„Jopi“ Heesters – Größen von Gestern

Von Hans-Peter Kurr

Simone Rethel und Johannes Heesters

Umstrittener über die Jahrhundertgrenze 20/21 hinweg konnte kein Mitglied des deutschsprachigen Showbiz sein als Grandseigneur Johannes Heesters, der am Weihnachtsfest 2011 endlich 108-jährig sterben durfte. Allerdings hat ihm diesen zweifelhaften Ruf in erster Linie die Boulevard-Presse eingebracht. Ja, gewiß: Der eine oder andere Neider, den es selbstverständlich auch (oder sogar: insbesondere?) in sogenannten Künstlerkreisen gibt, mag, Verständnislosigkeit s p i e l e n d, dümmliche Fragen in die Welt gesetzt haben, wie „Hat er denn das nötig?“ oder „Warum hört er nicht endlich auf!“ oder „Merkt er nicht, dass seine Auftritte heutzutage peinlichwirken und seinen guten Ruf zerstören?“ Mag alles sein. Aber: Wer hatte darüber zu entscheiden? Ausschließlich doch wohl er selber! Und, solange es, nach wie vor, eine schier unzählbare Fangemeinde gab, waren seine – ohnehin immer seltener werdenden – Auftritte selbstverständlich legitim. Continue reading „„Jopi“ Heesters – Größen von Gestern“

Zum 300. Geburtstag von Kritijanas Donelaitis

Von Dr. László Kova
Jubiläumsausstellung in Vilnius/Litauen

Zotán Pecze (li.), Botschafter der Republik Ungarn in Vilnius, Witka Kova und der Künstler László Kova (re.) mit seiner Skulpturenkomposition „Frühling“

Die Galerie ´Šv.Jono Gatves Galerija´ in Vilnius/Litauen fing rechtzeitig an, den großen Nationallyriker  in den Mittelpunkt des Kulturgeschehens zu stellen.  Im Kalenderjahr 2014 feiern die Litauen den 300. Geburtstag des namhaften  Poeten Kristijanas Donelaitis, der am 01. Januar 1714 (gest. 1780) geboren wurde.
Er war ein protestantischer Pfarrer einer deutsch-litauischen Gemeinde im ostpreußischen Preußisch-Litauen. Er predigte 37 Jahre lang in deutscher und in litauischer Sprache. Er war ein vielseitiger Gelehrter und lernte auch Griechisch, Hebräisch und Französisch. Seine Poesie schrieb er in Deutsch.  In der litauischen Sprache verfasste er sein Hauptwerk, das  den Titel „Metai“, deutsch „Die Jahreszeiten“ trägt. Continue reading „Zum 300. Geburtstag von Kritijanas Donelaitis“

Czeslaw-Milosz-Jahr

Von Witka Kova

Witka Kova (links) und Jutta Noak-Vaitkiené JPG

Nicht nur die polnische Nobelpreisträgerin für Physik Maria Sklodowska-Curie, der Astronom Jan Hevelius oder der Komponist und Pianist Frédéric Chopin sind weltbekannt,  sondern auch der Literaturnobelpreisträger Czeslaw Milosz.

Das Parlament der  Republik Polen ist überzeugt von der besonderen Bedeutung des schöpferischen Werkes von Czeslaw Milosz für das National und Weltkulturerbe und ernannte das Kalenderjahr 2011 zum ´Czeslaw-Milosz-Jahr´, da er in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden wäre.

