Wilhelm Reich und Otto Rank – Zwei Pioniere der Psychosomatik

Institut für pränatale Psychologie und Medizin, Heidelberg

Institut für pränatale Psychologie und Medizin, HeidelbergAn Instituten für ganzheitliche Medizin, in Heilpraktikerschulen und komplementärmedizinischen Einrichtungen gibt es heutzutage oft noch einen Wilhelm-Reich-Seminarraum. An psychoanalytisch orientierten Instituten für Psychotherapie und Psychosomatik ist dies seltener der Fall, wenn auch dort Körper und Psyche meist in ihren Zusammenhängen gesehen werden. Und auch wenn die Bedeutung der frühen Kindheit bis zurück in die Schwangerschaft mittlerweile nahezu zum Allgemeinwissen gehört, ist der Name Otto Rank zwar vielen Therapeuten und Therapeutinnen bekannt, in der interessierten Öffentlichkeit aber viel weniger als der von Wilhelm Reich.

Historie

Sowohl Reich (1897-1957) als auch Rank (1884-1939) waren Psychoanalytiker; Rank war zudem lange Jahre engster Mitarbeiter von Sigmund Freud (1856-1939). Dieser, obwohl gelernter Neurologe, stand dem Geisteswissenschaftler Rank näher als dem Arzt Reich, nicht nur aufgrund des geringeren Altersunterschieds. Freud brach letztlich mit beiden Kollegen, wobei Reichs politisches Engagement einerseits dem bürgerlichen Habitus Freuds nicht entsprach, Ranks Fokus auf Geburtsthemen andererseits ebenso dessen kühlen Kopf verschreckte. Doch haben beide, neben Freud selbst, enormen Einfluss auf die heutige Psychosomatik gehabt.

Was sind nun die zentralen Gedanken und Beobachtungen dieser Pioniere? Man kann dies mit dem Begriff der Ganzheitlichkeit beschreiben, die Körper und Seele eng zusammendenkt. Ganzheitlichkeit zeigt eine gewisse Nähe zur anthropologischen Medizin, die heute zum Teil noch im universitätsmedizinischen Fach der Psychosomatik beheimatet ist. In ihr kann für das Verstehen von Symptomatik einerseits das Unbewusste in Anspruch genommen werden, andererseits kann Symptomatik auch als direkter Ausdruck körperlich-seelischer Konflikte konzipiert werden. Beide Ansätze haben ihre Berechtigung.

Wilhelm Reich

Wilhelm Reich, Foto Ludwig Gutmann, Public domain, via Wikimedia Commons

Dieser hielt zeitlebens an Freuds sogenannter erster Angsttheorie fest, dass seelische Konflikte aus dem Inneren, dem Somatischen kommen – ein Ansatz, den auch Freud selbst nie ganz aufgegeben hat. Dieser auch als Libidotheorie bekannte Ansatz geht vom Trieb und dessen libidinöser Energie aus, die im Rahmen einer Libidostauung als Überschuss an Energie Symptome unterschiedlichster Art ausbilden kann. Störung heißt bei Reich immer Aktualneurose: es entsteht eine Art Panzerung, die sowohl körperlich als auch psychisch in Erscheinung treten kann. Die darauf aufbauende Charakteranalyse [1] stellt heute noch die Grundlage für fast jede Typologie von Persönlichkeit dar.

 

Otto Rank

Otto Rank. By Becker & Maass / Marie Boehm*

Bei ihm spielt die Geburtlichkeit des Menschen die Hauptrolle, nämlich dass der Geburtsvorgang an sich traumatischen Charakter für den werdenden Menschen hat [2]. Zudem kommen vorgeburtliche Prägungen ins Spiel; Kerngedanke jedoch bleibt die Unfertigkeit des Menschen und der geburtliche Milieuwechsel vom Uterus hin zur Außenwelt. Enormen Einfluss hatte Rank auf die humanistische Psychologie von Carl Rogers, aber auch auf die Gestalttherapie, die der Psychiater Fritz Perls – als Schüler von Wilhelm Reich – entwickelte. Auch die sogenannte Terminsetzung als anvisiertes Ende der Therapie stammt von Rank; sie ist heute noch Standard, um eine gewisse Dynamik in den Therapieprozess zu bringen und diesen nicht unendlich werden zu lassen. Die Ähnlichkeit von Therapieprozess und Geburtsprozess hat später der tschechisch-amerikanische Psychiater Stanislav Grof mit seiner in den USA noch heute sehr bekannten Geburtsmatrix ausgearbeitet [3].

Sanfte Geburt

Der französische Arzt Michel Odent, Schüler von Frédérick Leboyer und wie dieser Pionier der sanften Geburt, der sich nicht nur auf Rank, sondern auch auf Reich bezieht und ebensoviel Forschung zu Sexualität und Libido vorgelegt hat, hat zuletzt ausführlich die Problematik der Kaiserschnittgeburt bearbeitet [4]. Wegweisend war die Richtung zur sanften Geburt auch durch die Wiener Geburtshelferin Marina Marcovich [5]. Die ‚Methode Marcovich‘, die Frühgeborene behutsam ins Leben begleitet, wurde in den 1990er Jahren noch heftig bekämpft – selbst „Der Spiegel“ berichtete darüber [6]. Sie ist heute Standard an Universitätskliniken weltweit. Nur wenige prominente Mediziner wie Otwin Linderkamp, Wulf Schiefenhövel oder etwa Freuds Enkel, Ernest Freud, wagten damals für sie Stellung zu beziehen und manchmal gar ihre Karrieren aufs Spiel zu setzen. Hieran kann man erkennen, dass was heute noch leichtfertig als esoterisch abgestempelt wird, morgen schon allgemeiner Standard sein kann. So hat dazu die pränatale Psychologie mittlerweile viele Forschungsbefunde vorgelegt, und auch die neuronale Vernetzung in der allerfrühesten Lebenszeit wurde eindrücklich beschrieben [7, 8, 9]. Zudem hat sich gezeigt, dass dem Träumen in Schwangerschaft und Stillzeit eine erhebliche Bedeutung zukommen kann, eine Thematik, die bislang kaum beachtet wurde [10].

Beziehungen

Wo bei Rank also die vorgeburtliche Totalität zu einem partialen Leben wird und damit die Beziehungssuche vorprogrammiert ist, ist dies unabänderlich und zudem mit Stress verbunden. Es ist eine Art Vertreibung aus dem Paradies, obwohl das vorgeburtliche Leben im Uterus nicht so paradiesisch ist, wie man es sich vielleicht vorstellen möchte. Ranks Meisterwerk „Das Trauma der Geburt“, das vorletztes Jahr 100-jähriges Jubiläum feierte, erschließt diese Zusammenhänge tiefenpsychologisch sehr profund [11]. Die gute Nachricht ist zudem, dass man auf manche psychische Störungen auch körperlich guten Zugriff hat, z.B. durch strukturierte Entspannungsverfahren [12]. Körperliches Leben heißt aber nicht monadisches Leben, nicht Inselexistenz. Entscheidend ist, dass der oder die Einzelne sozusagen nicht ohne die Anderen existiert: ein Kind existiert nicht ohne Mutter, so wie ein Kellner nicht ohne Gast existieren kann und eine Schülerin nicht ohne Lehrerin – und umgekehrt. Alles findet in Beziehung statt; der Philosoph Peter Sloterdijk hat in seiner Sphären-Trilogie ähnliche Befunde vorgelegt [13, 14]. Das heißt letztlich, Interaktion wird gesucht und muss gesucht werden. Dies wiederum hatte auch Reich erkannt, aber stärker über den Körper konzipiert.

Kultureller Hintergrund

Sowohl Reich als auch Rank kamen aus dem österreich-ungarischen Gebiet mit dessen geographisch-kulturell höchst vielfältigen Einflüssen. Diese haben einen gemeinsamen Nenner, der noch heute besteht: Beziehung und Bezogenheit, etwas, das sich aus der menschlichen Unvollständigkeit ableitet. Reich beschreibt dies eindrücklich in seinem Buch „Leidenschaft der Jugend“ [15]. Beziehung ist alles, und in jenem geographischen Gebiet ist besonders leicht zu bemerken, dass menschliche Motive immer in Beziehungen interpretiert werden, und zwar konkret-körperlich. Unter dieser existentiellen Ebene liegt sozusagen die Essenz: der Körper und der von ihm ausgehende Eros. Damit folgt man sozusagen Reichs Konzept, der in der Geschlechterbeziehung den Urgrund allen Menschseins findet, der letztlich auf eine komplementäre Beziehung zusteuert. Dazu hat auch Stanislav Grof im Bereich der LSD-Forschung Bahnbrechendes geleistet, über das heute kaum mehr gesprochen, nun allerdings im wissenschaftlichen Rahmen wieder neu diskutiert wird [16].    Dabei war experimentell zu beobachten, dass auch homosexuell lebende Männer libidinöse Energie in weiblichen Genitalien entdeckten [17, 18], etwas, das Auskunft über die polare Beziehungsdimension geben konnte, die Reich so ausführlich aufzeichnete. Reich hat zudem mit den in den 1960er Jahren stark rezipierten Schriften enormen Einfluss auf die leiblich-seelische Wahrnehmung in der Gesellschaft gehabt, so auch mit dem Konzept von Vor- und Endlust [19, 20]. Ranks Konzept des Partialen wiederum ist in der Beziehungsdimension als Vervollständigung des Unfertigen enthalten; Beziehungsvermeidung hingegen, und deren Ersetzung durch Medien oder virtuelle Welten, führt in die mögliche Destruktivität des Menschen [21, 22]. Die heutigen Befunde der Medienwelten der westlichen Industrieländer zu Beziehung und Bindung [23] können daher nichts weniger als alarmierend eingestuft werden.

Psychosomatische Anthropologie: Körper, Sinne, Triebe 

Was Sloterdijk ‚Philosophische Anthropologie‘ nennt und z.B. mit den Namen Plessner und Gehlen einhergeht, ist psychosomatische Anthropologie im Sinne eines verkörperten leiblich-seelischen Zusammenspiels. Seine Ideengeschichte der Nähe-Faszination und der Perspektivenwechsel zu einem ‚Wo sind wir‘, um das ‚Wer sind wir‘ zu erweitern, weist eine kulturwissenschaftlich-psychohistorische Dimension auf [24], die auch Eingang in die medizinisch-psychologische Lehre finden konnte [25, 26].

Körper, Sinne und Triebe, etwas das sich für viele westeuropäische Vorstellungen wieder fast fremdartig anfühlt und nun vermehrt über Gesetze geregelt werden soll, werden heute noch in Österreich, Ungarn und weiter südlichen Ländern nicht nur als Notwendigkeit, sondern als Privileg menschlichen Lebens empfunden. Damit wird der körperlosen Existenz im virtuellen Raum, die leicht in die  entsprechenden Störungen mündet [27], der Boden entzogen; ‚echte‘ Beziehung und ‚echte‘ Körper gewinnen dabei ihre Berechtigung zurück.

Hierzu wird in vielen süd-europäischen Großstädten geforscht; in Budapest ist z.B. die ungarische Gesellschaft für pränatale Psychologie und Medizin ein Nabelpunkt der psychosomatischen Gemeinschaft, ähnlich wie auch das renommierte Belgrader Institut für Sprachstörungen und Phonetik psychische und Entwicklungsstörungen in (vor-)geburtlichen und frühkindlichen Zusammenhängen untersucht. Wenn Ganzheitlichkeit nämlich auch Beziehung bedeutet, ist diese ohne Körper, Sinne und Triebe nicht denkbar. Dem innewohnend ist auch die Auffassung, dass der Mensch keine Maschine, sondern eher ein Künstler seines Lebens ist, sein muss [28]. Sowohl Reich als auch Rank haben bedeutsame Konzepte hierzu entwickelt. Die manchmal schwierige Lektüre dieser Autoren ist lohnenswert. Wer Kunst und Literatur schätzt, kann sich jedoch auch über ältere Romane der Thematik nähern. Ein Autor wie Honoré de Balzac, der den Menschen in Gesellschaft und Alltag des 19. Jahrhunderts großartig zeichnet [29], erlaubt uns ein grundlegendes Verständnis für die Zusammenhänge der menschlichen Entwicklung auszubilden; und für das 20. Jahrhundert geradezu paradigmatisch ist Robert Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften”, von dem manche kulturwissenschaftlichen Aspekte von Lilith Jappe und Ludwig Janus vorzüglich herausgearbeitet wurden [30, 31]. Die Dimension menschlicher Geburtlichkeit kann im Sinne einer psychosomatischen Anthropologie zudem ganz konkret in Praxis und Alltag umgesetzt werden; Konzepte und Evaluationen liegen hierzu vor, mit optimistisch stimmenden Ergebnissen [32, 33].

Freud und andere Psychoanalytiker: (von links nach rechts, sitzend) Freud, Sándor Ferenczi und Hanns Sachs; (stehend) Otto Rank, Karl Abraham, Max Eitingon und Ernest Jones.
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Für nähere Informationen zur Thematik:

Institut für Pränatale Psychologie und Medizin (IPPM) – Friedhofweg 8 – 69118 Heidelberg – Leitungsgremium: Ludwig Janus, Dr. med. – Götz Egloff, Mag. – Thomas Müller-Staffelstein, Dipl.-Psych. – Axel Bischoff, Dr. (Sekretariat) www.praenatalpsychologie.de

Für Fachlektüre zur Geburtlichkeit im Rahmen von Psyche und heutigen gesellschaftlichen Bedingungen sind kostenfrei zu empfehlen:

Janus L (2024) Die psychologische Dimension von Schwangerschaft und Geburt. gyn – Praktische Gynäkologie 29(2):115-129.  Download unter: www.researchgate.net/profile/Ludwig-Janus

Janus L (2025) Die Psychodynamik des mütterlichen Über-Ichs. Y – Zschr atopisches Denken 5(8):1-17.  Download unter: https://www.y-zeitschrift.de/essays/215-janus-2025-08

Egloff G (2025) Vertrauen, Bilder, symbolische Ordnung in der Postmoderne. Deutsches Ärzteblatt PP 24(7):313-315.  Download unter: https://www.aerzteblatt.de/archiv/psychodynamische-psychotherapie-vertrauen-bilder-symbolische-ordnung-in-der-postmoderne-0d5210db-1704-49cb-abbb-d08ce3d3630f

  

Texthinweise

[1] Reich W (1933) Charakteranalyse. K&W, 1989.

