Das Brandenburger Tor – Erstmals mit dem Eisernen Kreuz

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Vor 200 Jahren wurde das Brandenburger Tor in seiner heutigen Form der Öffentlichkeit vorgestellt

Mit oder ohne Eisernes Kreuz? Diese Frage spaltete zeitweise die Deutschen. Das SED-Regime ließ das Kreuz wie auch den Preußenadler von der Quadriga entfernen, nach der kleinen Wiedervereinigung kehrten sie zurück. Vor zwei Jahrhunderten wurden die beiden Symbole erstmals mit der Quadriga des Brandenburger Tores verbunden.

In einem Tiefpunkt preußischer Geschichte, der Phase napoleonischer Fremdherrschaft, erwachsen erst Preußen und später auch Deutschland zwei identitätsstiftende Symbole, die mehr oder weniger bis in unsere Gegenwart Bestand haben. Da ist zum einen das Brandenburger Tor. Dieses Tor gibt es schon seit 1791, aber erst durch den Raub der Quadriga durch Napoleon nach dem Vierten Koalitionskrieg von 1806/07, der die Figurengruppe als Kriegsbeute in seine Hauptstadt verbrachte, „Das Brandenburger Tor – Erstmals mit dem Eisernen Kreuz“ weiterlesen

Gründer und Märzminister

erschienen in der PAZ

David Hansemann schuf Vorgänger von Aachen-Münchner und Deutscher Bank

David Hansemann wäre gleich in zweifacher Hinsicht einen Lexikonartikel wert. Zum einen als Gründer diverser Unternehmen, zum anderen als Finanzminister und einer der führenden Köpfe der preußischen Märzregierung.
Das am 12. Juli 1790 in Finkenwerder bei Hamburg geborene jüngste der elf Kinder des Eberhard Ludwig Hansemann war zwar ein Pastorensohn, aber für ein Theologiestudium reichte wohl angesichts der Kinderschar das Geld nicht und so begann er 1805 eine kaufmännische Lehre im Handelsgeschäft von Ferdinand und Johann Daniel Schwenger in Rheda. In der Franzosenzeit „Gründer und Märzminister“ weiterlesen

Hunderten Lokomotiven gab er seinen Namen

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Vor 160 Jahren starb mit August Borsig eine typische Gründerpersönlichkeit der deutschen Industrialisierung im 19. Jahrhundert
Der „Lokomotivenkönig“, wie August Borsig bezeichnenderweise von Alexander von Humboldt genannt wurde, gründete den größten Lokomotivenproduzenten Europas und den neben Baldwin Locomotive Works in den USA größten der Welt.

Zunächst schien es so, als würde Johann Friedrich August Borsig in die Fußstapfen seines Vaters treten. Der am 23. Juni 1804 in Breslau als zweites von fünf Kindern geborene Schlesier erlernte das Zimmererhandwerk. Daneben besuchte er die Kunst-, Bau und Handwerkschule seiner Geburtsstadt. Ein Stipendium ermöglichte ihm ab 1823 den Besuch des Königlichen Gewerbe-Instituts in Berlin. „Hunderten Lokomotiven gab er seinen Namen“ weiterlesen

Warum der 17. Mai?

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Norwegens Nationalfeiertag erinnert an die Verfassung von Eidsvoll

Dänen und Schweden verbindet ihr Skandinaviertum. Aber in den napoleonischen Kriegen standen sie schließlich auf unterschiedlichen Seiten. Großbritanniens Aggressivität aus Zweifel an der Neutralität Dänemarks führte die Dänen in Napoleons Lager, während mit Jean-Baptiste Bernadotte ausgerechnet ein Marschall Bonapartes in seiner Eigenschaft als Kronprinz Schwedens die Schweden in das Lager der antinapoleonischen Koalition führte.

Bonapartes Gegner obsiegten schließlich und so musste sein dänischer Verbündeter im Kieler Frieden vom 14. Januar 1814 Norwegen an Schweden abtreten. Die Norweger waren jedoch nicht bereit, sich so ohne Weiteres als Kriegsbeute der Schweden von diesen vereinnahmen zu lassen. Wie „Warum der 17. Mai?“ weiterlesen

„Sekretär Europas“ und rechte Hand Metternichs

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff
Friedrich Gentz führte auf dem Wiener Kongress Protokoll und gilt als einer der Väter der Karlsbader Beschlüsse
An der Seite und als Feder des österreichischen Regierungschefs Clemens von Metternich wurde Friedrich Gentz zur Zielscheibe der nationalliberalen Bewegung. Dabei war der Publizist im Staatzsdienst ursprünglich nicht nur Preuße, sondern sogar preußischer Beamter und darüber hinaus ein Verteidiger von Aufklärung und Französischer Revolution

Der am 2. Mai 1764 in Breslau geborene Friedrich Gentz entsprach so gar nicht dem gängigen Bild des korrekten preußischen Beamten. Er war Genießer, liebte neben Speis und Trank auch die Frauen und nicht nur eine, neigte dazu, über seine Verhältnisse zu leben, arbeitete lieber zuhause „„Sekretär Europas“ und rechte Hand Metternichs“ weiterlesen

Preußischer David gegen dänischen Goliath

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff
Vor 150 Jahren rettete das Kanonenboot »Basilisk« den Rückzug des Tegetthoff-Geschwaders im Seegefecht bei Helgoland