Das ´Milosz-Jahr´ ist eine Gelegentheit, um an den Poeten und seine Werke zu errinern und bildet die Chance  einer tieferen Reflexion über die Zusamenhänge seines Lebens und seiner Literatur mit dem verworrenen 20. Jahrhundert zu erforschen. Der 100. Geburtstag des Poeten wird nicht nur in Polen gefeiert, sondern auch in Litauen, den USA, in Frankreich, China, Indien, Israel und Russland. Das Programm des ´Milosz-Jahr´ umfast neue Buchauflagen, Konfernzen, Diskussionen und dem Poeten gewidmete Ausstellungen. Der wichtigste Programmpunkt ist die zweite Auflage des Czeslaw-Milosz-Literaturfestivals, das von 9. bis 15. Mai 2011 in Krakau stattfindet. Der 100. Geburtstag des Poeten wurde im Almanach der von der UNESCO gefeierten Jahrestage eingetragen. Continue reading „Czeslaw-Milosz-Jahr“

Ungeliebte Weihnachtsgeschenke

Diese Glosse erschien am 27. Dezember im Hamburger Abendblatt

 Von Uta Buhr

Welcher Tag im Jahr ist noch schöner als Ostern, Pfingsten, Heiligabend und Silvester zusammen? Richtig – der 27. Dezember! Auf diesen Tag bereiten sich manche schon während der Feiertage fieberhaft vor. Denn dann beginnt für sie die große Umtauschorgie. Noch bevor Läden und Kaufhäuser ihre Pforten öffnen, tigern sie bereits an den Schaufenstern entlang auf der Suche  nach den geeigneten Umtauschobjekten.

„Dass manche Leute einem aber auch immer die falschen Dinge schenken“, seufzen sie am Heiligen Abend mit leuchtenden Augen. „Da muss ich mich ja gleich am 27. wieder ins Getümmel stürzen.“ Menschen, die vom Umtauschvirus befallen sind, macht man erwiesenermaßen unglücklich, wenn man sie mit den „richtigen“ Geschenken bedenkt. Es ist also peinlich darauf zu achten, ihnen etwas auf den Gabentisch zu legen, was sie garantiert nicht mögen. Continue reading „Ungeliebte Weihnachtsgeschenke“

Die lustigste Geschichte aus meiner Weihnachtszeit, die keine Weihnachtsgeschichte ist…

Von Johanna Renate Wöhlke

Ich behaupte ganz einfach mal: Weihnachtsgeschichten können auch Geschichten sein, die im Herbst geschehen sind, nämlich immer dann, wenn sie in der Weihnachtszeit erzählt werden. Diese Geschichte ist so eine, denn ich hörte sie in der Weihnachtszeit. Sie ging so:

Das neue Auto soll abgeholt werden. Die Familie fährt nach Wolfsburg, um es in Empfang zu nehmen. Das neue Auto ist noch nicht fertig, also gibt es für die ganze Familie eine Übernachtung auf Kosten des Hauses und als weitere Trostpflaster Gutscheine, einer davon für einen Besuch eines Safariparks. Continue reading „Die lustigste Geschichte aus meiner Weihnachtszeit, die keine Weihnachtsgeschichte ist…“

Stapfte Josef durch den Schnee?

Von Lilo Hoffmann

Schon seit drei Wochen wird in den Wetterberichten darüber spekuliert, ob es Weihnachten nun schneit oder nicht. Aber warum, so frage ich mich jedes Jahr aufs Neue, wünschen sich die meisten Menschen, dass es zum Fest Schnee gibt?

Mit der Weihnachtsgeschichte selbst kann dies nichts zu tun haben. Wurden Maria und Josef  in Bethlehem von einer wunderbaren Winterwelt empfangen? Stapften sie gemeinsam durch den Schnee, als sie dort eine Herberge suchten? Klopfte sich Josef die weißen Flocken von den Kleidern, ehe er den Stall betrat? Im Neuen Testament wurde darüber nichts vermerkt. Oder haben uns die Evangelisten da etwas Wesentliches verschwiegen? Continue reading „Stapfte Josef durch den Schnee?“

Bischkek , die Hauptstadt von Kirgisien.

Von Dr. Ferenc Horvath

Plötzlich ist es sehr kalt geworden, der erste Schnee liegt auf den Dächern. Dir Blätter sind noch nicht gefallen, es ist aber nur die Frage der Zeit.

