SUPERNOVA – Holiday on Ice

HOLIDAY ON ICE/Rico Ploeg, Roy Kuis

Standing Ovations für neue Show SUPERNOVA in Hamburg – ACADEMY Nachwuchstalent Carolina Raabe betritt die große Showbühne 

Hamburg – HOLIDAY ON ICE eröffnete am 6.2.2020 in der Barclaycard Arena mit einer emotionsgeladenen und spektakulären Premiere die Eisfläche für die neue Show SUPERNOVA – A journey to the stars. Ihre Showpremiere feierte auch Carolina Raabe – als ausgewähltes Nachwuchstalent der HOLIDAY ON ICE Academy hatte die 13-Jährige ihren große Auftritt auf der Eisshowbühne und begeistere das Hamburger Publikum. Am 08.02.2020 erwartete die Zuschauer zudem ein weiteres Highlight, als die Gaststars Sarah Lombardi und Joti Polizoakis in der Show um 16:30 Uhr live auf dem Eis zu erleben waren. Außerdem feierten die Olympiasieger Aljona Savchenko und Bruno Massot am 09.02. um 13:00 Uhr ihr Comeback auf dem Eis in der Barclaycard Arena. Sie zeigten dort ihre gefeierte, hochemotionale Olympiakür sowie ihre eigens für HOLIDAY ON ICE kreierte Performance.

SUPERNOVA – spektakuläres Live-Entertainment auf und über dem Eis
HOLIDAY ON ICE/Chris Moylan

„SUPERNOVA ist eine Hommage an die eisige Polarwelt sowie das Universum mit all seinen Sternen, die wir mit berauschenden Bühnenbildern, innovativster Technik und atemberaubenden Choreografien zelebrieren. Wir lassen wir es in der Show wirklich schneien und entführen unser Publikum in eine ferne Galaxie“, beschreibt Robin Cousins, Creative Director der Produktion, einige effektvolle Details der Show.

Mit bezauberndem Eistanz und beeindruckend prachtvollen Kostümen erzählt die Show die Geschichte eines Liebespaares, dass inmitten einer winterlichen Feier durch einen gigantischen Schneesturm hinaus in die Unendlichkeit des Kosmos getragen wird. Dort beginnt für die beiden ein fantastisches Abenteuer jenseits von Raum und Zeit zu wahrhaft überwältigenden Orten der Galaxie und zu seinen exotischen Bewohnern. Zuletzt gelangen sie – durch eine galaktische Explosion, eine Supernova – wieder auf die Erde und zurück auf das Fest in der verschneiten Eiswelt. Dort zelebrieren sie ihre Liebe vor einer atemberaubenden Kulisse in einem unvergesslichen Finale, umgeben von farbenprächtigen Polarlichtern.

HOLIDAY ON ICE / Rico Ploeg

Mit SUPERNOVA schöpft HOLIDAY ON ICE alle Dimensionen der Eisbühne vollends aus. Die Show entführt seine Gäste in zwei völlig unterschiedliche Welten und überrascht mit spektakulären neuen Show-Elementen, die es nie zuvor bei HOLIDAY ON ICE gegeben hat. Auf die Zuschauer warten unter anderem eine 3D-LED-Wall aus individuell bespielbaren Cubes, eine bewegliche Plattform für Special Acts, rasante Geschwindigkeiten in der gesamten Arena sowie fliegende Elemente und Skater. Neben den hochklassigen technischen Ansprüchen und Eiskunstlauf auf Weltklasseniveau besticht SUPERNOVA mit groß inszenierten, verspielten sowie überraschenden Kostümwelten von Stardesigner Stefano Canulli (unter anderem bekannt durch seine Designs für den Friedrichstadtpalast, Cirque du Soleil, Valentino und Thierry Mugler). „SUPERNOVA repräsentiert unseren höchsten Anspruch an modernstes Live-Entertainment on Ice. Mit dieser neuen Produktion bleibt HOLIDAY ON ICE der eigenen Anforderung treu, Showerlebnisse immer wieder neu zu erfinden, Grenzen aufzubrechen und sich selbst jedes Jahr herauszufordern“, so Producer und CEO Peter O’Keeffe.

Der Vorverkauf für Hamburg für 2021 ist gestartet

Alle Eiskunstlauf-Liebhaber, HOLIDAY ON ICE Begeisterte und jeder, der neugierig geworden ist, können sich jetzt noch einen der begehrten Plätze sichern. Das Hamburger Publikum darf sich zudem bereits auf die kommende Saison 2020/2021 freuen, denn vom 11. bis zum 14.02.2021 kommt HOLIDAY ON ICE mit einer neuen Show zurück in die Barclaycard Arena – der Vorverkauf ist ab sofort eröffnet.

Tickets und Infos zur Show: www.holidayonice.de

Ticket-Hotline: 01805-4414
(€ 0,14/Min. aus dem dt. Festnetz, mobil max. € 0,42/Min)

Tickets für HOLIDAY ON ICE sind ab 24,90 €* erhältlich. Für Kinder ab 19,90 €*.

*Alle angezeigten Preise verstehen sich inkl. der gesetzl. MwSt., Systemgebühr und VVK-Gebühr; zzgl. Spielstätten- und ÖPNV-Gebühr sowie Buchungsgebühr von max. € 2,00 je Ticket und Versandkosten.

