Die Geschichte der Wanderbühnen….einmal anders als akademisch!

Tourneetheater von Thespis im alten Griechenland bis zur aktuellen Spielzeit 2010 / 11 in deutschen Landen
Von Hans-Peter Kurr

Wenn heute das Tourneeunternehmen „Thespis-Karren“mit einem Shakespeare-Stück, etwa „Der Widerspenstigen Zähmung“, im Theater der Stadt Wolfsburg gastiert, wird wohl nur wenigen der 1 100 Zuschauer bewusst werden, dass sie einer der ältesten Theaterformen begegnen, die die Geschichte kennt: der Wanderbühne.Ohne Wanderbühnen, die seit über zweieinhalb Jahrtausenden kreuz und quer durch Europa zogen und ziehen, hätte es keinen Kulturaustausch unter den Völkern unseres alten Kontinents gegeben, hätte bereits in der Antike das grosse griechische Vorbild nicht die Römer doch noch bewogen, sich ein eigenes kulturelles Gesicht zu schaffen, wären selbst die Demokratien unserer Tage von Technokraten und Militärs regierte Ameisenhaufen arbeitender und kämpfender Menschen und auf die Dauer….lebensunfähig!
Wenn wir in die Tiefe der Menschheitsgeschichte hinabblicken, erkennen wir, dass diese Form des Theaters im 6. Jahrhundert vor der Geburt Christi ihren Urspung hat. Damals begründete der griechische Tyrann Peisistratos in Athen die sogenannten „Dionysien“, Weihefeiern zu Ehren des Gottes Dionysos mit Theaterdarbietungen. Continue reading „Die Geschichte der Wanderbühnen….einmal anders als akademisch!“

AKTUELL: Hamburgs neues Theatermagazin: GODOT

Unser Mitglied Hans-Peter Kurr ist der Doyen eines Redakteursteams, das für das brandneue und in HH erstmalig erscheinende Theatermagazin GODOT verantwortlich zeichnet.

Wir veröffentlichen aus aktuellen Gründen diese Mitteilung, die wir von Hans-Peter Kurr erhielten und berichten und informieren zeitnah weiter über das Projekt, dem wir natürlich viel Erfolg wünschen und mit auf den Weg geben wollen!

godot-theatermagazin@email.de

Zur Hamburger Theaternacht am 11.September 2010 wird GODOT, das Hamburger Theater Magazin, erscheinen und an zentralen Stellen und vor den Theatern verteilt werden.

GODOT wird von einer Gruppe professioneller Journalisten und Theaterkennern gemacht, die seit Jahren die Szene begleiten, kritisieren und mitgestalten.

GODOT das neue Hamburger Theater Magazin mit Kritiken über Schauspiel, Musiktheater, Tanz, Kinder- & Jugendtheater und Performance aller Hamburger Theater (-Gruppen) sowie Portraits, Interviews, Hintergrundreportagen, Berichte über Nachwuchs & Ausbildung, Wissenswertes über Technisches oder Politisches, Klatsch & Tratsch und eine Kolumne. Continue reading „AKTUELL: Hamburgs neues Theatermagazin: GODOT“

Kultur in Blankenese nicht gefragt?

Lässt sich die Mehrheit von einem Einzelnen bevormunden?
Ein Kommentar zum Verbot der Aufführrungen im „Römischen Garten“

Von Hans-Peter Kurr
Wir befinden uns in der Hansestadt Hamburg, der weltoffenen, und nicht im Reich der „sieben Schwaben“. Und dennoch – man traut seinen Sinnen nicht –  ist es einem einzelnen Bürger in Blankenese – mithilfe der Behörden – gelungen, sommerlichen Theaterabenden, produziert und veranstaltet durch das Hamburger Privattheater „N.N.“ unter Dieter Seidel in „unserem Jahr 2010“ den Garaus zu machen….wegen Lärmbelästigung. Continue reading „Kultur in Blankenese nicht gefragt?“

Bezaubernder Spielfilm: Der kleine Nick

Von Dr. Manuel Ruoff

„Ich bin ein Einzelkind, und das ist auch gut so.“  Dieses Wort, frei nach Klaus Wowereit, könnte vom kleinen Nick stammen, dem Ich-Erzähler der gleichnamigen bezaubernden französischen Spielfilmkomödie, die nach ihrem Debut in ihrem Heimatland vergangenes Jahr am 26. August nun auch in die deutschen Kinos kommt. Nick, ein richtiger Sympathieträger, widerspricht allen Vorurteilen gegenüber Einzelkindern. Weder leidet er unter seiner Geschwisterlosigkeit noch ist er sozial unverträglich. Vielmehr genießt er die ungeteilte Liebe seiner Eltern und ist ein integraler Bestandteil seiner Clique. Als er und seine Klasse zu Beginn der Handlung aufgefordert werden, in einem Aufsatz zu schreiben, was sie werden wollen, ist er ratlos. Er ist nämlich mit dem Status quo zufrieden: „Mein Leben ist doch prima, es muss sich nichts daran ändern.“ Continue reading „Bezaubernder Spielfilm: Der kleine Nick“