Die Einkaufszentren, die Supermärkte , die Apotheken sind sauber und gefüllt wie in Europa. Auffallend ist die Dominanz der bei uns auch bekannten Marken auf den Regalen. Die Menschen konsumieren, wie überall in der Welt in Kirgisien gerne.

Die Jugend surft, chattet , telefoniert wo sie kann. Orte mit W-LAN Versorgung sind besonders geliebt. Sie ziehen die Anwender wie ein Magnet in die Passagen. Geschickt wird der Zugang von den großen internationalen Mode Marken gesponsert. Gewiss wird es sich längerfristig auszahlen.

Die Wahlen sind gestern zu Ende gegangen. 4-5 Kandidaten haben eine Chance für die Präsidentschaft. Die Zählungen können noch eine Woche andauern, bis dahin bleibt alles hoffentlich ruhig, sagt man hier. Continue reading „Bischkek , die Hauptstadt von Kirgisien.“

Weil der Weihnachtsmann Geburtstag hat

Von Lilo Hoffmann

Was antworten Erstklässler, wenn sie gefragt werden, warum wir Weihnachten feiern. Die folgende Beobachtung – erschienen im Hamburger Abendblatt – gibt darüber Auskunft.

In der Schule, da kann man was erleben. Fragt man dort Erstklässler, warum wir Weihnachten feiern, gibt es interessante Antworten. Ein Großteil der Kinder meint, dass der Weihnachtsmann an diesem Tag Geburtstag habe. Einige paar glauben, dass Jesus Weihnachten gestorben sei. Etliche Kinder sind der Ansicht, dass Weihnachten nur stattfindet, damit sie etwas geschenkt bekommen. Zu guter Letzt gibt es auch noch Schulanfänger, die von der Geburt des Jesuskindes berichten. Continue reading „Weil der Weihnachtsmann Geburtstag hat“

In der S-Bahn freigekauft

 Diese Glosse erschien am 19. Dezember im Hamburger Abendblatt

Von Uta Buhr

In der Vorweihnachtszeit sitzt vielen von uns das Geld etwas lockerer als sonst. Das wissen auch die jungen Leute, die mit kräftiger Stimme und Gitarre ausgestattet an U- und S-Bahn-Haltestellen flugs ins Abteil steigen, um die Fahrgäste mit ihren Darbietungen bis zur nächsten Station zu begleiten. Einer singt, der andere greift in die Saiten, und der Dritte hält derweil den Fahrgästen seine Mütze hin mit den Worten  „Meine Damen und Herren, bitte eine kleine Spende für die Musiker.“ Die etwas Zögerlichen werden auch schon mal mit einem „Na, nun seien Sie mal nicht so. Ein paar Cent können Ihnen doch nicht wehtun“, zum Geben aufgefordert.

Nach einer besonders  großzügigen Spende  bot ein gut gelaunter Troubadour gestern in der S-Bahn sogar eine Zugabe an. „Können Sie denn auch ‚Oh du fröhliche’?“ fragte eine würdige alte Dame und zückte ein Eurostück. Bevor der Sänger jedoch den Mund öffnen konnte, war der Ehemann mit einem Geldstück zur Stelle: „Junger Mann, jetzt reicht’s. Ich biete zwei Euro, damit Sie aufhören.“ So ist das Leben.

 

Wirklich besser als Weimar?

