Ein bemerkenswerter „place to be“ für einen Neustart auf Mallorca

Wunderschoener Meerblick

Montag, 15. Juni 2020

Seit 1954 thront das Hotel Espléndido in Puerto de Sóller über dem Meer Mallorcas. Heute ist das traditionsreiche Haus ein modernes, liebenswertes Vintage Strandhotel für Genießer, die die Ruhe und das Besondere suchen. Wer sich für seinen ersten Mallorca-Trip „after corona“ einen ganz speziellen Ort der Muse aussucht, der kommt hierhin. Mit einem unglaublichen Geschick und einem ausgeprägten Sinn für das Schöne wurde das Espléndido von einem schwedischen Hotelehepaar zu einem außergewöhnlichen Refugium gemacht. In Insiderkreisen wird es „Bride of Sóller“ genannt – dafür sind wohl das geschmackvolle Design und die traumhafte Lage direkt am Meer und am Fuße des Tramuntana Gebirges verantwortlich. Wohin man sich im Espléndido auch wendet, ein liebevoll arrangiertes Detail, ein lauschiges Plätzchen zum Tagträumen, eine romantische Sonnenterrasse lädt zum Verweilen ein. An zwei Pools – ein Thermalpool nur für Erwachsene und ein Familienpool – und an dem schönen Strand spielt sich das sommerliche Leben ab. Eine stylische Wellness- und Fitnessarea gibt dem Espléndido das exklusive Extra. Wohltuende Massagen, Maniküre und Pediküre gönnen sich Genießer open air mit Blick auf das blaue Meer. Nach dem Saunagang wird im Freien unter Palmen geruht. Die Küche des Espléndido begeistert mit den Köstlichkeiten der Mittelmeerküche und internationalen Spezialitäten. „Herrlich“ heißt „Espléndido“ auf Deutsch und herrlich ist eine Auszeit in dieser Ruheoase, nur eine halbe Stunde von Palma entfernt. Die Region ist wie gemacht zum Wandern und Radfahren, zum Canyoning und Tauchen oder für eine spritzige Ausfahrt mit der Vespa. Sóller gilt als eines der entzückendsten Städtchen der Baleareninsel.

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Sommerbrise und Seerosen: Wieder aufblühen in Bad Hévíz

Frühlingszauber

Gesundheit und Freiheit haben seit dem Lockdown im Frühling 2020 einen besonderen Stellenwert. Im weltweit größten Thermalsee von Bad Hévíz badet man ganzjährig unter freiem Himmel – im Sommer in wohlig-warmen 35 Grad Celsius – und inmitten weißer und rosa Seerosen.

Aktiv sein, fit und gesund bleiben: Das ist in diesem Sommer für viele Menschen das höchste Ziel. Bad Hévíz bietet dafür ideale Voraussetzungen. In Ungarns beliebtem Kurort haben Gesundheit, Vorsorge und Erholung auf Basis natürlicher Heilmethoden schon seit über 200 Jahren Tradition. Der Großteil der Hotels und Appartement-Häuser erwartet seine Gäste mit großen Gärten, Parks, Innen- und Außenbecken sowie einem breiten Angebot an Wellness- und Beauty-Treatments. Im35 Grad warmen Heilwasser baden, umgeben von blühenden Seerosen, während der Wind durch die Sumpfzypressen streicht: Dieses „Wunder der Natur“ kann kein anderes Heilbad bieten. Wer das erlebt hat, will es nicht mehr missen. Der hohe Anteil an Stammgästen belegt das eindrucksvoll.

Beste Aussichten auf einen Traumsommer

Ob zu Fuß oder mit dem Rad: In Bad Hévíz haben Aktivurlauber alle Möglichkeiten für täglich neue Entdeckungen. Um den Heilsee breiten sich Schutzwälder aus und ein weites Netz an Wegen, die sich vom Ufer des Hévíz-Bachs bis zum Balaton und hinauf in den 400 bis 500 Meter hoch gelegenen Nationalpark Keszthelyer Gebirge erstrecken. Ganz oben eröffnen Aussichtstürme einen herrlichen Blick auf den größten Steppensee Europas. Kostenlose Stadtpläne, Rad- und Wanderkarten sowie Nordic-Walking-Stöcke zum Ausleihen gibt es im Tourinform-Büro. Um Bad Hévíz liegen außerdem einige sehenswerte mittelalterliche Burgen und Ruinen. Nur zehn Kilometer sind es zur 750 Jahre alten Burgruine Rezi, die auf einem steilen Felsen thront. Mitten im Wald auf dem Berg Tátika liegt eine weitere Burgruine. Die relativ guterhaltene und in den vergangenen Monaten erneuerte Burgruine Szigliget ist rund 30 Kilometer östlichen von Bad Hévíz entfernt, auf der Balaton-Halbinselmit traumhaftem Ausblick. Für einen Tagesausflug lohnen sich auch Sümeg, Nagyvázsony oder die Ruinen auf dem Berg Csobánc.

Familien können was erleben

Beliebt bei Familien sind der Hochseilgarten von Tavirózsa und die Gokartbahn gleich daneben. In Rezi versetzt ein Dinosaurier- und Abenteuerpark große und kleine Naturentdecker ins Mesozoikum. Der Erlebnispark Zobori in Zalaszabar lockt mit einer neuen Achterbahn, einem Rutschen- und Spielhaus, Riesenschaukeln, Seilrutschen, einer Laser-Schießanlage und einem Streichelzoo. Paintballer ab 16 treffen sich in Gyenesdiás oder fahren Wasserski am Strand von Vonyarcvashegy. Vom Balaton starten außerdem BallonfahrerGyrokopter- und Drachenflieger in den Himmel. Hobby-Höhlenforscher steigen mit Guides in die Höhlen des Keszthelyer Gebirges hinab. Ist der Hunger nach Abenteuer gestillt, kommen die über 50 Restaurants, Gaststätten, Kaffeehäuser und Bauernmärkte wie gerufen, die in und um Bad Hévíz zu finden sind. Und natürlich die Kellergasse im Stadtteil Egregy, in der man typische ungarische Weine verkosten kann.

Der Gesundheitsurlaub ist ganz naheliegend

Ein großes Plus ist die einfache Erreichbarkeit von Bad Hévíz. Von Wien und Graz sind es weniger als 200 Kilometer, von beiden Städten können Flug- und Bahnreisende den Thermenshuttle bis nach Bad Hévíz buchen. Ab 21. Juni sind aus Deutschland wieder Kleinbusse in Richtung Bad Hévíz unterwegs, welche die Urlauber direkt vor der Haustüre abholen. Die ersten Charterflüge zum Hévíz-Balaton Airport gibt es wieder ab 15. August 2020.

Tourinform Hévíz
Hévízi Turisztikai Nonprofit Kft.
Rákóczi Strasse 2
8380 Hévíz

www.spaheviz.d

A touch of London’sWest End: The English Theatre of Hamburg

The English Theatre of Hamburg is Hamburg’s own little West End stage. Those are words expressed by the acting community in London as well as by guests of the theatre who draw direct comparison to the high quality productions  being presented here and current theatre productions in London’s West End.

British actors flown in from London to perform on a Hamburg stage. A new cast for every production. A wide variety of current and classic plays. Well balanced seasons with comedies, dramas, thrillers and every so often a musical. Yes, we can be very proud of this gem of a theatre situated in central Hamburg.

New: Online Stream

As a response to the lockdown due to the current pandemic The English Theatre of Hamburg responded quickly by offering the option to stream selected productions online. Starting with APOLOGIA in April, since the run of the play was cut short, enabling everyone to see this brilliant production from the comfort of their own home. In May three more productions were streamed – the critically acclaimed off Broadway musical I LOVE YOU, YOU’RE PERFECT, NOW CHANGE. The European premiere of the new thriller by James Cawood  DEATH KNELL. And the show CLASSIC BLUES WOMEN written and performed by JOANNE BELL. In June the theatre presents the farce DON’T LOSE THE PLACE and the wonderful play ORPHANS for which the actor Christopher Buckley received the HAMBURGER THEATERPREIS ROLF MARES 2017 for best actor.

Please support The English Theatre of Hamburg

Even though new ideas are being developed by the theatre’s creative team and staff they are still very dependent on our support and help. So, if you can, make a donation to The English Theatre of Hamburg to help them through these hard times and make sure they are still here for us when the theatres are allowed to open again. We are very much looking forward to many wonderful theatre evenings in the future in our own English Theatre of Hamburg. By the way, what about buying some gift vouchers for your friends who will be happy to enjoy an inspiring performance on our stage. Thank you very much indeed for your help.

