Wem läuft bei dem Titel „Der Auspeitscher “ nicht ein kalter Schauer über den Rücken! Allerdings schält sich im Verlauf dieses von dem jungen amerikanischen Autor Matthew Lopez geschriebenen Dramas erst langsam heraus, was es mit der Peitsche und anderen Sadismen auf sich hat.
Wir schreiben das Jahr 1865. Der amerikanische Bürgerkrieg ist gerade blutig beendet worden, die Südstaatler vernichtend von den Yankees geschlagen. An einem stürmischen Herbstabend kehrt Caleb DeLeon in sein einst prächtiges, durch die Kriegswirren verwüstetes Elternhaus in Continue reading „„The Whipping Man“ – das neue Stück am English Theatre of Hamburg“
“The audacious work marks the debut of a fresh talent” titled a renowned critic of the Associated Press. “Lopez’s drama has undeniable power,” wrote “Time Out New York’s” Adam Feldman enthusiastically after “The Whipping Man” premiered at the Manhattan Theatre Club in 2011. In fact, Matthew Lopez’s drama is a gripping play using sharply drawn characters and rich metaphor. It wrestles with typically American issues such as race, religion and responsibility.
Finissage mit Lesung zur Ausstellung „Kunst-Stücke“ – Museumsinsel Heide
Die Lesenden
Nachdem die Vernissage zur Ausstellung „Kunst-Stücke“ von Uschi Bramke und Michael Schulte mit der Einführung durch den Schriftsteller Uwe Herms aus Eiderstedt so erfolgreich gewesen war und beim Publikum gut angekommen ist, lädt der Kunstverein Heide zum Abschluss der Ausstellung am Sonntag, den 21. September, um 14.00 Uhr in die Museumsinsel, Lüttenheid 40 in Heide, zu einer Lesung mit Kostproben des schriftstellerischen Schaffens von Michael Schulte und Uwe Herms ein. Es werden feine, interessante und amüsante Texte sein, die wir von beiden Autoren zu hören bekommen werden. Continue reading „Museumsinsel Heide: „Kunst-Stücke““
Dieser Artikel erschien am 14. September in SaS (Schleswig-Holstein am Sonntag)
Von Uta Buhr
Die Hungerharke
„Weißt du noch?“ Meine Kollegin zupft mich am Ärmel, als wir uns dem monumentalen Empfangsgebäude des ehemaligen Berliner Flughafens Tempelhof nähern. Wie oft sind wir während der Zeit des Kalten Krieges hier gelandet, weil wir den Weg durch die schikanösen DDR-Kontrollen nach West-Berlin scheuten. „Die Besichtigung beginnt in zehn Minuten“, verkündet eine junge Frau und bittet die Besucher noch um ein wenig Geduld. „Sehen Sie sich doch inzwischen das Luftbrückendenkmal an. „Hungerharke“ nennt der Berliner Volksmund die aus drei Streben konstruierte Skulptur, die an die Blockade Berlins durch die Sowjets von Juni 1948 bis Mai 1949 erinnert. Seinerzeit wurde die Frontstadt von den westlichen Alliierten durch die Luft versorgt. Continue reading „Spielwiese Tempelhof – wo einst die Rosinenbomber landeten“
Von Dr. László Kova Eine rare und empfehlenswerte Ausstellung wurde am 05. September 2014 eröffnet.
Quappi in Blau und Grau, 1944 Öl auf Leinwand, 98,5×76,5 cm Stiftung Museum Kunstpalast, Düsseldorf
Max Beckmann (geb. 12.02.1884 in Leipzig, gest. 27.12.1950 in New York) ist in der Kunsthalle Hamburg mit seinen ausdruckstarken Gemälden ständig vertreten. Seine Bilder werden neben Werken von Oskar Kokoschka, Willi Baumeister, Oskar Schlemmer, Ernst Ludwig Kirchner, Emil Nolde, Franz Marc in der Abteilung der klassischen Moderne exklusiv präsentiert.