Von Dr. Manuel Ruoff

Warum in der Bundesrepublik statt des Volkes seine Repräsentanten herrschen

Gerne wird in Sonntagsreden und zu runden Jahrestagen die Bundesrepublik als der demokratischste Staat gelobt, den die Deutschen je hatten. Zwar hat sich die Bundesrepublik mittlerweile als langlebiger denn die Weimarer Republik erwiesen, aber demokratischer und freiheitlicher ist sie deshalb nicht. Eher ist das Gegenteil der Fall. Unter den euphemistischen Überschriften „Lehren aus dem Scheitern Weimars“ und „wehrhafte Demokratie“ wurden und werden Freiheit und Demokratie in einer Weise eingeschränkt, die Weimar fremd war. Continue reading „Wirklich besser als Weimar?“

Russen fürchten Stillstand

Von Manuela Rosenthal-Kappi

»Einiges Russland« erleidet Wahlschlappe − Massenproteste gegen Putin und Medwedjew

Am 4. Dezember waren die Russen zur landesweiten Parlamentswahl aufgerufen. Dass die Regierungspartei „Einiges Russland“ wieder die Mehrheit erlangen würde, stand längst fest. Umso überraschender ist der Ausgang: Dass die Partei trotz großzügiger Wahlversprechen, massiver Beeinflussung der Wähler und Unterdrückung der Opposition rund ein Drittel ihrer Sitze in der Staatsduma verlieren würde, kam für die meisten völlig überraschend.

Schon bei der Vorbereitung des Wahlkampfes wuss-te die Regierung, dass die Zustimmung für ihre Partei „Einiges Russland“ diesmal geringer ausfallen würde als bei den vorangegangenen Wahlen. Seit längerem ist die Unzufriedenheit der Bevölkerung mit der „Partei der Bürokraten“ sowie der Unmut über die Regierung spürbar. Bei einer Wahlveranstaltung wurde Wladimir Putin sogar ausgepfiffen, eine für ihn  bislang nie dagewesene Situation, mit der er sichtlich nicht umzugehen wusste. Continue reading „Russen fürchten Stillstand“

Korczak und die Kinder Jugendtheater in Hamburg

 Von Günther Falbe                        Fotos von Tobias Gloger

Es gehört zu den meistgespielten deutschen Nachkriegsstücken, das Schauspiel „Korczak und die Kinder“ von Erwin Sylvanus, das eines der schlimmsten Verbrechen des Naziregimes, den Tod von 200 jüdischen Waisenkindern aus dem Warschauer Ghetto in den Gaskammern des Vernichtungslagers Treblinka behandelt. Mit ihnen starb der Mann, der sie bis zum letzten Atemzug beschützt hatte, der polnische Arzt, Schriftsteller und Pädagoge mit Leib und Seele, Janusz Korczak.

Die Auseinandersetzung

Unter diesem Autorennamen schrieb sich der als Henryk Goldszmit in Warschau geborene Sohn einer jüdischen Anwaltsfamilie in die polnische Literatur des frühen 20.Jahrhunderts ein, weniger ein Pseudonym als ein Synonym für eine tiefe Liebe zu den hilfslosesten in der menschlichen Gemeinschaft, den Waisenkindern. Mit seinem Namen wird immer der singende Zug der Kinder aus dem Waisenhaus Dom Sierot in Warschau, das der Kinderarzt jahrzehntelang geleitet hatte, in das Lager Treblinka verbunden bleiben. Dieses Kapitel des Holokaust erschüttert die Menschen, wo und wie sie sich mit ihm auseinandersetzen.

 

So wie zur Zeit in Hamburg, wo das „TheaterSehnSucht“ das Schauspiel von Erwin Sylvanus in sein Programm aufgenommen hat,

Die Nachricht

das vor allem junge Zuschauer bewegen soll, Erfahrungen und Erkenntnisse aus der Geschichte in die Gegenwart zu transferieren und sie mit den gravierenden Problemen unserer Zeit zu verbinden. Ein Jugendtheater, das das junge Publikum nicht nur als Zuschauer sieht sondern es mit einbindet in das Thema des Stückes und seine Interpretation mit anschließender Diskussion oder Workshop.