[2] Rank O (1924) Das Trauma der Geburt. Psychosozial, 2007.

[3] Grof S (2021) Topographie des Unbewussten. 13. Aufl. Klett-Cotta, Stuttgart.

[4] Odent M (2014) Generation Kaiserschnitt. Kösel, Freiburg.

[5] Marcovich M (1995) Vom sanften Umgang mit Frühgeborenen. Neue Wege in der Neonatologie.

Int J Prenatal Perinatal Psychol Med 7(1): 57-71.

[6] Kampf der Mechaniker. Der Spiegel 1994; 17:222-224.

[7] Janus L (2018) Homo foetalis et sapiens. Mattes, Heidelberg.

[8] Schindler S (1998) Pränatale Psychologie als wissenschaftlicher Dialog. Int J Prenatal Perinatal Psychol Med 10(4):521-536.

[9] Egloff G, Janus L, Djordjevic D, Linderkamp O (2021) Psychosomatically oriented obstetrics and perinatal medicine. Eur Gynecol Obstetr 3(2):60-62.

[10] Barrasch E (1999) Geburt und Traum. ganzheitlich heilen 4(1):18-20.

[11] Egloff G, Janus L (2024) 100 Jahre ´Das Trauma der Geburt´. Pressemitteilung des Instituts für Pränatale Psychologie und Medizin Heidelberg (IPPM) zur Tagung „Otto Rank (1884-1939): 100 Jahre ´Das Trauma der Geburt und seine Bedeutung für die Psychoanalyse´“, Heidelberg, 23.11.2024. www.dap-hamburg.de, Okt. 2024.

[12] Schirmohammadi A, Egloff G (2017) Entspannungstechniken in der Psychotherapie. AKOM Angew Komplementärmed 2(6):60-63.

[13] Sloterdijk P (2004) Sphären I-III. Suhrkamp, Frankfurt.

[14] Sloterdijk P (2008) Negative Gynäkologie und transindividuelle Immunität. In: Janus L, Evertz K (Hg.) Kunst als kulturelles Bewusstsein geburtlicher und vorgeburtlicher Erfahrungen. Mattes, Heidelberg, 35-48.

[15] Reich W (1922) Leidenschaft der Jugend. K&W, 1994.

[16] Bosch OG, Seifritz E (2022) Renaissance eines Sorgenkindes – Psychedelika in der Depressionsbehandlung. J Neurol Neurochir Psychiatr 23(1):16-25.

[17] Grof S (2009) LSD – Doorway to the Numinous. Park Street Publ., Rochester.

[18] Egloff G, Djordjevic D (2020) Pre- and postnatal psychosomatics in the social context. In: Egloff G, Djordjevic D (eds.) Pre- and Postnatal Psychology and Medicine. Nova Science, New York, 141-198.

[19] Reich W (1923) Zur Trieb-Energetik. In: Frühe Schriften 1920-1925. K&W, 1997, 153-167.

[20] Egloff G (2026) The best age to circumcise from a psychosomatic point of view. In: Columbus N (ed.) Advances in Psychology Research. Vol.162. Nova Science, New York, 101-122.

[21] Streeck-Fischer A (2004) Adoleszenz – Bindung – Destruktivität. Klett-Cotta, Stuttgart.

[22] Egloff G (2024) ´Der Tod kommt zweimal´ – Wie Brian De Palma die Hyperrealität vorwegnahm. www.dap-hamburg.de, Feb. 2024.

[23] Seiffge-Krenke I (2022) Partnerbeziehungen bei jungen Erwachsenen: Flucht vor der Intimität? Psychotherapeut 67(4):320-329.

[24] Sloterdijk P (1999) Zur Ideengeschichte Nähe-Faszination. Vortrag, 13. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für psychohistorische Forschung (DGPF), Frankfurt, 26.3.1999.

[25] Janus L (2023) Die Erweiterung der Wahrnehmung in der Moderne. In: Reiss H, Janus L, Kurth W (Hg.) Identität in der Moderne – die Bilderwelt der Medien und der kollektiven Selbstbilder. Mattes, Heidelberg, 13-42.

[26] Evertz K (2014) Philosophische Aspekte der pränatalen Zeit am Beispiel Peter Sloterdijks. In: Evertz K, Janus L, Linder R (Hg.) Lehrbuch der pränatalen Psychologie. Mattes, Heidelberg, 636-641.

[27] Egloff G (2024) Leere statt Libido – Sexuelle Störungen im digitalen Raum. Freie Psychotherapie 24(4):28-31.

[28] Rank O (1932) Kunst und Künstler. Psychosozial, 2000.

[29] Britten U (2024) Balzacs Blick – Die Geburt des modernen Individuums und seiner psychischen Verfasstheit. Königshausen & Neumann, Würzburg.

[30] Janus L (2024) Zur Selbstkonstitution in der Moderne. Die Gestaltung der Mentalitäts-transformation im 20. Jahrhundert in Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften”. In: Boelderl AR, Neymeyr B (Hg.) Robert Musil im Spannungsfeld zwischen Psychologie und Phänomenologie. deGruyter, Berlin/Boston, 151-170.

[31] Jappe L (2024) Selbstliebe und Seele. Das andere Erleben in Musils Roman „Der Mann ohne Eigenschaften” mit Blick auf Geburt und vorgeburtliche Welt. In: Boelderl AR, Neymeyr B (Hg.) Robert Musil im Spannungsfeld zwischen Psychologie und Phänomenologie. deGruyter, Berlin/Boston, 171-190.

[32] Linder R (2023) Ebenen der Wahrnehmung und Behandlung in der Schwangerenvorsorge. In: Reiss H, Janus L, Kurth W (Hg.) Identität in der Moderne – die Bilderwelt der Medien und der kollektiven Selbstbilder. Mattes, Heidelberg,175-191.

[33] Metz G, Hoover T, Gavris D, Olson DM, Vinturache A, Linder R (2022) The Pforzheim Study: Psychotherapy Mitigates the Impact of Transgenerational Maternal Stress and Reduces Adverse Pregnancy Outcomes. Conference Presentation, Developmental Origins of Health and Disease (DOHaD) World Congress, Vancouver, 27.-31.8.2022.

Auszüge aus diesem Beitrag sind im Deutschen Ärzteblatt PP 25(3):123-124 erschienen.

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GUT GEMACHT!

So lautet der Titel der IV. Biennale Angewandter Kunst der ADK (Arbeitsgemeinschaft des Kunsthandwerks Hamburg)

Stimmt! Dem kann man nur zustimmen. Die facettenreiche Ausstellung, die Tradition und Moderne gekonnt verbindet, ist in der Alten Fabrik des Museums der Arbeit  zu sehen. Der Untertitel „Das Beste aus 70 Jahren AdK“ weist auf eine Jubiläumsausstellung hin – und Isabelle Hofmann, die 1. Vorsitzende der AdK und Kuratorin der Präsentation bringt es auf den Punkt: „Seit 70 Jahren steht die AdK Hamburg für ‚Klasse statt Masse‘! Zwischen Nachhaltigkeit, Tradition und neuer Technologie behauptet sich die Angewandte Kunst als sichtbarer Gegenentwurf zum Wegwerfprodukt – damals wie heute gilt: GUT GEMACHT!“

Der große Raum gliedert sich optisch in zwei Bereiche: Im zentralen Säulengang ist die historische Handwerkskunst platziert, an den umlaufenden Wände positioniert sich die angewandte Kunst der Gegenwart.

Der Kunsthistoriker Professor Dr. Rüdiger Joppien hat ca. 40 Kunstwerke aus der Sammlung des Museums für Kunst und Gewerbe ehemaliger AdK-Mitglieder kuratiert, darunter Arbeiten von Gustav Schleede, dem Gründungsvorsitzenden der AdK 1956 und seinem Sohn Thomas Schleede, Wolfgang Tümpel, Dorothee Eymess, Monika Maetzel und Tatiana Ahlers-Hestermann, eine Textilkünstlerin der 50er Jahre und Tochter des Hamburger Künstlers Friedrich Ahlers-Hestermann.

Alle Museumsstücke sind von hervorragender Handwerkskunst und modernem Design mit starker Ausdruckskraft, besonders die Schmuckstücke sind von schlichter, zeitloser Eleganz und wecken Begehrlichkeiten.

© Stefan Urban, grüne Ledertasche

Auch bei der Präsentation der zeitgenössischen Exponate sind alle Gewerke vertreten, Keramik, Goldschmiedekunst und Metallbearbeitung, Holz, Textil, Glas, Papier und Druckkunst. Viele Handwerkskünste stehen auf der Liste des Immateriellen Kulturerbes der UNESCO.

Ob Möbelbau, textile Wandarbeiten, Lederwaren, Schmuck oder Glasobjekte, alle Ausstellungsstücke sind Unikate und zeigen die Verbindung von meisterhaftem Können, tiefem Materialgefühl und kreativem Geist. Viele Arbeiten sind in der bildenden Kunst zu verorten, denn der Gedanke, dass die angewandte Kunst Gebrauchsgegenstände produziert, ist längst nicht mehr zeitgemäß.  Die Werke sind Solitäre und werden schnell zu erlesenen Sammlerstücken.

Grundlage eines jeden kreativen Schaffensprozess ist das Handwerk – der gelernte und erfahrene Umgang mit Materialien und Werkzeugen – hochwertig, langlebig, klassisch, ressourcenschonend arbeitend, originell und nachhaltig. Leider können im Rahmen dieses Artikels nur wenige Arbeiten vorgestellt werden, es empfiehlt und lohnt sich, den umfassenden Katalog eingehend zu betrachten. Dabei fällt auf, wie viele Objekte von der Bauhaus-Tradtion geprägt sind – in Bezug auf Ästhetik und Funktionalität, aber auch in Bezug auf die meisterhaften Fertigungstechniken. Auch poetisch anmutende, aus Upcycling entstandene, experimentelle und innovative Werke sind in großer Vielfalt dabei.

Bernd Görtz stellt Beistelltische aus regenerativen Pilzmyzel, Linoleum und massiver Eiche her, Birgit Engelmann arbeitet mit Gipsmodellen aus dem 3D-Drucker und fertigt beeindruckende, massiv wirkende Ringe in klarer Formsprache an. Die handgewebten Handtücher von Andreas Möller erinnern an traditionelle Grubenhandtücher. Caroline Rügge präsentiert originelle Silberkelche. Ebenso sind die Schachteln „Häuser“ von Susanne Schwarz aus Papier und Draht einfach bezaubernd.

Ulla Dahm zeigt eine einzigartige Stachelkette aus Crêpe-Seidensatin und bereichert die Ausstellung durch eine Power-Point-Präsentation. Kathrin Heinicke übersetzt die Prinzipien des Brückenbaus in die Ringschienen architektonisch anmutender  Schmuckstücke. Silvia Bunke graviert, bzw. schneidet in ihren Silberschmuck poetische Gedichte in einer eigens entwickelten Schrift, die das Leben beschreiben.

© Caroline Rügge, Kelche aus Silber

Der Carolina D’Amico-Preis für zeitgenössisches Kunsthandwerk geht in diesem Jahr an die Goldschmiedin Heike Ahrens, die Keramikkünstlerin Viktoriia Kurganskaia und die Textildesignerin Ulrike Isensee.

An den Montagabenden während der Laufzeit haben Besucher und Besucherinnen die Möglichkeit, zum Museumseintritt, jeweils um 19 Uhr an einer öffentlichen Führung teilzunehmen.

 

 

Am Sonntag, den 23.August 2026 findet eine Vorführung zum Stahlstichprägedruck mit dem Graveurmeister Daniel Janssen um 15 Uhr statt: Museumseintritt, Treffpunkt an der Kasse des Museums

Am Montag, den 24. August 2026, gibt es eine Führung um 18 Uhr sowie danach einen Themenabend über die „Arbeitswelt Kunsthandwerk“ um 19 Uhr statt.

Mit herzlichem Dank an die Kuratoren Prof.Dr. Rüdiger Joppien und Isabelle Hofmann! Die Ausstellung läuft bis zum 6. September im Museum der Arbeit, Wiesendamm 3, 22305 Hamburg-Nord.

 

 

Text und Fotos: Hanna Malzahn

Vier Wege, den Herbst in den Dolomiten zu erleben

Außenpool mit atemberaubender Aussicht (c) Günter Standl (Tratterhof)

Kaum eine Jahreszeit bietet so viele Möglichkeiten wie der Herbst. Manche suchen Wanderungen und Biketouren durch die farbenprächtigen Dolomiten, andere sehnen sich nach Ruhe im Spa oder möchten bei Yoga neue Energie tanken. Familien wünschen sich gemeinsame Erlebnisse, Genießer außergewöhnliche Geschmackserlebnisse. Genau diese Vielfalt macht den Herbst im Tratterhof Mountain Sky Hotel in Meransen so besonders. Statt einer einzigen Auszeit bietet das Vier-Sterne-Superior-Hotel viele Facetten, die vielleicht schönste Jahreszeit in den Bergen ganz individuell zu entdecken.

Bunte Natur für Wanderer & Biker

Wenn unten im Tal Nebelschwaden ziehen und oben die Gipfel der Dolomiten im strahlenden Sonnenlicht glitzern, ist es Zeit für unvergessliche Wanderungen zu Almen, klaren Bergseen und aussichtsreichen Gipfeln. Direkt vom Hotel aus laden viele Touren in die bunte Herbstnatur ein, begleitet von einem vielfältigen Aktivprogramm mit Atemwanderungen, Alpakawanderungen, Wanderstammtischen und Fitnesseinheiten.

Mit dem Brixen Südtirol Guest Pass sind von 06. September bis 07. November 2026 die Bergbahnen Gitschberg Jochtal und von 06. September bis 01. November 2026 die Bergbahnen Plose inklusive.

Ob als Paar oder mit der ganzen Familie: Der Herbst wird zur idealen Jahreszeit, um die Natur in ihrem schönsten Licht zu erleben.

Retreats für neue Energie

Wer den Herbst vor allem als Zeit zum Innehalten versteht, findet im preisgekrönten Monte Silva Mountain Spa auf 4.000 Quadratmetern den passenden Rahmen. Infinitypools mit Blick auf die Dolomiten, verschiedene Saunen und individuelle Treatments schaffen Raum für Regeneration.

