Die Weihnachtswelt Europas ist bunt, bunt zwischen dem Braun und Grün unseres Erdteils im Süden und den strahlend weißen Schneelandschaften des Nordens. Wir leben Vielfalt in Europa. Vielfalt in Frieden ist das Geschenk, das allen immer wieder in das Bewusstsein gehoben und im Alltag bewahrt werden sollte. Dies könnte eine säkulare Weihnachtsbotschaft sein, gemeinsam mit den durch die Christen getragenen Inhalte und Werte. Continue reading „„Mit Frieden gewinnen alle“ – Fröhliche Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr 2013!“
FOCUS-Redakteurin Beate Strobel stellte ihre Biografie des 1988 verstorbenen Gert Fröbe vor, zweifelsfrei einer der größten Menschendarsteller des 20. Jahrhunderts. Der Autorin standen an Bord von Europas einzigem seetüchtigen Theaterschiff, das an Hamburgs Nikolaifleet vertäut liegt, zur Seite dessen Gründer Eberhard Moebius und Fröbes Lieblingstochter Beate, die in einigen seiner Filme als Kinderstar aufgetreten ist. Bewegt und bewegend las Armin Rohde, typverwandter Kollege und Bewunderer Fröbes, aus Strobels Erstlingswerk. Continue reading „Vom Stehgeiger zum Goldfinger“
This hilarious comedy by the British playwright Derek Benfield is just the ideal entertainment on a grey November evening and certainly the right thing for Christmas or New Year’s Eve.
The fan club of the small but very nice stage will greatly enjoy this play which the author chose to dub “farce” instead of comedy. And a farce it is in fact since the plot is so commonplace and yet extremely funny. In the proper sense of the word touch and go is an aeronautic term, meaning the start of a plane. However, in the figurative sense it means risky or uncertain. That’s it: two couples, a fake Red Cross Nurse and coq au vin all combine to a really risky adventure! Continue reading „Touch And Go – The new play at the English Theatre of Hamburg“
Dieses Stück des britischen Komödienschreibers Derek Benfield ist so recht nach dem Herzen der Besucher des kleinen feinen Theaters an der Mundsburg. Und vor allen Dingen eine das Herz erwärmende Komödie an diesen grauen Novembertagen. Zudem geeignet für die Weihnachtstage und als Ouvertüre zu einer feucht-fröhlichen Silvesterparty 2012/2013. Der Autor hat sich sicherlich etwas dabei gedacht, dieses Stück nicht „comedy“, sondern „farce“ zu nennen. In der Tat, der Plot von „Touch and Go“ ist so turbulent und – ja – so banal, dass diese Bezeichnung den Nagel auf den Kopf trifft. Ein Problem jedoch bleibt: Wie soll man den im Englischen so Continue reading „TOUCH AND GO – Das neue Stück am English Theatre of Hamburg“
Klassische Molière-Premiere im Ernst-Deutsch-Theater
Ein selten wertvolles Ensemble: die Orgon Familie
Molière á la Molière im Ernst-Deutsch-Theater, nicht verexperimentiert, nicht in verblichenen Jeans ,auch nicht im Frack, sondern lediglich ein wenig nach Norden, nach Holland, verlegt und etwa ein Dezennium weiter in Richtung unserer Gegenwart verschoben wie es bereits in den sechsziger Jahren des vorigen Jahrunderts Jean Anouilh in Paris versucht hat, mit einem sehr interessant geänderten Schluß versehen (Der Kommissar als ‚deus ex machina’ mit der Bleikugel in der Hand mußte weichen ), mit einem vorzüglichen Ensemble inszeniert von einem Regiemeister mit traditionellem Hintergrund, den die Hamburger bereits seit der Spielzeit 1969/70 kennen, als er z.B. im Deutschen Schauspielhaus den Karl Moor in Schillers „Räubern“ spielte und der später als einer der Buckwitz/Klingenberg-Nachfolger das Züricher Schauspielhaus mit stilvollen Inszenierungen adelte: Gerd Heinz ! Continue reading „Tartuffe, der Heuchler“
