Aktuelle Literaturkurse

Lektoratswerkstatt: Eigene Texte verbessern
Maren Schönfeld Foto: privat

Egal, ob Sie ein Gedicht, eine Kurzgeschichte oder einen Roman schreiben – es kommt immer auf den treffenden Ausdruck, das richtige Bild und die passende Metapher an. Wenngleich Sie für andere Fehler aufspüren, sehen Sie vielleicht bei Ihrem eigenen Text den Wald vor lauter Bäumen nicht. Alle Teilnehmenden in diesem Kurs sind Schreibende und Publikum zugleich. Sie profitieren von der Erörterung Ihres eigenen Textes und von dem Einblick in die Arbeit der anderen. In freundlicher und sachbezogener Diskussion reflektieren wir die Texte. Sie erleben, wie Ihr Text verstanden wird und was er in den Zuhörern auslöst. Kommt das, was Sie gemeint haben, auch beim Publikum an? Sie lernen Möglichkeiten der Bearbeitung von Texten kennen.
Jede/r TeilnehmerIn bringt eigene Texte mit. Etwa zwei Wochen vor Kursbeginn werden Sie von der Dozentin darüber informiert, welchen Umfang Ihre Texte haben dürfen. Es können in sich abgeschlossene Geschichten, Teile größerer Texte wie z. B. Romane oder auch Gedichte mitgebracht werden.
Der Kurs richtet sich an Schreibende, die bereits Texte verfasst haben, diese einer Gruppe von Gleichgesinnten vorstellen möchten und Bearbeitungsmöglichkeiten kennen lernen möchten.

Termine:
Samstag, 22. Juni 2019, 10:30 bis 16 Uhr, VHS West (Othmarschen)
Kursnummer: J10570WWW15
Samstag, 26. Oktober 2019, 9:30 bis 17 Uhr, VHS-Haus Wallstr. 17, 21682 Stade
(Der Kurs ist ca. ab August buchbar, www.vhs-stade.de)

Auf den Spuren von Walter Kempowski – mit Fahrt nach Nartum
Hildegard Kempowski
Foto: Maren Schönfeld

Walter Kempowski war einer der wichtigsten Schriftsteller der Nachkriegszeit. 2019 wäre er 90 Jahre alt geworden. Mit seiner „Chronik des deutschen Bürgertums“, zu der auch der Roman „Tadellöser & Wolff“ gehört, schuf er ein einzigartiges gesellschaftliches Bild einer bürgerlichen Familie. Das „Echolot“, eine Collage aus Zeitzeugendokumenten, ist eine unvergleichliche, spannende und erschütternde Dokumentation verschiedener Zeitspannen des Zweiten  Weltkriegs. Die „Chronik des deutschen Bürgertums“ wurde vom Altonaer Theater 2018 in zwei Stücken auf die Bühne gebracht.
Seine eigenen Tagebuchaufzeichnungen und seine Romankonzepte sind für Leser und auch für Autoren interessant.

Wir treffen uns an zwei Vormittagen in der Volkshochschule, um uns auf Leben und Werk Walter Kempowskis einzustimmen. An einem Tag geht es um die „Chronik“ und das „Echolot“, am zweiten um die weiteren Romane und den Bezug zu seinen Tagebüchern. Am dritten Termin fahren wir mit unseren PKWs (Absprache der Fahrgemeinschaften an den vorhergehenden Terminen) nach Nartum, wo wir im Wohnhaus Walter Kempowskis dessen Witwe Hildegard treffen. Wir hören eine Lesung aus dem Werk und können das von Walter Kempowski geplante Haus und den Park besichtigen. Frau Kempowski steht uns für Fragen zur Verfügung. Kosten: Beteiligung an der Fahrgemeinschaft mit dem PKW oder am Zugticket/Taxifahrt.
Für Lesung und Besichtigung in Nartum 25 Euro – bitte passend – dabei haben!