Ausstellung unseres Mitgliedes Dr.László Kova

Sicht aus der Speichertadt

„Geständnisse mit Pinsel“ heißt die neue Ausstellung von Dr. László Kova in Hamburg. In der Galerie der Parkresidenz Alstertal zeigt er Landschaftsbilder, Ölgemälde und Radierungen.

Galerie Parkresidenz Alstertal

Karl-Lippert-Stieg 1

22391 Hamburg (unweit vom Alster Einkaufszentrum)

Vernissage: Donnerstag, den 2. September, 18 Uhr in Anwesenheit des Künstlers Continue reading „Ausstellung unseres Mitgliedes Dr.László Kova“

Glasmacher Otto Schott: Wissenschaftler, Industrieller und Wohltäter

Von Dr. Manuel Ruoff

Schon als kleiner Junge war der am 17. Dezember 1851 im westfälischen Witten geborene Otto Schott vom Handwerk in der väterlichen Glashütte fasziniert. Die Familientradition des Glasmachens begeisterte ihn so sehr, dass er nach der Reifeprüfung, die er an der Provinzial-Gewerbeschule in Hagen ablegte, an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und der Universität Leipzig Chemie, Mineralogie und Physik studierte.

Nach der Promotion mit „Beiträgen zur Theorie und Praxis der Glasfabrikation“ im Jahre 1875 und Tätigkeiten in chemischen Fabriken in Haspe bei Hagen und im spanischen Oviedo kehrte er in sein Elternhaus zurück, wo er sich der Forschung hingab. Er begann, das Schmelz-, Glasbildungs- und Kristallisationsverhalten verschiedenster chemischer Verbindungen systematisch zu erforschen. Ihm gelang dabei die Entwicklung einer neuen Glassorte von einer Homogenität, die es ermöglichte, spektrometrische Messungen durchzuführen. Continue reading „Glasmacher Otto Schott: Wissenschaftler, Industrieller und Wohltäter“

Der Trick der Unerbittlichkeit

Konstanze Ullmer inszeniert „Warten auf Clanton“ im Hamburger Sprechwerk
Von Hans-Peter Kurr

Kristina Bremer (Josie)

Es gibt die Anekdote um Erfindung und Verkauf des alkoholfreien Bieres im „Wilden Westen“, des „Ginger-Ale“, damit die harten Kerle nicht so schnell besoffen und dadurch schiesswütig würden wie beim Genuss des mit Whiskey vermengten alkoholischen Gerstensaftes.
Von diesem Schlag des Typus Westernheld sind die Männer, denen wir in Ellla Marouche’s und Huug van’t Hoffes „schräger Komödie“ begegnen mit dem assoziationsreichen Titel „Warten auf Clanton“.
Zwar ist Clanton kein literarischer Bruder von Godot, und deutsche Jung-Schauspieler, wenn sie Pistoleros darstellen, immer unfreiwillig karikierend (, sowohl auf der Bühe wie im Film!). Aber genau diesen zweitgenannten Umstand hat sich die vielseitig begabte Regisseurin Konstanze Ullmer, die schon so manches Kunststückchen in dem von ihr künstlerisch mitgeleiteten Off-Theater „Hamburger Sprechwerk“ zuwege gebracht hat, zunutze gemacht, nachdem sie – in guter alter amerikanischer Manier – ihre Inszenierung als „Off-off-try-out“ im Rahmen des Wilhelmsburger „Dockville“-Festivals ausprobiert und den dort offenkundigen Erfolg jetzt im Zentrum der Hansestadt wiederholen konnte.- Continue reading „Der Trick der Unerbittlichkeit“

Es WAR einmal ein Festival…

Von Dr. Ferenc Horváth/Gergely Horváth

In 2010, vom 30. Juni bis zum 3. Juli fand das 18. VOLT Festival in Ödenburg (Sopron) an der ungarisch-österreichischen Grenze, etwa 60 km von Wien und 200 km von Budapest entfernt, statt. Auch dieses Jahr gaben sich viele ungarische und auch internationale Interpreten die Ehre. Wir waren vor Ort um zu sehen, warum jedes Jahr mehrere zehntausende Menschen verschiedenen alters und Nationen dieses Fest besuchen.