Ergänzt wird das Angebot durch mehrere Retreats, die Yoga, Stretching und Achtsamkeit miteinander verbinden. Das SkYoga & Mental-Wochenprogramm schenkt jedem Aufenthalt besondere Tiefe: mit sanfter Bewegung, mentaler Klarheit und bewussten Einheiten, die Körper und Geist in Einklang bringen – getragen von der Ruhe der Berge und begleitet von erfahrenen Coaches.

Mit der Mountain Sky Sauna Week vom 29. November bis 04. Dezember 2026 rückt die Welt der Saunakultur zusätzlich in den Mittelpunkt. Besondere Aufgüsse, Rituale und entspannte Spa-Momente machen den Übergang in den Winter zu einem Erlebnis für alle Sinne.

Herbstaromen für Feinschmecker

Auch kulinarisch setzt der Tratterhof im Herbst besondere Akzente. Während der Thai & Sushi Week vom 15. bis 20. November 2026 treffen fein abgestimmte asiatische Aromen auf die alpine Bergwelt. Nur wenige Tage später folgt die Tuscany Week vom 22. bis 27. November 2026 mit mediterranen Spezialitäten, die den Geschmack der Toskana nach Südtirol bringen. So wird jede Woche im November zu einer neuen kulinarischen Entdeckungsreise.

Neue Wasserwelt für Familien

Mit der neuen Familienwasserwelt setzt der Tratterhof ein weiteres Ausrufezeichen für den Familienurlaub in Südtirol. Wasserspiele, Rutsche, großzügige Pools und liebevoll gestaltete Erlebnisbereiche laden kleine Gäste zum Toben und Entdecken ein. Zusammen mit den geräumigen Familiensuiten und dem großzügigen Kinderspielbereich mit abwechslungsreichen Attraktionen und Spielmöglichkeiten entsteht ein Urlaub, der Freiraum für jedes Familienmitglied schafft und gleichzeitig die Familienzeit in den Mittelpunkt stellt.

Der Herbst im Tratterhof ist mal aktiv und mal entschleunigend, mal genussvoll und mal ganz auf gemeinsame Familienzeit ausgerichtet. Gerade darin liegt seine besondere Stärke: Jeder Gast findet hier seine persönliche Art, den Herbst zu genießen.

Yoga-Specials im Herbst 2026
20.–26.09.26: Iyengar-Yoga mit Anja Bangert
04.–11.10.26: Yoga meets Pilates mit Gabi Bitzer
11.–18.10.26: Tone & Stretch mit Edith Wenk
25.–31.10.26: Rebalance Stretching & Yoga mit Kathrin Rottmann
29.11.–05.12.26: Yin & Yang – Im Einklang mit den Gezeiten – mit Ina Heinl
Mehr Informationen zu den Yoga-Specials
Mehr Informationen zu den Themenwochen im November
Herbstangebote für Paare und Familien

 

Tratterhof Mountain Sky Hotel
Hotel Tratterhof GmbH
I-39037 Mühlbach-Meransen
Tel.: +39 0472 520108
E-Mail: info@tratterhof.com
www.tratterhof.com

Dolomitenregion Kronplatz: Zwischen Gipfeln, Herbsttraditionen und Genüssen

Beeindruckender Naturpark in San Vigilio (c) Moling Alex (Dolomitenregion Kronplatz)

Klare Bergluft und traditionelle Feste mit den bleichen Bergen am Horizont: Diese Mischung macht den Wanderherbst in der Dolomitenregion Kronplatz unvergesslich. Bis weit in den November sorgen gutes Wetter, Südtiroler Kulinarik, Bergbahnen und Öffis für Herbstgenüsse.

Die Dolomitenregion Kronplatz liegt dort, wo sich die Dolomiten von ihrer schönsten Seite zeigen. Zwischen Südtiroler Pustertal, Antholzertal und Gadertal, mit drei Naturparks ringsum. Vom Kronplatz-Gipfel eröffnet sich ein Panorama von der Sellagruppe bis zum Ortler. Dank der bis in den November geöffneten Bergbahnen ab Bruneck, Olang ist das Hochplateau bequem erreichbar. Selbst Kulturinteressierte zieht es bergwärts: Das von Zaha Hadid entworfene MMM Corones von Bergsteigerlegende Reinhold Messner erzählt die Geschichte des Alpinismus. Das LUMEN Museum für Bergfotografie zeigt spektakuläre Bilder und Perspektiven aus der Welt der Berge.

Wandern und Mountainbiken mit Weitblick

Ob die leichtgängigen Panoramawege wie Concordia 360° oder Via Artis am Kronplatz-Gipfel oder schweißtreibende Touren in die UNESCO-Welterbe-Naturparks Fanes-Sennes-Prags sowie Puez-Geisler: Herbst ist die perfekte Zeit, die Dolomitenregion Kronplatz aktiv zu entdecken. Im Antholzertal sind Bergfexe Richtung Naturpark Rieserferner-Ahrn unterwegs, zwischen tosenden Wasserfällen, glasklaren Bergseen und mächtigen Gletschern. Anspruchsvolle Mountainbiker und Downhiller finden am Kronplatz ihre persönlichen Lieblingsrouten. Dank der bis November geöffneten Bergbahnen ist das Hochplateau auch schwebend erreichbar. Die Insider treffen sich zum SAAC Bike Camp Kronplatz (03.10.26) in Reischach, um Fahrtechnik und Sicherheit weiter zu perfektionieren.

Herbstgenuss zwischen Berg und Tal

Der Südtiroler Herbst ist in der Dolomitenregion Kronplatz die absolute Hochsaison für Feinschmecker. Urige Almhütten wie Sterne-Restaurants laden jetzt dazu ein, Südtirols herbstliche Köstlichkeiten zu genießen – von frischen Kastanien über Weintrauben und Äpfel bis zum weltberühmten Speck. Ein Höhepunkt für Gourmets ist der Stegener Markt bei Bruneck (26.–28.10.2026), der größte Markt Tirols. Beim Südtiroler Speckfest (26.–27.09.26) präsentieren die besten Speckproduzenten der Region ihre Spezialitäten am Kronplatzgipfel. Eine gute Gelegenheit, ganz besondere Gustostückerl zu ergattern.

Mit kleinem Fußabdruck unterwegs

Zur Dolomitenregion Kronplatz gehören Bruneck, Olang, San Vigilio, Kiens und das Antholzertal. San Vigilio zählt zu den weltweit ersten Destinationen, die nach den Kriterien des Global Sustainable Tourism Council (GSTC) zertifiziert wurden. Der Kronplatz Guest Pass sorgt für einen kleinen Fußabdruck. Er ist das kostenlose Gäste-Ticket für sämtliche öffentlichen Verkehrsmittel in ganz Südtirol. Der Südtirol Transfer bringt Bahn-, Fernbus- und Flugreisende außerdem günstig, einfach und umweltschonend bis zur Unterkunft. kronplatz.com

Herbstangebote in der Dolomitenregion Kronplatz
Golden Summit Weeks in Olang, Bruneck (01.10.–08.11.26): 1 freie Berg- und Talfahrt pro Tag mit den Kabinenbahnen Bruneck/Reischach oder Olang. kronplatz.com
Autumn Special in San Vigilio Dolomites (05.09.–01.11.26): Mehr als 15 Angebote kostenlos oder verbilligt, darunter geführte Wanderungen, Museen und die längste Zipline Europas. sanvigilio.com
Autumn Package im Antholzertal (12.09.–10.10.26): 17 Angebote kostenlos oder verbilligt, darunter Verkostungen, Kultur und Sport. antholzertal.com

Kronplatz Guest Pass für freie Fahrt mit Bus und Zug in ganz Südtirol.

KRONPLATZ BRAND
Johann Georg Mahl Str. 40
I-39031 Bruneck / Südtirol (BZ)
Tel.: +39 377 335 8897
E-Mail: info@kronplatz-brand.com
www.kronplatz.com

Die wichtigste Verabredung ist die mit sich selbst

Freundinnen-Wellness mit traumhaftem Alpenpanorama (Panorama Royal)

Bewusste Auszeiten schenken Frauen neue Kraft

Frauen übernehmen viele Rollen gleichzeitig. Sie führen Unternehmen, gestalten Karrieren, organisieren Familien, treffen Entscheidungen und kümmern sich um andere. Oft gelingt all das mit beeindruckender Stärke. Doch genau diese Kraft braucht einen Ort, an dem sie wieder wachsen kann.

Deshalb erkennen immer mehr Frauen, dass Selbstfürsorge weit mehr ist als ein Wellness-Trend. Sie bildet die Grundlage für innere Balance, Gesundheit und die Energie, die nötig ist, um den Herausforderungen des Alltags gelassen zu begegnen.

Das Panorama Royal auf dem Sonnenplateau von Bad Häring in Tirol hat sich genau diesem Gedanken verschrieben. Mit seiner Philosophie „Our Way of Healing“ verbindet das mehrfach ausgezeichnete Health & Retreat Resort Gesundheitskompetenz, Regeneration, Bewegung, Achtsamkeit und bewussten Genuss zu einem ganzheitlichen Erlebnis. Dies unterstützt Frauen dabei, wieder in ihre eigene Kraft zu finden.

Die besondere Lage hoch über dem Tiroler Inntal schafft bereits von Natur aus Abstand. Der Blick wird weiter, die Gedanken ruhiger und der Druck des Alltags verliert an Bedeutung. Im 25.000 m² großen Panorama-Park laden Kraftplätze, Energieorte und stille Rückzugsbereiche dazu ein, durchzuatmen und neue Perspektiven zu gewinnen. Dabei wird die Natur zum aktiven Teil der Regeneration.

Das Herzstück des Hauses ist die vielfach ausgezeichnete Relax Dream World. Großzügige Wasserwelten, exklusive Ruhezonen und eine vielfältige Saunalandschaft schaffen Raum für echte Erholung. Yoga, Meditation, Qigong, Waldbaden und ein abwechslungsreiches Aktivprogramm helfen dabei, Körper und Geist wieder in Einklang zu bringen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem bewussten Zusammenspiel von Schönheit, Wohlbefinden und Gesundheit. Hochwertige Beauty-Behandlungen, individuelle Kosmetikanwendungen und wohltuende Massagen schenken jene Momente, die im Alltag oft zu kurz kommen: Zeit für sich selbst. Nicht als Luxus, sondern als bewusste Investition in das eigene Wohlbefinden.

Auch die jüngste Erweiterung des Hauses folgt dieser Philosophie. Die neuen Zimmer im „Baumnest“, die stilvolle Panorama-Bar und die zahlreichen neuen Rückzugsorte verbinden moderne Eleganz mit einer Atmosphäre von Leichtigkeit und Geborgenheit. Hier darf man loslassen, entschleunigen und einfach sein.

Abgerundet wird das Erlebnis durch die ausgezeichnete Kulinarik des Hauses. Im mit drei Hauben prämierten Gourmetrestaurant „Atelier Freund-Schafft“ wird Genuss als Teil eines bewussten Lebensstils verstanden: kreativ, hochwertig und mit viel Liebe zum Detail.

Vielleicht liegt genau darin eine Form der Stärke: sich selbst dieselbe Aufmerksamkeit zu schenken, die man anderen jeden Tag so selbstverständlich gibt.

Das Panorama Royal ist ein Ort für Frauen, die neue Energie schöpfen, ihre innere Balance stärken und sich selbst wieder den Raum geben möchten, den sie verdienen.

 

Exklusives Wellnessresort mit Infinity Pool und traumhaftem Blick über das Inntal (Panorama Royal)

Hotel Panorama Royal
A-6323 Bad Häring, Panoramastraße 2
Tel.: +43/(0)5332/77117
E-Mail: office@panorama-royal.at
www.panorama-royal.at

Wiener Schnitzel, Kaiserschmarrn und St.-Pauli-Schmäh

TIVOLI: GASSENHAUR Interior Hamburg, 18. Mai 2026 Photo: Morris Mac Matzen/mmacm.com

Grund zur Freude beim Team der Schmidt-Theater auf St Pauli: Das Schmidt-Restaurant & Beisl „Gassenhaur“ ist neu in den Guide Michelin Deutschland aufgenommen worden! Damit zählt das Lokal an der Kastanienallee 32 auf der Rückseite des Tivoli-Theatersaals ab sofort offiziell zu den vom renommierten Genuss-Guide empfohlenen gastronomischen Adressen Hamburgs.

Das Restaurant gehört zur Schmidts Tivoli GmbH, geführt von Tessa Aust, Corny Littmann und Hannes Vater. „Unser Anspruch im ‚Gassenhaur‘ war von Anfang an einfach: das beste Original Wiener Schnitzel auf den Tisch zu bringen –  nicht mehr und nicht weniger“, sagt Alexander Hagen, Leiter der gesamtem Schmidt-Gastronomie. Eine große Anerkennung bedeutet die Neuaufnahme auch für das Team um Küchendirektor Olaf Dose: „Dass diese konsequente Art zu kochen nun vom Michelin Guide wahrgenommen wird, freut uns enorm. Diese Neuaufnahme ist eine besondere Anerkennung unserer klaren gastronomischen Haltung: ehrliche Küche aus hervorragenden Zutaten, handwerklich präzise umgesetzt.“

Die Inspektor*innen des Guide Michelin sind ganzjährig unterwegs, um herausragende Restaurants zu  entdecken. Neu aufgenommene Lokale werden fortlaufend auf der Website und in der App des Guide veröffentlicht und mit einem „Neu“-Symbol gekennzeichnet. Neben den drei Schmidt-Bühnen an der Reeperbahn, die jeweils umfangreichen Imbiss- und Getränkeservice in den Theatersälen  bieten, gehören mit dem „Gassenhaur“ und dem „Reep“ auch zwei hauseigene Restaurants sowie darüber hinaus ein Deli, der Open-Air-Weingarten „Sechsundzwanzig“ plus drei Bars zum Unternehmen.