 

Dass diesem Schauspiel Erwin Sylvanus, das den Autor berühmt gemacht hat, in Hamburg eine besondere Bedeutung zukommt, liegt an der bedrückenden Duplizität der authentischen Vorlage: Auch in Hamburg kamen jüdische Kinder ums Leben, die Schule am Bullenhausener Damm trägt deshalb heute den Namen von Janusz Korczak. So bekommt das Stück eine bewegende Nähe, die bei der Erstaufführung in der Jugendkirche, Bei der Flottbeker Mühle, schon zu spüren war. Nicht nur bei den älteren Zuschauern – der „Erlebnisgeneration“ – sondern auch oder gerade bei den Jugendlichen, der eigentlichen Zielgruppe dieses Jugendtheaters. Was dieses Stück ihnen verdeutlichen will und soll, ist Eigenverantwortung, die in die Gesellschaft einzubringen ist, um überhaupt als solche bestehen zu können.

Ist Das zu verantworten

Keine leichte Aufgabe für die Protagonisten, denn es wurde die Form des Sprechtheaters gewählt, weil man mit diesem Stück auch kleine Räume bespielen will wie Klassenzimmer, um so nahe wie möglich an das junge Publikum heran zu kommen und es mit einbeziehen zu können. So muss vor allem die Sprache die Handlung tragen, die im Warschauer Ghetto spielt, in dem Waisenhaus, das Janusz Korczak leitet, und das nun geräumt werden soll, weil die Kinder nach Treblinka gebracht werden sollen. Zwischen dem SS-Führer mit dem Räumungsbefehl und dem Arzt beginnt ein in emotional geführten Dialogen ausgetragener Kampf um die Vollziehung dieses – wie Korczak weiß – tödlichen Vorhabens. Der Arzt will die vier Schwestern retten, sie von der Begleitung befreien. Er selber will die Kinder in das Lager führen, alle Versuche zu seiner Rettung, die an ihn herangetragen werden, lehnt er ab.

 

Das Jugendtheater hat bei der Besetzung des fünf Personen-Stückes eine glückliche Hand gehabt. Ohne aufwendige Ausstattung, vor nur mit wenigen Symbolen versehener Bühne erfüllen die Schauspieler allein mit ihrer Präsenz die Aufgabe, die der Autor mit seiner großartigen Sprache vorgegeben hat – kein Wunder, dass Erwin Sylvanus mit diesem Stück Weltruhm erlangte. Bewusst hat man verzichtet, Kinder auf die Bühne zu bringen. Sie sind gegenwärtig in den beiden Frauengestalten, denen Kerstin Otto und Katharina Herzberg von Rauch Leben gibt.

Zwiesprache

Gösta Liptow bringt als Sprecher die verbindenden Elemente in die Handlung ein, die in ihren entscheidenden Elementen von Thomas Fischer als Offizier und Hans-Peter Kurr als Korczak getragen wird und die ihren Höhepunkt in einem bewegenden Monolog findet, in dem Hans-Peter Kurr alle Register seines Könnens zieht. Der Arzt ringt dem Befehlenden das Leben der vier Schwestern des Waisenhauses ab und tritt dann der Weg in das Dunkel an, aus dem es keine Wiederkehr gibt. Kurr i s t Korczak in Mimik und Sprache, mit der er fast den Raum zu sprengen droht und die Zuschauer, gleich welchen Alters, in seinen Bann zwingt. Großes Sprechtheater unter der Regie von Fred Buchalski, musikalisch begleitet mit eigenen Kompositionen von Kinga Heymann.