Schon seit einigen Jahren hat die Frage: „Warst du da?“ in Ungarn eine neue Bedeutung erlangt. Das ungarische Wort „volt“, bedeutet nämlich, außer natürlich der Maßeinheit der elektrischen Spannung, auch übersetzt „war“, ist also somit das Zeitverb der Vergangenheit. Natürlich verbreiteten sich schnell viele Wortwitze über diesen alltäglichen Namen und bald war das Festival in aller Munde. Außerdem kamen von Jahr zu Jahr immer mehr Interpreten hinzu und die Medienpräsenz wurde auch immer stärker. Das VOLT Festival wuchs ständig und wird zur Zeit, nach dem Sziget Festival, als das zweit bekannteste Festival dieser Art in Ungarn gehandelt. Continue reading „Es WAR einmal ein Festival…“

Gute Nachrichten – Der Erfolg des ungarischen Dirigenten in Hamburg

Von Dr. Ferenc Horváth

Győriványi Ráth György, früherer Leiter der Staatlichen Ungarischen Oper, arbeitet nun schon seit fünf Jahren als Gast-Dirigent in Hamburg in der Staatsoper. Die Liste seines hier aufgeführten Repertoires ist sehr anschaulich. Sie reicht von der Pikk Dame, über Jenufa, Maskenball, Simone Boccanegra, Machbet, La Boheme und Tosca bis Don Giovanni.

Nach diesen fünf Jahren haben wir ihn gefragt, wie seine Zeit verlaufen sei. Continue reading „Gute Nachrichten – Der Erfolg des ungarischen Dirigenten in Hamburg“

Eine neue patentierte Panzerfalle aus Ungarn: Die Gruppe Tankcsapda wurde 20.

Von Dr. Ferenc Horváth

Debrecen, Ost Ungarn , an der Grenze zu der Ukraine. Eine 200.000 Seelen Stadt. Die Fahrt aus Budapest ist angenehm, die Autobahn ist im guten Zustand, das Wetter optimal. Mit der Hilfe des Navigationsgeräts kommen wir direkt an der Phönix Sporthalle an. Die ist ein paar Jahre alt mit richtigen Rängen, eigentlich ganz modern.

Die Vorgruppen fangen soeben an. Die Audienz ist sehr gering. Wird die Halle überhaupt halbwegs gefüllt bis die Momentan prominenteste Gruppe  des ungarischen Pop- und Rock-Lebens seinen Auftritt startet? Continue reading „Eine neue patentierte Panzerfalle aus Ungarn: Die Gruppe Tankcsapda wurde 20.“

Wacken Open Air – Familientreffen der Metal-Fans

Von Dagmar Kurr-Mensing

W.O.A.

Wacken – Open – Air

Zum 21. Mal startete gestern das weltgrößte Heavy – Metal – Festival in dem kleinen, beschaulichen 7000 Seelen-Dorf Wacken, im Kreis Steinburg in Schleswig- Holstein.

Ein Mekka für alle Heavy- Metal Fans, da auch in diesem Jahr wieder bekannte Bands wie Iron Maiden, In Extremo und der legendäre Alice Cooper auftreten. Einige hundert Besucher sind schon seit Anfang der Woche auf dem Campingplatz des Geländes und genießen die Zeit und die Vorfreude im Kreise gleich Gesinnter. Die 75000 Karten für dieses weltweit bekannte Festival sind schon seit Monaten ausverkauft.

Wacken befindet sich wieder im Ausnahmezustand und alle genießen es. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass es sich hier um ein alljährlich stattfindendes „Familientreffen“ der Heavy-Metaller handelt. Schwarz gekleidete, friedliche Menschen jeden Alters, aus aller Herren Länder, bis hin nach Australien, treffen aufeinander. Continue reading „Wacken Open Air – Familientreffen der Metal-Fans“

David McAllister übernimmt Schirmherrschaft

Unser Mitglied Hartmuth Seitz hat einen großen Erfolg für seine Arbeit zu verbuchen.

Hier sein Bericht.

Von Hartmuth Seitz

Von Schwertern und Schirmen

Professor Hermann Rauhe (links) und David McAllister (rechts), Ministerpräsident Niedersachsen

Seit dem 09. April dieses Jahres hat die Grundschule Wanna einen richtigen  Namen: Prof.-Hermann-Rauhe-Schule. Geehrt wurde damit der gebürtige Wannaer und Ehrenprofessor der Hamburger Hochschule für Theater und Musik. Über die Namensgebung berichtete Johanna Renate Wöhlke auf diesen Seiten.