Über HOI Productions Germany GmbH

Mit mehr als 330 Millionen Besuchern ist HOLIDAY ON ICE die meistbesuchte Eisshow der Welt. Seit der ersten Vorstellung im Dezember 1943 hat sich der Publikumsmagnet von einer kleinen Hotelproduktion in den USA zu einem global agierenden Eis-Enter…

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„Apologia“ von Alexi Kaye Campbell – das neue Stück am English Theatre of Hamburg

Sieh dir mal das Foto aus meinen Jugendtagen an

Ruhe vor dem Sturm. Die Art, wie Kristin Miller rastlos in ihrer gemütlichen Wohnküche hin her läuft, Papiere sortiert, für Sekunden auf einem Stuhl Platz nimmt und gedankenverloren ins Leere starrt, lässt nichts Gutes erahnen. Zu ihrem heutigen Geburtstag hat die renommierte Kulturhistorikerin ihre beiden Söhne nebst Freundinnen in ihr Landhaus irgendwo in der englischen Provinz eingeladen. In Kürze sollen Kristins Memoiren unter dem Titel „Apologia“ erscheinen. Ein Grund mehr, auch Hugh, den alten Freund und Kampfgenossen zur Feier zu bitten, mit dem sie Erinnerungen an zahlreiche Demonstrationen in den wild bewegten Sechziger- und Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts verbinden. Als erster erscheint Sohn Peter mit seiner amerikanischen Freundin Trudi. Die Fröhlichkeit der jungen Frau mit dem blonden Wuschelkopf konterkariert Peters nur mühsam unterdrückte Aggressivität. Widerwillig ist er der Einladung seiner Mutter gefolgt. Nur selten bekam er sie zu Gesicht, seit sie ihn und seinen Bruder Simon aus Karrieregründen beim Kindsvater „ausgelagert“ hatte. Sinnt der sich sträflich vernachlässigt fühlende Sohn auf Rache an seiner egoistischen Mutter? Tief im Inneren brodelnde Konflikte sind der Stoff, aus dem die griechischen Tragödien der Antike gewoben wurden. Doch gemach, um Mord und Totschlag geht es hier nicht. Der moderne Mensch hat viel subtilere Methoden entwickelt.

Die Katastrophe naht mit Claire, der Freundin Simons, die der Feministin und Gerechtigkeitsfanatikerin Kristin (grandios Julia Righton, die ihre Rolle bis ins Mark verinnerlicht) von vornherein suspekt, wenn nicht gar abstoßend erscheint. Die junge attraktive Frau ist Schauspielerin und nimmt neben seriösen Rollen wie die der Nora in Ibsens gleichnamigem Drama auch Angebote in Sitcoms und anderen seichten TV-Serien an. Ein absoluter Horror für Kristin. Fehlte nur noch, dass diese Person in ihrem 700 Pfund teuren Schickimickifetzen in Pornos mitwirkte. Dieser „Beruf“ entspricht ebenso wenig Kristins antikapitalistischen Vorstellungen wie die Tätigkeit Peters in der äußerst lukrativen Welt der Finanzen. Beide sind „Nehmer“, wie Kristin diese Spezies von Mensch verächtlich nennt. Sie selbst sieht sich als „Geber“, die nach ihrer Meinung bessere Hälfte der Menschheit. Simon, der jüngere Sohn, welcher bislang in jedem Job versagt hat, ist ihrem Herzen viel näher. Wo bleibt er nur, denkt Kristin, bevor sie sich einem anderen Problem zuwendet – der tiefen Religiosität Trudis, die Peter sogar dazu bewegen konnte, an Bibelstunden teilzunehmen. Ein Schock folgt auf den nächsten, und das an ihrem Geburtstag. Kristin ist es nicht gewohnt, ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Und so teilt sie erbarmungslos aus und lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass ihre Meinung die einzig richtige ist. Peter wendet sich frustriert an Trudi und bezeichnet seine Mutter als einen Albtraum – im englischen Original: „She is a bloody nightmare!“ Ein Anruf für den immer noch abwesenden Simon, den Kristin annimmt, bringt die Situation auf den Siedepunkt: Der Anrufer freut sich auf ein bevorstehendes erotisches Abenteuer mit Claire. Da haben wir es, frohlockt Kristin, dieses Flittchen betrügt meinen Lieblingssohn und empfindet keinerlei Scham. Dreimal pfui!

Beruhigt euch. Es besteht kein Grund zur Aufregung

Während dieser Tragikomödie rund um den Familientisch, an dem reichlich Champagner fließt und die Zungen der Protagonisten löst, sitzt Freund Hugh in einem Sessel abseits des Geschehens. Er ist der Gegenpol des aufgeregten Dialogs, ein Mann abgeklärten sokratischen Denkens.Warum nur mischt er sich nicht ein mit den Worten eines weisen römischen Anonymus: „Si tacuisses, philosophus mansisses.“ Wahrscheinlich würde dieses Diktum Kristin noch mehr in Rage bringen, denkt Hugh vermutlich und hängt weiter seinen Gedanken nach.

Kristin und Peter scheinen sich doch gut zu verstehen

Doch wer hätte gedacht, dass Kristin auch mütterlicher Gefühle fähig ist. In der Nacht, die dem Sturm im Familienkreis folgt, kümmert sie sich hingebungsvoll um Simon, der sich bei einem Sturz verletzt hat, und verbindet seine Wunden. Zwischen beiden scheint großes Einverständnis zu herrschen. Leise und zärtlich unterhalten sie sich miteinander, bis der Morgen graut, Simon klammheimlich verschwindet und die anderen Geburtstagsgäste am Frühstückstisch erscheinen. Inzwischen haben alle einen Blick in Kristins Memoiren geworfen und fragen sich konsterniert, wieso sie in der Retrospektive auf ihr bewegtes Leben ihre beiden Söhne mit keinem Wort erwähnt. Peter und Trudi versteigen sich sogar zu der Frage, warum zum Teufel sie denn überhaupt Kinder in die Welt gesetzt habe. Kristin scheint dies indes vollkommen kalt zu lassen. Sie betont, dass der Titel ihrer Memoiren „Apologia“ keineswegs zu verwechseln sei mit „Apology“ – also mit einer Entschuldigung für etwaige Verfehlungen, die ihr wohl mancher unterstellen möchte, sondern dem griechischen Apología (auf der letzten Silbe zu betonen) entspricht: Es handelt sich um eine „formale Verteidigung eines Standpunktes, den Bezug auf eine Position oder Handlung.“