Die meisten Museumsbesucher kennen hauptsächlich seine Figurenbilder, mythologischen Werke, Landschaftsgemälde und Selbstporträts. Die Kuratorin Dr. Karin Schick zeigt Max Beckmann diesmal mit seinen seltener präsentierten Stillleben, die mit einem besonderen Reichtum an Farben, Formen und Stofflichkeit herausragen.
Diese Ausstellung in Hamburg, die durch zahlreiche Leihgaben von privaten und öffentlichen Sammlungen im In- und Ausland möglich gemacht wurde, ist eine besonders gelungene und hoch qualitative Präsentation von Max Beckmanns Schaffen. In dieser Größe und Vielfalt waren die Stillleben von Beckmann noch nirgendwo vertreten. Die gekonnte Hängung der Bilder und die informativen Texte an den Wänden fallen während des Besuches positiv auf. Continue reading „Max Beckmann in der Hamburger Kunsthalle“
Vor 200 Jahren wurde das Brandenburger Tor in seiner heutigen Form der Öffentlichkeit vorgestellt
Mit oder ohne Eisernes Kreuz? Diese Frage spaltete zeitweise die Deutschen. Das SED-Regime ließ das Kreuz wie auch den Preußenadler von der Quadriga entfernen, nach der kleinen Wiedervereinigung kehrten sie zurück. Vor zwei Jahrhunderten wurden die beiden Symbole erstmals mit der Quadriga des Brandenburger Tores verbunden.
In einem Tiefpunkt preußischer Geschichte, der Phase napoleonischer Fremdherrschaft, erwachsen erst Preußen und später auch Deutschland zwei identitätsstiftende Symbole, die mehr oder weniger bis in unsere Gegenwart Bestand haben. Da ist zum einen das Brandenburger Tor. Dieses Tor gibt es schon seit 1791, aber erst durch den Raub der Quadriga durch Napoleon nach dem Vierten Koalitionskrieg von 1806/07, der die Figurengruppe als Kriegsbeute in seine Hauptstadt verbrachte, Continue reading „Das Brandenburger Tor – Erstmals mit dem Eisernen Kreuz“
Manuel kutschiert Touristen zu den Attraktionen von Sevilla. Dazu gehört auch die Plaza de Espana mit ihrem halbrunden Prachtbau.
„Wie lange brauchen wir, um Sevilla kennen zu lernen“, fragt ein junges Pärchen seinen Reiseführer während der Besichtung der gotischen Kathedrale, dem mächtigsten Kirchenbau Spaniens. Als Antwort erhalten die beiden nur ein Achselzucken.
Im Sommer, bei Temperaturen zwischen 40 bis 50 Grad, braucht man sicher etwas länger, um sich annähernd ein Bild von Sevilla zu machen. Wer aber mehr sucht als Flamenco, Sonne und südliches Flair, sollte Andalusien in der Vor- oder Nachsaison besuchen. Continue reading „Sevilla: Viel mehr als Flamenco“
Ein ebenso politisch wichtiger wie künstlerisch hervorragender Saisonauftakt 2014 / 15 an der Hartungstrasse:
Die Kammerspiele eröffneten am vergangenen Sonntag mit der Deutschen Erstaufführung „ZORN“ der Australierin Joanna Murray-Smith.
…
Als der Chronist diese Autorin anlässlich der Broadway-Inszenierung ihres Stückes „Honour“ 1998 in New York interviewte, äusserte sie sich zu ihrem Beruf und Oeuvre : „In meinen Geschichten gibt es keine Tränen, keine Klagen, keine Todeskämpfe zu sehen; noch gibt es die geringste geheimnisvolle Aufregung, da die Zuschauer von Anbeginn erfahren, daß es zur Katastrophe kommen wird.Irreparabel! Meine Waffe ist ein heiterer, fatalistischer Galgenhumor. Meine Menschen sind sogar zuweilen auf haarsträubende Weise lustig (Glänzend im Kammerspiel-Ensemble realisiert Continue reading „„Zorn“ in den Hamburger Kammerspielen“
Budapest erfreut sich wegen der hohen Besucherzahlen schon seit Jahren. Das ist ziemlich ungewöhnlich, da Ungarn nicht einmal eine eigene Fluggesellschaft besitzt, seit die Malev vor einiger Zeit Pleite gegangen ist.