Das Ensemble

Es ist zu wünschen, dass „Korczak und die Kinder“ als erstes Stück des dreiteiligen Theaterprogramms, das dieses von der Hamburger Kulturbehörde geförderte Jugendtheater vorlegt, in vielen Schulen und Institutionen zur Aufführung kommt. ( TheaterSehnSucht, Seewartenstraße 10 in 20459 Hamburg, Tel: 040 / 52015701, Mail: jugend@theatersehnsucht.de )

 

Fotos: Tobias Gloger

A QUARTET IN TROUBLE: “FUNNY ABOUT LOVE “

THE NEW PLAY AT THE ENGLISH THEATRE OF HAMURG

By Uta Buhr

Hilarious! The new comedy by the famous British playwright Terence Frisby is heart-warming and thus just the right thing for a dark and rainy day in the dead of winter. In the very beginning nothing seems to be funny for middle-aged Rosie Boston who has just learned about her husband’s infidelity. Piers Boston, a 53 year old business-man has madly fallen in love with his young and pretty secretary Larissa. He is planning to begin a new life with her in the couple’s posh London apartment overlooking the River Thames. Selfish as Piers is, he does not even seem to expect any objections from his wife either to share her home with Larissa or to move out for good. While Rosie is brooding over her problem, help comes from young Darren Tucker who insists on talking to her. Continue reading „A QUARTET IN TROUBLE: “FUNNY ABOUT LOVE ““

Funny about love – Das neue Stück im English Theatre Of Hamburg

 Von Uta Buhr

 „FUNNY ABOUT LOVE“ – DIE LIEBE IST EIN SELTSAMES SPIEL…

Funny about love

 

Ist dies nicht ein Novum in der Welt der Komödie? In dem turbulenten Stück geht es nicht um die berühmt-berüchtigte „ménage à trois“, sondern um die Quadratur einer Beziehung. Einer Beziehung aus vier Personen, die in Bildung und Charakter nicht unterschiedlicher sein könnten. Da ist zunächst die von ihrem in der Midlife Crisis befindlichen Gatten Piers gehörnte Ehefrau Rosie, eine Dame von Welt und bester Erziehung, geistreich und ironisch, die selbst die delikatesten Situationen mit der legendären  „stiff upper lip“ meistert. Eine Meisterleistung von Debbie Radcliffe, der gestandenen britischen Aktrice, die dem Publikum des English Theatre bereits aus verschiedenen anderen Rollen bekannt ist. Continue reading „Funny about love – Das neue Stück im English Theatre Of Hamburg“

Queen Victorias bessere Hälfte…

Von Dr. Manuel Ruoff

Albert von Sachsen, Coburg und Gotha: Vor 150 Jahren starb der wohl bekannteste Prinzgemahl aller Zeiten

Wohl kein anderer Prinzgemahl wurde von seiner Königin so sehr geliebt wie Albert und kein zweiter hat eine derartige Bedeutung für die Heimat seiner Ehefrau gewonnen wie er. Verkuppelt wurden die beiden Liebenden von ihrem gemeinsamen Onkel Leopold. Dieser Sachse war nämlich nicht nur König der Belgier, sondern auch der Bruder von Queen Victorias Mutter, Victoire von Sachsen-Coburg-Saalfeld, und von Alberts Vater, Herzog Ernst I. von Sachsen-Coburg und Gotha. Die beiden Liebenden verband jedoch nicht nur der gemeinsame Onkel sowie ihre Liebe zu Romantik und Musik, sondern auch der frühe Verlust eines Elternteils. Victoria verlor ihren Vater, den Duke of Kent and Strathearn Edward Augustus, bereits in ihrem ersten Lebensjahr. Und Albert verlor seine Mutter gleich doppelt. Sie wurde schuldig geschieden und musste 1824 Familie und Land verlassen. Da war Albert gerade fünf Jahre alt. Wenige Jahre später, 1831, ist die damals gerade 30-Jährige dann fern von Heimat und Familie in Paris an Gebärmutterkrebs gestorben. Continue reading „Queen Victorias bessere Hälfte…“

Projekt „InsterJahr“ – Ein Jahr, das Jahrzehnte dauernd wird

Von Manuela Rosenthal-Kappi

Projekt »InsterJAHR« verbucht erste Erfolge − Interesse der örtlichen Bevölkerung blieb eher gering

Insterjahr

Die Idee zu einem der ehrgeizigsten Projekte im Königsberger Gebiet entstand vor zwei Jahren in Insterburg. „InsterJAHR“, ein gemeinsames Unternehmen von Bürgerinitiativen und Fachgruppen, will mit Unterstützung der Stadtgemeinde Insterburg das historische und kulturelle Erbe der Stadt erschließen und erneuern.