Wie die drei Schmidt-Geschäftsführer betonen, versteht sich das „Gassenhaur“ ausdrücklich nicht als Fine Dining-Restaurant im klassischen Sinne, sondern als entspanntes, familiäres Lokal mit gemütlichem Ambiente und charmantem Service, wo sich österreichische Genusskultur mit Hamburger Kiezambiente verbinden. Zwischen der Reeperbahn und dem Hafen in der ruhigen Kastanienallee mitten auf St. Pauli gelegen, setzt das Restaurant auf hochwertige, vorwiegend  regionale Produkte und eine kleine, fokussierte Speisekarte. „Beim Wiener Schnitzel kommt ausschließlich  Kalbsrücken auf den Teller“, betont Küchendirektor Olaf Dose und ergänzt: „Die Erdäpfel stammen von der Familie Tobaben aus dem Alten Land, die Semmelbrösel werden aus der Kruste von frischem Hamburger Weißbrot hergestellt und die Preiselbeeren nach eigener Rezeptur gekocht.“ Wie ein Blick auf die nicht zu umfangreiche Karte verrät, stehen dort auch vegane und vegetarische Schmankerl sowie frischer Fisch vom Markt zur Auswahl. Und Freund*innen klassischer österreichischer Desserts kommen bei Köstlichkeiten wie Kaiserschmarrn mit Zwetschgenröster und Vanílleschaum voll auf ihre Kosten.

„Gassenhaur“ Restaurant & Beisl, Kastanienallee 32, 20359 Hamburg, geöffnet mittwochs bis sonntags ab 17 Uhr. Reservierung empfohlen unter der Hamburger Festnetznummer 040-31 12 31.

Fotos:

  • Ein Blick in den Gastraum des „Gassenhaur“
  • Legendäre Spezialität des Hauses ist das original Wiener Schnitzel
  • Wer österreichische Desserts liebt, wählt einen klassischen Kaiserschmarrn

Fotos: Tivoli/ Morris Mac Matzen

Empfehlungen für das Lesen und Schreiben

In diesem Artikel finden sich zwei Rezensionen, beide Bücher sind Hardcoverbände aus dem gleichen Verlag: Favoritenpresse aus Berlin. Ich kenne den Gründer, Bodo von Hodenberg, seit ein paar Jahren und finde es bewundernswert, welch gut ausgestattete Bücher er seit mehreren Jahren macht. Zu seinem Hintergrund: Er war vorher Chef-Einkäufer des Großversands Frölich und Kaufmann.

Wie sollte man ein Buch lesen?

Dieser Titel ist von der Autorin Virginia Woolf, von der in meiner Buchreihe „Perlen der Literatur“ der Band 16, Orlando, stammt. Es hat bei 48 Seiten das handliche Format von 17 × 17 cm, eine Fadenheftung. Der Deckenband besteht aus einem sehr haltbaren Papier mit einer Leinenprägung und einem Mattlack als Schutz, jedoch ohne weitere Kaschierung oder Cellophanierung. Er ist, genau wie der Buchblock im Innenteil, durchgängig zweifarbig in Dunkelgelb und Schwarz gedruckt, was ein schönes, einheitliches Erscheinungsbild mit sich bringt.

Der Text von Virginia Woolf in der Übersetzung von Eric Eichinger liest sich flüssig und spricht den Leser direkt an. Ihr erster Rat besteht darin, keinen Rat anzunehmen, außer dem eigenen Instinkt zu folgen. Das gefällt mir wunderbar, scheint jedoch die nächsten Seiten überflüssig zu machen. Sie spricht von der Sparsamkeit mit Ressourcen (gemeint ist die Zeit) und davon, wie man sein Leseverhalten etwas besser strukturiert.
Die Autorin verweist selbstverständlich darauf, dass Bibliotheken Ordnung schaffen und nicht nur das Wiederfinden erleichtern, sondern das Strukturieren aller Inhalte. Sehr gut hat mir der Satz gefallen „Bücher werden zu Komplizen“. Um zu würdigen, wie schwer es ist, einen Roman zu schreiben, gibt sie den einfachen Tipp, doch selber zu schreiben und damit zu merken, wie schwierig es ist, die  passenden Formulierungen zu finden und diesen Stil dann beizubehalten – eine einfache, aber  wirkungsvolle Empfehlung. Dennoch versucht sie zu vermitteln, gute von schlechten  oder mittelgute von  brillanten Büchern zu unterscheiden. Sie empfiehlt, öfter aus dem Fenster zu schauen, denn es ermüde, Abfall zu lesen.
Weiterhin geht Virginia Woolf auf die Komplexität des Lesens ein und kommt zu dem Schluss: Wir brauchen nur Bücher miteinander zu vergleichen, und zwar jedes mit den Besten seiner Art. Welches das beste ist, findet man im Laufe von Jahren heraus, und man stellt es sich im Bücherschrank an eine besondere Position. Dann vergleicht man andere gelesene Texte damit und entwickelt zunehmend einen eigenen Geschmack. Das ist das Ziel ihres Buches: Der Leser möge einen eigenen Geschmack entwickeln und ihn später verfeinern.

Wie diese Verfeinerung des Geschmacks zu funktionieren hat, überlässt sie natürlich dem Leser selbst, gibt aber gute Hinweise. Gegen Ende kommt sie darauf zu sprechen, dass es  eine besondere Fähigkeit der Einbildungskraft sei, die das Lesen fördere. Je mehr man liest, desto besser wird die Einbildungskraft. Der Schlusssatz lautete sinngemäß, wenn jemand stirbt und vor den Allmächtigen tritt und dieser zu Petrus sagt: „Sie liebte es zu lesen“, dann hätte man sein Lebensziel erreicht.

Die Südkoreanerin Ji Hyun Yu hat das Buch mit  durchgängig gelb-schwarzen Illustrationen bereichert, die auf angenehme Weise zeigen, was die Autorin meint. Sie hat es mit viel Humor so illustriert, dass  hierdurch fast eine neue oder erweiterte Geschichte entsteht. Das ist die große Kunst dieser 40-jährigen Illustratorin, die in Mainz studiert und unter anderem für das Zeit-Magazin, die New York Times und den Esquire gearbeitet hat.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Obwohl die Autorin schon seit 85 Jahren tot ist, sind ihre Texte lesenswert, und aus diesem Essay ein komplettes 48-Seiten-Buch zu machen, dessen Titel – wie die Autorin besonders betont – mit einem Fragezeichen endet, ist dem Verleger hoch anzurechnen. Wie sollte man ein Buch lesen? Meine Antwort: Indem man dieses hier kauft und sich mit Virginia Woolfs Anregungen und Argumenten auseinandersetzt.

Virginia Woolf: Wie sollte man ein Buch lesen?, Favoritenpresse, Berlin 2022, 48 S., ISBN 978-3-96849-067-0, € 15

Wie sollte man ein Buch drucken?

Das fast quadratische illustrierte Wörterbuch des Buches (17 x 20 cm) von Stephan Füssel ist auf einem 1,75 fachen, leicht gelblich-weißen Werkdruckpapier zweifarbig gedruckt. Die Schmuckfarbe ist eine Volltonfarbe, ein angenehmes, mittelhelles Grün. Zwar waren zweifarbig gedruckte Bücher bis in die Achtzigerjahre hinein üblich, da sie die Schmuckfarbe gezielt einsetzen, der Druck aber nicht so teuer war wie vierfarbig gedruckte Exemplare. Mit Aufkommen der Online-Druckereien und dem Preiswerterwerden des vierfarbigen Offsetdrucks wird dieses Verfahren nur noch selten angewandt. Es bietet sich an, wenn feine Linien und größere Flächen in dieser Schmuckfarbe sind, die beim farbigen Druck gerastert werden müssten, was hier entfällt, wenn man mit Volltonfarbe von Pantone oder anderen Herstellern druckt. Ein großes Lob an den Verleger für diese Entscheidung.

Die vielen Illustrationen sind von verschiedenen Künstlern unter der Leitung von Jakob Hinrichs entstanden. Sie sind anregend, humorvoll und expressiv, jedoch – das muss ich einschränkend sagen – erklären sie nicht immer den Begriff, den sie visualisieren sollen.

Die Basis dieses Buches stammt aus dem Jahr 1954 von Helmut Hiller und wurde mehrfach von Professor Füssel, der in Mainz Buchwissenschaften gelehrt hat, überarbeitet. Ich kenne auch die Vorgängerversionen, die mir immer sehr gut gefallen haben. Diese hatten jedoch keine Illustrationen. Der Buchsatz ist in einer serifenlosen Schrift zweispaltig gesetzt, die Spaltenbreite ist als angenehm anzusehen, der Zeilenabstand könnte ein wenig größer sein. Warum gelegentlich einzelne Worte gesperrt sind, lässt sich nur dadurch erklären, dass der Setzer eine falsche Voreinstellung von InDesign gewählt haben muss, denn man darf gemeine Buchstaben niemals sperren, was jedoch beim Layoutprogramm InDesign bei entsprechender Einstellung passieren kann. Die Begriffe selbst sind in Versalien und halbfett gedruckt, die Verweise in einer kursiven, serifenlosen Schrift. Außerdem sind Verweise in Grün gedruckt. Es gibt also drei Arten der Hervorhebung: kursiv, serifenlos und Druckfarbe, das sind nach den Regeln der Druckkunst zwei Auszeichnungen zu viel. Dass sich Versalbegriffe etwas langsamer lesen lassen, ist sicherlich gewollt, auch wenn es mir persönlich nicht sonderlich gut gefällt.

Die Substanz ist dem Studiengang Buchwissenschaften geschuldet, selbst als Fachmann entdeckt man einige spannende Dinge, von denen man zuvor nichts wusste.

Manche Begriffe sind ein wenig veraltet, was jedoch meist dabei angemerkt wird. Einen „Andruck“ macht man heutzutage nicht mehr auf einer Auflagenmaschine, da helfen digitale Techniken viel preiswerter und schneller weiter und sind exakt so gut wie der damalige Andruck.

Die Ausführungen zu den Anführungsstrichen haben eine recht gute Illustration, sind aber viel zu kurz gegriffen. Denn es gibt neben den erwähnten drei Anführungsstrichen noch andere, und diese wurden weder bezeichnet noch wurde dazu eine Empfehlung abgegeben, was ich als Mediengestalter schade finde. Anschaulich und hilfreich sind die Anmerkungen zum Chinapapier,  zum Begriff des Durchschusses ebenfalls. Letztere hat eine sehr nette Grafik. Betrachtet man die Definition des Durchschusses genauer, fehlen mir die Angaben, wie viel der Durchschuss sein sollte, beispielsweise: Schriftgröße 11 mit 4 Punkt Durchschuss ergibt einen Zeilenabstand von 15 Punkt.

Dass die mittlerweile kaum noch in Papierform erscheinenden Enzyklopädien weitgehend durch digitale Inhalte abgelöst wurden, ist bekannt und wird auch im Wörterbuch vermerkt. Dennoch widmet der Autor diesem Thema eine ganzen Spalte, was sicherlich dem historischen Hintergrund der großen Bedeutsamkeit damaliger Enzyklopädien geschuldet ist.

Gelernt habe ich etwas bei dem Begriff „Narbe“, denn er bezeichnet eine künstlich gestellte Oberfläche von Leder (oder reale Oberfläche von Leder). Das wird  detailliert beschrieben, was mich freut. Auch der Begriff „Neumen“, was Handschrift aus dem Mittelalter bezeichnet, war mir nicht bekannt.

Erfreulich finde ich, dass die Mainzer Minipressemesse als Buchdruck-Kunst-Fachmesse hervorgehoben wird. Andere vergleichbare Messen wie die BuchDruckKunst in Hamburg oder die Schweizer Messe in Neuenfelde werden jedoch nicht erwähnt. Bei den gesammelten Biografischen Gesellschaften finden sich es auch hilfreiche Anmerkungen, jedoch werden hier keine deutschen Gesellschaften erwähnt, wozu beispielsweise die Pirckheimer-Gesellschaft gehört.

Der letzte Begriff, der mir neu war, ist die „Tragweite“: Sie bezeichnet das Maß, in dem Papier sich unter Feuchtigkeitseinfluss und unter Bearbeitungseinflüssen dehnt oder zusammenzieht.

Fehlendes zu kritisieren und Überflüssiges als veraltet anzugeben, ist leicht! Diese Rezension beinhaltet Kritik auf hohem Niveau. Das Buch gefällt mir ausgezeichnet und ich kann es sehr empfehlen.

Es ist hervorragend, dass ein breites Lesepublikum durch die schöne Optik des  Hardcover-Bandes, der mit 28 Euro zudem noch preiswert ist, an das Thema Buch herangeführt wird.

Ein letzter Kritikpunkt: Die Verwendung eines 1,75-fachen Volumens bringt es mit sich, dass das Buch zwar relativ leicht ist, aber mit vier Zentimetern sehr dick. Würde man ein anderes Papier verwenden, käme man möglicherweise sogar auf weniger als zwei Zentimeter Dicke.  Mein im Jahr 2002 gestaltetes, vergleichbares Verlagslexikon hat 400 Seiten und nur 2,1 Zentimeter Dicke.

Ich bin also etwas befangen, möchte jedoch dieses Wörterbuch des Buches jedem empfehlen, der mit Verlagen zusammenarbeitet, der gestaltet, der als Dienstleister tätig ist oder Ähnliches, denn die Fachbegriffe sind schlicht und einfach unersetzlich. Man muss sie kennen und richtig einsetzen.

Zum Schluss eine persönliche Anmerkung zu den Illustrationen: Ich habe in den 1990er Jahren einen Vorläufer meines Verlagslexikons im Rahmen des Verlagshandbuchs hergestellt und hatte dort weit über 100 4-farbige Illustrationen, die meine Studenten hergestellt haben. Jede dieser Illustrationen hatte erläuternde Begriffe integriert und konnte den Begriff verständlich machen, während die Illustrationen im Wörterbuch des Buches  ein optisches Beiwerk sind, das nicht den Anspruch hat, jeden Begriff  durch die Illustration zu erklären. Für eine mögliche weitere Auflage  würde ich dem Verleger der Favoritenpresse diese Illustrationen gern zur Verfügung stellen.

Stephan Füssel: Das illustrierte Wörterbuch des Buches, Favoriten Presse, Berlin 2026 (neue Auflage), 352 S., ISBN 978-3-96849-146-2, € 28

Verlagslink: https://www.favoritenpresse.de

Fotos: Ralf Plenz

Sommer im Du Lac et Du Parc Grand Resort: Italienische Leichtigkeit am Gardasee

Der traumhafte Ausblick (Du Lac et Du Parc Grand Resort)

Wenn der Gardasee im Sommerlicht glitzert und der weitläufige Park in sattem Grün steht, beginnt im Du Lac et Du Parc Grand Resort jene Jahreszeit, die man in Italien am besten beherrscht: das bewusste Genießen. Eingebettet in einen sieben Hektar großen mediterranen Garten direkt am Wasser entfaltet das Resort seine besondere Atmosphäre – ruhig, stilvoll und von einer selbstverständlichen Eleganz geprägt. Hier treffen Natur und Architektur aufeinander, Leichtigkeit und Genuss, Rückzug und Lebensfreude. Ein Ort, der berührt.