Die Metropole zeichnet sich durch eine stabile, infrastrukturelle Entwicklung aus. Diese Entwicklung beruht ebenfalls offensichtlich auf dem Gemüt der eigenen Bürger – die mit der zum zweiten Mal wiedergewählten und zum zweiten Mal durch absolute Mehrheit ausgestatteten Regierung scheinbar immer noch zufrieden sind- eine starke positive Wirkung aus. Continue reading „Budapest – diesmal wieder ganz anders!“
Pavel Kohouts reale Fiktion nach George Orwell im Hamburger Sprechwerk
Vor ausverkauftem Haus wurde im Theater Sprechwerk ein bedrückendes Stück gegeben. 1984 – Ein Alptraum, in der Fassung Kohouts nach Orwell und mehr muß man über den Inhalt auch nicht mehr sagen, denn wahrscheinlich jeder der letzten zwei Generationen hat dieses Ur-Buch der diktatorisch-technischen Überwachungsfiktion mindestens einmal in der Schule gelesen und interpretiert.
Bei solch einem Magengruben-mulmigen Inhalt erwartete wohl kaum ein Theaterbesucher lockere Unterhaltung (obwohl hin und wieder aus den Zuschauerreihen, zumindest anfangs, ein unerklärlicher Lacher zu hören war = 2 Ungut Punkte). Continue reading „1984 – Ein Alptraum“
Vor 160 Jahren starb mit August Borsig eine typische Gründerpersönlichkeit der deutschen Industrialisierung im 19. Jahrhundert
Der „Lokomotivenkönig“, wie August Borsig bezeichnenderweise von Alexander von Humboldt genannt wurde, gründete den größten Lokomotivenproduzenten Europas und den neben Baldwin Locomotive Works in den USA größten der Welt.
Zunächst schien es so, als würde Johann Friedrich August Borsig in die Fußstapfen seines Vaters treten. Der am 23. Juni 1804 in Breslau als zweites von fünf Kindern geborene Schlesier erlernte das Zimmererhandwerk. Daneben besuchte er die Kunst-, Bau und Handwerkschule seiner Geburtsstadt. Ein Stipendium ermöglichte ihm ab 1823 den Besuch des Königlichen Gewerbe-Instituts in Berlin. Continue reading „Hunderten Lokomotiven gab er seinen Namen“
Spieglein, Spieglein an der Wand… Man mag darüber streiten, ob Berlin die schönste Stadt Deutschlands ist. Eines aber ist unbestritten: Sie ist mit Abstand die aufregendste Stadt der Republik und gewiss eine der interessantesten und quirligsten Metropolen weltwelt. Ein Spaziergang durch Berlin-Mitte – das pulsierende Herz der Stadt – macht Lust auf mehr.
Ein strahlend blauer Himmel wölbt sich über Berlin. Die Sonne lässt die gläserne Kuppel des Reichstages silbern aufblitzen. Kaiserwetter. Die „Hauptstadt mit Herz“ scheint aus allen Nähten zu platzen. Babylonisches Stimmengewirr auf Straßen, Plätzen, in Cafés und Biergärten. Gerade schwebt eine grazile Japanerin mit einem riesigen Continue reading „Janz Berlin is eene Wolke – Ein Streifzug durch Berlin-Mitte“
Die viertägige Jubiläumsreise nach Stavanger oder Eine lange Liebeserklärung an eine kurze Reise
Abschiedswinken
Die Queen Mary 2 legt ab. In den Himmel ragt nicht nur sie. Hinter ihr ragt alles in den Himmel, was Hamburg zu bieten hat, und bildet eine einzigartige Abschiedssilhouette – vom Riesenrad am Grasbrook Terminal, der noch immer kranumkränzten Elbphilharmonie, den Kirchtürmen und Riesenkränen in den Wirtschaftshäfen. So sieht eine Paradeausfahrt aus. So fühlt sie sich an, begleitet von Tausenden von Menschen.