Operettenhaus-Welturaufführung in Anwesenheit von Sylvester Stallone
Rocky in Hamburg
Das waren noch Zeiten, als europäische Kolonisatoren – eingepfercht in die hölzernen Bäuche von segelnden Seelenverkäufern – tapfer westwärts über den Atlantischen Ozean schipperten, den nur bogenbewaffneten Indianern mit Feuerwaffen die Köpfe wegknallten, ihr Land in Besitz nahmen, Feuerwasser brannten aus Mais (Bis heute dortselbst als Bourbon-Whiskey bekannt), weil sie die geringen Mengen Weizen zum Brotbacken für ihre Familien benötigten… Continue reading „Rocky begeistert Hamburgs Musical-Fans“
Christoph Marthaler gehört zu den Wenigen, die den Wahnsinn der Normalität durchschauen
Inszenierung Marthaler, Foto W.Mair
Je netter wir werden, desto tiefer wird der Abgrund. Mit dieser Erkenntnis macht sich Slavoj Žižek, slowenischer Psychoanalytiker und Kulturwissenschaftler, seit Jahren weltweit unbeliebt. Andererseits schaffte er es im Sommer d.J. mit seiner gewohnt sperrigen Perspektive dennoch – und ein bisschen deswegen – in den US-amerikanischen Playboy. Dies gibt milde Hoffnung auf bessere Zeiten, die sich in Deutschland jedoch erst realisieren werden, wenn Žižek im deutschen Playboy spricht; also nie. Continue reading „Edmund Stoiber als Prinzip“
Es gibt Menschen, denen machen Sätze wie: „In acht Wochen ist Weihnachten!“ überhaupt keine Sorge. Im Gegenteil, sie freuen sich darüber, schenken sich gemütlich die nächste Tasse Kaffee ein und hören entspannt dem Gespräch zu, das sich da gerade in Sachen Weihnachten entwickelt. Warum ist das so?
Hier sitzt nun also die Renate, von der ich spreche, und sie schmunzelt wirklich so auffordernd vor sich hin, dass die Frage kommen muss: „Du machst Dir wohl überhaupt keine Gedanken über Weihnachten?“ Die Antwort ist einfach und klar: „Nein!“ Aber es kommt noch ein Nachsatz und der ist erwähnenswert. Continue reading „Ein Schrank nur für Geschenke“
Die im August d.J. gegründete MPSIF – Agentur für Kommunikation mit Sitz in Karlsruhe hat ihre Arbeit aufgenommen. Die Agentur, die aus einem festen Kernteam besteht und themenspezifisch freie externe Spezialisten hinzuziehen kann, nimmt Ratings vor, erstellt Gutachten und Kommentare zu den Bereichen Gesellschaft, Kultur und Wirtschaft, wobei diese Bereiche nicht als getrennt, sondern als zueinander gehörig, ineinander verschränkt und auseinander hervorgehend betrachtet werden.
So ziehen bspw. wirtschaftliche Entscheidungen, die in diesem Verständnis als kultureller Vorgang definiert werden, gesellschaftlich-kulturelle, also intra- und interindividuelle Folgen nach sich; genauso wie intra- und interindividuelle, also gesellschaftlich-kulturelle, Determinanten wirtschaftliche Entscheidungen anstoßen, bahnen, nach sich ziehen. Continue reading „Deutschlands erste interdisziplinäre Rating-Agentur“
Unser Mitglied Hartmuth Seitz – engagiert für Kultur im Ehrenamt – weitere Schirmherrin nun Ursula von der Leyen
Bei der ersten Pressekonferenz mit Schirmherr, Veranstaltern und Künstern: ( von links) Wolfgang Haack, Massoud Godemann, Professor Hermann Rauhe, Emanuel Jahreis und Hartmuth Seitz
Vor wenigen Monaten startete er Dank der Unterstützung von Prof. Hermann Rauhe, des ehemaligen Präsidenten der Hamburger Hochschule für Musik und Theater und jetzt ihr Ehrenpräsident, in Niedersachsen das Hermann-Rauhe-Festival unter dem Titel „Musik(T)Räume“. Hermann Rauhe, in Wanna geboren und fast schon eine Kultfigur vor Ort, fungierte quasi als „Patenonkel“ und Mentor für dieses Projekt, Kultur in der Region und vor Ort zu etablieren.