Genussmomente im Herzen des Parks

Ein zentraler Treffpunkt für Genießer ist das Aria – Italian Restaurant. Der Duft von frisch gebackenem Brot, hausgemachter Pasta und sonnengereiften Zutaten liegt in der Luft, während klassische italienische Rezepte mit moderner Handschrift neu interpretiert werden. Stilvoll, authentisch und köstlich – genau so, wie man sich Italien wünscht. An warmen Sommerabenden wird die Terrasse zur Bühne für lange Dinner unter freiem Himmel, begleitet vom Zirpen der Zikaden und einer leichten Brise vom See.

Wohnen im Grünen – stilvoll und entspannt

Die Unterkünfte des Resorts sind Rückzugsorte mit Charakter: lichtdurchflutete Suiten, elegante Doppel- und Familienzimmer sowie private Bungalows, eingebettet in die üppige Gartenlandschaft. Natürliche Farben, hochwertige Materialien und Ausblicke in den Park oder zum Wasser schaffen eine Atmosphäre, die sofort entschleunigt und zum Bleiben einlädt.

Entspannung auf italienische Art

Im Armonia Spa & Fitness Center findet jeder seinen persönlichen Ruhepol: ein Innenpool zum Abtauchen, Saunen und Dampfbäder zum Loslassen, Massagen, die Körper und Geist in Einklang bringen. Ein besonderes Highlight sind die Behandlungen im Park – umgeben von Blumen, Bäumen und dem leisen Rascheln der Blätter. Entspannung, wie sie nur die Natur schenken kann.

Aktiv zwischen See und Bergen

Der Gardasee zeigt sich rund um das Resort von seiner vielseitigsten Seite. Wassersportler starten direkt vom Haus aus, Radfahrer entdecken Olivenhaine und Weinberge, Wanderer und Kletterer finden in den umliegenden Bergen ihr Terrain. Und wer es ruhiger angehen möchte, folgt einfach dem Ufer, lässt den Blick über das Wasser schweifen oder gleitet bei einer Bootsfahrt über den See.

Ein Zuhause für die ganze Familie

Auch Familien genießen im Du Lac et Du Parc Grand Resort unvergessliche Sommertage. Während Kinder im liebevoll gestalteten Kids Club neue Freunde finden und die weitläufigen Grünflächen zum Entdecken nutzen, genießen Eltern entspannte Stunden am Pool, im Spa oder bei einem langen Mittagessen im Schatten der Bäume. Und irgendwo zwischen Wegen und Wiesen warten schon die beliebten Parkbewohner – die kleinen Häschen – auf neugierige Besucher.

Das Du Lac et Du Parc Grand Resort ist ein Ort, an dem man ankommt und durchatmet. Mit Tagen voller Leichtigkeit und Momenten des Dolce Vita.

 

Du Lac et Du Parc Grand Resort
I-38066 Riva Del Garda, Viale Rovereto 44
Tel.: +39 0464 566600
info@dulacetduparc.com
www.dulacetduparc.com

„The Magic Table“: Zauber-Show trifft auf kulinarischen Genuss

Die Gäste des Grand Elysée Hamburg können nicht nur exzellent in mehreren Restaurants des  Hauses speisen, sondern haben  darüber hinaus jetzt auch Gelegenheit, selbst Teil einer magischen Geschichte werden: Das Hotel an der  Rothenbaumchaussee hat das kulinarische 3D-Event „The Magic Table“ in Kooperation mit der Firma „2Spicy Entertainment“ erstmals nach Hamburg gebracht. Deren Erfinder-Duo  – Thommy Ten und Amélie van Tass – gehört zu den herausragenden modernen Magiern unserer Zeit, die unter dem Künstlernamen „The Clairvoyants“ ihr Publikum mit bislang über 500 Zauber-Shows am New Yorker Broadway und in Las Vegas begeistert haben.

Grand Élysée Magic Table Tashi Takang, Thomas Schreiber c Moritz Krebs

Der kreative Kopf für die dazu passende „magische“ Kulinarik ist Tillman Fischer, Küchendirektor im Grand Élysée. Das von ihm kreierte Fünf-Gang-Menü mit dem Titel „Magie des Genusses – a Gourmet Journey“ verzaubert Genießer mit den Kreationen Lachs-Tatar mit Gurke, Ingwer und Limette, Burrata mit Mango, Avocado, Granatspfel und Mandel, Tomatenessenz,  Rinderfilet „Surf & Turf“ mit Riesengarnele sowie einem Dessert aus Joghurtmousse mit Lemon-Curd, Himbeere und weißer Schokolade für 159 Euro pro Person. Mit den kulinarischen Konzepten „Die Magie der Natur – a  Vegetarian Journey“ für 139 Euro pro Person sowie „Kleine Wunder – a Junior Wizard Journey“, einem Kindermenü für 79 Euro pro Person, werden zwei weitere Menü-Varianten angeboten.

An jedem „Magic Table“ erleben die Gäste, wie sich zaubergleiche Illusion und Kulinarik in einer außergewöhnlichen Symbiose verbinden. Jeder Gang des Dinners wird dabei durch 3D-Storytelling und interaktive Magie zum Leben erweckt. Auf diese Weise werden die Gäste Teil einer phantastischen Geschichte, an deren Fortgang sie mitwirken und auch selbst Entscheidungen  treffen müssen, deren wie durch Zauber beeinflusste Ergebnisse stets Verblüffung hervorrufen.

„Mit ,The Magic Table‘ bereiten wir unseren Gästen einen Abend, der so lange nachklingt wie ein  fabelhafter Zauberspruch“, sagt General Manager Tashi Takang. „Das Grand Élysée Hamburg steht für  Lebensfreude und kulinarischen Genuss. Beides verbindet dieses Dinner-Erlebnis aufs Beste, deshalb  passt es hervorragend zu uns. Mit ,Le Petit Chef‘ bieten wir bereits ein sehr erfolgreiches gastronomisches  3D-Event. Wir freuen uns nun besonders, als erstes Hotel in Norddeutschland ,The Magic Table‘ zu  präsentieren und wollen auch damit unsere Gäste überraschen und verzaubern.“

„The Magic Table“ im ersten Stock des Grand Élysée Hamburg bietet 42 Sitzplätze in drei miteinander verbundenen Räumen und ist von mittwochs bis sonntags geöffnet. Mehr Informationen und Reservierungen gibt es unter www.grand-elysee.com/restaurants/magic-table

 

„All New People“ by Zach Braff – The New Premiere at The English Theatre of Hamburg

Did you ever hear of Zach Braff? If not, it is high time to make his acquaintance for Zachary Israel Braff, born 1975, is a filmmaker and an actor well-known in the United States and Britain. During his long career he directed a variety of televison series such as “Scrubs“ and starred in a other popular productions.
„All New People“ is Zach’s first play in wich he appeared himself as Charlie (Will Edgerton), an unhappy young man who seems to be weary of life. Why? Wait and see what is happening on the stage oft the ETH.

An angel saves Charlie’s life

Charlie has decided to commit sucide by hanging himself in the living room of a friend’s trendy beach house on an island in New Jersey. As he dangles on the noose Emma (Claudia Watanabe), a British real estate agent, storms in and saves his life. Emma who is desparate for a green card was expecting a client when she found the young chap in distress. Lucky Charlie!

When the door bell rings Charlie and Emma are joined by Myron, a fireman who increases his salary by dealing with drugs. When the bell rings again a pretty stylish girl named Kim (Paloma Sidik Amaya) joins the trio. Kim works as an escort girl and gets angry when anyone calls her a prostitute. How dare you! She has been hired by one of Charlie’s friends to cheer him up.

Guilt and atonement

As the play proceeds we learn that the four „all new people“ are wrestling with their own morality and the choices they make. Charlie feels guilty of the death of six innocent people that were killed in an accident on an airstrip. As an air controller he was once absent-minded when two planes crashed. Although he had been relieved from any guilt, he still feels depressed and guilty.

Emma had to leave England because she killed a man who raped her and threatened at the same time to cut her father’s throat. She fled to America for fear of being arrested by the British police.
And Myron. Is he guilty of killing some of his fellow firemen by selling them drugs?
Kim seems to be the only one of the quartet without any problems whatsoever. Her weak point is just to be called a prostitute instead of an escort. By the way, Kim is a gifted singer and ukulele player: „When there’s nothing I can say to make things better, I sling my arm around your shoulder like a sweater. Try to bear some of the burden that you’re wearing. But I can’t seem to lift you.“ Right so. You can try to help other people when they are in trouble. But you can’t lift the whole burden from their shoulders.

Before the curtain falls we see Charlie, Emma, Kim and Myron in total harmony. Charlie is in a great mood. Thanks to Emma and his new friends he is still alive and enjoying their love and loyalty.

Conclusion

Zach Braff may be a great filmmaker. But in my opinion he is not a brilliant playwright. At least his first script for the stage does not profess to the status of great art. No doubt, „All new people“ is a nice entertainment for an evening out. A point of critism: Instead of humerous or elegant dialogue the audience has to endure countless fucks and fuckings. Anyway, the young people in the audience seemed to enjoy this dirty language. True enough – there is no accounting for taste.

The critics in the American press vary from „The writing is slack und lazy, the characterizations never ring true“ to „Sharp and funny despite the implausibility oft he plot.“

Last performance of „All New People“ on June 27. 2026. Tickets under telephone number 040-227 70 89 or online under www.englishtheatre.de

The next premiere after the summer break: „The Potrait of Dorian Gray“ by Oscar Wilde, on September 9, 2026

Photos: Stefan Kock

„All New People“ von Zach Braff, die neue Premiere am English Theatre of Hamburg

Obgleich Zach Braff seit Jahrzehnten auf englischen und amerikanischen Bühnen und Fernsehschirmen brilliert, ist er in Deutschland bislang weitgehend unbekannt. Aber nicht nur als Schauspieler und Regisseur hat er sich einen Namen gemacht, sondern in jüngerer Zeit auch als Bühnenautor. „All New People“, sein erstes Stück, in welchem er auch die Hauptrolle übernahm, erlebte 2011 in New York seine Uraufführung und wurde sofort zum Hit der Saison.

Eine schwarze Komödie

Bevor das Stück beginnt, sehen wir einen jungen Mann ziellos auf der Bühne umherirren. Dann besteigt er einen Stuhl und legt sich eine an der Zimmerdecke befestigte Schlinge um den Hals. Ein Raunen geht durch den Zuschauerraum. Oh Schreck, der Mann will sich das Leben nehmen! Doch bevor er den Stuhl umstoßen kann, stürzt ein Engel in Gestalt einer jungen Frau herein und rettet dem armen Kerl das Leben. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Hier könnte das Stück eigentlich enden. Doch gerade jetzt nimmt diese dunkel eingefärbte Komödie ihren Lauf.

Ein Suizid findet nicht statt

What shall I do? / Was soll ich nur tun?

Wir befinden uns mit Charlie (Will Edgerton), dem verhinderten Selbstmörder, und seiner Retterin Emma (Claudia Watanabe) in einem elegant eingerichteten Strandhaus auf einer Insel in New Jersey. Während Charlie schweigt, plappert Emma munter vor sich hin. Charlie hat sein Leben dem Umstand zu verdanken, dass Emma just im rechten Augenblick hereinschneite, um einem Interessenten das zum Verkauf anstehende Strandhaus zu zeigen. Der potentielle Käufer erscheint jedoch nicht. Die junge Frau ist gestresst und hochgradig nervös, weil sie als Britin illegal in den Staaten arbeitet. Ohne die begehrte Green Card droht Ungemach. Jeder weiß das.

Auftritt Myron (Kamal Boulema). Der Feuerwehrmann und Drogendealer in Personalunion kennt als Einheimischer nicht nur jeden Winkel auf der Insel, sondern auch jeden, der hier lebt. Als Vierte im Bunde erscheint Kim (Paloma Siblik Amaya) Das hübsche Escortgirl wurde von Charlies Freunden engagiert, um ihn aus seiner Depression herauszuholen.

Ein vierblätteriges Kleeblatt allein zu Haus

Jede der vier Personen außer der fröhlichen Kim scheint ein bedrückendes Geheimnis mit sich herumzutragen. Im Laufe der Handlung erfährt der Zuschauer, dass Emma wegen eines Deliktes in Großbritannien gesucht wird und deshalb in die Staaten floh, während Charlie sich für den Tod von sechs Menschen verantwortlich fühlt und den einzigen Ausweg aus seinem Dilemma im Selbstmord sah. Myron schließlich hat Probleme mit seinem verantwortungsvollen Beruf als Feuerwehrmann und dem verfassungswidrigen, aber äußerst lukrativen Nebenjob als Drogendealer. Der einzige Schwachpunkt im Leben der kleinen Kim scheint zu sein, dass manche in ihr die Prostituierte anstatt des etwas besser beleumundeten Escortgirls sehen.

Dr. Freud, übernehmen Sie!

Welche tiefgreifenden Ängste belasten Emma und Charlie?
Emma geriet unlängst in eine verzweifelte Situation mit einem Mann, der ihr Gewalt antat und drohte, ihrem Vater die Kehle aufzuschlitzen, falls sie sich ihm widersetzte. Sie aber schlug zu. War es Mord oder Selbstverteidigung? Aus Angst vor einer Festnahme floh Emma aus England nach Amerika.

I feel so sexy / Bin ich nicht sexy?

Nun ist es an Charlie, jenes „Verbrechen“ zu gestehen, in welchem sechs Menschen den Tod fanden. Als Fluglotse im Dienst wurde er einst von seiner Arbeit abgelenkt und verlor für kurze Zeit den Überblick. In diesem Augenblick kollidierten zwei Flugzeuge miteinander. Charlie fühlte sich allein schuldig, obgleich sofort eingeleitete Untersuchungen ergaben, dass es sich bei diesem Crash um einen Unfall handelte, an welchem der Fluglotse keinerlei Schuld trug. Uff…

So endet diese „drama comedy“ mit einem Freispruch für alle Beteiligten, die jetzt voll rehabilitiert einer unbeschwerten Zukunft entgegensehen.

