Hilfe für Autoren, Journalisten und andere Kulturschaffende

Der Schriftstellerverband VS in verdi hat unter dem Motto „Solidarität in Zeiten von COVID-19“ eine Handreichung für selbstständige und freie Kulturschaffende veröffentlicht, um deren Honorar- und Verdienstausfälle zu dokumentieren und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie diese abgefangen werden könnten. Außerdem gibt es Empfehlungen für die Betroffenen hinsichtlich Künstlersozialkasse u.a. sowie für die öffentliche Hand und die Verwertungsgesellschaften, wie diese den Betroffenen helfen könnten. Die VG Wort hat allerdings eine vorgezogene Ausschüttung der jährlichen Tantiemen aus personellen Gründen in einem Rundschreiben an die Registrierten abgelehnt. Die Ausschüttung wird zum gewohnten Zeitpunkt Mitte des Jahres erfolgen.

Alle Betroffenen können sich an der Datensammlung beteiligen, egal ob sie Mitglied im VS sind oder nicht. Hier ist die Handreichung im originalen Wortlaut zu finden:

Handreichung VS in verdi, Link

 

Re:Präsentationen – Black History Month Hamburg 2020

Am 22. und 29. Februar finden  zwei begleitende Veranstaltungen zu der Ausstellung statt. Foto: BHM Hamburg & Lemia Monét Bodden.

Die Ausstellung „Re:Präsentationen“, organisiert vom Hamburger Team des Black History Month, die noch bis zum 24. Februar 2020 im Altonaer Museum zu sehen ist, möchte die Geschichte und Gegenwart von Schwarzen Menschen in Hamburg hervorheben und zeigen, dass Schwarze Menschen in Deutschland eine historische und einflussreiche Präsenz haben.
Frei zugänglich für alle Interessierten, beabsichtigt die Ausstellung, Schwarzen Menschen in Deutschland  Gelegenheit zu geben, sich selbst zu repräsentieren und sich in ihrer Einzigartigkeit als Künstlerinnen und Künstler, Aktivistinnen und Aktivisten sowie als Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu zeigen.

Begleitende Veranstaltungen zu der Ausstellung:
SCHWARZRUND „BISKAYA“
Autorinnenlesung
Sa, 22.02.2020, 15 bis 17 Uhr

„WER WIR SEIN WOLLTEN“
Dokumentation, 65 min, Filmvorführung und Gespräch
Sa, 29.02.2020, 15 bis 17 Uhr
Der Eintritt für alle Veranstaltungen ist frei.

Herausragende Ausstellung über den Lyriker Peter Rühmkorf

Peter Rühmkorf spricht bei „Künstler für den Frieden“ im St. Pauli-Stadion, Hamburg, 1983, Foto Helga Kneidl, DLA Marbach

Anlässlich von Peter Rühmkorfs 90. Geburtstag präsentiert die Arno Schmidt Stiftung, Erbin der Urheberrechte des Autors, in einer atmosphärisch und medial außergewöhnlich gestalteten Literaturausstellung im Altonaer Museum einen umfangreichen Einblick in das Werk und in den Nachlass des Dichters. Unter dem Titel „Lass leuchten!“, der einem von Rühmkorfs Gedichten entstammt, setzt sich die Ausstellung anhand von visuellen Inszenierungen, Manuskripten, Fotos und Alltagsobjekten mit dem facettenreichen Leben und Schaffen des engagierten Künstlers auseinander. Rühmkorfs Sammelsurien als Quelle seiner Inspiration eröffnen ebenso wie eine Reimwortmaschine oder filigrane Schriftanimationen einen unmittelbaren, sinnlichen Zugang zu seinem Werk.

Der vielfach preisgekrönte Dichter Peter Rühmkorf (1929–2008) gehört zu den bedeutendsten Lyrikern und Essayisten der bundesdeutschen Nachkriegsliteratur. In seinen Texten bedichtete Rühmkorf die Liebe und den Tod ebenso wie den Schnaps und den Schnellimbiss – nichts erschien ihm zu unbedeutend, um in eine lyrische Form gefasst zu werden. Seine vor allem durch Wortwitz funkelnden Gedichte bewegen bis heute mit ihrem politischen Engagement und bewähren sich zugleich auf dem poetischen Hochseil. Das Bühnenprogramm „Jazz und Lyrik“, mit dem er 1966 erstmals gemeinsam mit dem Jazzpianisten Michael Naura und dessen Quartett im Rahmen der Aktion „Dichter auf dem Markt“ auf dem Hamburger Adolphsplatz gastierte, erreichte über Jahrzehnte ein großes Publikum. Seit den frühen 1970er Jahren lebte der Autor mit seiner Frau, der Politikerin Eva Rühmkorf, im Hamburger Stadtteil Oevelgönne an der Elbe, umgeben von zahlreichen Fundstücken von seinen Reisen und Treibgut aller Art. An seinem „Schreibmaschinengewehrchen“ verfasste er dort mit Blick auf Fluss und Hafen Lyrik, Prosa, Essays und Theaterstücke. Seine Texte, Notizen und Zeichnungen sammelte er in Hunderten von Archivkästen, die heute den umfangreichsten Einzelnachlass im Deutschen Literaturarchiv Marbach bilden.