Was keineswegs einer Entschuldigung gleich kommt. Somit sind aus Kristins Sicht alle anderslautenden Meinungen ausgeräumt. Ein Gast nach dem anderen verlässt das Haus. Als die liebenswürdige Trudi Kristin umarmt und ihr rät, sich selbst zu verzeihen, bricht die selbstgerechte, angeblich so starke Frau vor Verzweiflung schreiend zusammen. Kann es sein, dass sie am Ende doch noch zur Einsicht gelangt ist, nicht das Maß aller Dinge zu sein und selbst manches in ihrem Leben falsch gemacht zu haben?

Fazit: Ein ganz starkes Stück aus der Feder des griechisch-amerikanischen Autors Alexi Kaye Campbell, das dem Zuschauer unter die Haut geht, getragen von einem großartigen Ensemble talentierter Schauspieler, die unter der Regie von Paul Glaser brillierten. Während Annelise Bianchini die hübsche, freundlich-naive Trudi gab, spielte Michelle Fahrenheim den Serienstar Claire. Luke Jenkins übernahm gleich zwei Rollen, die von Peter und Simon. Michael Garland glänzte im Part des „Philosophen“ Hugh. Ein großer Abend, für den sich das Publikum mit anhaltendem Applaus bedankte,

„Apologia“ hat sich als großer Hit auf den Bühnen von London und New York erwiesen. Der 1966 in Athen geborene Autor – Sohn einer britischen Mutter und eines griechischen Vaters – ging als junger Mann nach Amerika und spielte später in England Theater. Sein bisheriges Werk umfasst u.a. „Poirot“, „Bracken Moor” und “Touch of Frost.”

(Fotos: Stefan Kock)

“Apologia” läuft bis einschließlich 11. April 2020

Tickets unter der Telefonnumer 040-227 70 89 oder online unter www.englishtheatre.de

Nächste Premiere: „Outside Mullingar“, Komödie von John Patrick Shanley,
am 25. April 2020

         

“Apologia” by Alexi Kaye Campbell – The New Play at the English Theatre of Hamburg

Take a look at this old photo of me

What a stirring play, written by the American author Alexi Kaye Campbell, born to a British mother and a Greek father, who in “Apolgia” describes a disastrous family reunion in a cosy cottage in the English countryside. Kristin Miller, a renowned art historian in her sixties, is expecting some guests to celebrate her birthday. Although her two sons whom she has not seen for a long time are expected to join the rest of the party, Kristin (excellent and very passionate – Julia Righton) seems to be in a depressed mood. Who will be the first one of her guests to wish her a very happy birthday and many happy returns? Before we go on, let us take a look at Kristin’s biography.

Keep cool. No need to get excited

As an eminent and successful art historian, who at the same time is a fanatic feminist and anti-capitalist, Kristin never saw fulfilment in family life and motherhood. In spite of her belief in total independence she gave birth to two boys – Peter and Simon – whom she abandoned when they were very young and left them with their father. As a young woman she followed her politics and vocation, storming Parisian barricades and moving to Florence to live a life according to her own taste. Now after having left her wild years behind her, she has come to terms and written her biography without mentioning her sons with a single word. What a scandal! An over-ambitioned selfish woman has the cheek to concentrate only on herself and ignore her offspring without the slightest remorse.

After all Kristin and Peter seem to be on good terms

Peter and his pretty American girlfriend Trudi (Annelise Bianchini – sweet and charming) are the first ones to arrive at Kristin’s party. While Peter is very reserved toward his mother who for him is a “bloody nightmare”, the young woman greets Kristin very warmly and hands her a most precious present. It is an African tribal mask which Kristin being a connoisseur of artefacts from other cultures accepts enthusiastically. When Claire (Michelle Fahrenheim – a mixture of naivety and shrewdness) Simon’s fiancée, arrives, Kristin can barely hide her disapproval of the extravagant young woman who calls herself an “actress” although she mostly appears in sitcoms and other soap operas. Good lord, that girl in her 700 pound designer dress is indeed not Kristin’s cup of tea. In a way she also despises Peter, the capitalist, who makes a lot of money in the City of London. In Kristin’s opinion both are “takers” and not “givers”, the latter ones being those who benefit society. In addition, she is disturbed when she hears that Peter attends bible lessons with Trudi who is a devoted Christian. As a life-long confirmed atheist, she is unable to understand other people’s religious beliefs. By the way, where is Simon, Kristin’s favourite son who failed to keep a job and recently suffered a mental breakdown? When by accident Kristin picks up Claire’s mobile and learns that the caller is waiting for Claire to spend the night with her, she becomes furious. Now it becomes clear that that girl is a bitch cheating on her son. Really – it could always be worse. The only thing that seems to keep the party together are bottles of Champaign that are lavishly consumed by the guests, While the mood in the kitchen is heated, only Hugh (Michael Garland – sophisticated) , an old friend of Kristin’s and comrade in the olden golden revolutionary days, keeps his calm. Sitting comfortably in a corner of the room, he observes the whole scene and seems amused about the exited dialogue. He sympathises with her sons and understands their resentment toward her. On the other hand he is loyal to Kristin but does not share her aggressive attitude. Why doesn’t he tell her to remain silent according to the wise Latin dictum: Si tacuisses, philosophus mansisses. When asked about her book, Kristin insists that the title “Apologia” is not be confounded with apology. There is obviously nothing she feels sorry for. She explains that the Greek word apologia stands for a formal written defence of one’s opinions or conduct. No further comment needed.