Termine:
Mittwoch, 28.08. und 04.09.2019, 10:00 bis 12:15 Uhr VHS West (Othmarschen)
Mittwoch, 11.09.2019, 10:00 bis ca. 16:00 Uhr Exkursion nach Nartum
Kursnummer: 0510WWW11

Die Waffen nieder!
Ein Abend für Bertha von Suttner
Susanne Bienwald

Bertha von Suttners Appell, die Waffen schweigen zu lassen, fand lange Zeit großes Gehör in Europa und in Amerika. Ihr Buch, „Die Waffen nieder!“ war das meistgelesene Werk des 19. Jahrhunderts. Ihre Bemühungen um Frieden und Abrüstung und ihre Vorschläge zu einer die nationalen Grenzen überschreitenden Friedensvereinigung wurden 1905 mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt.
Ein moderner Krieg sei von keiner Seite zu gewinnen, so warnte sie. Doch als sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Staaten Europas in eine Aufrüstungsspirale treiben ließen, wurden Bertha von Suttners Ideen als Ausdruck weiblicher Exaltiertheit verhöhnt. Ein nationalistisch verhetztes Europa bereitete sich auf den Krieg vor. In Zeitläufen, in denen Pazifismus zu einem Schimpfwort wurde, Pazifisten als Vaterlandsverräter galten, verloren sich die Spuren dieser mutigen und kämpferischen Frau.
Und dennoch: Wenn heute das Haager Schiedsgericht angerufen wird, wenn die Genfer Konvention zwischenstaatliche Konflikte zu lösen versucht, so basieren diese Institutionen auf Einrichtungen, zu denen Bertha von Suttner einst den Grundstein legte.
An diesem Abend stellt die Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Susanne Bienwald Bertha von Suttners Persönlichkeit, ihre Biografie und ihre Friedensbotschaft vor. Die Lyrikerin Maren Schönfeld, Organisatorin von musikalisch-literarischen Veranstaltungen zur Friedensdekade, rezitiert ihre zeitgenössischen Gedichte zum Thema Krieg und Frieden.

Termine:
Montag, 2. September 2019, 18 bis 21 Uhr, VHS West (Othmarschen)
Kursnummer: J20500WWW01
Donnerstag, 24. Oktober 2019, 19 Uhr, VHS Buxtehude (noch nicht buchbar)

Abenteuer eines Weltenverstehers

Wolf-Ulrich Cropp las aus seinen neuesten Werken

An diesem Abend des 11. April schwieg die Orgel. Wo sonst Präludien von Bach und Buxtehude erklingen, erfüllten afrikanische Dschembé-Rhythmen die Kirche der Evangelisch-methodistischen Gemeinde in Hamburg-Eppendorf. Die Hamburger Autorenvereinigung hatte zu einer Lesung aus den neuesten Werken Ihres Mitglieds Wolf-Ulrich Cropp geladen.

In seinem Buch „Im Schatten des Löwen“ entführt uns der Autor in den Süden Afrikas – nach Simbabwe, Botswana und Namibia. Als der Mann mit der kecken weißen Mütze auf dem Kopf zu lesen beginnt, kann man eine Stecknadel zu Boden fallen hören. Die Reise ins Reich des Robert Mugabe, sozusagen in die „Höhle des Löwen“, erfordert schon eine gehörige Portion Mut. Die völlig irrationalen Vorschriften in diesem Land versteht kein Europäer. Man kann völlig grundlos von der Polizei festgenommen und eingekerkert werden, ohne etwas dagegen unternehmen zu können. Wie das folgende Beispiel zeigt:
„In den Morgenstunden meiner Verhaftung, Arrestierung …. bin ich einfach zu spät aufgewacht“, schreibt Cropp. Dass nun ausgerechnet ein Marabu, ein Unheil verkündender Vogel, der sich von Aas ernährt, vor der Zelle hockt und ihn beäugt, verheißt nichts Gutes. Wie soll der „Delinquent“ nur dieser Hölle entkommen? Aber der Autor kennt seine Tricks. Gerade wenn es spannend wird, blockt er ab. Honi soit qui mal y pense. Wer Näheres wissen will, soll halt das Buch erwerben und lesen, wie er sich schließlich aus dieser misslichen Lage befreite.

