Für eine neue Geburtskultur

Von Götz Egloff
Hebammen, Eltern und Experten vereint für vernünftige Rahmenbedingungen

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Die gesetzlichen Krankenkassen verhandeln zur Zeit mit den Hebammen-Verbänden; die Wahl des Geburtsortes soll zur Disposition stehen. Ebenso sollen z.B. Vorgespräche von Hebammen mit Schwangeren nicht ausreichend finanziert werden; einiges mehr soll reglementiert werden. Viele Hausgeburten würden so aus dem gesetzlichen Leistungsspektrum herausfallen und zu privaten Leistungen umdefiniert werden. Noch will der Gesetzgeber einerseits eine flächendeckende Hebammen-Versorgung gewährleisten und das Selbstbestimmungsrecht von Schwangeren schützen; andererseits weiß man nur allzu gut, wie rasch politische Positionen heutzutage kippen. „Für eine neue Geburtskultur“ weiterlesen

Sachsens stolze Industriekultur – eine Spurensuche

Dieser Artikel erschien im März 2014 im Jahrgang 112 im „Deutschen Ärzteblatt“ und am 2. Mai in Nummer 3 des Magazins „Sehnsucht Deutschland.“
Von Uta Buhr

Feuerrotes Ungetüm: Die Döbelner Pferdebahn
Feuerrotes Ungetüm: Die Döbelner Pferdebahn

„Ewige, ewige Sachsen!“ Schwingt in diesem Ausruf Kurt Tucholskys etwa ein leiser Neid mit? Er, der Urberliner mit der berühmt-berüchtigten Kodderschnauze, amüsierte sich zwar über die Mundart der Sachsen, zog aber gleichzeitig den Hut vor ihrem Fleiß und Erfindergeist. Ja, die Sachsen waren helle und sind es auch heute noch. Qualitätsarbeit sowie eine Vielzahl von Manufakturen und Industriebetrieben machten den Freistaat im 19. Jahrhundert zu einer der reichsten Regionen Europas. Wer Sachsens stolze Industriekultur aus der Nähe betrachten möchte, begebe sich auf eine Reise kreuz und quer durch das Land an Elbe, Mulde und Lausitzer Neiße. Wetten, dass Sie mit einer Fülle neuer unauslöschlicher Eindrücke von dieser Exkursion zurückkehren!

Von Pferdenarren und Spinnern
Heute scheint ganz Döbeln auf den Beinen zu sein. Kein Wunder, denn die von Hengst Elko gezogene Pferdebahn kurvt quietschend durch das schmucke Städtchen an der Freiberger Mulde. „Sachsens stolze Industriekultur – eine Spurensuche“ weiterlesen

Karin Beiers besondere Botschaften

Von Hans-Peter Kurr
Hamburg: Schauspielhaus-Intendantin stellt Spielplan 2015 / 16 vor
Sie ist „bekennende“ Non-konformistin. Deshalb hält sie nicht viel von ‚political correctnes‘ in der Kultur- und Kunstwelt. Das macht nicht nur ihre unschätzbare Qualität als Theaterleiterin und Spielplangestalterin aus, sondern mehr noch das selten erreichte Niveau ihrer Eigen-Inszenierungen, mit denen sie in einer – von vielen anderen unerreichten – sehr inviduellen Originalität in den grössten europäischen Städten von Düsseldorf, Köln ( ihrer Heimtstadt ), München, Wien etc. verdiente Triumphe feiern konnte… obwohl sie keineswegs der Typ ist, der sich darin „badet“. „Karin Beiers besondere Botschaften“ weiterlesen

Man nannte ihn »Mr. Jaguar«

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Ein kultivierter V12 klingt wie Musik.