Link to the Website of The English Theatre and Streams: https://www.englishtheatre.de/

Contact and information:

Luciano Di Gregorio
Marketing
The English Theatre of Hamburg
Lerchenfeld 14
22081 Hamburg
Phone 040 / 411 685 01
Fax 040 / 229 50 40
marketing@englishtheatre.de

Written by Luciano Di Gregorio and Uta Buhr

Ein Hauch von Londons West End im English Theatre of Hamburg

The English Theatre gilt seit Langem als Hamburgs kleine „West End-Bühne.“ So wird das Theater sowohl von der Londoner Schauspielszene als auch von den zahlreichen internationalen Zuschauern wahrgenommen. Diese sind begeistert von der hohen Qualität der Produktionen auf der Hamburger Bühne.

Das Theater engagiert für jede neue Produktion gestandene Schauspieler, die stets in London gecastet werden, bevor sie ihr Gastspiel in Hamburg antreten. Eine Vielzahl unterschiedlichster Genres wie Thriller, Komödien, Dramen, Klassiker und gelegentlich auch Musicals gestalten jede Theatersaison. Hamburg kann stolz auf diese Perle sein, die das kulturelle Leben der Stadt bereichert.

Neu: Online-Stream

Die durch die Corona-Pandemie erzwungene Schließung ist auch für das English Theatre sehr schmerzlich. Aber Krisenzeiten müssen bewältigt werden. Und so hat sich die Intendanz zusammen  mit ihrem engagierten Team dazu entschlossen, ihre Produktionen dem Publikum als Online-Stream anzubieten. Begonnen haben wir mit dem zum Zeitpunkt des Lockdowns laufenden Stückes APOLOGIA. Ebenfalls gestreamt wurden die von der Kritik gefeierten Produktionen I LOVE YOU, YOU’RE PERFECT, NOW CHANGE, die europäische Premiere von James Cadwoods Thriller DEATH KNELL sowie die Show CLASSIC BLUES WOMEN von Joanne Bell. Der Zuschauer kann diese Stücke jetzt gemütlich im eigenen Wohnzimmer genießen. Im Juni fügten wir unserem „Corona“-Programm die Farce DON’T LOSE THE PLACE von Derek Benfield und das hinreißende Stück ORPHANS von Lyle Kessler hinzu. Christopher Buckley wurde für seine Darstellung in diesem Drama mit dem Hamburger Theaterpreis Rolf Mares 2017 als bester Schauspieler geehrt.

Bitte unterstützen Sie das Theater

Das Theater ist zurzeit damit beschäftigt, neue Konzepte zu entwickeln. Diese kosten Geld. Um die Bühne des English Theatre nach Corona erneut bespielen  zu können, sind wir auf die Unterstützung unserer Fans angewiesen. Jede Spende ist willkommen und hilft uns, den Spielbetrieb nach der Wiedereröffnung der Theater wie gewohnt aufzunehmen. Bedenken Sie, wie wichtig es ist, dieses Kleinod in der Hamburger Kulturlandschaft am Leben zu erhalten. Übrigens – wäre es nicht eine gute Idee, dem einen oder anderen Ihrer Freunde mit einem Geschenkgutschein eine Freude zu machen. Auch mit dieser Geste würden Sie uns sehr helfen. Vielen Dank im Voraus!

Hier kommen Sie zur Website des English Theatre und zu den Streams: https://www.englishtheatre.de/

Weitere Informationen und für Rückfragen:

Luciano Di Gregorio
Marketing
The English Theatre of Hamburg
Lerchenfeld 14
22081 Hamburg
Phone 040 / 411 685 01
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marketing@englishtheatre.de

Text: Luciano Di Gregorio und Uta Buhr

Kampfplatz Stadtpark

Hamburg Barmbek und Umgebung in Trümmern (Archiv: Cropp)

Im Juni waren Ritterspiele angesagt: König Artus in Mitten seiner Tafelrunde. Zumindest Prinz Eisenherz wollte jeder sein. Vorher wurde Cowboy und Indianer gespielt. Meist kämpften dann General Custer gegen Sitting Bull. Im April war „Kippel Kappel“ dran, dabei wurden regelmäßig mehrere Fensterscheiben in der Neuen Wöhr und dem Albers-Schönberg-Weg zerschlagen. Eigentlich gingen gar nicht so viele Scheiben drauf, weil die meisten Straßen Barmbeks mit Ruinen umsäumt wurden.

Ruinen waren der spannendste Spielplatz. Ein Spielplatz, den uns Eltern und Lehrer der Schule Fraenkelstraße fast täglich aufs Neue verboten haben. Natürlich hielten wir uns nicht an die Mahnung. Doch zur Not hatten wir immerhin noch den Stadtpark, um uns auszutoben. Wir, das war eine Gang von 15 „Blutsbrüdern“, was den eingeschworenen Haufen nicht hinderte, sich bisweilen auch mal untereinander ordentlich zu zoffen. Die Gang stammte aus meiner Straße, dem Albers-Schönberg-Weg, der Neuen Wöhr und „harten Jungs“ aus den Nissenhütten und Baracken um den Theodor-Rumpel-Weg.

Hamburg Barmbek und Umgebung in Trümmern (Archiv: Cropp)

Wir Jungs aus dem erhaltenen viergeschossigen Block bewunderten die Barackler. Sie waren stärker, hart im Nehmen, schneller, hatten die besten Spielideen. Wären sie nicht in unserer Gang gewesen, wir hätten  die Straßenschlacht neulich gegen die Dennerstraße glatt verloren. Addi und sein kleiner Bruder Rolf kämpften, wie die meisten Barackler, barfuß, mit Pfeil und Bogen, und Katapulten, die besser und weiter schossen als unsere. Sie luden die Schleudern gleich mit Steinen, während wir mit Erbsen schossen. Als Karl, dem Anführer der Dennerstraße, ein Auge ausgeschossen wurde, mischte sich die Polizei ein. Aber wir hatten gewonnen und zogen wie Helden durch die Gassen, respektiert und geachtet. Weder auf dem Schulhof noch auf den abendlich-dunklen Straßen trauten sich gegnerische Jungs uns anzugreifen.

In Barmbek herrschte im Juni 1951 gespenstische Ruhe. Unsere Gang suchte das Abenteuer mal wieder in den Trümmern. Dort machten die Barackler die tiefsten und geheimnisvollsten Verstecke aus … Als Georg, mein rechter Banknachbar in der 5 B, wegblieb und am nächsten Tag Paul, machten uns die Spiele in den Ruinen doch Angst. Georg und Paul waren unter den Trümmern begraben worden. Mein bester Freund Paul, mit dem ich nach der Schule am Stadtparksee Ringkämpfe austrug, weil wir das stärkste Team sein wollten, war jetzt tot! 

Ein toller Spielplatz!
Stadtpark in der Rhododendronblüte (Foto: Cropp)

Addi bestimmte, die Ritterspiele zu verlegen. Und zwar in den Stadtpark. Dorthin, wo die Rhododendren am dichtesten standen. Ich war, zwar in Hamburg geboren, erst vor einem Jahr mit meinen Eltern aus Wenzendorf vom Land in die Stadt gezogen. In unserem Dorf gab ich bei den Jungs den Ton an, und es gefiel mir ganz und gar nicht, dass Addi uns herumkommandierte, auch wenn er der Boss war. Alle folgten ihm. Missmutig trottete ich mit. Bewaffnet mit Schildern aus Türblättern oder breiten Dachlatten und Schwertern, spitz und scharf geschnitzte Besenstiele, im Hosenbund Holzdolche, so zogen wir die Alte Wöhr hinunter, am S-Bahnhof  Stadtpark vorbei, zum Park. Erwachsene schüttelten entgeistert die Köpfe. Was heckten die Gassenjungs Barmbeks denn da schon wieder aus?

Blick auf das Planetarium, Stadtpark Hamburg (Foto: Cropp)

An der Saalandstraße begann der Stadtpark. Unweit davon, am Wasserturm (dem heutigen Planetarium), standen die großen, dichten Rhododendren in prächtiger Blüte, weiß und rot. Vor dem Blätterwald machten wir halt, schauten uns verstohlen um. Auf ein Zeichen von Addi schlüpften wir ins Dickicht wie Füchse in den Hühnerstall. Der Rhododendrenwald umschloss uns wie ein mächtiger, schummrig-grüner Dom. Natürlich war es verboten in den Rhododendren herumzutoben. Doch wir wollten nicht toben, wir wollten als König Artus Ritter die Feinde aus Thule verjagen. Jetzt musste ich Addi Recht geben, in den Rhodos des Stadtparks konnte man Thule am besten verteidigen! Erst einmal schwärmten wir aus und erkundeten zwei geeignete Bäume. Einen als Burg Camelot für die Ritter um Artus und Prinz Eisenherz. Einen als Lager für die Feinde. Ein Rhodobaum mit oberschenkeldicken Stämmen, in tief roter Blüte, wurde die Burg König Artus. Addi ließ zwischen die Äste eine Wolldecke spannen und hockte sich auf seinen Helm, einen weißen Nachttopf, den er seinem jüngsten Bruder weggenommen hatte.