When Kristin’s guests depart the next day after breakfast the smoke of the night before has cleared and everybody seems to be quite at ease. Only Kristin looks extremely distressed und unhappy.

We do congratulate the five excellent actors on stage and director Paul Glaser for this overwhelming performance. An extra praise goes to Luke Jenkins who mastered two extremely different parts, that of Peter, the tough businessman, and his brother, the loser Simon. Many thanks to all of you.

“Apologia” is an extremely disturbing play, a political and family drama set in the rural environment of the English countryside. It still is a great box-office success in the Anglophone countries, particularly in Britain and the United States of America. The critics are full of praise for Campbell’s “Apologia”, a play which followed his much acclaimed award-winning debut “The Pride.” An admirer of the author writes: “As the follow-up to Alexi Kaye Campbell’s ‘The Pride’ comes this play about the conflicting demands of fame and family. A disastrous family reunion is the occasion for a sharp and perceptive look at what has happened to the children of ‘60s’ idealists.” And a London critic comments:” ‘Apologia’ frames that argument in feminist terms, pitting the gains made by women like Kristin against the loss of traditional families. Both her sons begrudge their absentee mother, who lost custody of them to their father , and Simon, in particular, is held back by events of the past. That the point only lands late on, however, means the play suddenly opens up like a clearing sky.”

While in most countries “Apologia” is seen as a drama or even a tragedy, an Italian critic talks of the play as a comedy. There is just no accounting for different mentalities…

(Photos: Stefan Kock)

“Final performance of “Apologia” on April 11, 2020

Tickets under phone number 040 – 227 70 89, online booking under www.englishtheatre.de

Next premiere: “Outside Mulligar”, a comedy by John Patrick Shanley,
on April 25,2020

Lass leuchten! Peter Rühmkorf zum Neunzigsten

Die Ausstellung kann noch bis zum 20. Juli 2020 besucht werden.

Der vielfach preisgekrönte Dichter Peter Rühmkorf (1929–2008) gehört zu den bedeutendsten Lyrikern und Essayisten der bundesdeutschen Nachkriegsliteratur. In seinen Texten bedichtete Rühmkorf die Liebe und den Tod ebenso wie den Schnaps und den Schnellimbiss – nichts erschien ihm zu unbedeutend, um in eine lyrische Form gefasst zu werden. Seine vor allem durch Wortwitz funkelnden Gedichte bewegen bis heute mit ihrem politischen Engagement und bewähren sich zugleich auf dem poetischen Hochseil. Das Bühnenprogramm „Jazz und Lyrik“, mit dem er 1966 erstmals gemeinsam mit dem Jazzpianisten Michael Naura und dessen Quartett im Rahmen der Aktion „Dichter auf dem Markt“ auf dem Hamburger Adolphsplatz gastierte, erreichte über Jahrzehnte ein großes Publikum. Neben seiner Dichtkunst war es sein politisches Engagement, das Peter Rühmkorf zu einer Schlüsselfigur in der hamburgischen Kulturlandschaft der Nachkriegsjahrzehnte machte.

