…. außerhalb des Möglichen    

Zur Ausstellung von Andrea Cziesso im Bürgerhaus Niendorf

Adam und Eva

Kommt man in den Saal des Berenberg-Gossler-Hauses und wirft einen ersten Blick auf die großformatigen Bilder, ist er erste Gedanke: Klar, kenne ich – Turmbau zu Babel von Bruegel. Dann der zweite Blick: Nee, Moment, da stimmt doch was nicht! Der dritte: Oh, das ist ja raffiniert, wie hat sie das denn gemacht?! Der Turm ist eine Collage aus verschiedenen Hausfassaden.
Schon ist man mittendrin in Andrea Cziessos Welt, in diesem Fall in der Serie „Alte Meister-Nachbauten“. Dazu gehören z.B. der „Turmbau zu Babel“ von Pieter Bruegel, „Das Abendmahl“ von Leonardo da Vinci und „Das Frühstück im Grünen“ von Édourd Manet. Aber diese Bilder verschieben die Realität, sie haben verfremdete Inhalte und eine gewisse Vieldeutigkeit – sie sind in die heutige Zeit verlegt worden – mit einem Augenzwickern und mit einem gesellschaftskritischen Aspekt. So gibt es bei dem Werk „Adam und Eva“ nach Peter Paul Rubens keinen Apfel, sondern einen Coffee to go und einen Hamburger, und die Verführung findet nicht im Paradies, sondern auf einer Müllkippe statt. Antike Motive werden in die Gegenwart transportiert und erhalten so eine die Zeiten überspannende Wirkung.

Geisterhafte Wesen im verlassenen Haus

In der Serie Fotomontagen vom Olffschen Haus werden die Räume von tanzenden, schwebenden geisterhaften Wesen bevölkert. Dieses alte Haus ist seit 30 Jahren verlassen, wurde aber nie ausgeräumt. Es wirkt so, als wären die Bewohner nur mal kurz weggegangen. Andrea Cziesso hatte die Möglichkeit, zweimal im Haus zu fotografieren, und hat Lebendigkeit in die morbiden Stillleben gebracht. Ihre tanzenden und schwebenden Figuren und eine Explosion geben dem toten Ort Dynamik.

Kleine Kostbarkeiten aus vergangenen Zeiten bilden das Material für die Stillleben im Karton. Aus ihrem im Jahre 1900 erbauten Elternhaus, das vier Generationen ihrer Familie beherbergte, hat sie Gegenstände zusammengetragen und in Szene gesetzt. Zu den Stillleben hat Andrea Cziesso ein Buch mit dem Titel „Eine Hausgeschichte“ veröffentlicht.

Mystik und morbide Ästhetik

Engel

Obergeschoss des Berenberg-Gossler-Hauses finden sich zwei weitere Serien der Künstlerin. Ihre altmeisterlichen Halbportraits haben eine morbide Ästhetik. „In meiner Serie „status humanum“ möchte ich innere körperliche und seelische Zustände sichtbar machen, sozusagen das Innere nach außen kehren. Ganz plastisch können das Organe und Blutgefäße sein, aber auch die Verbildlichung geistiger Zustände wie sich kopflos fühlen, verwirrt oder besinnlich sein, oder ihre Wut herausschreiend“, erklärt Andrea Cziesso.
Die Serie Mixed Media ist eine Mischung aus Malerei und Fototechnik, die mystisch und märchenhaft anmutet. Es sind sehr poetische Arbeiten, Neuinszenierungen, die wiederum einen eigenen Kosmos darstellen.
Eindrucksvoll zeigen die im Haus sehr stimmig angeordneten Werke die große Bandbreite des Könnens der Künstlerin.