„Hoffentlich ist euer Lager bald fertig!“ rief er in meine Richtung. Ärgerlich schaute ich zu ihm rüber, wie er da unter dem Baldachin saß und sich wie ein King aufführte, sich wahrscheinlich irre mächtig fühlte. Addi hatte sich mir nichts dir nichts zu König Artus erklärt, und mich mit sieben Jungs zu den bösen Hunnen. Das brachte mich auf die Palme!

 Auf in den Kampf

„Los, lasst uns diesen Busch als Lager nehmen, dann greifen wir an und schmeißen die Ritter aus der Burg“, machte ich meinen Freunden Mut. Der Rhodostrauch war etwas schüttern, und die mitgebrachte Pappe nur notdürftig als Dach zu befestigen. Als Feldlager der Hunnen, die anzugreifen hatten, reichte es allemal. Addis Ritter, immerhin acht „Recken“, hatten leichtsinnigerweise ihre Waffen abgelegt und sich zur Beratung um Artus geschart, als wir mit wildem Geheul aus dem Gestrüpp brachen und über die Gegner herfielen. Im Kampfgetümmel versuchten wir die Ritter umzuwerfen und mit dem Schwert auf die Brust gedrückt, in Schach zu halten. Bei Vieren gelang das auch. Sie lagen auf dem Rücken, wie umgeworfene Suppenschildkröten und jammerten. Addi hatte jetzt den Pisspott auf dem Kopf, Schwert und Schild am Körper und drosch wie ein Berserker auf zwei meiner Angreifer ein. 

Wenn Rhododendren weinen

Besenstiele krachten gegeneinander und barsten. Derbe Stöße wurden mit den Schildern abgewehrt. Schläge und Stöße prasselten schmerzhaft auf Arme und Oberkörper. Addi wurde der Helm weggeschlagen. Gerade bekam er einen Hieb auf den Kopf. Wir waren mitten im Schlachtengetümmel und es machte einen mords Spaß. Rechs und links flogen Blüten und kleine Äste durch die Luft. Dicke Äste knackten, wenn einer dagegen flog. Zartere Rhodos sahen bald aus wie gerupftes Federvieh. Einige der eben noch kampfunfähig liegenden Ritter hatten sich befreien können, aufgerappelt und warfen sich brüllend und fechtend auf meine kleine Horde wilder „Hunnen“. Besenstiele knallten gegeneinander, und es klang wie das „Singende Schwert“ von Prinz Eisenherz, der drei Gegner gleichzeitig abwehrte. Aus den Augenwinkeln sah ich, dass die Burg jetzt unbewacht war. Ich rief: „Peter!“ und zeigte nach rechts. Er kapierte sofort. Wir stürmten zur Burg, unter den Baldachin. Damit war die Tafelrunde eingenommen worden. „Gewonnen!“ stießen wir aus. Addi ließ vom Gegner Werner ab, und schlug zerknirscht einige Zweige nieder. Mit unserer so plötzlichen Einnahme hatte er nicht gerechnet. Keinesfalls wollte er sich geschlagen geben. „Revanche!“ keuchte er, „ihr müsst uns noch mal angreifen.“ „Nee, Addi, jetzt sind wir die Ritter. Ihr greift an,“ widersprach ich. „Was willst du? In die Burg? Ich bleibe König Arthus, klar!“ „Du bist und bleibst `n Arschloch!“ brüllte ich zurück. In aller Ruhe legte Addi jetzt Schwert und Schild aus der Hand und kam auf mich zu, cool wie Garry Cooper in High Noon. Den Film hatten wir uns erst gestern im Gloria Palast angesehen. Hernach fühlte sich jeder wie ein als Ritter verkleideter Revolverheld.

 Kräftemessen

Addis Augen waren kleine Schlitze und kalt wie die einer Otter. „Was bin ich?“ zischte er. Er war zwar nur wenig größer als ich, aber ein erprobter Schläger, der nicht lange fackelte. Seine Position in der Gang hatte er sich erkämpfen müssen. Der Knabe kannte n’e Menge Tricks. Klar, er durfte alle Comics lesen, die da so im Umlauf waren. Schundhefte, Tarzan, Tom Prox, Akim und viele mehr, die mir meine Eltern regelmäßig wegnahmen. Sie würden verderben, hieß es. Addi war die Lektüre ein theoretisches Rüstzeug, ein „Schatz“, der mir bitter fehlte. Einen Augenblick lang überlegte ich, ihm mein Schwert gegen die Brust zu stechen und den Schild auf den Kopf zu dreschen. Unfair, aber wirkungsvoll. Doch dann merkte ich: an diesem Nachmittag, im grünen Blätterwald der Rhododendren des Hamburger Stadtparks ging es um mehr, als ums Kräftemessen. Da bot sich eine Chance, an die Spitze zu gelangen. Den Angeber Addi Weiß ins zweite Glied zu klopfen. Und das musste auf faire Weise geschehen. Zumal seine beiden „Leibburschen“ sich sofort auf mich stürzen würden. Ich war allein. Mein Freund Paul in den ewigen Jagdgründen, und die anderen hatten, wenn es um den Boss ging, sowieso die Hosen voll.
„Sag’ das noch mal, Würstchen!“ drohte er jetzt dicht vor mir. „Affenarsch!“
Meine Größe und Statur sind nicht gerade furchteinflößend. Allein schnelles Handeln und rasches Zuschlagen hatten dem anfangs als dämlich eingestuften Dorfjungen einen respektablen Platz im oberen Drittel in der Hierarchie der Barmbeker Straßengang verschafft. Diese Position galt es in jedem Fall zu verteidigen! Ich ballte meine Fäuste, spannte die Muskeln, zielte auf sein Kinn. Da spürte ich seinen rechten Fuß hinter meinen Beinen. Ein kurzer, harter Stoß, ich lag auf dem Boden. Als ich mich aufrappelte, spürte ich einen schmerzhaften Schlag auf der Nase. Blut tropfte auf meinen neuen Pullover. Augen tränten. Ich hangelte mich an einem Rhodostamm nach oben und bekam einen zweiten Schlag aufs rechte Auge. Damit war ich außer Gefecht.

„Die Hunnen greifen wieder an – klar! Der Wolf kann  als Verwunderter im Lager rumliegen!“ höhnte Addi triumphierend. Ich kroch in unser Feldlager und versuchte die blutende Nase zu stillen. Schon tobten zwischen Büschen und Bäumen die Verteidigungs- und Eroberungskämpfe in aller Heftigkeit. Blüten flogen umher wie Daunen aus einer aufgerissenen Bettdecke von Frau Holle.

Ordnungshüter

Plötzlich rief jemand: „Uddels!“
Im Nu war der Kampfplatz verwaist. Ein Polizist rannte Addi hinterher – ergebnislos. Dabei flog ihm der Tschako vom Schädel. Ein anderer baute sich über mir auf. „Na Bürschchen, dich nehmen wir jetzt mal mit auf die Wache!“ Werner krabbelte aus seinem Buschversteck und stellte sich zu mir. Wenigstens einer, der mir beistand.
„Ah, da haben wir ja noch einen Übeltäter!“ Im nächsten Moment wurde Werner am Kragen gepackt und festgehalten. Der Schupo, der Addi nicht fassen konnte, packte nun mich am Schlafittchen und stellte mich auf die Beine. Dass meine Nase heftig blutete, kümmerte den Polizisten nicht, lediglich, dass seine feine, dunkelblaue Uniform durch Blut verfleckt wurde, machte ihn wütend, und so zerrte er mich barsch aus den Rhododendren, die Alte Wöhr hinauf. Werner, ebenfalls im festen Polizeigriff, trabte ergeben vor mir her.

Auf der Wache gab`s n’e  ordentliche Standpauke vom Revierleiter, der schließlich auch unsere Namen und Adressen erfragte, was mir überhaupt nicht gefiel, da ich mir die Reaktion der Eltern verdammt gut ausmalen konnte. Nach einer Stunde hörten wir bekannte Stimmen. Werners und mein Vater waren, wie verabredet, eingetroffen, um uns in Empfang zu nehmen. Als wir aus dem Nebenraum, oder war es schon die Zelle? geführt wurden, lasteten böse Blicke auf uns. „Hier haben Sie Ihre Früchtchen!“ meinte der Revierleiter, „und passen Sie künftig besser auf sie auf. Die Rechnung über die zerstörten Rhododendren bekommen Sie von der Stadtparkverwaltung.“ Vater verabreichte mir eine deftige Ohrfeige. Das gefiel den Uddels, als erste erzieherische Maßnahme. Ob Werner auch eine einfing, weiß ich nicht. Er wurde gleich zum Ausgang gezerrt.