Fazit

Zach Braffs erstes Bühnenwerk erweist sich als ein sich etwas träge entwickelndes Schauspiel, in welchem viele Sachverhalte lange im Dunkeln bleiben, bevor sie mittels Flashbacks qua Videoprojektion aufgedeckt werden. Der Autor versucht sich etwas dilettantisch in Psychoanalyse, um die Befindlichkeiten der Akteure in den Fokus zu rücken. Kein Zweifel, die vier sind innerlich vereinsamt und suchen nach Kontakten zu anderen Menschen in der Hoffnung auf Verständnis für ihre seelische „Wetterlage.“ Dies geschieht durchweg lautstark und in einer jeden Rahmen sprengenden Fäkalsprache. Fuck und fucking, asshole und andere Kraftausdrücke ersetzen Punkt und Komma. Den jungen Leuten im Auditorium schien das Vokabular jedoch zu gefallen. In diesem zeitgeistigen, als schwarze Komödie konzipierten Plot um Schuld und Sühne wäre ein gepflegtes Oxford-Englisch auch fehl am Platze gewesen. „All New People“ ist ein unterhaltsames Stück ohne viel Tiefgang, allerdings getragen von vier exquisiten Mimen, die mit ihrer Spielfreude das Premierenpublikum begeisterten. Umjubelt war die Gesangseinlage der bildhübschen Kim. Was für eine Stimme!

Don’t argue with me / Hör auf, mich zu nerven

Ein Dankeschön geht an Regisseur Paul Glaser.

„All New People“ läuft bis einschließlich 27. Juni 2026. Tickets unter der Telefonnummer 040-227 70 89 oder online unter www.englishtheatre.de

Das ETH verabschiedet sich in die Sommerpause und lädt am 9. September 2026 zur Premiere von Oscar Wildes „The Portrait of Dorian Gray“ ein.

Fotos: Stefan Kock

Das Badia Hill macht Kulinarik zum Reiseziel und verankert Michelin Küche im Herzen der Dolomiten  

Blick auf das Hotel inmitten der Dolomiten (c)Visciani Photography (Hotel Badia Hill)

Eingebettet in die stille Weite von Alta Badia entfaltet das Hotel Badia Hill eine klare Idee von Gastlichkeit. Das Haus rückt die Küche in den Mittelpunkt und versteht sich als kulinarisches Reiseziel, ergänzt durch stilvolle Zimmer und ein exklusives Spa. Die Gäste kommen, um die Handschrift von Marco Verginer zu erleben und finden ein fein abgestimmtes Zusammenspiel, in dem der Genuss den Takt vorgibt. 

Auf einem Hügel mit freiem Blick auf die Dolomiten gelegen, konzentriert sich das Haus auf das Wesentliche. 33 Zimmer, reduzierte Architektur und eine klare Formensprache schaffen Raum für Ruhe, Landschaft und kulinarische Tiefe. 

Marco Verginer prägt das Badia Hill. Als Küchenchef, Gastgeber und Mitinhaber lässt er Kulinarik, Architektur und Erlebnis nahtlos ineinanderfließen. Seine persönliche Handschrift definiert die Vision des Hauses und macht sie für Gäste auf allen Ebenen spürbar. 

Die klare Ausrichtung wurde früh gewürdigt. Das Restaurant Porcino erhielt bereits drei Jahre nach der Eröffnung einen Stern des Guide Michelin. Die Auszeichnung unterstreicht den Anspruch, Kulinarik auf höchstem Niveau zum Mittelpunkt des gesamten Aufenthalts zu machen. 

Die Küche folgt zwei Leitideen, die das Profil des Hauses definieren. Dolomite to Sea“ verbindet alpine Herkunft mit mediterranen Einflüssen und schafft eine eigenständige kulinarische Identität. Regionale Produkte treffen auf internationale Perspektiven und entfalten eine Balance aus Klarheit und Leichtigkeit, aus Berg und Meer. 

„Nose to Tail“ steht für einen bewussten und respektvollen Umgang mit dem Produkt. Verarbeitet wird das Tier in seiner Gesamtheit, gedacht wird ganzheitlich statt in Einzelteilen. Dieser Zugang ist Ausdruck einer klaren Haltung und zeigt sich in einer Küche, die präzise, verantwortungsvoll und konsequent arbeitet.

Die Menüs sind reduziert, produktfokussiert und klar strukturiert. Jeder Gang ist Teil einer Gesamtkomposition, die nicht überladen wirkt, sondern durch Präzision überzeugt. Weitere Restaurantbereiche im Haus greifen diese Philosophie auf. Sie bieten leichtere Interpretationen, ohne den Anspruch zu verlieren, und erweitern das kulinarische Erlebnis über den Fine Dining Rahmen hinaus. Gästen, die bewusst auf Sterneküche verzichten möchten, steht jederzeit das Bistro zur Verfügung, das durchgehend geöffnet ist. Ergänzend wird auch Fondue angeboten, das eine gesellige und alpine Facette einbringt. 

Eine tragende Rolle spielt der Wein. Rund 1.500 Positionen umfasst die kuratierte Karte. Der Fokus liegt auf Herkunft, Charakter und Balance. Wein wird als gleichwertiger Bestandteil des kulinarischen Erlebnisses verstanden. Die Abstimmung zwischen Küche und Keller ist präzise. Jeder Wein wird bewusst gewählt und auf die Gerichte abgestimmt. 

Tagsüber prägen das klare Licht der Dolomiten, die markanten Felsformationen und die weiten Almlandschaften die Atmosphäre. Am Abend rückt die Küche in den Mittelpunkt. Der Fokus verschiebt sich vom Panorama auf den Teller, vom Außen zum Genuss. 

Das Badia Hill steht für eine Form des Reisens, die sich bewusst reduziert. Weniger Ablenkung, mehr Konzentration. Weniger Inszenierung, mehr Substanz. Ein Ort für Gäste, die sich Zeit nehmen für Geschmack und für die feinen Zwischentöne eines Abends, der leise wirkt und lange nachhallt.

 

Hotel Badia Hill
I-39036 Abtei/Badia, Strada Damez 2A
Tel.: +39 0471 1808 060
E-Mail: info@badiahill.com
www.badiahill.com

Warum Charlotte Ueckert ein „Swiftie“ ist und mehr vom Tag des Buches

Am vergangenen Sonnabend, den 9. Mai, um 11 Uhr eröffneten in der Altonaer Alfred-Schnittke-Akademie zunächst die Pirckheimer den Tag mit ihrem Treffen norddeutscher Mitglieder. Maler und Grafiker Christian M. Beier zeigte seine Holzschnitte, die auch Bücher illustrieren, und hatte einige Broschüren verschiedener Themen wie beispielsweise humorvolle Tierdarstellungen dabei. Geboren in Insterburg und in Hameln aufgewachsen, wohnt er nun in Hamburg-Wellingsbüttel. Er wird nach eigenen Worten „beim Malen angetrieben von Lust und Zwang: Beides beschreibt und konserviert reale und irreale Situationen.“ Sein Humor kommt in seinen Arbeiten zum Ausdruck, zeigt sich auch in der sympathischen persönlichen Begegnung.

Ein weiterer an Sammlern und Verrückten interessierter Kollege ist Thomas Klockmann, der seine Siebdruckarbeiten aus seiner Ahrensburger Werkstatt sowie seine Bücher vorstellte. Er hat Bilderhefte mit Geschichten, u.a. „pelikan“, womit weniger der Vogel als vielmehr die Füllhalter- und Tintenmarke gemeint ist. Während der Coronazeit befasste er sich eingehend mit seiner Bibliothek und schuf eine kommentierte Liste, die unter dem Titel „SMS“ in gebundener Form in zweiter Ausgabe vorliegt: Ein sehr unterhaltsames Werk über Bücher, das Lust zum Lesen weckt. Mehr über seine Arbeiten und Aktivitäten ist auf seiner Homepage zu finden: https://kukii.de/

Rudolf Angeli vom Angeli & Engel-Verlag, Pirckheimer und Herausgeber des „Hamburger Bothen“, zeigte neue Ausgaben seiner großformatigen bibliophilen Bücher mit beeindruckenden grafischen Elementen. In Zusammenarbeit mit der Hamburger Staatsbibliothek und der Wolfgang Borchert Gesellschaft gibt der „Verlag für paradiesische Bücher“ (Zitat Website) in diesen Tagen einen Band mit farbigen Bildern und Zeichnungen Wolfgang Borcherts heraus. Das Buch trägt den Titel „Er wollte einmal Maler werden“. Die Subskriptionsfrist endet am 15. Mai 26. Mehr dazu findet sich direkt beim Verlag: https://angeliundengel.art/unsere-buecher/

Zu den Sammlern und Verrückten, die die Pirckheimer-Gesellschaft beherbergt, gehören auch Ralf Plenz vom Input-Verlag und die Verfasserin dieser Zeilen. Beide sind ferner Mitglieder der Hamburger Autorenvereinigung und unseres Journalisten-Verbands; beide Verbände waren als Mitveranstalter am Tag des Buches beteiligt.

Ralf Plenz präsentierte seine bibliophile Edition „Perlen der Literatur“, über die wir schon an anderer Stelle berichtet haben. Zwischenzeitlich sind Vorzugsausgaben mit Original-Kalligrafien ebenso erhältlich wie für die Buchreihe passende Schuber, um die in Leinen gebundenen und mit individuellen Banderolen versehenen Schätzchen stilgerecht im Bücherregal unterzubringen. In diesem Jahr sind neben einer Kalligrafie-Postkartenedition auch fünf neue Perlen erschienen, von denen später noch die Rede sein wird.

Mit „Morgentau am Deich“ erschien erstmals eine Solo-Haikupublikation der Poetin Maren Schönfeld, die in der DAP eher als Journalistin und Fachbuchautorin bekannt ist. Poesie ist jedoch seit Anbeginn ihres Schreibens, von Rilke geprägt, ein großer Bereich ihrer Arbeit. Der Rotkiefer-Verlag gibt die Reihe der Haiku-Hefte heraus, dessen Heft Nr. 16 Schönfelds Titel ist. Als Pirckheimerin ist sie natürlich auch dem Sammeln verfallen und zeigte eine Auswahl schöner alter Bücher, die sie zwanghaft aus Buchtauschregalen retten muss und dann auch liest, und eine kleine Anzahl aus ihrer Lesezeichensammlung. Außerdem hatte sie ihre Sachbücher, Lyrikbände und drei Titel aus dem  Expeditions International Publishing House dabei, der sich mit internationalen Büchern in mehreren Sprachen etabliert hat. Die Malerin Hanna Malzahn steuerte ihre in Sütterlin geschriebenen Gedichtarbeiten bei.

Anlässlich des 75-jährigen Jubiläums unseres Journalisten-Verbands durfte auch das DAP-Notizbuch – Geschenk für unsere Mitglieder und für fünf Euro auch für Nicht-Mitglieder zu haben – mit auf den Präsentationstisch, außerdem hatten wir aus unserem Mitgliederkreis Leseproben von „Anninarra“, dem utopischen Roman von Christian Buske, dabei sowie den Titel „Germanischer Berghund“ von Jörg Krämer.

Verlagsbesichtigung und Perlen von Sand bis Swift

Für die DAP öffnete Ralf Plenz um die Mittagszeit die Türen seines unweit gelegenen Input-Verlags und gewährte einen Einblick in seine Arbeit als Verleger. Dort wurden einige wertvolle und besondere Bücher gezeigt und Fragen beantwortet, bevor das Bühnenprogramm mit kurzen Podiumsgesprächen wiederum in der Alfred-Schnittke-Akademie begann. Ein wenig Fachsimpelei rund ums Schreiben, Büchermachen und Vermarkten war quasi das Vorprogramm für die Vorstellung der fünf neuen „Perlen der Literatur“.

Die Hamburger Literaturwissenschaftlerin und Schriftstellerin Charlotte Ueckert sprach mit Ralf Plenz über ihre Arbeit an den Bänden „Gullivers Reisen“ von Jonathan Swift. Dass er Menschen eher gehasst hat, stattdessen aber Tiere liebte, insbesondere Pferde, erfuhr das Publikum aus dem Gespräch. Ueckert befasst sich seit Jahrzehnten mit dem Autor, was ihr den Zuruf „Dann bist du ein Swiftie!“ aus dem Publikum eintrug. Ob Taylor wohl etwas von Jonathan gelesen hat?

Der im Moment sehr stark beachtete Titel „Erfreuliche Drucksachen durch gute Typographie“ von Jan Tschichold brauchte in der Vorstellung keinen Gesprächspartner für Ralf Plenz, denn das Thema ist absolut seins, um nicht zu sagen sein Steckenpferd; die Leser mögen der Verfasserin dieses Artikels den Kalauer verzeihen. Diese hat beobachtet, dass immer wieder Menschen an den Verleger herantreten und nach korrekter Typografie fragen – vielleicht ist eine typografische Beratung noch ein zu erschließendes Dienstleistungsfeld für Plenz. Jedenfalls hat ein TikTok-Video über das Thema mehr als vierzigtausend Aufrufe zu verzeichnen.

Als Kontrast zu diesem eher nüchtern erscheinenden Buch konnte Sibylle Hallberg mit mehr Sinnlichkeit aufwarten, als sie von ihrer Arbeit an George Sands „Indiana“ erzählte. Die Neuübersetzung stellte sie u.a. vor die Aufgabe, Bezeichnungen zu finden, die sowohl zurzeit des damaligen Erscheinens des Romans (1832) als auch heute stimmig sind. In der Entwicklungsgeschichte der jungen, gutgläubigen Indiana zur selbstbestimmten Frau spielt ein Mann eine Rolle, für den sie nach einigem Überlegen das Wort „Hallodri“ fand, was damals wie heute ein herrliches ist und wahrscheinlich von dem lateinischen Wort „Allotria“ für „Unfug“ abstammt. Allein das macht schon Lust auf das Buch!

Die Arbeit an dem Roman „Frau Sorge“ (1887) des ostpreußischen Schriftstellers Hermann Sudermann war sowohl im Lektorat als auch in der Recherche spannend. Das Buch zog Maren Schönfeld mit seinen naturalistischen Bildern in den Bann. Da schließt sich der Kreis zu ihrer poetischen Ader und der Liebe zur Natur. Die Geschichte um den heranwachsenden Paul unter dem Schatten der ständigen Sorgen berührt und ist trotz des schweren Themas nicht niederdrückend.

Alle Bände der mittlerweile 40 Titel umfassenden Reihe „Perlen der Literatur“ sind auf der Website des  Input-Verlags zu finden.