Von der Malerei zur digitalen Bildbearbeitung

Hanna Malzahn (li.) und Andrea Cziesso

Zur Vernissage am 11. Januar 19 stellte die Kuratorin des Berenberg-Gossler-Hauses, Hanna Malzahn, die Künstlerin vor und erläuterte einiges zu ihren Werken. Andrea Cziesso ist an der Elbe aufgewachsen und wohnt im schönsten Bauernhaus mit Fachwerk, Reetdach, mit Gemüsegarten und Hühnerstall. Ihre Mutter war Damenschneiderin, ihr Urgroßvater und ihre Großmutter waren Herrenschneider mit eigener Werkstatt. Das erkläre, so Hanna Malzahn, sicher die Affinität zu Kleidung, Verkleidung, Kostümen und zum Handwerk. Andrea Cziesso studierte Kostümdesign an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg. Als Kostümbildnerin verbrachte sie viele Jahre an verschiedenen Theatern, u.a. zwei Jahre im Stadttheater Bamberg. Wieder im Norden, arbeitete Andrea Cziesso Anfang der 90ziger Jahre, immer noch beheimatet in der Malerei, in Druckereien und bekam so die Entwicklung der Computertechnik in der Druckvorstufe von Anfang an mit. Sie ist sozusagen von klein auf in die Digitalisierung hereingewachsen. Mit Photoshop 1.0 machte sie erste digitale Bildversuche und erkannte das Potenzial dieser Technik für die Umsetzung ihrer fantastischen, skurrilen und manchmal auch morbiden Bildideen. Ab 2003 wendete sie sich der Fotografie zu, nach anfänglichen Portraitaufnahmen entwickelte sie sehr schnell opulente Kostüminszenierungen, sie verkleidete Freunde und Verwandte undbaute sie in phantasievolle Kulissen und sonderbare Welten ein.
Visuelle Inspirationen fand und findet sie im Theater, durch Märchen, schräge Geschichten und bei den „Alten Meistern“.

Einfühlsame Musik zur Vernissage

Hanna Malzahn und Wolfgang CG Schönfeld

Auch der Komponist und Musiker Wolfgang CG Schönfeld verbindet und komponiert Altes und Neues miteinander, es finden Einflüsse klassischer wie moderner Strömungen auf der Grundlage spätklassischer und programmatischer Musik der Romantik zusammen. So passten seine instrumentalen Musikstücke zur Vernissage sehr gut zu den Bildern.

Die Ausstellung ist noch bis zum 22. Februar 19 zu sehen.

www.buergerhaus-niendorf.de
Berenberg-Gossler-Haus, Niendorfer Kirchenweg 17, 22459 Hamburg, Tel. 589 766 43
http://andreacziesso.de/

Wolfgang CG Schönfelds CD „Shadows“

 

Der beste Einstieg für den Sonnenskilauf am Katschi

Skitour auf das Aineck, Foto D. Fuchs, St. Margarethen

Der März ist der schneereichste Monat in der Topskiregion Katschberg Aineck – bei meist stabilem Hochdruckwetter. Dann tummeln sich in St. Margarethen im Lungau Sonnenanbeter, die nicht genug von Firn, Fun und fantastischen Aussichten bekommen können.

Von St. Margarethen im Lungau führt seit diesem Winter die topmoderne Gondelbahn Silverjet 1 bergwärts. Für Sonnenskiläufer ist das der beste Einstieg ins Skigebiet Katschberg Aineck, das sich über das Aineck und Tschaneck bis auf die Katschberghöhe auf der Kärntner Seite zieht. Von der Autobahnabfahrt St. Michael im Lungau sind es nur zehn Minuten bis zur neuen Bahn-Talstation auf das Aineck, wo auch ein beheiztes Skidepot, der Skiverleih und eine Skischule untergebracht sind.

Raus aus dem Bett, rein in den Katschi
Gipfelbahn am Aineck, Foto D. Fuchs, St. Margarethen

Von den meisten Unterkünften in dem 800-Seelenort St. Margarethen ist es nur ein kurzer Fußmarsch zum Einstieg ins Skivergnügen. Mit dem neuen Silverjet 1 geht es noch schneller in Richtung Aineck-Gipfel. Oben angekommen, holen Natur- und Sonnengenießer erst mal tief Luft und „ziehen“ sich das atemberaubende Panorama rein. Dann muss die Entscheidung fallen: Wird es die knapp sechs Kilometer lange „A1“, die drei Kilometer lange, superbreite Snowbowl im kupierten Gelände oder doch die Direttissima Richtung Katschberghöhe, eine der längsten „schwarzen“ Abfahrten Österreichs. Über Schneemangel kann man sich am Katschberg nicht beschweren. Die naturschneesichere Höhenlage (1.100–2.200 m) sorgt auch noch im März für reinweiße Pisten. Bei Bedarf können die 600 modernen Beschneiungsanlagen innerhalb von nur zwei Tagen auf allen 70 Pistenkilometern nachzuckern.