Ganz langsam verliert sich Hamburg im Abendhimmel. Am Übergang zwischen Himmel und Wasser bleibt eine immer schmaler werdende gezackte dunkle Linie zurück, gemalt von einer Stimmung, die Abschied heißt. Continue reading „10 Jahre Queen Mary 2 in Hamburg im Juli 2014“
Was ist die Bestimmung einer Eieruhr? Die Frage könnte auch lauten: Was ist der Lebenszweck einer Eieruhr – allerdings setzte das voraus, dass die Eieruhr etwas Lebendiges an sich hat, was im medizinischen Sinne nicht gegeben ist. Aber sie ist doch so lebendig! Wenn der Sand in ihr von oben nach unten fließt und die Körnchen, nein die Körnlein, so rutschen und gleiten, fallen und schweben, dann hat es zumindest den Anschein von Lebendigkeit.
Ich sehe, wie mit den Körnern die Zeit fließt. Sie fließt und fällt und stürzt dahin. Dieser lebendige Eindruck ist bei einer Uhr nicht gegeben, so empfinde ich. Sicher, der Zeiger der Uhr dreht sich und auch bei Continue reading „Die Eieruhr“
Als Kunstwerke, die zu den bedeutendsten literarischen Leistungen des mittelalterlichen Europas zählen, sind die Island-Sagas eine eigenständige, völlig selbständige Schöpfung isländischer Kultur. Die Schauplätze der Sagas liegen meist in Island selbst und erzählen von dem Schicksal einer Familie, den Biografien und Ereignissen Einzelner.
Die Isländersagas gelten somit als der wichtigste Beitrag Islands zur Weltliteratur. Es handelt sich dabei um etwa vierzig Prosaerzählungen des 13. Jahrhunderts, die spannungsreich und anschaulich vom Leben der wikingerzeitlichen Isländer berichten, von Alltag ebenso wie von wunderbaren Begebenheiten, von Fehden und deren Beilegung, aber auch von Wikingerfahrten, die von Nordamerika bis Konstantinopel reichen. Continue reading „Literatursommer „Island“ in Heide“
Christopher Street Day, Dom, Fußball und Cruise Days kommen an diesem Wochenende zusammen. Und der Künstler Michael Batz hat erneut den Hamburger Hafen mit seiner Lichtinstallation in Blau getaucht. Gestern am späten Nachmittag an den Landungsbrücken: Offenbar haben sich alle hier getroffen. Tatsächlich sollen 350.000 Menschen alle Besucherrekorde gebrochen haben. Die Treppenstufen zu den Brücken sind zu Tribünen geworden. Alle Tische der Lokale voll besetzt. Bei Nordsee gibts kein Bier vom Fass mehr. In den Toiletten lange Warteschlangen. Wir wühlen uns durch bis zur Barkasse, auf der wir vorher Plätze gebucht haben. Die Fahrt beginnt an der Rickmer Rickmers. Noch ist es hell, die blaue Beleuchtung macht nicht viel her, aber es gibt viele Schiffe zu bestaunen. Eine Stunde später ist plötzlich alles in blaues Licht getaucht. Dreimaster durchsegeln die doppelt blaue Stunde. An der Elbphilharmonie erscheint ein blaues Muster. Der Michel, die Hafenkräne, Blohm & Voss, die Fischauktionshalle, alles ist blau Continue reading „Blue Port Ahoi“
EGGart – Das Spiegelei. Vom Wunder des Lebens in der Bratpfanne
Skurrile digi-art der Hamburger Künstlerin Cosia Immerscheen (aka Johanna Renate Wöhlke) im Süderelbe-Einkaufszentrum an der S-Bahn Station Hamburg Neugraben im Obergeschoss Süd. Cosia Immerscheen fotografiert Spiegeleier in der Bratpfanne und bearbeitet sie am Computer zu Bildern. Die Bilder sind als Leinwanddrucke zu sehen. geöffnet samstags 10-12 Uhr und nach Vereinbarung.
When: Sa Juli 26 10:00 – Mi Dezember 31 13:00
Where: Süderelbe Einkaufszentrum, Cuxhavenerstr. 344, 21149 Hamburg