Und wie ein Autohersteller sollte auch ein Dirigent Sinn für Ästhetik und Freude am Schönen haben. Vielleicht ist das das verbindende Element zwischen Vater und Sohn Lyons. Der am 4. September 1901 in Black­pool geborene Dirigenten- und Musikersohn William Lyons brachte eher durchschnittliche Noten nach Hause und seine beruflichen Anfänge zeugen nicht gerade von Zielstrebigkeit. Im Motorradsport war er jedoch mit seiner Harley Davidson erfolgreich und nach Erreichen der Volljährigkeit gründete er mit dem acht Jahre älteren William Walmsley und der Unterstützung der beiden Väter die Swallow Sidecar Company, um Motorradbeiwagen her­zu­stellen. Später kamen Autokarosserien hinzu. „Man nannte ihn »Mr. Jaguar«“ weiterlesen

Fischersfrau fängt frische Fische

Dieser Artikel erschien am 21. März 2014 in der PAZ

Von Uta Buhr

Heike Winder
Heike Winder

Am Bodensee werfen auch Frauen ihre Netze aus – In Hagnau erinnert man sich dabei an einen alten Schlager.
Statt einfache Beute von Männern zu sein, macht die holde Maid selbst Jagd – auf Fische, angelt sich dann später aber selbst einen Mann. So jedenfalls in einem beliebten Heimatfilm aus den 1950er Jahren. Heute ist die Realität am Bodensee eine andere.

„Die Fischerin vom Bodensee ist eine schöne Maid juchhee.“ So begann ein Schlager, der in den fünfziger Jahren des letzten Jahrhunderts Furore machte. Zum Lied gesellte sich bald ein Film gleichen Titels, der Scharen von Zuschauern in die Kinos lockte. Wenn er heute hin und wieder im Nachmittagsprogramm eines TV-Senders zu sehen ist, begeistert die einfache, in der arkadischen Landschaft des Bodensees verortete Handlung nicht nur ältere Semester. Hauptdarstellerin Marianne Hold, die weiland in ihrem weißen Kahn auf den See hinaus ruderte und ihre Netze auslegte, in die sich auch ein alter Hecht verirrt, „Fischersfrau fängt frische Fische“ weiterlesen

Der Mann hinter Carl Zeiss

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff
Vor 175 Jahren wurde der Physiker, Unternehmer und Sozialreformer Ernst Abbe als Arbeitersohn in Eisenach geboren
Ernst Abbe ist als Begründer der modernen Mikroskopie bezeichnet worden wie auch der Weltstellung der deutschen optischen Industrie. Das ist viel und richtig, aber nicht genug. Denn Abbe war außer einem Wissenschaftler und einem Unternehmer auch ein Sozialreformer von großer Bedeutung. Mit Sinn und Verstand hat man einmal „Carl Zeiss“ sein Pseudonym genannt.

Carl Zeiss steht für Hochtechnologie, für deutsche Wirtschaftskraft sowie für arbeitnehmerfreundliche Arbeitsbedingungen und sozialreformerisches Engagement. Dass wir all dieses heute gemeinhin mit dem Namen von Carl Zeiss und nicht mit dem Ernst Abbes verbinden, ist auf die Bescheidenheit von Letzterem zurückzuführen, ein Grund mehr, diesen Mann zu ehren. „Der Mann hinter Carl Zeiss“ weiterlesen

Chance für Agrarwirtschaft: Mehr Bio-Ökonomie – weniger Bürokratie !

Von Dr. Immo H. Wernicke

BM Schmidt übergibt im Auswärtigen Amt in Berlin das Abschlusskommuniqué  an FAO-Generaldirektor da Silva und Agrarminister Eker für die Türkische Ratspräsidentschaft der G 20 am 17.01.2015
BM Schmidt übergibt im Auswärtigen Amt in Berlin das Abschlusskommuniqué an FAO-Generaldirektor da Silva und Agrarminister Eker für die Türkische Ratspräsidentschaft der G 20 am 17.01.2015