Blick in die Austellung Lass leuchten, Altonaer Museum, Foto Sinje Hasheider (2)

Zentrales Element der Ausstellung ist der „Raum der Gedichte“, in dem zehn lyrische Texte Rühmkorfs in Großprojektionen inszeniert werden. Zehn Leserinnen und Leser, unter ihnen Franziska Augstein, Nora Gomringer, Jan Wagner  und Heinrich Detering, stellen je ein Gedicht im Interview vor und erklären, warum es ihnen besonders am Herzen liegt. Die Textinszenierung von Stefan Matlik nimmt Rühmkorfs Bild vom „Fliegen“ der Texte über den Niederungen von Arbeit und Alltag auf, sodass die Gedichte als luftige Gebilde im Raum schweben. Eine Auswahl von weitgehend unbekannten Film-Aufnahmen von Rühmkorfs „Jazz und Lyrik“-Programmen aus mehreren Jahrzehnten ergänzt die Gedichtprojektionen. Weitere Themenstationen widmen sich wichtigen Aspekten im Schaffen und Leben des Dichters, stellen einzelne Werkphasen vor und erläutern auf anschauliche Weise sein poetisches Konzept. In vier Medien-Installationen kann von den Besuchern auf spielerische Weise nachvollzogen werden, wie Reimkunst, Ironie, politisches Engagement und Subjektivität in Rühmkorfs Lyrik zusammenwirken. Eine fünfzig Quadratmeter große Wandinstallation verdeutlicht am Beispiel des Gedichts „Selbst III/88“ Rühmkorfs aufwändigen Arbeitsprozess. In einem umfangreichen Begleitprogramm, das neben zahlreichen Führungen, einen festlichen Abend zu Rühmkorfs 90. Geburtstag, eine Lesung mit dem Lyriker und Büchner-Preisträger Jan Wagner, eine wissenschaftlichen Tagung und vielfältige pädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche umfasst, können sich die Besucher vertiefend mit dem Oeuvre Peter Rühmkorfs auseinandersetzen. Im Anschluss an die Laufzeit in Hamburg wird die Ausstellung im Deutschen Literaturarchiv Marbach gezeigt.

Eine Vielzahl an Veranstaltungen wird während des Ausstellungszeitraums stattfinden, die in einem Flyer des Altonaer Museums zum Download zusammengefasst sind:

Lass_leuchten_Peter_Ruehmkorf_Flyer

Hier gehts zum Altonaer Museum

Stiftung Historische Museen Hamburg
Matthias Seeberg
Pressesprecher
Tel.: 040 428 131 171
matthias.seeberg@presse.shmh.de

www.shmh.de

„Hamburg – Königin des Nordens“

Foto: Hans Krech

Hans Krech liest seine Loblieder auf die Hansestadt
Donnerstag, 9. Mai 2019, 20.15 Uhr
Mathilde-Bar Ottensen
Kleine Rainstraße 11, 22765 Hamburg

Hans Krech ist Sicherheitsexperte im Berufsalltag, aber Dichter in den Pausen. Seine Sicht auf die Hansestadt ist erheiternd, realistisch, überraschend und offenbart das Friedfertige eines revolutionären Visionärs und Soldaten – das Einträchtige, das die Stadt in einem auslösen kann.

Der Autor wurde 1956 in Halle / Saale geboren. Er studierte Geschichte, wurde 1984 zum Dr. phil. promoviert. Er war Bürgerrechtler, Fußballer und Autor. Mit der Wende siedelte er nach Hamburg über, wo er lebt und arbeitet; als Sachbuchautor, Journalist, Herausgeber zweier Sachbuchreihen, als Hauptmann d. R., als Leiter von Lehrveranstaltungen an der Führungsakademie der Bundeswehr und – als Dichter.

Eintritt 12 €, Gäste der Hamburger Autorenvereinigung 9 €, Mitglieder frei.
Für die Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich.
Gefördert von der Behörde für Kultur und Medien.

www.hh-av.de

Umkämpfte Zone – Mein Bruder, der Osten und der Hass

Ines Geipel liest im LIT-Zentrum Hamburg

Woher kommt die große Wut im Osten? Ines Geipel sucht Antworten auf das Warum der Radikalisierung, ohne die aktuell bestimmende Opfererzählung nach 1989 zu bedienen. Unser Land habe sich seit 2015 stark verändert, schreibt sie, über allem steht jetzt die Frage: Verlieren wir den Osten? In ihrem neuen Buch erzählt sie von den Schweigegeboten nach der NS-Zeit, der verfälschenden Deutung historischer Ereignisse in der DDR und den politischen Umschreibungen nach der deutschen Einheit.  Anhand der eigenen Familiengeschichte erzählt sie von Verdrängung und Verleugnung, die die Gesellschaft bis ins Private hinein prägt. Dabei verknüpft sie die politische Geschichte mit ihrer eigenen.

Ines Geipel, geboren 1960, ist Schriftstellerin und Professorin für Verskunst an der Berliner Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“. Die ehemalige Weltklasse-Sprinterin floh 1989 nach ihrem Germanistik-Studium in Jena nach Westdeutschland und studierte in Darmstadt Philosophie und Soziologie. Sie lebt in Berlin und hat vielfach zu Themen der Geschichte des Ostens publiziert.

Datum:   Donnerstag, 9.5.2019
Zeit:        19.30 Uhr
Eintritt:  € 7,-/ 5,-
Ort:         Literaturhaus, Schwanenwik 38
Karten unter 040.227 92 03 oder lit@lit-hamburg.de