Durch krankheitsbedingte Absagen und erschwerte Verkehrsbedingungen durch den Hamburger Hafengeburtstag blieben die Besucherzahlen hinter den Erwartungen zurück. Dennoch war es ein inhaltlich sehr gelungener Tag des Buches, der sicherlich nicht der letzte seiner Art gewesen sein wird.

Aufbruch ins Rundfunkzeitalter

Der Berliner Funkturm wurde vor 100 Jahren eingeweiht

Wie die Große Polizei-Ausstellung stand auch der Berliner Funkturm für Zuversicht, Fortschritt und den Aufbruch in eine neue Zeit. Die Stahlfachwerkkonstruktion im Stil der frühen Moderne steht in der Tradition des Pariser Eiffelturms. Allerdings ist der „Berliner Eiffelturm“ einige Nummern kleiner. Die Gesamthöhe vom sogenannten Langen Lulatsch beträgt statt 330 nur 146,78 Meter und die Gesamtmasse statt 10.100 nur 600 Tonnen.

Auf 51,65 Metern Höhe befindet sich ein quadratisches 15 mal 15 Meter großes Restaurantgeschoss direkt über einem kleineren Küchengeschoss für Wirtschaftszwecke. Auf den 200 Quadratmetern Grundfläche des Turmrestaurants finden heute bis zu 116 Gäste Platz.

1961_4-Musterungen-Funkturm. By Wolfgang Dey – Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=182101512

Auf 121,5 Metern Höhe bietet der Turm seinen Besuchern auch noch eine geschlossene, 4,4 Meter breite Aussichtskanzel in Form einer Laterne mit einer 7,9 Meter breiten Aussichtsplattform darüber. Bis dort hinauf führt eine Aufzugsanlage. Mit dieser Förderhöhe war der Aufzug bei seiner Inbetriebnahme der höchste elektrische Lift im Deutschen Reich.

Im Gegensatz zu dem von 1887 bis 1889 erbauten Eiffelturm war dessen knapp vierzig Jahre jüngeres Berliner Pendant von vornherein als Funkturm konzipiert. Ein Jahr nachdem am 29. Oktober 1923 die Geschichte des Hörfunks in Deutschland mit der ersten Unterhaltungssendung aus dem Berliner Vox-Haus begonnen hatte, am 8. November 1924, gab die Gemeinnützige Berliner Messe-Aufbau G.m.b.H. den Bau des Berliner Funkturms in Auftrag. Die erste Große Deutsche Funkausstellung vom 4. bis 14. Dezember des Jahres wurde noch abgewartet, dann gingen die Bauarbeiten los.

180.000 Mark waren geplant. 203.660 wurden es schließlich. Das ist eine Überschreitung von gut 13 Prozent. Zum Vergleich: Ein typisches, bescheidenes Eigenheim kostete damals zwischen zehn- und zwanzigtausend Mark

By Eva K. / Eva K. – Eva K. / Eva K., CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2619456

Am 3. September 1926 war es so weit. In Anwesenheit von rund tausend geladenen Gästen, darunter der Reichsinnenminister, Wilhelm Külz, der Berliner Oberbürgermeister, Gustav Böß, sowie der allein schon durch das nach ihm benannte Institut hinlänglich bekannte erste Verwaltungsratsvorsitzende der Reichs-Rundfunk-Gesellschaft und Reichs-Rundfunk-Kommissar Hans Bredow, wurde der mit 138 Metern erste und höchste Sende- und Aussichtsturm der Weimarer Republik feierlich seiner Bestimmung übergeben.

Tag des Buches 2026 in Hamburg-Altona

Die Hamburger Autorenvereinigung, Die Auswärtige Presse und die Pirckheimer-Gesellschaft richten in der Alfred-Schnittke-Akademie, Max-Brauer-Allee 24, am Samstag, 9. Mai 2026, den „Tag des Buches“ aus. In dessen Rahmen gibt es Vorträge, werden Bücher aus- und vorgestellt sowie getauscht. Dieses Angebot ist offen für alle Gäste. Eintritt: frei

Zwischen 11 und 15 Uhr findet das Pirckheimer-Treffen der Region Nord statt. Zu sehen gibt es Bibliophiles, Druckkunst, lesefreundliche Typografie und Kalligrafie … – Und zu hören sind Bücherliebhaber, Sammler, Verleger, Künstler. Neben je zehnminütigen Vorträgen der Aussteller entsteht im Beiprogramm eine kostenlose Büchertauschbörse für alle Besucher und Aussteller mit maximal sieben Büchern pro Person.

In denselben Räumen veranstaltet die Hamburger Autorenvereinigung von 15.30 bis 17.30 Uhr eine Lesung:

Tiefsinnige „Perlen der Literatur“ (5 Neuerscheinungen aus dem Input-Verlag)
mit
Sibylle Hallberg
Ralf Plenz
Maren Schönfeld
Charlotte Ueckert

Podiumsgespräche und Lesung aus 80 bis 300 Jahre alten Büchern. Mit Texten von George Sand (Indiana), Jan Tschichold (Erfreuliche Drucksachen), Hermann Sudermann (Frau Sorge) und Jonathan Swift (Gullivers Reisen).

 

Zwischendurch gibt es von 12:00 bis 13:00 Gelegenheit, den Input-Verlag zu besichtigen.

ALMGUT. Draußen sein im Biosphärenpark Lungau.

Außenansicht vom ALMGUT mit Outdoorpool ©Elisabeth Fotografie (ALMGUT)

Im Frühsommer beginnt man im Salzburger Lungau den Tag gerne früher und bleibt länger draußen. Die Luft ist frisch, die Temperaturen angenehm, die Berge laden ein. Auf 1.066 Metern Seehöhe, mitten im Biosphärenpark Lungau, liegt das ALMGUT Mountain Wellness Hotel. Ein Haus, das den Sommer nach draußen verlagert.

Vom ALMGUT aus führen die Wege direkt in die Natur. Über Almen, durch Wälder und hinauf zu aussichtsreichen Höhen. Fünf Bergbahnen bringen Gäste jeweils einmal kostenfrei nach oben, auf Grosseck, Speiereck, Aineck, Obertauern oder den Fanningberg, auf Wunsch auch mit dem Mountainbike. So bleibt Kraft für das Wesentliche. Fürs Unterwegssein, fürs Entdecken, fürs Staunen.

Wer tiefer eintauchen möchte, entdeckt den Lungau gemeinsam mit den Gastgebern. Sie teilen ihre persönlichen Lieblingsplätze abseits bekannter Routen. Orte, an denen man innehält, an einem Bach, wo Kneippen erfrischt und belebt, oder auf einer ruhigen Alm. Der Körper kommt in Bewegung, der Kopf findet Ruhe. Im Sommer zeigt sich die Region von weiteren Seiten. Beim Golfen auf sattem Grün, ruhig und konzentriert, rücken Spiel und Landschaft gleichermaßen in den Fokus.

Wandern zu Lungauer Kraftorten

Rund sechzig Bergseen liegen über die Region verteilt, jeder mit eigener Stimmung und eigener Geschichte. Wer hier unterwegs ist, merkt schnell, dass es nicht um Tempo geht. Man bleibt stehen, schaut länger, lässt die Kamera im Rucksack. Erst dann entfaltet sich die Wirkung dieser Orte. Am Rosaninsee erzählen stille Spuren von der Bergbauvergangenheit. Und wer den Großen Königstuhl auf 2.340 Metern erreicht, steht am Dreiländereck von Salzburg, Kärnten und der Steiermark. Der Blick reicht nach Westen bis zu den Gletschern.

Entspannung, die nach draußen denkt

Zurück im ALMGUT geht Aktivsein nahtlos in Entspannung über. Das ALM.SPA öffnet sich nach draußen und verbindet Innen und Außenbereiche mit selbstverständlicher Leichtigkeit. Im Indoor- und Outdoor-Infinity-Pool lösen sich Gedanken, in den Saunen stellt sich wohlige Wärme ein.

Der ALMGarten – ein Ort für alle Sinne

Der ALMGarten ist Rückzugsraum, Entdeckungsplatz und sinnliche Landschaft zugleich. Inspiriert von einer kindlichen Neugier – Alice hat hier ihr eigenes kleines Wunderland gefunden – lädt er dazu ein, die Umgebung mit allen Sinnen wahrzunehmen.

Nach einer Wanderung die Füße im kühlen ALMBach erfrischen, das Kribbeln spüren. Barfuß über den „Weg der Sinne“ gehen, wo Stein, Holz und Wasser die Fußmuskulatur aktivieren und den Körper erden. Im Naschgarten reife Beeren pflücken, direkt vom Strauch, intensiv im Geschmack. Ein paar Schritte weiter: der Kräuter- und Blütengarten. Düfte liegen in der Luft, Blätter werden zwischen den Fingern gerieben, Aromen erkannt, vielleicht probiert. Wer mag, zieht sich zurück, legt sich in eine der Wiesenkojen und lässt den Blick wandern.

Den Frühling und den Sommer schmecken

Auch kulinarisch bleibt das Haus seiner Linie treu. Regional, saisonal und köstlich umgesetzt. Die Küche orientiert sich an den Aromen des Sommers und begleitet den Gast geschmackvoll durch den Urlaub.

ALM.GUT GmbH &Co KG
A-5581 St. Margarethen im Lungau
Tel.: +43 6476 4290
E-Mail: info@almgut.at
www.almgut.at

Das leise Versiegen – Anmerkungen zu Libido und Fruchtbarkeit

Hispanic teen girl with medicine pill
Foto: Götz Egloff

Da helfen auch Tabletten nicht… oder doch? – Bringen wir Endokrinologie und Psychosomatik im Sinne einer bio-psycho-sozialen Medizin, die gesellschaftliche Entwicklungen miteinbezieht, zusammen, so gelangen wir rasch zu Einsichten, die durchaus gegenläufig zu vielen weit verbreiteten Annahmen sein dürften. Sowohl klinisch Beobachtbares als auch Alltagserscheinungen in deren Verhältnis zu den aktuell geführten gesellschaftlichen Debatten liefern Anschauungsmaterial, das der Interpretation würdig ist. Ohne hier durchaus bedeutsame individuelle psychische Verfasstheiten zu beleuchten, werden also im Folgenden verschiedene Befunde kursorisch erfasst und in gesellschaftlichen Kontext gesetzt.

In ihrem Fachartikel zur ‚Kontrazeption bei Jugendlichen‘ formulierte Cosima Brucker von der Uni Ulm noch im Jahr 2002 die Problematik von Teenager-Schwangerschaften, die damals schon im Rückgang begriffen waren und noch sind. In ihrem Bezug auf Studiendaten von 1980 und 1998 wurde vor allem zuviel Spontaneität im sexuellen Verhalten als problematisch eingeschätzt. Über 20 Jahre und nichts weniger als eine Medienrevolution später, muss Christian Dadak (2025) vor allem in den westlichen europäischen Ländern nicht nur einen immer drastischeren Geburtenrückgang feststellen; wir haben es bei jugendlichen Frauen hinsichtlich Sexualität und Kontrazeption gar mit einer komplizierten, vielschichtigen Gemengelage zu tun, in der einiges nicht nur auf eine Abnahme der Häufigkeit von Geschlechtsverkehr hinweist, sondern auf einen Libidorückgang selbst. Dies wäre eine hochproblematische Entwicklung, die von einer der renommiertesten Sexualforscherinnen Nachkriegsdeutschlands, Sophinette Becker, bereits 2013 kritisch in Aussicht gestellt wurde (Becker 2013; vgl. Egloff 2023). Von einer Problematik der Spontaneität hin zur Problematik des Libidorückgangs könnte man wohl sprechen.

Die Luxemburger Gynäkologin Danielle Choucroun (2024) publiziert hierzu über die zunehmende Ablehnung von Kontrazeption und stellt gleichzeitig im Frankreich des Jahres 2022 die höchste Schwangerschaftsabbruchrate seit etwa 30 Jahren fest. Die paradoxe Erscheinung, dass gerade in westlichen Gesellschaften die Geburtenrate sinkt – die niedrigste Anzahl an europäischen Geburten weist Malta auf (Calleja-Agius u. Attard 2024) – und gleichzeitig die Zahl der Schwangerschaftsabbrüche bei rückgehender Kontrazeption steigt, muss man erst einmal verdauen: Choucroun beschreibt, wie in Luxemburg im Jahr 2023 die Abbrüche rapide anstiegen, also in genau jenem Jahr, in dem alle Kontrazeptionsmittel zum ersten mal kostenfrei zur Verfügung standen; im Jahr der staatlichen finanziellen Übernahme verdoppelte sich gar deren Anzahl. Auf Luxemburg als “champion of contraception in Europe” hinzuweisen lässt sich die Autorin dennoch nicht nehmen und fragt sich, ob kostenfrei nun noch nicht genug sei. Diese beliebte hyperrationale Perspektive verkennt – neben einem möglicherweise als solchem wahrgenommenen staatlichen Signal, keine Geburten seien Geburten vorzuziehen – mindestens manche derzeitigen gesellschaftlichen Beschaffenheiten. In diesen gehen Gedankenlosigkeit und Anspruchshaltung gar nicht so selten eine unheilige Allianz ein, gewiss nicht nur bei jungen Frauen. Dabei führt Choucroun im Abschnitt über die Hypermoderne gute Beobachtungen an, kann sie aber nicht recht nutzen. Dass totale Verwöhnung mindestens so schädlich ist wie totale Versagung, scheint jedenfalls noch nicht überall durchgedrungen zu sein. Die Hormondosis der ´Morning-after-Pille´ beträgt ein Vielfaches der täglichen Antibabypille und wird im ´Notfall´ doch recht bedenkenlos konsumiert. Dass die Autorin daher die Pillenmüdigkeit beklagt, ist nachvollziehbar, muss aber in einen Gesamtkontext eingebettet werden.