Ob die Eltern wirklich eine Rechnung von der Parkverwaltung bekommen haben und wenn, wie hoch diese ausfiel? Ich habe es auch nie erfahren. War mir auch wurscht. Schlimm war, dass ich 14 Tage Hausarrest bekam. Der einzige Trost daran war, dass mein blaues Auge kaum beachtet, abklingen konnte. Mit dem musste ich mich zwar in der Schule zeigen, Gott sei Dank aber nicht bei meiner Gang. Addi hätte mich damit mächtig aufgezogen.

 

Mit „Kampfplatz Stadtpark“ erinnert sich der Autor an seine spannende, aber bisweilen auch raue Kindheit (zehnjährig) nach dem Krieg in Barmbek, am östlichen Rand des Hamburger Stadtparks.

 

Sommeridylle in Bayern: Das GUT EDERMANN öffnet wieder

 

Aussenansjcht im Sommer

Bei dem Gedanken an das GUT EDERMANN kommt Behagen auf. Genießer träumen von der idyllischen Sommerterrasse vor der blühenden Wiese, die Berge im Blick. So manch einer „riecht“ schon förmlich den sommerlichen Grill, der jeden Sonntag angeheizt wird. Radfahrer und Wanderer freuen sich auf ein unendliches Revier für ihre Touren. Wer in den letzten Monaten exklusive Wellness vermisst hat, der sieht sich schon im AlpenSpa und am Naturbadeteich durchatmen. Ab 10. Juni sind die Tore des GUT EDERMANN wieder geöffnet.

Nur eine Stunde von München und einen Katzensprung von Salzburg entfernt, spielt sich in dem bayerischen Refugium das süße Leben ab. Das GUT EDERMANN liegt in der Biosphärenregion Berchtesgadener Land. Viel Grün, viel Weite, viele Berge, seltene Blumen und Kräuter, klare Badeseen, die Ruhe in der Natur und ein buntes Leben in Salzburg, Bad Reichenhall und Berchtesgaden sind der belebende Mix einer Auszeit in dem liebevollen geführten Wellness & SpaHotel. Die Küche des Hauses zieren Auszeichnungen und Lob (fünf Pfannen von Gusto, zwei Goldene Gabeln von falstaff) sowie eine Bio-Zertifizierung von der Bio-Kontrollstelle ÖkoP. Das 2.700 m² große AlpenSpa ist ein Ort der Erholung für Körper, Geist und Seele. Mit Almyurveda bietet das GUT EDERMANN etwas wahrlich Einzigartiges. Das exklusive Gesundheitskonzept vereint die Tradition des indischen Ayurveda und das Urwissen der Bauern aus dem Berchtesgadener Land. Im Mittelpunkt stehen Kräuter und Pflanzen aus der alpinen Natur. Und was darf in Bayern auf keinen Fall fehlen? Der Weißwurst-Frühschoppen (ab 14. Juni jeden ersten Sonntag im Monat).

Gut Edermann
Gut Edermann
Holzhausen 2
83317 Teisendorf
Tel.: +49 (0) 8666 92 73 – 0
info@gut-edermann.de
https://gut-edermann.de/

 

Wohlfühlareal in Alleinlage: Design Hotel und Premium Chalets in den Salzburger Bergen

Auf einem Sonnenplateau am Fuße des Asitz, umgeben von Natur pur und den Bergrücken und Hügeln der Leoganger Bergwelt, breitet sich das PURADIES mit seinen Premium-Chalets, stylischen Suiten und Zimmern aus. Baden am glasklaren Naturbadesee und Wellness, die besser den Namen Private Retreat verdient, wecken in dem weitläufigen, 30 Hektar großen Erholungsresort die Lebensgeister. Alte Traditionen, alpine Natürlichkeit und geerdetes Leben am aktiven Bio-Bauernhof verschmelzen mit exklusivem Lifestyle, Highttech und Kunst zu einem unvergleichlichen Ganzen. Eine Welt der kulinarischen Genüsse ist ebenso Teil der Natur-Oase wie Freiräume für reueloses Nichts-Tun. Wer aktiv sein möchte, der schöpft aus dem Vollen.

Saalfelden Leogang – eine einzigartige Aktivregion

Ein Wanderparadiies

Die Urlaubsregion in den Salzburger Bergen gehört zu den größten und beliebtesten Wanderregionen Österreichs. Ganz bequem starten Wanderer direkt beim PURADIES in die Natur. Der Asitz, der Hausberg der Leoganger, liegt ihnen zu Füßen. Auf über 400 Kilometer Wanderwegen in der Umgebung werden gemütliche Spaziergänger ebenso aktiv wie Gipfelstürmer, die es in die Leoganger Steinberge oder auf das Steinerne Meer zieht. Mit seinen beeindruckenden 2.634 Metern erhebt sich das Birnhorn wie ein steinerner Riese aus den Leoganger Kalkbergen. Seine 1.400 Meter hohe Südwand gilt als eine der höchsten Felswände der Ostalpen. Bergromantik kommt auf den sanften Grasbergen mit ihren idyllischen Berghütten und blühenden Almwiesen auf. Unter den Radfahrern genießt Leogang schon lange Kultstatus. Kaum eine Region bietet so viele Möglichkeiten, mit dem Mountainbike die Berge zu erobern oder auch gemütliche Radtouren im Tal zu unternehmen. Fünf Gondelbahnen mit Biketransfer machen es möglich: An nur einem Tag im Bikecircus Leogang-Saalbach-Hinterglemm mit dem Rad ca. 60 Kilometer und 4.900 Höhenmeter zurücklegen. Die besten All-Mountainbike- und Enduro-Trails soll es im Bikepark Leogang geben. Zudem gehört Saalfelden Leogang zu den größten E-Bike-Regionen der Welt. Mit einer Lage inmitten des Golf-Alpin-Resort begeistert das PURADIES die Golfer. 32 Golfplätze im Salzburger Land und Tirol sind für sie erreichbar, zwölf Topgolfclubs liegen innerhalb von 70 Kilometern rund um das PURADIES. Die nächstgelegenen 18-Loch-Plätze Urslautal (30 Prozent Greenfee Ermäßigung für PURADIES-Gäste) und Gut Brandlhof sind nur wenige Kilometer entfernt. Auf den Golf-Alpin-Pass mit fünf Greenfees gewährt das PURADIES großzügige Rabatte.

76 Suiten und Zimmer sowie 14 topausgestattete Premium-Chalets mit privater Sauna bieten im PURADIES vielfältige Wohnmöglichkeiten. Das Badhaus „Innere Mitte“ präsentiert sich als traumhafte Sauna- und Entspannungswelt im Zentrum des alpinen Refugiums. Den besonderen Saunaaufgüssen des Saunameisters eilt der beste Ruf voraus. Feinschmecker haben die Wahl: Köstlichkeiten in dem gemütlichen Halbpension-Restaurant genießen oder sich im Gourmetrestaurant ESS:ENZ besonderen Kulinarik-Erlebnissen im ebenso besonderen Ambiente hingeben. Das ESS:ENZ begeistert mit inspirierenden Kreationen aus feinsten Produkten aus der Region bei 100 Prozent front cooking (geöffnet Mittwoch bis Sonntag ab 18 Uhr). Die preisgekrönte Bar „FREIRAUM“ verwöhnt ihre Gäste u. a. mit innovativen Signature Drinks.

Das PURADIES Hotel & Chalets in Leogang trägt ab sofort das „Österreichische Umweltzeichen“ sowie das europäische „ECO Label“ – beides Siegel, die dem Erholungsresort einen sorgsamen Umgang mit der Natur bescheinigen. Hotelleitung und Team haben das „Pur & Fair“ Konzept erarbeitet, das zum einen ein verbindlicher Leitfaden für nachhaltiges und umweltverträgliches Arbeiten in allen Bereichen des Hotels ist und zum anderen dem Gast höchste Qualitätsstandards garantiert.