Fünf Mal fünf Sterne

Die Saison läuft bis zum 31. März 2019. Das laut skiresort.de weltweit führende Skigebiet bis 80 Kilometer Pisten verbucht 5 Sterne für seine Schneesicherheit, das Pistenangebot, die Präparierung und die Unterkünfte an der Piste. Vier Gründe, warum viele zum Sonnenskilauf nach St. Margarethen kommen, wenn die Temperaturen ein gutes Stück anziehen, die Pisten tagsüber griffig auffirnen und die Sonne die Laune hebt. Wer Skier oder Board zwischendurch abschnallen will, hat eine große Auswahl an Ski- und Berghütten, die auf skiresort.de ebenfalls mit fünf Sternen bedacht wurden. Zu den erklärten Lieblingen zählen das Gipfelrestaurant Adlerhorst, die Branntweinerhütte, die Kößlbacheralm, Aineckstubn oder der Schlögelberger. Diese Adressen werden auch von Schneeschuh- und Skitourengehern angegangen, die eine Extraportion Vitamin D und Schnee zu schätzen wissen. www.stmargarethen.at

SkiPlus Pauschale Lungau (16.03.19–Saisonende)

Leistungen: 5 Ü inkl. 4 Tage-Skipass SkiLungau (Katschberg-Aineck, Grosseck-Speiereck, Fanningberg, Kleinliftanlagen), gratis Skibus in die Skigebiete Katschberg-Aineck, Grosseck-Speiereck, Fanningberg und Obertauern, 15% ermäßigten Skiservice oder Leihskier, 10% ermäßigter Gruppen-Skikurs, 2-Euro Hüttenbonus auf Konsumationen über 10 Euro, 20% ermäßigter Tageseintritt in die BadeINSEL Tamsweg, 25% ermäßigter 3-Stunden-Eintritt ins Vital- & Wellnesscenter Samsunn Mariapfarr, 15% ermäßigter Eintritt in die Erlebnisburg Mauterndorf.– Preise p. P.: HP im Hotel**** ab 588 Euro, Ü/F im Gasthof*** ab 475,50 Euro, Zimmer mit F ab 259,50 Euro, Ferienwohnung (o.V.) ab 882,00 Euro für 2 Erwachsene und 2 Kinder

TIPP: 16.02.19 ab 16 Uhr: Mondschein-Skitour von der Talstation Aineck zur Branntweinerhütte

Biwak Camp Südtirol schlägt auf Eisacktaler Almen die Zelte auf

Biwaks am Abend, Foto C. Philipp Santifaller, Tourismusverein Klausen

Mit Bergfreunden das Abenteuer Natur erleben, mit geprüften Guides eine Schneeschuhtour angehen, im Biwakzelt oder Iglu übernachten: Beim „Biwak Camp Südtirol“ zeigt der Winter rund um Klausen, Barbian, Feldthurns und Villanders seine besten Seiten.

Es ist nicht das erste Mal, dass das Biwak Camp Südtirol in der Ferienregion rings um Klausen organisiert wird. Doch es ist jedes Mal wieder ein einmaliges Erlebnis. Mit geprüften Bergführern werden die Villanderer und Latzfonser Alm „großspurig“ auf Schneeschuhen durchschritten. Neben der Tour auf den Jocherer Berg (2.390 m) oder die St. Kassianspitze (2.581 m) zählt die Sonnenuntergangwanderung zu den Highlights: Kaum sonst wo haben Bergfreunde einen so „kinomäßigen“ Blick vor der Linse, wenn die untergehende Sonne den Schlern, den Rosengarten, den Langkofel, die Sella und die Geislerspitzen in kräftiges Orange taucht. Unvergesslich ist auch die Nacht im Zweier-Biwakzelt oder in einem Iglu. Auf Komfort muss man trotzdem nicht verzichten: Die Stöfflhütte mit Küche und sanitären Anlagen ist ganz in der Nähe – und bei ungünstigem Wetter auch der sichere Unterschlupf. Ein puristisches Natur-Abenteuer mit dem Prickeln einer klaren Winternacht ist auch so garantiert. Schneeschuhe und Stöcke gibt es kostenlos zum Leihen, eine Packliste auf www.biwakcamp.com