Endokrinologie und Psychosomatik 

Brasilien ist seit jeher ein westliches Land, in dem nur wenige Frauen die Pille mögen (vgl. Egloff 2011a, b). In Italien verhält es sich ähnlich: mit nur etwa 20 Prozent Anwenderinnen in der weiblichen Bevölkerung ist die italienische Pillenquote eine der niedrigsten in Europa, und insgesamt etwa 40 Prozent wenden keine oder nur halbherzig kontrazeptive Maßnahmen an (Farris u. Bastianelli 2025). Nun könnte es sein, dass auch in Deutschland der in Brasilien und Italien oft ins Feld geführte spürbare Libidoverlust im Rahmen der Pilleneinnahme gerade junge Frauen von dieser abhält – und wenn das Verlangen dann durchbricht, sie die ´Pille danach´ als notwendiges Übel akzeptieren lässt. Aus psychotherapeutischen Praxen ist dies gelegentlich zu vernehmen. Die tägliche Hormondosis nicht zu vergessen kann heute für manche junge Frau ein echtes Problem darstellen, und transdermales Hormonpflaster oder Monatsring werden nach wie vor selten verwendet. Näher allerdings scheint zu liegen, dass in Brasilien und Italien mit manchen Rationalisierungsschüben kälterer Länder und Kulturen nur ungern mitgegangen wird. Was für junge Frauen in südlichen Ländern bei einer fraglos beobachtbaren Appetenz- und Libidosteigerung nach Absetzen der Pille (Egloff 2012) nachvollziehbar erscheint, kann auch bedeuten, dass diese eine mögliche Schwangerschaft nicht unbedingt als Katastrophe verstehen; vielleicht ist die ´Empfänglichkeit´ für Empfängnis ausgeprägter als in nördlichen Ländern. Dennoch sinkt auch im europäischen Süden die Geburtenrate.

So wie erhebliche Libidostörungen bei vielerlei pharmakotherapeutischer Medikation (Keck 2019) eher die Regel als die Ausnahme darstellen, werden nun kontrazeptive Maßnahmen auch in Deutschland zunehmend als Bremse oder Belastung wahrgenommen. Dass nach langjähriger Pilleneinnahme Schwierigkeiten auftreten können, schwanger zu werden, hat sich zum Teil herumgesprochen; die sogenannte Lutealphasenunterstützung mittels Progesteron scheint auch bei natürlich geplanter Schwangerschaft mittlerweile immer nötiger zu werden, wie auf dem Kongress der Preis School für Perinatologie, Neonatologie und Reproduktionsmedizin zu hören war (Bruer 2023). Ob dieser Faktor bei jungen deutschen Frauen tatsächlich eine Rolle spielt, bleibt fraglich. Junge Frauen, pillenmüde oder als unzuverlässige Pillen-Anwenderinnen, könnten von strukturierter Beratung profitieren – in Italien wechselt etwa die Hälfte nach eingehender Beratung ihre Kontrazeptionsmethode (Farris u. Bastianelli 2025) –, ohne dass dies natürlich die Geburtenrate steigern würde.

Kultur und Biochemie

Irgendwann nach der Jahrtausendwende tauchten in gesellschaftlichen Debatten zunehmend Begriffe wie ‚Toxische Männlichkeit‘ auf, die nicht etwa die naheliegenden Vergiftungsängste durch das Männliche (Priskil 2024) thematisieren, sondern meist poststrukturalistisch verwendet werden. Poststrukturalistisch bedeutet sprachtheoretisch und zeichentheoretisch, und letztlich machttheoretisch. Manche dieser Ansätze lassen sich auf vieles sinnvoll anwenden, auf Körper und Geschlecht aber am wenigsten. Wer Körper und Geschlecht nur poststrukturalistisch – quasi ohne Körper – denken mag, dem sei hier Ralph Frenkens Kapitel “Venus-Phallus” (2023) anempfohlen, das körperlich-leibliche Aspekte leicht sichtbar macht: Körper sind real, und Psyche ist eng mit dem Körper verbunden, gar in Wechselwirkung eingeschrieben. Doch ein ‚Körper, nein danke!‘ ist heute wieder gar nicht so selten zu bemerken, auch ohne dass es immer ausgesprochen würde.

Betrachten wir die Nanowelt der Mitochondrien in der Reproduktion, wird klar, dass im biologischen Befruchtungsvorgang biochemische Prozesse stattfinden, die psychosomatisch fundiert sind. So konnte z.B. nachgewiesen werden, dass molekularer oxidativer Stress männliche Spermien beim Prozess der Kapazitation und damit die Akrosom-Reaktion im Rahmen der Befruchtung stören kann, was deren Beweglichkeit betrifft, sodass auch bei ausreichender Spermienzahl keine Befruchtung stattfindet (Franjic 2023). Die Biologin Darja Wagner sieht in ihrem Artikel “Männliche Fruchtbarkeit in Gefahr?” (2025) die männliche Fertilität gar in exorbitantem Rückgang begriffen, wofür manches spricht. Was sie in Zusammenhang mit einer Überexpression des Spike-Proteins im Rahmen der CoVid19-Pandemie formuliert, könnte sogar weitgehendere Zusammenhänge haben.

Die Spermienqualität gehe in Westeuropa, Nord- und Südamerika, China und Indien zurück, formuliert Wagner vielleicht etwas zu global, denn: wo nicht gemessen wird, können keine Befunde vorliegen. Und es wird nicht überall gemessen. Warum geht sie überhaupt zurück? Die üblichen Verdächtigen wie Ernährung, Plastik und manche Stoffe dürften gewiss eine Rolle spielen, es müssten aber auch andere Zusammenhänge eröffnet werden. Denn insgesamt schaut es in afrikanischen und arabischen Regionen deutlich anders aus, sodass von einer Schwerpunkt-Problematik überwiegend westlicher und westlich gepägter Industrieländer gesprochen werden muss. Als mögliche Faktoren müssten auch psychogeographische einbezogen werden; im Rahmen von Mentalität ist eine ausgeprägte Kinderfreundlichkeit im Süd-Nord-Gefälle überdeutlich.

Im engeren biochemischen Rahmen sind bei oxidativem Stress nicht nur eine zu geringe, sondern auch die exzessive Zufuhr von Antioxidantien ungünstige Faktoren, die die Spermien-Kapazitation behindern oder stören (Henkel 2024). Zudem können bei eigentlich gesunden Spermien neben der Motilität auch andere Faktoren als Problematiken auftreten, die im Ergebnis als Sterilität bezeichnet werden können (Franjic 2023). Die Eiweiß-Verbindung L-Carnitin, vertreten durch rotes Fleisch und insbesondere Hammel und Lamm (Henkel 2024), ist dagegen ein protektiver Faktor. Regionen wie Nordafrika und Vorderasien sind hier klar im Vorteil. Von den Ländern auf mit Europa vergleichbaren Breitengraden ist es die Mongolei, die, auf dem Breitengrad Österreichs, eine hohe Geburtenrate aufweist – wenn auch ganz andere soziokulturelle Bedingungen vorliegen. Dennoch: traditionellere Gesellschaften haben kulturell manche Probleme weniger, weil sie sich genealogischer, d.h. sich stärker in historischen Linien sehen (Egloff 2023; vgl. Nassar 2023). Aber auch in Island, wo Hammel und Lamm ebenso eine gewisse Rolle spielen, gibt es eine immerhin recht stabile mittlere Geburtenrate. Ganz entgegengesetzt, auf den Philippinen, ist sie recht hoch. Gemeinsam haben die genannten Länder wiederum, dass Vegetarismus dort keine Rolle spielt. Dieser ist für männliche Fertilitätsförderung wenig geeignet, da fast kein L-Carnitin zugeführt wird (Henkel 2024). Liegt hier gar ein übersehener Schlüssel zu niedrigen Geburtenraten?

Man kann nicht wissen, ob soziokulturelle Bedingungen den psychosomatischen Beschaffenheiten vorausgehen oder andersherum. Ein Sowohl-als-auch ist wahrscheinllich. Was man wissen kann ist, dass auch biologische und kulturelle Faktoren in Wechselwirkung stehen und neben den sozialen eine gewichtige Rolle spielen, die oft ausgeblendet wird. Ein Mehr an oft verwirrenden Informationen schafft zudem nicht unbedingt mehr Aufklärung, sondern dient oft der weiteren Rationalisierung der Lebenswelt, was existentielle Verunsicherung schafft. Die globalisierte Welt zeugt vom Aufschaukeln von Informationsüberflüssen. Nehmen wir gesellschaftlich also einen eher genealogischen als biographischen Standpunkt ein (Egloff 2020), ist davon auszugehen, dass traditionellere Gesellschaften bei der Reproduktion im Vorteil sind, was natürlich zu Lasten von Freiheiten, aber eben auch zu Lasten westlicher Anomietendenzen geht. Daher findet sich in westlichen Ländern nun ein immer stärker werdendes Bedürfnis nach kultureller Verankerung. Die derzeitig gängigen poststrukturalistischen Konzepte gerade in diesem Bereich stehen dem zum Teil entgegen und befördern eher die existentielle Verunsicherung. Oft werden sie recht unbedacht verwendet und auf alles und jedes angewendet. Weder Körper noch Kultur spielen darin die ihnen zustehende Rolle, und sie werden einem meist unbestimmt genutzten Universalismus untergeordnet.

Mentalität und Debatten

Derzeitige poststrukturalistische Stoßrichtung findet sich auch im Spiegel-Artikel “Männer sind mir fremd geworden” von Nina Sternburg (2025). Ihr Lamento umfasst viele der heutigen Chiffren westlicher Millennials, von denen nicht wenige mit einem Ausmaß an Privilegien aufwuchsen, das Seinesgleichen sucht. Wenn die Autorin das ganze Repertoire der Begrifflichkeiten auspackt und in Deutschland Gewalt allerorten entdeckt, fragt man sich unwillkürlich, ob sie wohl vom Tocqueville-Effekt gehört hat. In ihren Ausführungen erfolgt zunächst nicht nur keine Selbstreflektion, keine historische Einordnung, keine Anerkennung historischer Bedingtheiten, sondern eher schon einiges an Verkennung. So rekurriert die Autorin auf irgendeinen Instagram-Post, postuliert Riss, Zäsur und manches andere. Aber immerhin, dann setzt Selbstreflektion ein: ihre 50-jährige Mutter, die ein Bekannter “nackig” sehen möchte, lässt die Autorin aufhorchen: ihre Mutter sei von Männern nicht entfremdet, sondern lediglich befremdet. Ist das etwa Erwachsenwerden?

Die Kunst, auch ein ungeschicktes Kompliment als solches zu erkennen, scheint auf dem Rückzug. Auch hier kommt es zudem auf Mentalität und Kulturkreis an: nicht nur ´Anmache´, sondern auch Reaktion können schon in Italien und Schweden sehr unterschiedlich sein (vgl. Egloff 2025). Vielleicht war die Mutter der Autorin ungeachtet der Plumpheit ein bisschen stolz auf die Nachfrage; auch das taucht in psychotherapeutischen Praxen manches Mal auf. Wir alle sind eben auch: Körper. Die Entkörperlichung, die auch Becker (2013) in Poststrukturalismus-Konzepten moniert, hat nämlich bereits einige Arbeit geleistet. Wo sie Einzug hält, befinden wir uns, psychoanalytisch gesprochen, auf dem regressiven Weg von der Endlust zur Vorlust, einer zwar dauerhaften, aber nur quasi-libidinösen Erregungskurve, die nie ihr Ziel, nie ihr Objekt, nie Befriedigung findet.

Das leise Versiegen von Libido und Fruchtbarkeit beginnt wohl dann, wenn Männer Frauen zu ähnlich werden. Dann werden sie entweder noch immer als zu fremd empfunden oder aber gar nicht mehr als Männer erlebt. Die Psychoanalytikerin Simone Reissner (2025) findet bei manchen jungen Pornographiekonsumenten gar das Verharren in der Kleinkind-Position, die man evolutionsbiologisch auch als Omega-Position bezeichnen kann. Aus dieser schaut man den Erwachsenen bei eher unverständlichen als ‚unanständigen‘ Sachen zu – mit denen zu tun hat man ohnehin nichts. Die Alpha-Position hingegen, für Männer zur Zeit schwer in Verruf, ist in Debatten nicht gefragt; wer weiß, ob diese durch Alpha-Frauen gefüllt werden kann (Paglia 2014).

So liegt der Gedanke nahe, dass es eine gesellschaftliche Bewegung gibt, weg von: mit Pille weniger Lust, aber keine Kinder – das ‚alte‘ deutsche Modell – und: ohne Pille mehr Lust und mehr Kinder – das ‚alte‘ südliche Modell, hin zu: keine Pille, keine Lust, und auch keine Kinder. Wird dies das ’neu‘ global-westliche Modell? Dagegen existieren nennenswerte Initiativen eigentlich nur in wenigen südlichen Ländern wie Griechenland, Serbien, Italien, Spanien oder Malta, die die Brisanz der Thematik als hoch einschätzen und: die Kinder und – die fremden – Männer mögen.

Literaturhinweise

Becker, Sophinette (2013). Bisexuelle Omnipotenz als “Leitkultur”? Sexuelle Verhältnisse im gesellschaftlichen Wandel. Psychoanalyse im Widerspruch 25(49):7-25

Brucker, Cosima (2002). Kontrazeption bei Jugendlichen. Gynäkologische Endokrinologie 1:11-17

Bruer, Christian (2023). Kongressbericht Preis School April 2023: Stimulationsprotokolle, Chancen und Risiken bei älteren Patientinnen – und vom Benefit der Lutealphasenunterstützung. J Reproduktionsmed Endokrinol 20(4):174-175

Calleja-Agius, Jean u. Attard, Maria (2024). Will science alone save your fertility? Int J Prenat Life Sci 16(4):1-5

Choucroun, Danielle (2024). Refusal of medical contraception in a hypermodern age: does sexuality want to emancipate itself from science? Europ Gynecol Obstetr 6(2):50-53

Dadak, Christian (2025). Kontrazeption bei Jugendlichen. päd – Prakt Pädiatr 31(2):158-160

Egloff, Götz (2025). Weibliche Psychosomatik in der “postödipalen” Gesellschaft. gyn – Prakt Gynäkol 30(3):242-250

Egloff, Götz (2023). Psyche zwischen Libido und Medien: vom verlorenen zum virtuellen Objekt. gyn – Prakt Gynäkol 28(1):58-68

Egloff, Götz (2020). Time and Psyche. In: Egloff G, Djordjevic D (eds.). Pre- and Postnatal Psychology and Medicine. Nova Science, New York, 269-295

Egloff, Götz (2012). Der Monatsring als Alternative? Paracelsus 12(6):14-15

Egloff, Götz (2011a). Ist weniger mehr? Der Langzyklus als Therapeutikum. gyne 32(8):8-10

Egloff, Götz (2011b). Neues vom Langzyklus. Gynäkologische Endokrinologie 9(2):132

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