Nach der Immatrikulation an der Hamburger Universität 1951 zog Rühmkorf zusammen mit der Schauspielerin Peggy Parnass und dem späteren konkret-Herausgeber Klaus Rainer Röhl in eine„Hochleistungs-Kommune“ in Lokstedt. Mit der Gruppe um Röhl gründete der angehende Lyriker das Kabarett „Die Pestbeule“ und in den Colonnaden den Existentialisten-Keller „Anarche“, in dem es neben Lesungen auch modernen Jazz zu hören gab, was in der etablierten Kulturszene für Provokation und Unverständnis sorgte. 1967 hielt Rühmkorf auf der Hamburger Moorweide beim Ostermarsch eine Rede gegen die Atomrüstung und gründete kurz darauf unter anderem mit seinem Freund Günter Grass die Initiative „Wir arbeiten nicht für Springer-Zeitungen“.
Seit den frühen 1970er Jahren lebte der Autor mit seiner Frau, der Politikerin Eva Rühmkorf, im Hamburger Stadtteil Oevelgönne an der Elbe, umgeben von zahlreichen Fundstücken von seinen Reisen und Treibgut aller Art.
An seinem „Schreibmaschinengewehrchen“ verfasste er dort mit Blick auf Fluss und Hafen Lyrik, Prosa, Essays und Theaterstücke. Seine Texte, Notizen und Zeichnungen sammelte er in Hunderten von Archivkästen, die heute den umfangreichsten Einzelnachlass im Deutschen Literaturarchiv Marbach bilden.
Anlässlich von Peter Rühmkorfs 90. Geburtstag präsentiert die Arno Schmidt Stiftung, Erbin der Urheberrechte des Autors, in einer atmosphärisch und medial außergewöhnlich gestalteten Literaturausstellung im Altonaer Museum einen umfangreichen Einblick in das Werk und in den Nachlass des Dichters. Unter dem Titel „Lass leuchten!“, der einem von Rühmkorfs Gedichten entstammt, setzt sich die Ausstellung anhand von visuellen Inszenierungen, Manuskripten, Fotos und Alltagsobjekten mit dem facettenreichen Leben und Schaffen des engagierten Künstlers auseinander. Rühmkorfs Sammelsurien als Quelle seiner Inspiration eröffnen ebenso wie eine Reimwortmaschine oder filigrane Schriftanimationen einen unmittelbaren, sinnlichen Zugang zu seinem Werk. Zentrales Element der Ausstellung ist der „Raum der Gedichte“,in dem zehn lyrische Texte Rühmkorfs in Großprojektionen inszeniert werden. Zehn Leserinnen und Leser, unter ihnen Franziska Augstein, Nora Gomringer, Jan Wagner und Heinrich Detering, stellen je ein Gedicht im Interview vor und erklären, warum es ihnen besonders am Herzen liegt. Die Textinszenierung von Stefan Matlik nimmt Rühmkorfs Bild vom „Fliegen“der Texte über den Niederungen von Arbeit und Alltag auf, sodass die Gedichte als luftige Gebilde im Raum schweben. Eine Auswahl von weitgehend unbekannten Filmaufnahmen von Rühmkorfs „Jazz und Lyrik“-Programmen aus mehreren Jahrzehnten ergänzt die Gedichtprojektionen. Weitere Themenstationen widmen sich wichtigen Aspekten im Schaffen und Leben des Dichters, stellen einzelne Werkphasen vor und erläutern auf anschauliche Weise sein poetisches Konzept.
In vier Medien-Installationen kann von den Besuchern auf spielerische Weise nachvollzogen werden, wie Reimkunst, Ironie, politisches Engagement und Subjektivität in Rühmkorfs Lyrik zusammenwirken. Eine fünfzig Quadratmeter große Wandinstallation verdeutlicht am Beispiel des Gedichts„Selbst III/88“ Rühmkorfs aufwändigen Arbeitsprozess.
In einem umfangreichen Begleitprogramm, das neben zahlreichen Führungen, einen festlichen Abend zu Rühmkorfs 90. Geburtstag, eine Lesung mit dem Lyriker und Büchner-Preisträger Jan Wagner, eine wissenschaftlichen Tagung und vielfältige pädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche umfasst, können sich die Besucher vertiefend mit dem Oeuvre Peter Rühmkorfs auseinandersetzen.
Im Anschluss an die Laufzeit in Hamburg wird die Ausstellung im Deutschen Literaturarchiv Marbach gezeigt.
Die Ausstellung der Arno Schmidt Stiftung im Altonaer Museum kann noch bis zum 20. Juli 2020 besucht werden.

Drehbuchseminar – eine Serie konzipieren

Das Seminar, in dem es um Drehbücher für eine Serie geht, wird von Dr. Bernhard Gleim geleitet. Foto: Hoffmann

Wie entsteht eine Idee für einen Serienstoff? Wie kann man eine Serie konzipieren, der nicht schon mit der zweiten Folge die Luft ausgeht? Wie werden die Hauptfiguren interessant dargestellt?

Mit diesen Fragen beschäftigen sich am 29. Februar und 1. März 2020 in Hamburg die Teilnehmer eines Drehbuchseminars, das von der Filmschule Hamburg Berlin angeboten wird. Geleitet wird der Serien-Workshop von Dr. Bernhard Gleim, der viele Jahre lang Leiter der Serienredaktion beim NDR war.

Anhand von eigenen Schreibübungen und filmischen Beispielen wird in diesem Seminar nach dem gewissen Etwas gesucht, das eine Serie haben sollte. Im Mittelpunkt steht dabei die Dramaserie. Außerdem geht es um die erzählerische Struktur und den Stil einer Serie.

Wer Lust hat, sich mit dem Schreiben von Drehbüchern für eine Serie zu befassen, findet weitere Informationen unter www.filmschule-hamburg-berlin.de

DIE NACHT. ALLES AUSSER SCHLAF

Betriebspause der Hochbahn, Foto Hochbahn Hamburg

Eine Ausstellung im Museum der Arbeit von 30. Oktober 2019 bis 1. Juni 2020 „Die Nacht. Alles außer Schlaf“ ist eine Ausstellung der Museumsstiftung Post und Telekommunikation, Museum für Kommunikation Berlin

Die meisten Menschen nutzen die Nacht zum Schlafen. Doch was passiert, wenn wir den Schlaf einmal aussetzen und die Nacht an Orten außerhalb unserer Wohnung durchwachen? Unsere Welt erscheint uns in einem anderen Licht. Ob im Schimmer des Mondes und der Sterne, im gleißend hellen Weiß von Leuchtstoffröhren oder im Halbdunkel eines Clubs: In der Nacht öffnen sich Räume, in denen an Schlaf häufig nicht zu denken ist.
Aus verschiedenen Perspektiven, aber mit besonderem Fokus auf das Thema der in vielen Branchen längt schon selbstverständlich gewordenen Nachtarbeit, setzt sich die interdisziplinäre Ausstellung „Die Nacht. Alles außer Schlaf“ im Museum der Arbeit u.a. mit unseren mystischen Projektionen auf und unseren archetypischen Ängsten vor der dunklen Tageszeit, mit der Geschichte kultureller Gepflogenheiten im städtischen Nachtleben, aber auch mit der Nacht als Triebfeder technischer Entwicklungen und ästhetischer Imaginationen auseinander.