Als Schirmherrn gewann Hartmuth Seitz mit seinem Team zusätzlich David McAllister, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen,„der sich uns durch mehrere vorangegangene Aktionen weiterhin verbunden fühlt und seine Schirmherrschaft für 2013 erneuerte“, so Hartmuth Seitz. Continue reading „Musik(T)Räume – Ein Projekt auf Erfolgskurs“
Der Beifall war stark, anhaltend, jubelnd, ohne Hemmung. Auch an ( zuweilen unverständlichen) Lachern fehlte es nicht, zum Beispiel, wenn Kreon sich ohne Not selber den Habitus eines Krüppels anerzogen hatte (, möglicherweise, um seinem Menschenbruder Oedipus zu gefallen?). Die Rede ist von der Schauspielhaus –Premiere des bedeutendsten Bühnenwerkes, das in der Theaterliteratur existiert, dem Sophokleischen „Oedipus“. Und auch das trifft nur Continue reading „Ein Patchwork-Oedipus“
Rezension zu Katharina Pohl, Schönes Scheitern? Die Suche nach Identität in den Inszenierungen Florian Fiedlers. Tectum Verlag, Marburg, 2010
Schönes Scheitern
Die in der Reihe Kleine Mainzer Schriften zur Theaterwissenschaft erschienene 182-Seiten-starke Untersuchung zur zeitgenössischen Theaterpraxis bietet eine intensive und höchst eindrückliche Leseerfahrung. Auch Rezipienten, die die beiden besprochenen Inszenierungen Florian Fiedlers nicht gesehen haben, werden von der detaillierten und äußerst nachvollziehbaren Analyse profitieren, die Katharina Pohl hier vorlegt.
Den Topos des Scheiterns in der Postmoderne, in der eine als kohärent erfahrene Identität wenn nicht brüchig, eher schon in der Auflösung begriffen ist, beleuchtet Pohl anhand der Inszenierungen Fiedlers von Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ und Kaurismäkis „I Hired a Contract Killer oder Wie feuere ich meinen Mörder?“ am Frankfurter Schauspielhaus 2004 und 2005. Was Fiedler mittels Raum, Zeit und Personal auf der Bühne konstelliert, findet in Pohls Analyse dabei seine akademische Entsprechung. Dabei entbehrt diese nicht des nötigen Continue reading „Das mühsame Ringen um Identität“
Lydia Spiekermanns Bearbeitung und Inszenierung im Monsun-Theater
Dichte Visionen: Erik Fiebiger mit Noémie Naegele und Matthias Weiß mit der Geige
Eine Sternstunde der Begegnung mit wertvoller Literatur hat die Hamburger Regisseurin Lydia Spiekermann mit ihrem Rilke-Abend geschaffen, der jetzt wieder im Monsun-Theater, vor leider viel zu wenigen Zuschauern, zu sehen war.
Es handelt sich bei dieser Arbeit um eine Bühnenfassung der „Aufzeichnungen des Malte Laurids Brigge“von Rainer Maria Rilke, eine Art ausufernder Familiengeschichte, deren Verstehbarkeit die Regisseurin ihrem Publikum durch einen klugen einleitenden Vortrag erleichtert.
Ihr hohes Verdienst aber, nicht nur diese Bearbeitung geschaffen und sie, ungemein phantasiereich, inszeniert zu haben, wird noch übertroffen durch die Tatsache, daß sie denSchauspieler Erich Fiebiger für sich entdeckte und engagierte, dem es gelingt, mithilfe von Dichte und Intensität in mindestens ein Dutzend unterschiedlicher Figuren der zahlreichen Familienmitglieder zu schlüpfen. Continue reading „Rilke-Texte verlebendigt“
Martina Gedecks Solo / Der erschütternde Film DIE WAND
Martina Gedeck
Dieser Streifen wird in die internationale Filmgeschichte eingehen!