Abenteuer auf dem Schwarzen Kontinent

Eine kleine Indiskretion sei an dieser Stelle erlaubt. Auch im sozialistischen Paradies des Herrn Mugabe wirkt Bakschisch wie ein Sesam öffne dich. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis war Cropps Weg frei für veritable Abenteuer auf dem Schwarzen Kontinent. Manche unter ihnen ließen dem Zuhörer das Blut in den Adern erstarren. Selbst jenes aus zweiter Hand wie das Schicksal der Reptilienforschers Dr. Jonas Hamilton, der nach Einbruch der Nacht im Sambesi von einem etwa fünf Meter langen Krokodil angegriffen wurde und in dessen mit Knochen, Fell und Kot übersäten Höhle landete. Nur mit Mühe konnte er sich trotz einer schweren Verletzung ans Ufer schleppen, wo ihn helfende Hände fanden und ins nächste Hospital schafften. Während eines Aufenthaltes in der Psychiatrie erhängte sich der schwer traumatisierte Mann später. Hat Wolf Cropp sich etwa durch diese Horrorgeschichte von seinen gefährlichen Abenteuern zu Lande und auf dem Wasser abhalten lassen? Mitnichten. Ganz im Gegenteil, denn bereits am nächsten Tag ruderte er mit seinen Begleitern „ins Inselgewirr vor den (Victoria) Fällen; vorbei an Princess Christian Island, Princess Victoria Island schließlich Livingstone Island“. Und dies trotz aller Gefahren, die in der Tiefe des Flussbettes lauerten. Denn noch gefährlicher als Krokodile sind die Flusspferde – Hippopotamus, im Plural kurz Hippos – die gern einmal mit ihren massigen Körpern unter die Boote tauchen und sie zum Kentern bringen. Wer einmal das aufgerissene Maul eines solchen Ungeheuers gesehen hat (im Buch zu besichtigen auf Seite 78), erkennt, welch tödliche Verwundungen dessen riesige Hauer anrichten können. Dennoch, die Flussfahrt geriet zu einem wunderbaren Ausflug, der im Victoria Falls Hotel mit einem festlichen Dinner gekrönt wurde. Als Hauptgericht wurden Steaks vom Krokodil gereicht. Nach Auskunft des Autors eine Delikatesse, zart wie Geflügel, nur ungleich würziger. Den Nachtisch an diesem Abend servierten die beiden leidenschaftlichen Musikerinnen der Gruppe Toubaba in Form einer getrommelten Eigenkomposition. Hinreißend!

Jenseits der Westwelt – Wasser – Wüste – Eis

Der zweite Teil der ebenso kurzweiligen wie spannenden Lesung war Ausschnitten aus „Jenseits der Westwelt– Wasser – Wüste – Eis“ gewidmet. Wiederum ein erstaunliches Buch, das den Leser auf die Reisen – oder besser – Expeditionen des Autors in die unterschiedlichsten Klimazonen dieser Welt mitnimmt. Hier hatte Cropp das Kapitel über Sitten und Gebräuche der Mursi im Süden Äthiopiens ausgewählt. In diesem riesigen Gebiet mit seinen Savannen und hohen Bergen gelten Frauen als besonders begehrenswert, wenn sie Tellerlippen haben, deren „Besitz“ eine langwierige und schmerzhafte Prozedur voraussetzt. Wer also schön sein will. muss leiden. Wolf Cropp schildert diese barbarische (Un)sitte in seinem Buch sehr detailliert. Jungen Mädchen am Ende der Pubertät wird die Haut unter der Unterlippe ausgeschnitten, zwei untere Schneidezähne werden gezogen, und die erste kleine Scheibe wird eingesetzt. Diese Scheiben – wahlweise aus Ton oder Holz – werden über einen längeren Zeitraum immer größer, wobei auch die Unterlippe ausgedehnt wird, bis sie die Größe eines Tellers erreicht hat. Gott sei Dank schwindet dieser Brauch, der, wie die Mursi sagen, nur das Erwachsen- und Älterwerden symbolisiert, immer mehr aus dem Alltag der Menschen. Junge Mädchen verweigern sich heute dieser grausamen Prozedur, die ihre Mütter und Großmütter noch klaglos ertragen mussten.