Almhütte, Foto Tourismusverein

Dolomiten-Abenteuer abseits der Pisten

Wer sich beim Biwak Camp die Motivation auf weitere Winterabenteuer in den südlichen Eisacktaler Dolomiten geholt hat, kann auch auf eigene Faust einiges erleben: die Villanderer, Feldthurner, Latzfonser und Barbianer Alm sind mit oder ohne Schneeschuhe begehbar. Geräumte Winterwanderwege führen durch eine weiße, von herrlichen Gipfeln und tiefen Wäldern gesäumte Naturlandschaft. Schritt für Schritt saugt man dabei die Ruhe und die klare Winterluft in sich auf. Hie und da schwingt ein Langläufer durch die Märchenlandschaft – die Villanderer und Latzfonser Alm lassen sich nämlich auch auf schmalen Latten erobern. Ein „Motivationsschub“ ist die gemütliche Einkehr in eine Almhütte. Skitourengeher, die höher hinauf wollen, wenden sich am besten an die geprüften Guides, die alles über die richtige Technik, die Wettersituationen und das Verhalten im Gelände wissen. Tipp für Rodelfans: Das Rodelzentrum in Latzfons-Steineben mit zwei präparierten und abgesicherten Familienrodelpisten (donnerstags beleuchtet). Hier findet 2019 sogar die Weltmeisterschaft im Naturbahnrodeln (01.–03.02.19) statt. www.klausen.it

Klausen – Termine Winter 2018/19

05.–27.01.19: Biwak Camp Südtirol – Villanders/Latzfons

01.–03.02.19: Weltmeisterschaft in Naturbahnrodeln – Latzfons/Verdings bei Klausen

02.–29.03.19: Snow & Wine – Villanders, Brixen, Gitschberg-Jochtal, Villnöss

Monatsprogramm Januar 2019 Museum für Hamburgische Geschichte

Heinrich Laufenberg und Wilhelm Heise – Vorsitzende des Arbeiter- und Soldatenrats 1918. Foto: Staatsarchiv Hamburg

Revolution! Revolution? Hamburg 1918-1919.

Eine Ausstellung im Rahmen des Themenjahres der Stadt Hamburg „Hamburg 1918.19 – Aufbruch in die Demokratie“
bis 25. Februar 2019
Im November 2018 jähren sich zum 100. Mal zentrale Ereignisse der Geschichte des 20. Jahrhunderts: An den Fronten des Ersten Weltkriegs schwiegen die Waffen, der Kaiser und die deutschen Bundesfürsten dankten ab. Soldaten und Arbeiter erzwangen den Beginn der ersten demokratischen Republik in Deutschland. In Hamburg kam es zu Demonstrationen, Straßenkämpfen und heftigen politischen Auseinandersetzungen zwischen Gegnern und Befürwortern des Umbruchs, die auch 1919 anhielten. Zugleich lebten viele Menschen in größter Not. Sie hofften auf eine bessere Zukunft in dieser Zeit des Epochenwechsels. Mit der Ausstellung „Revolution! Revolution? Hamburg 1918/19“ liefert das Museum für Hamburgische Geschichte erstmals einen umfassenden Beitrag zur Kenntnis und zur Bedeutung dieser komplexen Zeit in Hamburg, die durch Krieg, Hunger, politische Umbrüche und den Aufbruch in die erste demokratische Stadtverfassung gekennzeichnet ist.
Revolution online
Im Rahmen des Themenjahres finden Sie unter www.hamburg-18-19.de oder #hamburg18_19 alle Termine, Führungen und Vorträge zur Ausstellung sowie weitere Angebote der Landes-zentrale für politische Bildung, der Universität Hamburg, der Forschungsstelle für Zeitgeschichte und weiteren Partnern.
Führungen: jeden Sa + So, 15 Uhr
Kuratorenführung: Mi, 09.01., 14 Uhr
30-Minütige Kurzführungen: Mi, 16.01., 31,01., 12 Uhr