Midweek Frühlingsgefühl (01.06.04.07.20)
Leistungen:
 3 ÜN inkl. Genießerpension, Begrüßungsdrink, Micro Salt Anwendung, am Abreisetag Nutzung des Wellnessbereichs den ganzen Tag, Saalfelden Leogang Card – Preis p. P.: ab 470 Euro

Pures Lebensglück (bis 03.07.2006.09.08.11.20)
Leistungen:
 3 ÜN inkl. Verwöhnpension, Begrüßungsdrink, PUR Vital Gesichtsbehandlung (50 Min.), Wellnessbereich & Wellnesstasche, Saalfelden Leogang Card – Preis p. P.: ab 540 Euro

Purer Casino Spaß (bis 03.07.20)
Ein Tag voller Action im PURADIES und eine Nacht voller Spannung im Casino Austria in Zell am See
Leistungen:
 2 ÜN inkl. Genießerpension, Begrüßungsdrink, PURADIES Pralinen zur Begrüßung, 20 Euro Begrüßungsjetons und Willkommenssekt an der Bar – Preis p. P.: ab 330 Euro

Goldener Herbst (05.09.23.10.20)
Leistungen:
 3 ÜN inkl. Genießerpension, Begrüßungsdrink, 1 x Micro Salt Anwendung, am Abreisetag Nutzung des Wellnessbereich den ganzen Tag möglich, Saalfelden Leogang Card – Preis p. P.: ab 470 Euro

PURADIES Hotel & Chalets
Puradies Embachhof GmbH & Co KG
Rain 9
5771 Leogang
Tel.: +43 6583 8275
info@puradies.com
www.puradies.com

Prä- und postnatale Psychologie und Medizin

Buchcover

Prä- und postnatale Psychologie und Medizin bilden die Schnittstellen psychologischer und medizinischer Diagnostik und Intervention von der Pränatalzeit an bis in die frühe Kindheit. Damit umfassen diese Disziplinen das Ungeborene und den Säugling sowie auch werdende Mütter und Väter in ihrer soziokulturellen Umgebung. Die großen Verbesserungen der letzten Jahrzehnte in Neonatologie und Sozialpädiatrie fußen auch auf den Ergebnissen aus Psychoanalyse und Säuglingsforschung, die jene Disziplinen mitbegründeten.

Der vorliegende Band fasst viele ihrer Ergebnisse nicht nur zusammen, sondern erweitert sie im Hinblick auf zukünftige körpermedizinische und psychosoziale Gestaltungen in ihren klinischen und kulturellen Bezügen.

Das animalische Erbe im Menschen

Im ersten Kapitel nehmen Fellmann, Walsh und Egloff (TU Chemnitz, Universität Münster und Institut für Pränatale Psychologie Heidelberg) eine anthropologische Zusammenschau der Evolution der menschlichen Psyche im Rahmen von Sexualität und Erotik vor. In ihrer Betrachtung emotionaler Intelligenz zeigt sich diese als Überschuss von Paarungsenergie, die in ihrer Abweichung vom reinen Fortpflanzungsziel zu Intimität führt, die selbst als Quelle menschlicher Reflexivität dient. Hieraus ergibt sich ein kohärentes Szenario, in dem Erotik und psychische Entwicklung zusammengehören jenseits von Kognition, also dem, was Menschen gewöhnlich für Denken halten. Stattdessen wirkt das animalische Erbe im Menschen als Movens sowohl für erotische Exploration als auch für emotionale Intelligenz. Die sich hieraus ergebenden konflikthaften Spannungen verweisen auf körperliche Sinnlichkeit in engster Verknüpfung mit psychischem Befinden und legen so eine Grundlage für die Psychosomatik. Fertilität in ihrer psychosomatischen Verfasstheit bildet einen wichtigen Teil hiervon. Wenn es denn um Empfängnisproblematiken geht, werden in erster Linie Lebensstilveränderungen oder Interventionen wie ovarielle Stimulation und Akupunktur ins Feld geführt, um diesen zu begegnen. Während nicht-pharmakologische Ansätze sinnvoll sind, zeigt sich jedoch immer wieder, dass diese zu kurz greifen und in einen psychosomatischen Ansatz integriert werden sollten, der psychische, aber auch übergeordnete Faktoren wie gesellschaftliche Voraussetzungen berücksichtigt, die als „culturally and mentality-based influences“ bezeichnet werden können.

Rupert Linder, Psychosomatiker und Gynäkologe sowie langjähriger Vorsitzender der Internationalen Gesellschaft für prä- und perinatale Psychologie und Medizin Wiesbaden, stellt im zweiten Kapitel seine Erfahrungen in der geburtshilflichen Behandlung und Begleitung schwangerer Frauen vor. Die Integration von Frauenheilkunde, Geburtshilfe und psychotherapeutischer Intervention hat sich nicht nur als für die tägliche Praxis gangbar erwiesen, sondern, wie seiner Praxisstudie zu entnehmen, zu einer Verringerung der Anzahl von Frühgeburten geführt. Daher sollten auch körperliche Probleme werdender Mütter im Gesamtzusammenhang körperlicher und emotionaler Prozesse betrachtet werden, um intervenieren zu können. Die emotionale Geschichte der werdenden Mutter sowie auch den frühen inneren Dialog zwischen ihr und dem ungeboren Kind in den Mittelpunkt zu stellen, bietet potentielle Konfliktlösungen.

Pränatale Dynamik und fötale Existenz

Wie die inneren Welten werdender Mütter aussehen können, illustrieren Olga Gouni und Anastasia Topalidou (Nationale und Kapodistrias- Universität Athen und Universität von Central Lancashire) im dritten Kapitel über pränatale Dynamik und fötale Existenz. Hierbei diskutieren sie den Zusammenhang pränataler Erfahrung mit menschlicher Gesundheit und Entwicklung, ein Forschungsfeld, auf dem in den letzten Jahren ein enormer Wissenszuwachs stattgefunden hat. Mütterliche Erfahrungen zu Zeitpunkten vor, während und nach der Empfängnis sowie jene in der Schwangerschaft können mit pränatalen Prägungen des Kindes in engen Zusammenhang gebracht werden. Die Autorinnen schildern in Fallvignetten zahlreiche, teils drastische Konfliktkonstellationen aus der Praxis. In einem Forschungsüberblick zu Epigenetik und „fetal programming“ weisen sie auf pränatale Prägungen z.B. im Herz-Kreislauf-Bereich hin, die neben den wohlbekannten Einflüssen von Alltagstoxinen wie Tabak und Alkohol tief angelegte Dispositionen darstellen. Es wird deutlich, dass umweltliche Einflüsse auch im engeren Sinne das werdende Kind betreffen. Zu jenen gehört, und das ist die gute Nachricht, auch das „Bonding” als lebenslanger Prozess von Beziehungsbildung.

Auf hirnphysiologischer Ebene beschreibt Otwin Linderkamp, ehemaliger ärztlicher Direktor der Neonatologie der Kinderklinik an der Universität Heidelberg, im vierten Kapitel eindrucksvoll die fötale menschliche Entwicklung im mütterlichen Uterus. Das fötale Gehirn bildet sich innerhalb von ein paar Wochen von einer dünnen Zellschicht hin zu einem komplexen Netzwerk aus, das aus Milliarden Neuronen und Billionen Verbindungen besteht. Deren Anfälligkeit für Umweltfaktoren, zu denen auch „maternal stress“ gehört, ist gut belegt. Bei aller Plastizität und damit auch Reparaturfähigkeit neuronaler Netzwerke lässt sich zeigen, dass gerade allerfrüheste Erfahrungen grundlegend sind.

Im fünften Kapitel widmen sich Egloff und Djordjevic (Institut für Pränatale Psychologie Heidelberg und Universitätsklinik Nis) der prä- und postnatalen Psychosomatik in ihrer sozialen Verfasstheit, eine Perspektive, die nach ihrer letzten Blütezeit in den 1970er und 1980er Jahren erst jetzt langsam wiederentdeckt wird. Der gesellschaftliche Prozess postmoderner Fragmentation und Anomie weist auf die Tendenz zu psychosomatischer Desintegration hin, die sowohl bei Müttern als auch in Familienverbünden als Symptombildung auftritt, mit den entsprechenden gesellschaftlichen Begleiterscheinungen. Nach Slavoj Žižek kann die Lücke, die zwischen Wort und Ding, zwischen Subjekt und Objekt mit Ideologie aufgefüllt wird, dazu dienen, soziale Antagonismen zu überdecken. Daher macht es Sinn, auch die Psychosomatik auf diese Lücke hin zu befragen und subjektivitäts- und objektivitätsbezogene Unterscheidungen in Fragen von Symptombildung zu treffen. Außerdem werden prä- und postnatale Interventionsansätze vorgestellt, die auf Konzepte von Bindung, Beziehung und Erziehung zurückgreifen.