Im Deutsch-Dänischen Krieg von 1864 war Dänemark den deutschen Großmächten Preußen und Österreich zu Lande unter-, aber zu Wasser überlegen. Der skandinavische Staat nutzte diese Überlegenheit, um gegen Preußen eine Seeblockade zu verhängen. Zum Brechen dieser Blockade entsendeten die Österreicher einen Flottenverband aus dem Mittelmeer. So machte sich ein aus den beiden Fregatten „Schwarzenberg“ und „Radetzky“ sowie dem Kanonenboot „Seehund“ bestehendes Geschwader unter Linienschiffskapitän Wilhelm von Tegetthoff auf den Weg vom Mittelmeer in die Nordsee. Das Kanonenboot muss­te wegen eines Unfalls im Ärmelkanal ausscheiden und einen eng­lischen Hafen anlaufen, aber die beiden Fregatten erreichten Anfang Mai die Nordsee. „Preußischer David gegen dänischen Goliath“ weiterlesen

Des Kaiserreiches inoffizielle Hymne

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff
Wilhelms I. und Augustas Silberne Hochzeit brachte der »Wacht am Rhein« in Krefeld den Durchbruch
„Die Wacht am Rhein“ erhielt erst ein halbes Jahrzehnt nach dem Tode ihres Textdichters jene Melodie, mit der wir sie kennen und mit der sie berühmt wurde. Vor 160 Jahren dirigierte deren Komponist das entscheidende Chorkonzert, das dem Lied den Durchbruch brachte.

Das deutsche Kaiserreich hatte im Gegensatz zu Weimarer Republik, Drittem Reich, Bundesrepublik und DDR keine offizielle Nationalhymne. Bei feierlichen Anlässen wurde das preußische „Heil dir im Siegerkranz“ gesungen. Hierbei handelte es sich jedoch eher um ein Symbol Preußens als des Reiches. Zudem scheint die Melodie aus dem Ausland zu kommen. „Des Kaiserreiches inoffizielle Hymne“ weiterlesen

Die Düppeler Schanzen

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Am 18. April 1864 erstürmten die Preußen die Düppeler Schanzen der Dänen

Vor 150 Jahren erstürmten 37000 Preußen die von 11000 Dänen verteidigten Düppeler Schanzen. Prinz Friedrich Karl, der Befehlshaber des preußischen Kontingents der antidänischen Koalition der deutschen Großmächte, hatte gehofft, die Schanzen umgehen zu können, doch letztlich sah er sich doch gezwungen, die Brechstange anzusetzen, die materielle und personelle Überlegenheit in die Waagschale zu werfen.
Böse Zungen behaupten, Preußens Führung habe die Schlacht gewollt, um mit den österreichischen Verbündeten gleichzuziehen, denen bereits einige beachtliche Erfolge gelungen waren, und um im innenpolitischen Kampf mit den Liberalen die Sinnhaftigkeit und den Nutzen der Heeresreform zu veranschaulichen. „Die Düppeler Schanzen“ weiterlesen

Bayerns dritte Königin Marie kam aus Preußen

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Die Mutter Ludwigs II. und Ehefrau Maximilians II. Joseph gründete den bayerischen Frauenverein vom Roten Kreuz

Vor 125 Jahren starb Prinzessin Marie von Preußen. Die bayerische Königin weist einige bemerkenswerte Gemeinsamkeiten mit der preußischen Königin Luise auf.

Ähnlich wie Preußens Königin Luise verlebte auch Bayerns Königin Marie eine glückliche Kindheit. Ihr Vater, Prinz Wilhelm von Preußen, schien als jüngster Bruder Friedrich Wilhelms III. weit genug von der Regentschaft entfernt, um ein ungezwungenes Familienleben führen zu können. Ihre Mutter, Prinzessin Marianne von Preußen, war eine geborene Prinzessin von Hessen-Homburg. Prinzessin Marie von Preußen, das am 15. Oktober 1825 in Berlin als Sonntagskind geborene Nesthäkchen der Familie, verbrachte einen Großteil der Kindheit fernab von der Großstadt Berlin „Bayerns dritte Königin Marie kam aus Preußen“ weiterlesen

Feuertaufe bei Jasmund

Von Dr. Manuel Ruoff, erschienen in der PAZ

Preußens Marine kämpfte vor 150 Jahren gegen die Dänen

Ihre Feuertaufe erlebte die 1848 gegründete preußische Marine im Deutsch-Dänischen Krieg. Anders als zu Lande, waren die Deutschen den Dänen im ersten Einigungskrieg zur See weit unterlegen. Preußen verfügte nur über 23 dampfgetriebene Kriegsschiffe mit 117 Geschützen, 22 Ruderkanonenboote mit 40 Geschützen sowie drei Segelschiffe.

Dänemark hingegen verfügte über 31 Dampfschiffe mit 387 Geschützen, von denen bei Kriegsausbruch 26 mit 363 Geschützen verfügbar waren, zehn Segelschiffe und 50 zur Küstenverteidigung bestimmte Ruderkanonenboote mit 80 Geschützen. Ähnlich wie die Briten im Ersten Weltkrieg, nutzten die Dänen ihre klare Überlegenheit zur See für eine Seeblockade gegen den deutschen Gegner. Am 15. März 1864 erklärten die Skandinavier die Blockade der preußischen Küste. „Feuertaufe bei Jasmund“ weiterlesen