 

Draußen zu Hause; Foto Ralf Schlick

Die Besucherinnen und Besucher können an thematisch gegliederten Stationen den Umgang mit der „anderen Hälfte des Tages“ in unterschiedlichen Facetten erleben: von den ersten Sternkarten und der Sinnsuche im nächtlichen Himmel über die ästhetischen und kulturellen Strategien, uns unseren Ängsten vor dem Unheimlichen der Nacht zu stellen, bis hin zum breiten Spektrum nächtlicher Arbeitsfelder und der Nacht als Refugium zahlreicher Subkulturen und deren Formen des Amüsements und der Zerstreuung. Sie begegnen in einem Bestiarium den Schrecken der Nacht, können interaktiv das nächtliche Gedankenkarussell anschieben, tauchen ein in die Kultur des Nachtlebens, können duftende Flirtkarten austauschen und virtuelle Graffitis hinterlassen. Am Ende finden sich die Besucher in der schlaflosen Welt der Moderne und Gegenwart wieder – im ambivalenten Zwielicht von Arbeit und Vergnügen, Grenzenlosigkeit und Kontrollverlust, Freiheit und Zwang.

Mehr als 350 Objekte – darunter Fotos, Gemälde, Postkarten, Globen und Atlanten, Bühnenbildmodelle, Horrorfiguren aus Filmen und Büchern, ein Vampirjäger-Koffer und Accessoires aus der Gothic-Kultur, Laternen und Lampen sowie typische Utensilien zu den Themen Sexarbeit und Obdachlosigkeit – aus den Bereichen der Mythologie, Astronomie, Kunst, Popkultur und Technikgeschichte demonstrieren und illustrieren die bedeutende Rolle der Nacht für unser Selbstverständnis und unsere kulturgeschichtlichen Entwicklungen.

Stiftung Historische Museen Hamburg
Museum der Arbeit
Wiesendamm 3
22305 Hamburg
www.shmh.de

Öffnungszeiten
Montag 10 bis 21 Uhr
Dienstag geschlossen
Mittwoch bis Freitag 10 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr

Eintrittspreise
Einzelbesucher: 8,50 Euro / erm. 5 Euro
Gruppenkarte (ab 10 Personen): 6 € pro Person Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Pressekontakt
Historische Museen Hamburg
Matthias Seeberg, Pressesprecher
Tel. 040 428 131 171
matthias.seeberg@presse.shmh.de

25 Jahre Filmschule Hamburg Berlin

Andrè Feldhaus arbeitet als Komponist für Film und Fernsehen. Foto: Filmschule

Die Filmschule Hamburg Berlin in der Friedensallee in Hamburg- Ottensen feierte 2019 ihr 25-jähriges Bestehen. Gegründet wurde sie einst von Karin Dehnbostel unter dem Namen „medien und kulturarbeit e.V“. In all den Jahren hat der Verein zahlreiche Weiterbildungen angeboten und durchgeführt. Interessierte der audiovisuellen Medien wurden auf diese Weise zusammengeführt.
Versierte Dozenten, die sich in ihrem Bereich bereits einen Namen gemacht haben, unterrichten in der Filmschule und geben somit ihr umfangreiches Wissen weiter.

Selbstverständlich bietet der Verein auch im Jahr 2020 zahlreiche Kurse und Workshops an. Bereits am 11. und 12. Januar  startet in Hamburg das Seminar „Einsatz von Musik im Film“ unter der Leitung von Andrè Feldhaus, der als freier Komponist fürs Kino und Fernsehen arbeitet. Unter anderem schrieb er Musik für den „Tatort“ und diverse ARD-Reihen. Laut Aussage von Margot Neubert-Maric, Filmeditorin und seit 2009 Vorsitzende der Filmschule Hamburg Berlin, gibt es für dieses Seminar noch freie Plätze.
Vom 17. bis 19 Januar wird der Drehbuchautor Wolfgang Kirchner  in Berlin zukünftigen Autoren „Filmszenen, die süchtig machen“ näherbringen. Am 18. Januar (12 bis 19 Uhr) geht es in Hamburg um „Filmförderung im Praxistest“. Bernd-Günther Nahm vermttelt an diesem Tag die allgemeinen Grundlagen.
„Dramaturgisch denken und Geschichten erzählen“ heißt das Seminar in Berlin (24. bis 26. Januar) von Oliver Schütte, in dem es um die Einführung in das Drehbuchschreiben geht.
„Dramaturgie im Dokumentarfilm“ nennt sich ein Workshop, der am 1. und 2. Februar in Hamburg angeboten wird. Dozent ist der Dramaturg Oliver Rauch.

Anmeldung und weitere Infos: www.filmschule-hamburg-berlin.de

 

 

 

„Funny Business“ – The New Play at the English Theatre of Hamburg

Want another drink, Madam?

Forget about rain and cold, have a nice hot cup’a tea and later take your seat in The English Theatre. No seat belts needed. Are you fit for fun? Okay, off we go to a small hotel – a bit seedy, but cosy in a way – in the English countryside that is already waiting for you. Make yourself comfortable and enjoy this hilarious farce written by Derek Benfield.
The plot:
Ferris (extremely funny as usual Stephen Chance), the clumsy receptionist who is replacing his sister while she is away on holiday in Spain, has obviously not been schooled to run a hotel. Anyway, he tries his best to please his guests and accepts generous tips from his clients with a broad smile. Judy (Jan Hirst), a married woman who is expecting her lover Henry (David Habbin) to spend a romantic weekend with him is full of remorse. What about her hubby when he finds out that… Oh, forget it for the time being. Ferris offers her the honeymoon suite, the best room in the house. First come, first serve. One guest after the other arrives. The second one is Angela (Debbie Radcliffe), a middle-aged attractive woman who never denies a drink, be it champagne or gin, is given one of the smaller rooms on the first floor. Why did she come to this place? Ferris is bewildered. Could she possibly be the journalist who is expected to write an article for a well-known magazine about the hotel? Ferris’ sister gave him the order to offer his best service to that writer. However, she neither told him the name of that person nor did she inform him about the sex of the writer. Man or woman – that’s the question. Ferris decides that it must be Angela and asks Judy and Henry in not too friendly a way to leave the honeymoon suite.