Elterlicher Umgang mit ihren Kindern

Das sechste Kapitel konkretisiert die interaktionelle Perspektive im Rahmen elterlichen Umgangs mit ihren Kindern. Die Zusammenhänge von Erziehungsstilen – dem langjährig anerkannten Konzept der „parenting styles“ nach Diana Baumrind – mit emotionaler Intelligenz und Bindungsstilen diskutiert Elena Nanu, Universität Bukarest. In ihrer Studie untersucht sie 138 Elternteile im Alter von 28 bis 48 Jahren und 74 Kinder auf ihre emotionale Intelligenz sowie auf Erziehungsstile von autoritär, permissiv und autoritativ. Im Zusammenhang mit Bindungsmodi diskutiert sie deren Einfluss auf die kindliche emotionale Intelligenzentwicklung.

In Kapitel sieben wird diese Thematik auf Frühgeborene hin untersucht. Das an der Universität Bologna und in Cesena ansässige Team Neri, Spinelli, Biasini, Stella und Monti beleuchtet die Modi elterlicher Sensibilität in ihrer Wirkung auf die kognitive und interaktionelle Entwicklung frühgeborener Kinder. Frühgeburten betreffen nicht nur Mutter und Kind, sondern können die Qualität der frühen Eltern-Kind-Interaktion erheblich beeinflussen; eine problematische kindliche Entwicklung kann körperlich und seelisch die Folge sein. Die Studienergebnisse zeigen mögliche Beeinträchtigungen kognitiver und interaktioneller Entwicklung.

Ludwig Janus, Gründer des Instituts für Pränatale Psychologie und Medizin Heidelberg, stellt im achten Kapitel einige von Sigmund Freuds Konzepten im Hinblick auf pränatale emotionale Erfahrung dar, indem er den Zeitgeist der Jahrhundertwende befragt. Durch Abspaltungen verschiedener Gruppen kam es in der psychoanalytischen Tradition zu sehr heterogenen Entwicklungen in Theoriebildung und Praxis. Diese wurden noch nicht ausreichend zusammengeführt, weshalb Konzeptionen über die menschliche Realität bislang unvollständig bleiben mussten. Der Autor skizziert Vorschläge zu gemeinsamer wissenschaftlicher Verständigung.

Das neunte Kapitel widmet sich Psyche aus einer Perspektive, die an Martin Heideggers Konzept Sein zum Tode anknüpft; es verweist auf Zeit und Zeitlichkeit als unvermeidliche Faktoren des Seins, aber auch als sinnstiftende Instanzen. Die Näherung dieser Thematik erfolgt über Motive aus William Faulkners Werk und die Bergsonsche Unterscheidung von „le temps und „la durée. Letztgenannte trägt zur Bildung von Identität durch gleichzeitige Bewahrung und Überwindung von Ereignissen bei und kann hilfreich sein, um die Problematik von Subjektivitätsbildung zu erhellen. Um das „Normale“ zu verstehen, muss ohnehin das „Unheimliche“ untersucht werden.

Erziehung und Sozialisation

Die Problematik von Erziehung und Sozialisation wird im zehnten Kapitel behandelt. Walter Böhmer präsentiert eine eindrucksvolle Reflektion des Einflusses von Erziehungsmethoden auf menschliche Lebensbedingungen, in der biographische Hindernisse aus destruktiven Erziehungsmethoden hervorgehen und immer wieder neue Hindernisse erzeugen können. Dazu kann auch selbst-destruktives Verhalten gehören. Doch auch hier gibt es eine gute Nachricht: Erziehungsmethoden sind veränderbar.

Im letzten Kapitel weist Janus schließlich ein neues wissenschaftliches Paradigma für zukünftige Psychotherapien aus, das in einer Zusammenführung von frühen prä- und postnatalen Erfahrungen für die menschliche Entwicklung auf multidimensionaler Grundlage besteht. Die Marginalisierung vorsprachlicher Erfahrung hat im Rahmen der abendländischen Sprachbezogenheit zu einer Limitierung des Einblicks in Psychosomatik und menschliche Interaktion geführt. In seiner Darstellung der Psychoevolution in Zusammenhang mit den Erkenntnissen aus psychoanalytischer Theorie und Säuglingsforschung zeigt er, wie die Unzulänglichkeiten mancher Theoriebildung zukünftig überwunden werden können. Die sogenannte infantile Amnesie besagt, dass wir keine Erinnerung an frühe Kindheitserfahrungen haben, zumindest keine verbalisierbare; schon denken wir, jene Zeit unseres Lebens sei bedeutungslos. Doch schon das Körpergedächtnis spricht Bände über unsere frühesten Prägungen, die Erleben und Wahrnehmung, und somit unser psychosomatische Verfasstheit, beeinflussen.

Der englischsprachige Band soll als Kompendium in Klinik und Kultur dienen; er lädt alle anthropologisch Interessierten ebenso zur Reflektion ein.

 

Goetz Egloff & Dragana Djordjevic (eds.). Pre- and Postnatal Psychology and Medicine. Nova Science, New York, 2020, 354 S., 190 $

 

 

Mauer, Marsch und Mauerfall

Berlin, 21. und 22. August 1988
Die Berliner Mauer wurde gestürmt.

Ich war mit dem PKW von Hamburg aus durch die DDR nach Berlin unterwegs. Die Stimmung war düster, wie der regenverhangene Nachmittag an diesem Augusttag. Oder kam es mir nur so vor? Weil mir alles grau in grau erschien? Weil mich muffige Grenzer filzten wie einen ertappten Drogendealer: Spiegel unters Auto schoben, Sitze umklappten, den Kofferraum leerten und wieder beladen ließen. Als eine alte Bild-Zeitung, es handelte sich um Einwickelpapier, entdeckt wurde, kam es zu einem zwanzigminütigen Verhör … dann schließlich, drückte man doch einen Stempel in den Reisepass und ließ, nach Bezahlung der Einreisegebühren, passieren. Das zerknüllte Zeitungspapier wurde konfisziert. 

Vor West-Berlin stoppte mich die Vopo wegen zu schnellen Fahrens … und kassierte DM. Ich war mir keiner Schuld bewusst. In Charlottenburg wollte ich eine Schulfreundin besuchen. Sabine Seeland, die als Journalistin bei RIAS Berlin arbeitete. So ganz ohne verwandtschaftliche noch sonstige Beziehungen zum östlichen Teil Deutschland war ich gespannt, was Sabine mir an der Mauer über die Grenze zu berichten hätte. Ich gebe zu: Informationen, die längst überfällig waren! Ich übernachtete in einem gemütlichen Hotel am Kurfürstendamm. Genoss zuvor noch etwas Nachtleben im Bei Mo.

Bild von Armin Forster auf Pixabay

Pünktlich um 10 Uhr traf ich Sabine an der Holzplattform am Brandenburger Tor. Einst hatte die Westberliner Polizei die Aussichtstürme zur Beobachtung errichten lassen. Seit Jahren nun schon wurden sie von Touristen besucht, die auch mal einen Blick in den verschlossenen Teil der Stadt werfen wollten. Wir stiegen die Treppe empor und schauten über die Betonmauer. „Heute ist der 22. August,“ bemerkte Sabine, „genau vor 27 Jahren sprang eine Frau Ida Siekmann um 6.50 Uhr in den Tod. Sie war das erste Opfer der Berliner Mauer.“ „Und wie kam es dazu?“ fragte ich, der noch nie etwas von Frau Siekmann gehört hatte. Sabine: „Anderthalb Wochen zuvor hatte die DDR mit Zustimmung der Sowjetunion mit dem Bau begonnen. Die Berliner Grenzbefestigung war das letzte, offene Teilstück der 1378 Kilometer langen innerdeutschen Grenze. Die 58-jährige Ida Siekmann wohnte im dritten Stock eines Grenzhauses an der Bernauer Straße. Die alleinstehende Frau erkannte den Ernst der Situation als die Haustüre zum im Westen gelegenen Bürgersteig verbarrikadiert wurde. In aller Eile warf sie ein paar Habseligkeiten aus dem Fenster und sprang hinterher … schlug auf der Straße so schwer auf, dass sie auf der Fahrt ins Krankenhaus starb.“
„Schrecklich! Weiß man wie viele Menschen an der Mauer den Tod fanden?“ „Vom Bau bis jetzt sind an der DDR-Grenze rund 800 Menschen umgekommen. Allein an der Berliner Mauer sollen es 140 sein.“

Auf der Plattform drängten sich mittlerweile die Interessenten. Oder waren es nur Schaulustige? Es entstand Gedränge. Ich reckte den Hals: Sah einen breiten Grünstreifen, einen geharkten Sandanschnitt, zu Böcken aufgestellte Doppel-T-Träger. Schäferhunde kläfften, Wachsoldaten mit geschulterten Gewehren und weiter im Süden musste sich ein Wachturm befinden. 