Fazit: Ein sehr gelungener Abend mit einem Autor, der die seltene Gabe besitzt, seine eigenen Werke flüssig ohne übertriebenes Pathos zu lesen und der das Publikum vom ersten Augenblick in seinen Bann schlägt. Wolf-Ulrich Cropp ist Schriftsteller und Forscher in Personalunion und steht ganz in der Tradition eines Alexander von Humboldt, der gleich ihm die Welt bereiste, um sie zu erkunden und die verschiedenen Ethnien zu verstehen, ohne die Menschen anderer Kulturkreise zu bevormunden oder ihnen unsere westliche Zivilisation überstülpen zu wollen. Wolf Cropp beeindruckt durch seine Art, jedem, den er auf seinen ausgedehnten Reisen trifft, freundlich und einfühlsam zu begegnen.

Es liegt ihm fern, Sitten und Gebräuche zu kritisieren – selbst wenn sie ihm noch so befremdlich erscheinen. Sicherlich ist das auch einer der Gründe, warum er von seinen waghalsigen Abenteuern kreuz und quer durch alle sechs Kontinente stets unversehrt zurückgekehrt ist. Wolf Cropps Fangemeinde wünscht sich noch viele weitere spannende Bücher, die allerdings einen Nachteil haben. Nämlich den, dass es sie (noch) nicht als Hörbücher gibt. Über dieses Thema sollten seine Verlage einmal gründlich nachdenken.

„Im Schatten des Löwen“, erschienen bei DuMont, kostet Euro 14.99
„Jenseits der Westwelt“, erschienen bei Kadera, kostet Euro 26,–

„Mit Hamburg im Herzen die Welt bereisen“ … (frei nach Gorch Fock)

… lautet die Einladung und das Motto des Schriftstellers Wolf-Ulrich Cropp

Buchcover „Jenseits der Westwelt“

 Auf heißen Pfaden folgen wir dem Autor und leidenschaftlichen Reisenden in die spannende Welt der Ferne. Cropp liest, erzählt und stellt seine beiden neuesten Bücher vor: „Im Schatten des Löwen“ (DuMont) und „Jenseits der Westwelt“ (Kadera).

Seine Geschichten von unterwegs berichten von besonderen Orten, interessanten Menschen, erstaunlichen Begegnungen  und grandiosen Landschaften. Sie machen nachdenklich, sind poetisch und lassen mitfühlen.

Buchcover „Im Schatten des Löwen“

„Seit ich lesen kann, faszinieren mich Völker und Ereignisse in fremden unwirtlichen Lebensräumen, dazu die Entdecker und Forscher, die aufbrachen, Menschen und Kulturen in den Urlandschaften zu erkunden. – Durch meine Reisen entstand allmählich ein Kaleidoskop erstaunlicher Erlebnisse und Begebenheiten, von denen ich einige erzählen möchte“, so der Autor. „Der Tod lauert in der Sofaecke. Auch in einer technisierten, von Computern überwachten Welt braucht der Mensch das Gefühl von unentdeckten Horizonten, das Geheimnis unbewohnter Gebiete. Er braucht Orte, die gefährlich und mystisch erscheinen. Orte, die das Abenteuer ahnen lassen!“

Musikalisch untermalt die Lesung Maria Ishola von der Gruppe Tubaba mit afrikanischen Djembé-Rhythmen.

„Auf heißen Pfaden“: Wolf-Ulrich Cropp berichtet, liest und stellt seine beiden neuesten Bücher vor.
Donnerstag, 11. April 2019, 19 Uhr
Bethanien-Höfe Eppendorf, Martinistr. 41-49
Karten: 12 €, Gäste der Hamburger Autorenvereinigung: 9 €, Mitglieder der Hamburger Autorenvereinigung: frei