Und das verdanken wir einer Jahrhundertschauspielerin, deren Karriere, als sie noch an der Seite des großen Ulrich Wildgruber lebte, in den neunziger Jahren begann und mit diesem Lebensepos DIE WAND – soeben in deutschen Landen, auch im hamburgischen Abaton, uraufgeführt – ihren ( zumindest gegenwärtigen ) künstlerischen Höhepunkt erreicht, den d i e Gedeck, wie wirkliche Weltstars bis Ende des 20. Jahrhunderts, dem der Rezensent entstammt, achtungsvoll genannt wurden und von Mitgliedern jener Generation bis heute gewürdigt werden, hier präsentiert.
Der Film, in kongenialer Wucht nach dem lange als unverfilmbar geltenden Roman Marlen Haushofers instrumentiert durch den phantasiebegabten Regisseur Julian Pölsler und seinen neun fähigen Kameraleuten unter Führung des Altmeisters J.R.P. Altmann eine Bilderfolge von aufregender Schönheit in der österreichischen Berglandschaft, darinnen eine Solistin, die sich durch ,nach internationalen Kriterien gültige ,künstlerische Höchstqualität auszeichnet. Continue reading „In der Berghütte der Seele: Die Wand“
Konzertveranstaltung „Lyrisch in den Herbst“ unseres Mitgliedes im Lichtwarksaal
Lyrisch in den Herbst
Der Abend hätte mehr Zuhörer verdient, denn: Was unser Mitglied Elvira Kartseva für ihre zweistündige Präsentation im Lichtwarksaal zu dem Motto „Lyrisch in den Herbst“ an musikalischen Kostbarkeiten und textlichen Köstlichkeiten, aus eigener Ideenfülle und den Zutaten der Freunde Alexander Paperny (Balalaika) und Theo Fröhlich (Rezitation), zusammengetragen hatte, war den Besuch in diesem, inzwischen schon traditionsreichen Auditorium, das sich bescheiden an der Neanderstrasse hinter den Musik-Museumshäusern der Peterstrasse duckt,mehr als wert. Continue reading „Ein Kartseva-Abend „ vom Feinsten““
Es ist nur ein Sprung von Erfurt bis Weimar. Man tritt kaum auf das Gaspedal und kommt schon in der berühmten Stadt an. Der Name Liszt taucht auf verschieden Firmenschildern auf, da Liszt auch hier geehrt wird. Hier sitzt auch die Hochschule für Musik Franz Liszt, die schon lange internationale Bedeutung errungen hat.
Das Liszt-Haus befindet sich in der Marienstraße Nr. 17, südlich vom Stadtzentrum, direkt zum großflächigen Park an der Ilm. Im Gebäude, das Franz Liszt von 1869 bis bis zu seinem Tod 1886 bewohnte, war ursprünglich die Hofgärtnerei beheimatet. Die „Altenburg“, wie der Meister das Haus bezeichnete, stattete seinerzeit die Großherzogin Sophie komfortabel aus.
Der 1842 zum Hofkapellmeister ernannte Liszt lebte, komponierte und unterrichtete in diesem Haus, das Carl Alexander von Sachsen-Weimar und Eisenach ihm zur Verfügung gestellt hatte. Dieses Haus blieb ihm das Hauptdomizil, obwohl er durch seine umfangreichen Reisen jährlich mehrere Continue reading „Das Liszt Haus in Weimar“
Gespräch mit Regisseur Norbert Schultze jr .über die Spiele 2013
Norbert Schultze jr.
Die ursprünglich geplante Wiedergabe des Gespräches mit Norbert Schultze jr.sollte etwa folgendermaßen beginnen und war bereits fertiggestellt:„Filmgeschichtlich – zumindest im internationalen Pressespiegel – war das Jahr 1964 in Sachen Karl May nicht herausragend: Alfred Vohrer hatte „Unter Geiern“ verfilmt, als deutsch-französisch-italienisch-jugoslawische Co-produktion mit Pierre Brice als Winnetou, der später als solcher in Segeberg glänzte, bevor er sich 1999 mit seiner „Halbblut“-Inszenierung dort einigermaßen ruhmlos verabschiedete, Elke Sommer ,die ebenfalls 1999 am Kalkberg life auftrat, als Annie. Zwei damals schon recht bekannte Bösewichter wies die Besetzungsliste auf: Götz George und Sieghart Rupp. Nur einer Continue reading „Segeberger Aufsichtsrat trennt sich von Erol Sander“