„Unbegreiflich, wie sich ein Volk unterschiedlicher Gesellschaftssysteme so zu trennen vermag!“ Sabine meinte: „Die Schließung der Sektorengrenze sollte Flüchtlingsströme stoppen. Innerhalb von zwölf Jahren hatten fast drei Millionen Menschen Ostdeutschland verlassen.“ „Was der Eiserne Vorhang verhindern soll.“ „Bis auf Ausnahmen auch verhindert hat. Schau dir das nahezu perfekte System der Trennung an: Die Betonmauer ist vier Meter hoch. Entlang der Oberkante verläuft eine 50 Zentimeter dicke Betonröhre. Die Konstruktion wurde 1965 von Armeesportlern getestet. Keinem gelang die Überwindung. Der breite Kontrollstreifen wird stets sorgfältig geglättet, damit Fußspuren sofort erkennbar sind. Und die doppelreihigen Stahlböcke sind Panzersperren. Es gibt elf unterschiedliche Hinderniszonen. Dazu gehört beispielsweise ein ‚Teppich‘ aus 14 Zentimeter langen Eisenspießen. Im DDR-Jargon ‚Spargelbeet‘, im Westen ‚Stalinrasen‘ genannt.“  

Sabine wies nach Norden und fuhr fort: “Auf dem nächsten Korridor da drüben patrouillieren Soldaten zu Fuß oder im Jeep. An vielen Abschnitten wachen zusätzlich scharf abgerichtete Hunde. Dann wurden in unterschiedlichen Höhen Stolperdrähte gespannt, die bei Berührung Leuchtpatronen auslösen. Über allem wachen schießbereite Wachsoldaten mit Ferngläsern vor den Augen, oben auf den Beobachtungstürmen. – Kann ein Käfig hermetischer abgeriegelt werden?“ 

„Was weißt du über die Fluchttunnel?“ „Davon gibt’s einige. Doch nach und nach wurden sie alle entdeckt und geschlossen. Fast 80 000 Fluchtwillige nahm der Staat bereits bei der Planung oder auf dem Weg zur Flucht fest, was Verhöre, Folter, und um die drei Jahre Zuchthaus zur Folge hat.“ „Was meist du, hat die DDR Bestand?“ fragte ich. Sabine dachte einen Moment nach und antwortete: „Nur so lange Moskau seine schützende Hand über den Vasallenstaat hält.“

Ein letzter Blick über das absurde Stück Berlin, dann stiegen wir von der Plattform. Schweigend gingen wir die Straße des 17. Juni hinunter in Richtung Tiergarten. Mich bewegten die Fragen: Wie lange lassen sich Menschen einsperren, der Freiheit berauben, ein Volk wie  lange trennen? Kann es je eine Wiedervereinigung geben? Wenn ja, wie wird sie sich gestalten? Friedlich, blutig?

Magdeburg, Ende Oktober 1989

Nur etwas über ein Jahr später: Glasnost und Perestroika hingen in der Luft. Michail Gorbatschow ließ verlauten: „Ich glaube, die Gefahren warten nur auf jene, die nicht auf das Leben reagieren“. Der Volksmund hatte daraus: „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“ gemacht.  Ich war gerade mit besonderen Erlebnissen aus Magdeburg zurückgekommen. Hatte mit Kombinats-Generaldirektoren und Parteifunktionären gesprochen. Ahnte man Veränderungen? Vorboten einer Zeitenwende großen Ausmaßes? 

Schon an der Grenze erlebte ich DDR-Grenzer mit menschlich-freundlichen Zügen. Durchsuchungen gab es nicht. Nach dem Einreisestempel wurde „gute Weiterfahrt“ gewünscht. Leuchteten da am Horizont Vorboten eines Wandels?

Mit neugieriger Zurückhaltung hatte mich Dr. Ing. Tensfeldt, Direktor eines VEB Planungsbüros mit der Frage empfangen, wie könne man sich eine Zusammenarbeit vorstellen? Was gäbe es  zu beachten bei einer Ausrichtung hin zum Kapitalismus? Der Parteifunktionär, vielleicht war es auch ein Stasi-Offizier, hatte gerade mal den Raum verlassen.

Ich spürte das aufrichtige Interesse, sah aber auch die ungeheuren Hindernisse für eine Zusammenarbeit zum gegenseitigen Nutzen. Nach stundenlangen Diskussionen über die Unterschiede zwischen Plan- und Konkurrenzwirtschaft, die nun mal in der Marktwirtschaft des Westens herrscht und vom Sozialismus als unbarmherzige Härte empfunden wird, verabredete ich mich mit dem Hauptbuchhalter Josef Klein am späten Nachmittag im Magdeburger Dom zu einer Kundgebung. Ich spürte Kleins Drang zur Freiheit. Er fühlte sich wie auf einem sinkenden Schiff. Sprach frei über die hoffnungslose Wirtschaftslage der DDR. Die total überalterte Industrie, maroden Verhältnisse wohin man schaute. Klein war Parteimitglied mit besten Verbindungen zur politischen Führung. Kannte er womöglich das Schürer-Gutachten, das Egon Krenz unter strengster Geheimhaltung anfertigen ließ und am 30. Oktober 1989 dem Politbüro vorgelegt hatte? Darin wurde bereits auf die Überschuldung und der faktischen Zahlungsunfähigkeit des Staates hingewiesen.

Bild von Martin Wischeropp auf Pixabay

Im Dom herrschte drangvolle Enge. Immer mehr Menschen quollen ins Kirchenschiff. Alte, Junge, Frauen, Männer, Greise und Kinder. Mütter versuchten Babys in Kinderwagen hineinzuschieben. Am Altar hielt ein Pfarrer eine flammende Rede über die Fackeln der Freiheit, die es galt endlich zu entzünden, um sie als Banner vorweg zu tragen. Endlich sei die Stunde der Selbstbestimmung gekommen.

Rechts und links bauten sich Volkspolizisten auf, die die Massenansammlung kritisch beobachteten. Wieviel Stasiagenten in Zivil mochten sich unter die Menge gemischt haben? Mir wurde verdammt mulmig. Was war da im Entstehen? Wann und wie glitt der friedliche Protest ab in chaotischen Tumult mit Verletzten und Schlimmeres? Hauptbuchhalter Klein an meiner Seite blieb gelassen und meinte: „In Leipzig hatte es schon mehrere Montagsdemonstrationen und -märsche gegeben. Bisher verliefen alle friedlich.“

Draußen war es dunkel geworden. Wie ein Weckruf verhallten die Worte des Geistlichen. Auf irgendeine Veranlassung hin wandte sich die Menge um, strebte aus dem Dom und bildete eine lange, dichte Menschenschlange, die sich gemächlichen Schrittes in die Danzstraße begab, dann in die Otto-von-Guericke-Straße schwenkte. Immer eskortiert von bewaffneten Vopos. Nach und nach wurden Kerzen entzündet, die den Friedensmarsch in ein flimmerndes Lichtermeer tauchte. 

Zu meiner Linken schritt Peter Neufert, Bauhandwerker einer Brigade, und erzählte, dass er als Siebenjähriger erleben musste, wie sein Vater morgens um fünf Uhr von acht Mann der Staatssicherheit aus dem Bett gerissen und verhaftet wurde.
„Vater war Kulturredakteur. Schrieb Kritiken über Theater- und Musikereignisse in Magdeburg und Umgebung. Auf der Suche nach Beweismaterial wurde unsere Zwei-Zimmer-Wohnung total auf den Kopf gestellt. Gefunden wurde nichts. Vier Monate lang wussten Mutter und ich nicht, wo sich Vater befand. Schließlich kam es zum Prozess. Vater wurde zu drei Jahren und neun Monaten Zuchthaus verurteilt. In der Untersuchungshaft war er zuvor misshandelt und gefoltert worden. Mutter bekam schließlich heraus: Ein Kollege der Volksstimme hatte unter Eid geschworen, Vater hätte mit seiner Familie Republikflucht geplant, außerdem parteifeindliche Flugblätter verteilt. Dreiste Lügen! In Wirklichkeit neidete der Journalist Vaters Position bei der Zeitung. Entlassen wurde Vater als gebrochener Mann, der nie mehr Fuß fasste. Dass mitanzusehen zu müssen, war besonders schlimm für mich.“

Im Umzug entstand auf einmal Unruhe. Es hatte sich das Gerücht verbreitet, die Initiatoren des Marsches strebten zum Verlagshaus der Volksstimme und beabsichtigten den Chefredakteur aus dem Fenster zu werfen. Augenblicklich wurde die Polizeieskorte massiver und von Mannschaftswagen verstärkt. Tatsächlich versammelte sich der Zug eine knappe Stunde später vor einem hohen Gebäude, das von unserer Vorhut gestürmt wurde. Aus einem Fenster des dritten Stockwerks flog nicht der Chefredakteur, sondern Aktenbündel. Der Zeitungsmann hatte rechtzeitig Feierabend gemacht.