Als es im Rahmen der Überlegungen  zur Namensgebung unserer Schule um die Bearbeitung der Gästeliste ging, gab es wenig Diskussionsbedarf. Bei der obligatorischen Pressekonferenz rutschten den Organisatoren  jedoch  zwei  Begriffe über die Lippen . Zu  einem „musikalischen Hermann-Rauhe-Tag“ gesellte sich schnell der Zusatz „Festival“.  Wir überholten uns zu diesem Zeitpunkt bereits mit unseren Planungen selber. Continue reading „David McAllister übernimmt Schirmherrschaft“

Jó hírek – Magyar karmester sikere Hamburgban

Dr. Horváth Ferenc

Győriványi Ráth György a Magyar Állami Operaház korábbi főigazgatója  öt éve dolgozik vendégkarmesterként Hamburgban a helyi Staatsoper megbízásából. Az itteni repertoárjában szereplő darabok sora igen hosszú, mely sor a Pikk Dámától indul, és a Jenufán, az Álarcosbálon, a Simone Boccanegrán, a Machbeten, a Bohéméleten, a Toscán keresztül, a Don Giovanniig ível.
Ezen öt év után kis számvetésre hívtuk őt az eltelt időszakról.
Ezt a rövid beszélgetést  egy  Don Giovanni előadás  után folytattuk a hamburgi kikötő melletti szálloda 20. emeleti bárjában: Continue reading „Jó hírek – Magyar karmester sikere Hamburgban“

Postmoderne Hausfrauen

Rezension zum Buch                                                      

Verzweifelte Hausfrauen? Erscheinungsformen der Macht in DESPERATE HOUSEWIVES

von Julia Langner. Mit einem Vorwort von Kay Kirchmann

Tectum, Marburg, 2009

Von Götz Egloff

Da gibt es also Hausfrauen. Und die Soziologie. Und die Psychologie. Und Macht. Die Medienwissenschaften. Und Fernsehserien… Eine davon, die Erfolgsserie DESPERATE HOUSEWIVES, nimmt Julia Langner, Universität Erlangen-Nürnberg, in ihrem Buch unter die Lupe und bündelt viele der genannten Schlagwörter in einer Tour-de-Force durch die verschiedenen Disziplinen. Nach einer gelungenen Einführung in die Historie des Machttopos mit Ausflügen zu Hobbes, Nietzsche, Foucault, Plessner, sowie in die psychologische Forschung von McCleland, führt die Autorin die Leser mittels eines, sozusagen Close Viewing in die beziehungsverstrickten Welten der Protagonistinnen Bree, Lynette, Gabrielle und Susan ein und zeigt auf, auf welche Art sich zeitgenössische Frauenbilder in einem aktuellen Fernsehformat darstellen. Und gibt damit Einblick, inwiefern sich diese im Lauf der Zeiten verändert oder eben nicht verändert haben. In jedem Fall ist dies höchst spannend.

Was sich verändert hat, das wird deutlich, sind die medialen Verarbeitungsmuster gesellschaftlicher Themen. Einst – und teilweise zurecht – vielgeschmähte Fernsehserien werden mittlerweile zum Reflektionsort gesellschaftlicher Zusammenhänge, zum Ort gesellschaftlicher Selbstbefragung (s. Kay Kirchmann im Vorwort). Continue reading „Postmoderne Hausfrauen“

Wie in antiken Tragödien

Gemälde für Blinde des deutschen Malers Horst W. Müller
Von Hans- Peter Kurr; Bilder: Horst W. Müller

Im November endlich wird eine Ausstellung seiner Bilder für Blinde in Hamburg zu sehen sein: Die beträchtliche Sammlung des in USA lebenden Malers Horst W. Müller als Gesamtwerk wird  das “ Logenhaus an der Welckerstrasse“ im Zentrum der Hansestadt, nicht weit entfernt vom Gänsemarkt, zeigen.
Unser Mitglied, der Regisseur Hans-Peter Kurr, durfte bei der Auswahl der Motive mitwirken und kommentiert das Oeuvre des Malers:
Wenn in USA erschienene Würdigungen der Werke Horst W. Müllers seine Bilder als Bas-reliefs apostrophieren, so ist dies, kritisch besehen, nur begrenzt zutreffend. Denn: Müller gräbt seine Illsutrationen nicht, wie etwa bei den Grabwand-Dekorationen der ägyptischen Antike, in eine Grundfläche, sondern „verdichtet“ jene mit einem Gipsgemisch ( dessen detaillierte „Legierung“ sein Gehemnis bleibt!) um ein Mehrfaches und spachtelt, ritzt, sägt, instrumentiert seine eigenen Hände zum Werkzeug, Continue reading „Wie in antiken Tragödien“