„Die ostpreußische Stadt, uns zugefallenes Erbe, ist mit der Zeit zu einem losen Gewebe geworden: Schaffen wir es, daraus ein passendes Gewand zu schneidern?“ Ausgehend von dieser Frage fanden Architekten, Heimatforscher und Stadtangestellte zusammen, um gemeinsam an dem Projekt „InsterJAHR 2010“ mitzuwirken. Alle Initiativen waren zunächst auf das Jahr 2010 beschränkt. Die Stadtverwaltung hatte aus ihrem Haushalt umgerechnet 12000 Continue reading „Projekt „InsterJahr“ – Ein Jahr, das Jahrzehnte dauernd wird“

Wolfsküsse

Wie ändert eine Ex- Stewardess und mit der Arbeit nicht glückliche Rechtsanwältin ihr Leben, nachdem zu allem Überfluss auch noch die Ehe gescheitert ist?

Das ist der Stoff, aus dem das ZDF in unschöner Regelmäßigkeit Melodramen zurechtschnitzt, worüber Tageszeitungsleser in Form von Fortsetzungsromanen untersten Niveaus hinwegblättern und sich die Abonnenten bestimmter, für die Damenwelt konzipierter Illustrierten freuen. Böte Elli H. Radinger in ihrem Buch Wolfsküsse derartige Einheitskost, wäre die Rezension hier beendet.

Doch die Autorin wendet sich, anstatt in Selbstfindungskrisen zu ersticken, der Beobachtung freilebender Wölfe zu und entdeckt im Yellowstone National Park im Westen der USA ihre Bestimmung. Weiblich- anekdotisch- autobigraphisch ist das zum Thema entstandene Buch auch, jedoch nicht so penentrant, dass man es vor den wirklich interessanten Schilderungen zuklappt.

Elli H. Radinger entwickelt eine starke emotionale Zuneigung zu den Wölfen. Continue reading „Wolfsküsse“

60 Jahre DAP – Prominente Grußworte der Vorsitzenden der Hamburger Autorenvereinigung und des Hamburger Schriftstellerverbandes, Gino Leineweber und Reimer Eilers!

Am 9. Dezember 2011 haben wir im Rahmen unserer jährlichen Weihnachtsfeier auch das Bestehen der DAP seit 60 Jahren gefeiert.Wir kooperieren mit der Hamburger Autorenvereinigung und dem Hamburger Schriftstellerverband und freuen uns deshalb besonders, an dieser Stelle die Grußworte ihrer Vorsitzenden für uns veröffentlichen zu können: Gino Leineweber und Dr. Reimer Eilers. Der Vorstand und die Mitglieder danken beiden prominenten Vertretern der „schreibenden Zünfte“ in Hamburg dafür, auch unsere Gäste gewesen zu sein!

Die drei Vorsitzenden
Die Präsidentin der DAP, Johanna Renate Wöhlke, dankt Reimer Eilers (links) und Gino Leineweber für ihre würdigenden und zukunftsweisenden Grußworte

Grußwort des Vorsitzenden der Hamburger Autorenvereinigung, Gino Leineweber

In diesen Tagen feiert Die Auswärtigen Presse e. V.  (DAP) ihr 60. Jubiläum. Die DAP ist somit fast doppelt so alt wie wir, die wir im Jahre 1977 das Licht der Welt erblickten. Continue reading „60 Jahre DAP – Prominente Grußworte der Vorsitzenden der Hamburger Autorenvereinigung und des Hamburger Schriftstellerverbandes, Gino Leineweber und Reimer Eilers!“