Let´s put Mr. Johnson into the closet.

Doors are opened and closed noisily, and the guests complain being sent upstairs and downstairs to other rooms that are far too small. The next one to arrive is Edgar (Blake Askew), a man like a boxer who suspects his wife of sharing a room with a lover and threatens to kill that bloke on the spot. Judy is shivering with fear. She knows from experience that Edgar, her husband, does not hesitate a minute to knock down a rival. Surprise, surprise! All of a sudden the play takes an unexpected turn. When Angela enters the lobby, she declares that she has been married to Edgar for many years without having seen him for a long time. Edgar, the bigamist – shame on him! For the first time in his life he blushes and confesses that he never divorced Angela. Thus, his marriage to Judy is a fake and illegal at that. Lucky Judy who got rid of that brutal fellow without really trying and now is free for Henry. All’s well that ends well after all?  Of course not.  Everybody who knows Derek Benfield and his oeuvre also knows that he has still something up his sleeve. This time it is Mr. Johnson (hilarious Gil Sutherland), a youngish man with a red face who is after the ladies in the hotel like the devil. By the way, he has swallowed a pill that makes him feel virile and extremely sexy. It is quite a job for Ferris, Edgar and Henry to calm Mr. Johnson.

Watch out, my friend. I´m furious  with you. Photos: English Theatre Hamburg.

Finally they lock him in a closet where he is totally undisturbed and can enjoy some “gentleman’s” magazines. In the meantime the funny business moves along at a fast pace in and outside the house. Dear spectator, do you have an idea who the hell might be the journalist expected to write an article about this hotel in the middle of nowhere? If so, please keep it to yourself. As a matter of fact, Ferris is totally confused and does not have the slightest idea who could possibly be the mysterious writer. The identity of that person is only revealed in the very last minutes of this farcial comedy, performed by six wonderful actors and directed by Robert Rumpf. Thank you all for a most amusing evening on a rainy day in autumnal Hamburg.

We are pleased to meet actors such as Jan Hirst, Debbie Radcliffe and Stephen Chance again. These three we already call members of the TET family. See you next time! British author Derek Benfield (1926 until 2009) is also well known to the audience. We remember some amusing plays written by him, for instance “Touch and Go, ”Don’t lose the Place” and “Anyone for Breakfast.”

Final performance of “Funny Business” on February 1, 2020
Tickets under phone number 040 – 227 70 89, online booking under www.englishtheatre.de

Next premiere: “Apologia” a play by Alexi Kaye Campbell, on February 13, 2020.

„Funny Business“ – das neue Stück am English Theatre of Hamburg

Noch ein Gin gefällig?

Es ist das Verdienst dieses kleinen Theaters, stets einen Mix aus verschiedenen Genres auf die Bühne zu bringen. Nach dem Gruselstück der Frau in Schwarz von Susan Hill kommt Derek Benfiels „Funny Business“ gerade recht – eine Komödie, die dem Publikum Lachsalven der Heiterkeit entlockt. Ein Stück wie geschaffen für die dunkle, trübe Jahreszeit vor den Festtagen. Diesmal bevölkern sechs Personen die in ein Hotel irgendwo in der englischen Provinz umgestaltete  Bühne. Nach und nach trudeln die Gäste ein: Henry, Angela. Judy, Edgar und Mr. Johnson. Der Zuschauer fragt sich beim Anblick dieser unterschiedlichen Menschen, wer zu wem gehört und was diese Leute ausgerechnet in dieses  etwas herunter gekommene Hotel führt. Da ist die verhuschte Judy (Jan Hirst), nahe am Wasser gebaut  und ständig den  Tränen nahe. Hat sie sich etwa eine Auszeit von ihren ehelichen Pflichten genommen, um hier mit Henry, ihrem ebenfalls verheirateten Liebhaber, ein romantisches Wochenende zu verbringen? Auch die selbstbewusste,  äußerst trinkfeste Angela (Debbie Radcliffe) gibt Rätsel auf. Was hat sie hier fern vom quirligen London zu suchen? Mr. Ferris, der ebenso unbeholfene wie schlitzohrige Sechste im Bunde an der Rezeption (glänzend Stephan Chance) ist etwas verwirrt. Wer von diesen Gästen ist denn nun der Journalist oder die Journalistin, der oder die einen Bericht über das Hotel für ein Magazin schreiben will. Seine Schwester, die Besitzerin des Hauses, die gerade im spanischen Benidorm weilt, hat Ferris eingebläut, die Presse besonders gut zu behandeln im Hinblick auf eine wohlmeinende Bewertung des Hauses.

In den Schrank mit Mr. Johnson

Es kommt, wie es kommen muss in einer Screwball Comedy. Verwechslung folgt auf Verwechslung, Knall auf Fall. Während Judy mit Henry in der Hochzeitssuite ihren Koffer auspackt, werden beide unsanft in ein anderes Zimmer verfrachtet, weil Ferris meint, in der sich mit Gin abfüllenden Angela die wahre Pressefrau herausgefunden zu haben. Koffer auf, Reisetasche zu, treppauf, treppab. Keiner kommt zur Ruhe. Hat er oder sie sich gerade im Zimmer eingerichtet, folgt eine neue Order von Ferris. So viele verschiedene Insassen hat die Hochzeitssuite noch nie an einem einzigen Tag beherbergt. Die Situation spitzt sich zu, als auch noch Edgar (Blake Askew) auf der Türschwelle erscheint, ein cholerischer Mann, der droht den hier vermuteten Liebhaber seiner Frau auf der Stelle zu ermorden. Dem armen Ferris zittern die Knie. Was tun? Als Edgar, Judys angetrauter eifersüchtiger Ehemann, sich als Bigamist entpuppt, ist die Hölle los. Wie das? Angela besteht darauf, offiziell mit Brief und Siegel Edgars wahre Ehefrau zu sein. Trotz gespielter Empörung ein Glücksfall für Judy, die jetzt ihre Zuneigung zu Henry (sympathisch: David Habbin) offen zeigen kann, weil sie offiziell mit Edgar nie verheiratet war.

