Fotoausstellung: Fisch, Gemüse, Wertpapiere

Die Fotoausstellung von Fide Struck im Altonaer Museum wurde bis zum 14. Juni 2021 verlängert. 

Markante Portraits und ungewöhnliche Perspektiven zeichnen die Bilder des Fotografen Friedrich „Fide“ Struck (1901–1985) aus, der in den frühen 1930er Jahren die Arbeiter im Hafen, die Bauern im Hamburger Umland, aber auch die Händler an der Hamburger Börse mit der Kamera festgehalten hat. Nachdem seine Fotografien erst 2015 in einem alten Holzkoffer wieder entdeckt wurden, werden die Arbeiten des Autodidakten und Arbeiterfotografen jetzt vom Altonaer Museum in Zusammenarbeit mit der Stiftung F.C. Gundlach zum ersten Mal in einer Ausstellung präsentiert.  In diesem Jahr wurde der komplette Bestand von Strucks Oeuvre in das Bildarchiv Preußischer Kulturbesitz (bpk Bildagentur) aufgenommen.
In Hamburg und Altona fotografierte Fide Struck in den Jahren zwischen 1930 und 1933 unter anderem auch die Arbeiter in der Altonaer Fischauktionshalle und den Fischräuchereien sowie die Bauern auf dem Gemüsemarkt an den Deichtorhallen. Seine Fotos bestechen zum einen durch ihre Nüchternheit, inspiriert von „Neuer Sachlichkeit“ und „Neuem Sehen“, besitzen aber in ihrer Empathie für die Welt der einfachen Arbeiter und Bauern auch einen politischen Charakter. Die wiederentdeckten Fotografien Strucks sind in ihrer herausragenden fotografischen Qualität und ihrem guten Erhaltungszustand ein kleiner Schatzfund. Sie legen Zeugnis ab von der bildsprachlichen Entwicklung des Mediums Fotografie zwischen 1918 und 1933 und erlauben einen besonderen Einblick in die Lebens- und Arbeitswelt der Menschen in Hamburg und Altona in den frühen 1930er Jahren.
Interessierte haben  noch  bis zum 14. 6. 2021 Gelegenheit, die Fotos von Fide Struck im Altonaer Museum zu bewundern.

Veranstaltungen zur Ausstellung „Fisch. Gemüse. Wertpapiere“
Führungen jeden Sonntag, 11 Uhr.
Das Altonaer Museum, Museumstraße 23, 22763 Hamburg  hat am
Montag, Mittwoch und Freitag, von 10.00 bis 17.00 sowie am Sonnabend  und
Sonntag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.
Weitere Infos: Stiftung Historische Museen Hamburg
Tel. 040 428 135 0
info@am.shmh.de

Altonaer Museum: Sonderausstellung „Glaubensfreiheit“

Vom 30. Oktober 2020 bis zum 22. Juni 2021 findet im Altonaer Museum eine Sonderausstellung  zum Thema „Glaubensfreiheit. Gegeben und gefordert  seit 1601“ statt.
Wir haben die Freiheit, zu glauben was wir wollen oder auch gar nicht zu glauben. Religionsfreiheit steht im Grundgesetz und ist ein Menschenrecht. Im Alltag wird um dieses Recht gerungen. Architektur, Schulunterricht, Bestattungen – die Themen sind vielfältig. Mit dieser Sonderausstellung lädt die Stiftung  Historische Museen Hamburg zum Mitreden ein: über die Geschichte und Gegenwart errungener und gewährter, gegebener und geforderter Freiheiten in Glaubensfragen. Denn Glaubensfreiheit hat in Altona seit 1601 Tradition. Die selbstständige Stadt Altona setzte schon Ende des 16. Jahrhundert seinen Kontrapunkt zu Hamburg, das nur den lutherischen Glauben zuließ. Die beiden Straßen „Große Freiheit“ und „Kleine Freiheit“, die bis 1938 zu Altona gehörten, bezeugen diese besondere Geschichte eindrucksvoll durch ihren Namen. Mennoniten, Reformierte, Juden und Katholiken erhielten hier das Recht, ihren Glauben zu leben – auch wenn sie dieses immer wieder mit den Landesherren aushandeln mussten. Die Geschichte dieser Toleranz prägt Altona bis in die Gegenwart.
Heute ist die Hamburger Stadtgesellschaft zunehmend säkular, gleichzeitig religiös sehr vielfältig und der interreligiöse Dialog wird besonders intensiv gepflegt. Und doch ist Glaubensfreiheit immer noch ein Thema. Die Sonderausstellung spannt einen Bogen vom ausgehenden 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart und zeigt Entwicklungen und Fragen rund um dieses
Grundrecht.
Veranstaltungen zur Ausstellung „Glaubensfreiheit“
Führungen
jeden Sonntag um 14 Uhr
Kuratorenführung Sa, 07.11.,
14-15.30 Uhr
Lesung und Gespräch: Do, 12.11., 19 Uhr
Lesung und Gespräch mit Navid Kermani: „Über Glaubensfreiheit“
Eintritt 15 Euro, ermäßigt 10 Euro
Verbindliche Voranmeldung unter info@am.shmh.de erforderlich, begrenzte Plätze (60 Personen max.)
Vortrag So, 22.11., 19 Uhr
Prof. Dr. Dorothea Weltecke (Frankfurt am Main): Vor der (In)Toleranz
– Über das Zusammenleben von Juden und Christen im Mittelalter (im Rahmen des
deutsch-dänischen Kulturellen Freundschaftsjahres 2020
Verbindliche Voranmeldung unter info@am.shmh.de erforderlich