Raumspuren Beyond Architecture – letzte Tage einer Ausstellung

Text und Fotos: Ele Runge

Piet Niemann, ‚Off Season I & II‘

Die Triennale der Photographie 2018 in Hamburg geht ihrem Ende entgegen. Nicht nur in den großen Häusern, sondern auch in den kleineren Off-Triennale-Galerien sind die letzten Ausstellungstage angebrochen. So auch in der BDA Hamburg Galerie (Bund Deutscher Architekten) in der Shanghaiallee 6, wo noch bis zum 7. September 2018 die Ausstellung ‚Raumspuren Beyond Architecture‘ besucht werden kann. Unter dem Themenfokus der Transformation zeigen vier Fotografen und Fotografinnen ihre persönlichen Blicke auf gebaute Realität. Sehr individuell behandelt jeder von ihnen die gemeinsame Frage danach, wie sich die Wandlungen der gebauten Strukturen auf die sozialen Aspekte des urbanen Lebens auswirken. Welche Spuren lassen sich verfolgen, wer nutzte die Orte früher und wie hat sich diese Nutzung verändert? Wie gehen die Menschen mit Gebäuden, öffentlichem Raum aber auch mit dessen Leerstellen um? Die vier Künstler*innen bieten hier ganz unterschiedliche Ansätze an, was die räumlich eher kleine Ausstellung recht dicht werden lässt.

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Altonale-Lesebühne morgen in der Motte!

 

Auch 2018 ist die Textfabrique51 mit der altonale Lesebühne wieder Programmpunkt im überregional bekannten Stadtteilkulturfestival altonale – diesmal an einem neuen Spielort – im Stadtteilkulturzentrum MOTTE in der Eulenstraße in HH-Ottensen!

Zum achten Mal organisiert und moderiert  das Literaturnetzwerk Textfabrique 51 die altonale Lesebühne

12 Autorinnen und Autoren präsentieren in diesem Jahr Kurzgeschichten, Romanauszüge, Gedichte, lyrische Prosa und Rhythmisches:

Susanne Bienwald (Mitglied der DAP), Jörgen Bracker, Monika Buttler, Thorsten Dörp, Hasune El-Choly, Klaus D. Gutsche, Franziska Herrmann, Tilla Lingenberg, Birgit Rabisch, Andreas Schmeling, Jochen Stüsser-Simpson (mit Ulrike Geschwendtner) und Marion Venhaus (die komplette Leseliste im Download unten)

Es moderieren Ellen Balsewitsch-Oldach und Dirk-UWe Becker

Eine Anmeldung für Gäste ist noch möglich unter elbaol@gmx.de.

Zeit & Ort: Do, 14. Juni, 19.30 Uhr, Neuer Ort: MOTTE, Eulenstr. 43 (HH-Ottensen),

Eintritt Abendkasse: Zahle, so viel du willst!

Weihnachtsfeier 2017

von Maren Schönfeld
Fotos: Michi Müller

Vizepräsidentin Uta Buhr

Am 1. Dezember 2017 beging unser Journalistenverband die diesjährige Weihnachtsfeier im Marriott-Hotel und beschloss damit ein schwieriges und trauriges Jahr. Unsere Präsidentin Johanna Renate Wöhlke erlag im Juni einer schweren Krankheit, gegen die sie bis zuletzt mit aller Kraft gekämpft hatte. Vizepräsidentin Uta Buhr würdigte Johanna Renate Wöhlke in ihrer einfühlsamen Rede und ließ die sieben Jahre, in denen die DAP unter deren Leitung gewesen war, Revue passieren. Nicht zuletzt dieses Online-Magazin trägt Wöhlkes Handschrift, hat sie sie doch gestaltet, gepflegt und immer weiterentwickelt. Auch außerhalb der DAP war Johanna Renate Wöhlke schriftstellerisch und künstlerisch außergewöhnlich vielseitig tätig gewesen, was Uta Buhr noch einmal ins Bewusstsein rief. Neben ihr erinnerten auch Maren Schönfeld und László Kova im Rahmen von kurzen Lesungen an die verstorbene Präsidentin. „Wir werden ihr fröhliches Wesen und den nie versiegenden Quell neuer Ideen vermissen“, sagte Uta Buhr.