Chance für Agrarwirtschaft: Mehr Bio-Ökonomie – weniger Bürokratie !
Das forderte Bauernpräsident Joachim Rukwied von der EU-Kommission und vom neuen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zur Eröffnung der Internationale Grüne Woche im Januar 2015 in Berlin. Der Bundeslandwirtschaftsminister begrüßte zur weltweit größten Agrarmesse nicht nur Landwirte und Vertreter der Landwirtschaft und der Ernährungsindustrie sondern auch wieder zahlreiche Agrarminister, sowie die EU-Kommissare für Agrar und Umwelt und die Direktoren von FAO* und Weltbank. Er erklärte das neue Konzept der Bio-Ökonomie und die Verbesserung der Rahmenbedingungen durch Abbau von Überregulierungen und Förderung von Innovationen und Technologien in der Landwirtschaft zur Chefsache. „Chance für Agrarwirtschaft: Mehr Bio-Ökonomie – weniger Bürokratie !“ weiterlesen

Kunst gestaltet Leben: Der Weihnachtsmann wird in diesem Jahr 167 Jahre alt!

Von Johanna Renate Wöhlke

Der beliebteste Greis der Welt ist 167 Jahre alt.

Der Weihnachtsmann kann lachen!
Der Weihnachtsmann kann lachen!

Er gehört in die Zeit der Wunder, Geheimnisse und Fantasien. Die Weihnachtszeit ist seine Zeit – die Zeit des Weihnachtsmannes. Zeit- und geschichtslos scheint er seine Geschenke auszuteilen, ohne dass einer jemals nach seiner persönlichen Geschichte gefragt hätte.
Aber er hat eine und außerdem noch ein Geburtsjahr und einen Vater, dessen Vaterschaft kaum jemand kennt: Der hieß nämlich Moritz von Schwind, war Maler und hat seinen Sohn als Prototyp mit Farbe und Pinsel geboren. Das war 1847 für eine Bilderfolge der Zeitschrift „Münchner Bilderbogen“, die in Deutschland und Europa ihre Leser hatte. „Kunst gestaltet Leben: Der Weihnachtsmann wird in diesem Jahr 167 Jahre alt!“ weiterlesen

Anton`s Bauernbrot

 Von Birgit Oesterle

Eine Geschichte, die vor 100 Jahren begann…

Anton im Ruhestand
Anton im Ruhestand

Eine kleine Geschichte über ein Brot zu schreiben. Gibt es denn so etwas? Ja, es gibt sie, die Geschichte über „Anton`s Bauernbrot“.

Alles begann am 4. Oktober 1914: Anton Schmidkunz erblickte das Licht der Welt. Aufgewachsen ist der kleine Anton im Egerland, heute Tschechien. Die Eltern führten auf dem Grünberg, Hausberg und Wahrzeichen der Stadt Eger eine Ausflugsgaststätte.

Anton lernte in Eger das Bäckerhandwerk und somit auch die Herstellung des berühmten Bauernbrots. Bald schon diente er als „Brotkurier“: Jeden Samstag lieferte Anton einen Leiterwagen voller Bauernbrote von Eger auf den Grünberg. Seine Mutter bereitete daraus die Brotzeiten, viele Gäste aber kauften gleich einen Laib, da er ihnen gar so gut mundete.

Anton´s weiterer Berufsweg wurde, wie bei so vielen seiner Generation durch die Wirren des 2. Weltkrieges und einer jahrelangen russischen Gefangenschaft jäh unterbrochen. „Anton`s Bauernbrot“ weiterlesen

Gründer und Märzminister

erschienen in der PAZ

David Hansemann schuf Vorgänger von Aachen-Münchner und Deutscher Bank

David Hansemann wäre gleich in zweifacher Hinsicht einen Lexikonartikel wert. Zum einen als Gründer diverser Unternehmen, zum anderen als Finanzminister und einer der führenden Köpfe der preußischen Märzregierung.
Das am 12. Juli 1790 in Finkenwerder bei Hamburg geborene jüngste der elf Kinder des Eberhard Ludwig Hansemann war zwar ein Pastorensohn, aber für ein Theologiestudium reichte wohl angesichts der Kinderschar das Geld nicht und so begann er 1805 eine kaufmännische Lehre im Handelsgeschäft von Ferdinand und Johann Daniel Schwenger in Rheda. In der Franzosenzeit „Gründer und Märzminister“ weiterlesen