Unter Zurufen und Klatschen wurden noch ein paar Gegenstände herabgeworfen … es grenzte an ein Wunder, dass die Polizei nicht eingeschritten war. Wie durch eine geheime Absprache löste sich die Versammlung allmählich auf. Sonderbar zufrieden zogen die Bürger Magdeburgs friedlich ihrer Wege.

Berlin, 9. November 1989

Für sehr viele Menschen, wie auch für mich war dieser Donnerstag ein ganz außergewöhnlicher Tag. Der Firmenvorstand hatte die Geschäftsführer der Tochtergesellschaften zu einer mehrtägigen Konferenz ins Hotel Palace in West-Berlin geladen. Zwischen Sitzungsende und dem gemeinsamen Abendessen wurde eine längere Pause eingelegt. Um etwas frische Luft zu schnappen, spazierte ich in Richtung Reichstag. Schon nach den ersten Minuten bot sich mir eine merkwürdige Stimmung.

Ich erlebte Berlin irgendwie anders als sonst. Sehr viel mehr Menschen waren unterwegs. Und es war, als befand ich mich in einem Sog, der in Richtung Osten zog. Alle Fenster waren geöffnet worden, Menschen winkten, manche jubelten. Ich vernahm Lautsprecherdurchsagen, verstand jedoch nichts. Dennoch spürte ich, da musste etwas ganz Unglaubliches geschehen sein. Fahrbahnen, Bürgersteige quollen über von tanzenden Menschenmassen, die mir jetzt auch entgegenströmten. Dann war ich an der Mauer … und sogar auf der Mauer! Wie ich da hinaufgekommen bin – ich weiß es nicht. Wohl über die Rücken einer Personentraube. Oben fielen sich wildfremde Menschen in die Arme klatschten, sangen und jubilierten. Die Euphorie war unbeschreiblich, grenzenlos. Der Mauerfall, ein Großereignis, unfassbar! Politbüro-Sprecher Günther Schabowski hatte um 18.53 Uhr in einer TV-Ansprache gesagt: „ … Nach meiner Kenntnis ist das sofort, unverzüglich“. Mit diesen Worten zur neuen DDR-Reiseregelung hatte er unfreiwillig das Ende der deutschen Teilung verkündet.

Irgendwann in den Morgenstunden kehrte ich, immer noch aufgewühlt, in mein Hotel zurück. Die Konferenz wurde abgebrochen und vertagt. Wer wollte, konnte noch einen Tag auf Firmenkosten in Berlin weilen und sich um DDR-Bürger kümmern, die inzwischen scharenweise in den Westen gekommen waren. Mit mehreren Kollegen blieb ich. Wir freuten uns mit den Menschen, teilten ihren Enthusiasmus, luden sie ein ins Kranzler, ins KaDeWe und sonst wohin. Jubel, Freudentaumel, Begeisterung hatten mich nicht nur angesteckt, sondern wundersam beseelt und bleiben im Herzen als ewig schöne Erinnerung.

Bild von roegger auf Pixabay

Wie konnte ich ahnen, dass mich ein Jahr später die Treuhand mit der Frage konfrontierte, ob ich mir zutraue ehemalige Kombinate zu sanieren. Wer kann eine solche Herausforderung ablehnen? So geschah es, dass ich fast drei Jahre in Magdeburg, Halle und Ost-Berlin Firmen auf den rauen Konkurrenzkampf vorbereitete. Eine ungeheuer tiefe Erfahrung, geprägt von Euphorie, Schmerz, Glück, Enttäuschung und Dankbarkeit, die ich nicht missen möchte.

 

 

Hotel „Der Sonnberg“ – 4* „TOP of Zell am See“

Genießen mit traumhaftem Ausblick

Im Hotel „Der Sonnberg“ über den Dächern von Zell am See führen zwei Herren die Regie über Erholung und spannende Kulinarik. Selbst bezeichnen sich die beiden – Axel Hofmann-Buhk führt das Restaurant, Stefan Buhk leitet die Küche – als ein junggebliebenes „verrücktes“ Team. Vielleicht rührt diese Selbsteinschätzung von der Experimentierfreudigkeit der beiden. Stefan Buhk ist ein Fan von knusprig gebratenen Heuschrecken, die er über zarte Sommersalate streut. Er kocht mit Mehlwürmern und Heimchen – Neugierige sind eingeladen, sich auf eine „exotische“ Gaumenfreude einzulassen. Aber nicht nur dieses: Das Hotel Sonnberg ist ein wunderbarer Platz zum Genießen, an dem die Leidenschaft für eine zeitgemäß interpretierte Küche aus besten Produkten der Region lodert. 2020 haben es die erfahrenen Gastronomen mit ihrem Sonnberg-Kulinarium in den Gault Millau geschafft. Aufgetischt wird im modernen Restaurant oder auf der traumhaften Terrasse mit Blick auf den See und die Bergwelt.

Zwölf moderne Suiten stehen in dem kleinen, feinen Anwesen „Top of Zell am See“ zur Verfügung. In den großzügigen Räumlichkeiten – alle Studios sind lichtdurchflutet und zwischen 50 und 100 m² groß – entfaltet sich das Privatleben. Dass jede Suite mit einer Sauna ausgestattet ist, ist nicht nur in Zeiten von „social distancing“ ein Hochgenuss. Den Balkonen und Terrassen der Suiten und Studios liegen der See und die Berge zu Füßen. Jeden Morgen wird ein reichhaltiges Frühstück angeboten. Abends entfaltet sich Stefan Buhk bei seiner „Halbpension à la carte“ – der Gast wählt aus der Speisekarte, der Spitzenkoch zaubert.

Von Mitte Mai bis Mitte Oktober ist die Zell am See-Kaprun Card im Preis inbegriffen. Diese beinhaltet zahlreiche kostenfreie Vorteile und Ermäßigungen wie die kostenfreie Nutzung der Seilbahnen und Busse in der Umgebung. Naturbegeisterte sind in Zell am See an der richtigen Adresse.

Ab 01. Mai 2020 darf wieder Golf gespielt werden! Im Golfclub Zell am See-Kaprun – 36 Löcher zwischen Gletscher, Berge und See – genießen Gäste des Hotel Sonnberg Sonderpreise. Majestätische Berge und schneebedeckte Gipfel am Horizont, in Schlagweite das schimmernde Wasser des Zeller Sees, eine Bilderbuchlandschaft begleitet die Golfer. Am Hausberg von Zell am See, der Schmittenhöhe, erstreckt sich ein  wunderbares Wandergebiet für die ganze Familie. Mit der Gondel geht es für große und kleine Wanderer bequem in luftige und aussichtsreiche Höhen. In der Gletscherwelt Kitzsteinhorn tauchen Alpinisten in die aufregende Welt der Hohen Tauern ein. Guides und Wanderführer bieten sich als professionelle Begleiter auf den Wegen durch Fels und Eis an. In Zell am See-Kaprun geht es sportlich durch den Sommer. Mountainbiketouren mit See- und Bergblick wechseln mit Cross-Country-Race-Tracks und weltbekannten Bikeparks. Der Tauernradweg ist über 300 Kilometer lang und führt vorbei an den schönsten Plätzen des Salzburger Landes. Eine Runde joggen an der Seepromenade und danach ein erfrischender Sprung in den See – der Tag gehört dem, der ihn aktiv gestaltet.

Das Hotel „Der Sonnberg“ präsentiert sich im „Boutique Stil“. Kaum ein Gäste-Feedback kommt ohne eine positive Erwähnung der spektakulären Lage hoch über dem See aus. Bei den Buhk´s ist das Hotel in Händen von äußerst erfahrenen und vielfach ausgezeichneten Gastronomen. Die Natur des Salzburger Landes, Ruhe und Genuss gehen Hand in Hand mit einer unvergleichlichen Aktivregion – auf den Bergen, am See, auf zwei Rädern, mit Golfschlägern, mit Kind, Kegel und der ganzen Familie.

Eagle Golf Package
Leistungen: 3 oder 5 Nächte mit Frühstück, pro Person 2 oder 4 Greenfees, Obstkorb am Zimmer, Zell am See Kaprun Sommerkarte, eine kleine süße Überraschung – Preis p. P.: 3 Nächte ab 599 Euro, 5 Nächte ab 869 Euro
Bis 31.10.20: Kostenlose Stornierung bis 48 Stunden vor Anreise
Bei Gutscheinkauf: 10 % kostenlose Wert-Erhöhung

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