Vorsicht, mein Freund, so nicht! Fotos: English Theatre Hamburg

„Funny Business“ enthält alles, was dem Zuschauer Lachtränen in die Augen treibt: Irrungen, Wirrungen, Gefühlsausbrüche und nur mühsam unterdrückte Gewalt. Also all jene Zutaten, die aus einer Farce erst eine Farce machen. Doch wir unterschätzen einen Autor vom Schlage eines Derek Benfield gewaltig, wenn wir meinen, er habe sich damit schon zufrieden gegeben. Er hat nämlich noch ein Ass im Ärmel. Und dieses heißt Mr. Johnson (skurril Gil Sutherland), ein Mann in den besten Jahren mit Glatze, der – um es dezent auszudrücken – ziemlich angeheitert durch das Hotel geistert und es auf die Ladies abgesehen hat. Je öller, je döller, der alte Schwerenöter ist definitiv sexsüchtig, und hier gilt: Wer nicht bei drei auf den Bäumen ist, kann was erleben.

Lieber Zuschauer, Du hast schon gemerkt, es geht turbulent in diesem Hotel mitten im Nirgendwo zu. Wieder klappen Türen, werden Gäste aus ihren Zimmern vertrieben und die Hochzeitssuite neu belegt. Die spannende Frage bleibt: Wer ist denn nun die heiß herbei gesehnte Person von der Presse? Diese Frage bleibt bis zum Ende dieses „lustigen Spiels“ offen.
Die unter der routinierten Regie von Robert Rumpf agierenden Mimen zeigen zwei Stunden lang eine temperamentvolle, mitreißende Spielfreude. Ein wunderbarer, sehr unterhaltsamer Theaterabend, der jedem Zuschauer  an diesen regnerischen Herbsttagen ein glückliches Lächeln aufs Gesicht zaubert.
Der Brite Derek Benfied (1926 bis 2009) gehört zu den speziell in den englischsprachigen Ländern meist gespielten Autoren. Er brillierte unter anderem mit Komödien wie „Touch and Go“, „Don’t Lose the Place“ und „Anyone for Breakfast“ – drei Stücke, die auch auf dem Spielplan des English Theatre standen.

„Funny Business“ läuft bis einschließlich 1. Februar 2020.
Tickets unter der Telefonnummer 040-227 70 89 oder online unter www.englishtheatre.de
Nächste Premiere: „Apologia“,  ein Stück von Alexi Kaye Campbell, am 13. Februar 2020

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Geburtstagsautorenlesung „80-1“: Poesie trifft Erzählungen und Musik

Chin-chin, Bild: László Kova

Dr. László Kova war ein politischer Flüchtling aus Ungarn, lebt seit 45 Jahren in seiner beliebten Wahlheimat Hamburg. Er liebt Flüsse und Meere, seine literarische und malerische Inspirationen findet er an der   Nord- und Ostsee, Elbe, Donau oder eben in der Lagunenstadt Venedig. Sein literarisches Schaffen ist ein vielseitiges Spiegelbild  seiner Erfahrungen und Emotionen als Dozent, Hilfsarbeiter in der DDR, wissenschaftlicher Mitarbeiter an einer westdeutschen Universität, Handballtrainer in der Bundesliga, freischaffender Journalist und Dozent an einem Sprachinstitut in Hamburg. Seine Poesie und Kurzprosa sind Reflexionen seiner diversen Lebensphasen im sozialistischen Ungarn, in der kommunistischen DDR und im demokratischen Deutschland.

László Kova

Seine Lesung ist ihm an seinem „80-1“. Geburtstag ein literarisches und musikalisches Fest. Aus diesem Anlass lädt er jeden Besucher während seiner ´Autorenlesung bei von ihm live gespielten musikalischen Klängen auf Keyboard´ zu einem Glas Wein zum Anstoßen. László präsentiert diesmal aus seiner Literaturschatzkiste Humorvolles und Ernstes als Lyrik und Kurzprosa. Seine Veröffentlichungen erschienen in Anthologien u.a. bei LangenMüller Verlag München, pro-cutura Hamburg, Schmidt-Römhild Lübeck, net-Verlag Tangerhütte, Zeitgut Verlag Berlin und Rowohlt Reinbek/Hamburg.

Auch als bildender Künstler ist er tätig. Seine Lithografien, Radierungen, Gemälde und Kleinplastiken in Bronze zeigten Galerien u.a. auf Zypern, in Frankreich, Schweden, Norwegen, Japan, der Schweiz und den USA.

Die Autorenlesung wird von der Behörde für Kultur und Medien gefördert.

Um Platzreservierung wird erbeten unter
edition.kova@web.de

Wo und wann:
Alfred Schnittke Akademie International

Max-Brauer-Allee 24, 22523 Hamburg
Do., 14. Nov. 2019, 19:30 Uhr

Veranstalter:
Hamburger Autorenvereinigung

Eintritt: 12 €,