verfilmung des Stoffs mit Daniel Radcliffe in der Hauptrolle.

(Fotos: Stefan Kock)

„The Woman in Black“ läuft bis einschließlich 2. November 2019

Tickets unter der Telefonnummer 040-227 70 89 oder online unter www.englishtheatre.de

Nächste Premiere: „Funny Business“, eine Farce von Derek Benfield, am 14. November 2019