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Von ZELLHAUFEN und SEPARATORENFLEISCH

von Maren Schönfeld

abschätziger bankjargonismus; hilmar kopper/ unwort 1994

Exponate und Aktionen aus der bildenden Kunst, der angewandten Kunst, der Literatur und dem darstellenden Spiel sowie der Musik kamen in der Ausstellung ALLES THEATER? zusammen. Zum Schluss werfen drei Künstler im wahrsten Sinne noch einige Wörter in die Runde: Aus Maren Schönfelds Projekt „WEICHE ZIELE und WOHLSTANDSMÜLL“, in dem sie jedes Wort zeilenweise in eine neue Anordnung bringt, damit den Lesefluss stoppt und neue Assoziationen herbeiruft, hat eine Auswahl Eingang in diese Veranstaltung gefunden. Mit Rede und Gegenrede, Benennung der tatsächlichen Bedeutung einiger Unwörter und gerügten Wörter entlarven die Akteurinnen Gewalt und Ausgrenzung in der Sprache, denn die vermeintlich harmlosen

„Von ZELLHAUFEN und SEPARATORENFLEISCH“ weiterlesen

Alstervergnügen auf dem historischen Dampfer „St. Georg“

von Uta Buhr
Fotos: Maren Schönfeld

Alsterfahrt 1
Alsterfahrt 1

Am 7. August feierte die Auswärtige Presse zusammen mit der Hamburger Autorenvereinigung ihr diesjähriges Sommerfest mitten auf der Alster. Also dort, wo die Hansestadt sich von ihrer schönsten Seite präsentiert. Mit dieser Veranstaltung begingen wir nachträglich auch den Geburtstag der Schriftstellerin und Journalistin Ruth Geede, die Anfang 2016 hundert Jahre alt wurde. Eine erstaunliche Frau mit einer noch erstaunlicheren Biografie, ein Mensch, der trotz seines hohen Alters auch heute noch jede Woche eine einseitige Kolumne in der Preußischen Allgemeinen Zeitung – kurz PAZ – veröffentlicht. Die Doyenne unserer beiden Vereinigungen ist die älteste noch tätige Journalistin der Welt. Wir verneigen uns vor der Schaffenskraft dieser Grande Dame des deutschen Journalismus. „Alstervergnügen auf dem historischen Dampfer „St. Georg““ weiterlesen

Literatur im Acht-Minuten-Takt

Bahman Nader-Nezhad, Heike Hartmann-Heesch Foto:Maren Schönfeld
Bahman Nader-Nezhad, Heike Hartmann-Heesch
Foto:Maren Schönfeld

von Maren Schönfeld

Erster Bahman-Preis der altonale-Lesebühne verliehen

Einmal im Monat ist im Bistro Roth in Ottensen offene Lesebühne unter der Leitung des Autorennetzwerks Textfabrique51. Jede/r kann kommen und spontan vorlesen. Einmal im Jahr jedoch gibt es anlässlich der altonale, dem Stadtfest in Altona, eine besondere Lesebühne, um deren Teilnahme man sich bei der Textfabrique51 im Vorwege bewirbt. Erstmals gibt es in diesem Jahr den Bahman-Preis, benannt nach dem Bistro-Inhaber Bahman Nader-Nezhad, zu gewinnen. Seit vielen Jahren istdas Bistro Roth eine Ottenser Institution für Literatur mit regelmäßigen Termine wie der Lesebühne und Einzellesungen, im Lokal liegen „Literatur im Acht-Minuten-Takt“ weiterlesen

Leipziger Buchmesse 2015

von Maren Schönfeld

Buchcover
Buchcover

In diesem Jahr findet die Leipziger Buchmesse vom 12. bis 15. März statt. Längst ist diese bibliophil ausgerichtete Messe, die auch Selfpublishern und Autoren kleiner Verlage sowie den kleinen Verlagen selbst Präsentationsmöglichkeiten bietet, kein Geheimtipp mehr. Wer gesehen werden will, fährt nach Frankfurt – wer fein erstellte, literarisch hochwertige Bücher auch jenseits des Mainstreams ansehen und mit anderen Literaturschaffenden in Verbindung kommen möchte, fährt nach Leipzig.

Donnerstag und Freitag sind die Fachbesuchertage (Tagesticket € 11,50), am Freitag ist auch der Tag der Schulklassen. Sonnabend und Sonntag ist die Messe für alle geöffnet (Tagesticket ab € 14,50). Auch die Antiquariatsmesse ist sehr sehenswert. „Leipziger Buchmesse 2015“ weiterlesen