REVOLUTION!?
EIN SCHAUSPIEL ZU DEN POLITISCHEN UMBRÜCHEN IN DEUTSCHLAND 1918/19
So., 20.01., 19 Uhr, 18 €, ermäßigt 10 €
Im Rahmen der Ausstellung präsentiert das Hamburger Theater AXENSPRUNG ein Schauspiel, das sich mit den historischen Ereignissen von Oktober 1918 bis Sommer 1919 auseinandersetzt. Im Mittelpunkt des Stücks „Revolution!?“ stehen fünf Protagonisten: Ein Kieler Matrose, eine Hamburger Fabrikarbeiterin, ein Freikorpsmann, Reichswehrminister Noske und der Hamburger Bürgermeister Werner von Melle. Anhand dieser Figuren führt der Erzählstrang von der Meuterei der Kieler Matrosen im Herbst 1918 über die Rätebewegung in Hamburg bis zu den Auswirkungen der sogenannten „Sülzeunruhen“ im Juni 1919 und der
gesamtdeutschen Zerschlagung der verbliebenen basisdemokratischen Bewegungen.
Tickets unter: 040 428 13 10 oder www.museumsdiensthamburg.de

Preisverleihung Hamburg Memory. Revolution, Aufstand, Protest – Demokratie in Hamburg 1918 – 2018
Digitaler Geschichtswettbewerb für Kinder und Jugendliche
Sa., 19.01., 16 Uhr,

„Gedanken und Szenen zu 100 Jahre Frauenwahlrecht“?
Mit Dr. Rita Bake, Historikerin, und Herma Koehn, Schauspielerin
Am 19. Januar 1919 durften sich erstmalig Frauen an der Wahl der Deutschen
Nationalversammlung beteiligen. 100 Jahre später lassen Dr. Rita Bake (Historikerin) und Herma Koehn (Schauspielerin) durch szenische Darbietungen verschiedene Frauen zu Wort kommen: damalige und heutige Zeitgenossinnen zum Thema Gleichberechtigung, dazu damalige und heutige Musikeinspielungen zum Thema Gleichberechtigung für Frauen. Diese szenischen Darbietungen bilden den Auftakt für die Preisverleihung an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des digitalen Geschichtswettbewerbs Hamburg Memory. In dessen Rahmen
haben sich Jugendliche unter dem Motto „Revolution, Aufstand, Protest – Demokratie in Hamburg 1918-2018“ auf kreative und historische Spurensuchen begeben. Die Rechte der Frau werden dabei ebenso thematisiert wie Fragen der Vernichtung und Unterdrückung Andersdenkender oder –gläubiger in Deutschland während der NS-Zeit. Die gelungensten Beiträge werden an diesem Nachmittag in Anwesenheit der Autorinnen und Autoren präsentiert und ausgezeichnet.
www.hamburg-memory.de

Unwillige Vollstrecker?
Hamburgs Regierung in revolutionärer Hand.
So., 27.01., 11.30 Uhr, Museumseintritt
Inszenierte Spuren-Lese zu Bürgermeister Werner von Melle von und mit Myriam Isabell Richter, Katinka Springborn und Korinna Hennig
Zwischen November 1918 und März 1919 geschah im aufgewühlten Hamburg etwas im doppelten Sinne Revolutionäres: Akteure des Arbeiter- und Soldatenrats (= neue Inhaber der politischen Macht) und Mitglieder des alten Senats (= mit dem verwaltungspraktischen Knowhow) wurden zu Kollaborateuren wider Willen. Zu den einflussnehmenden Unterhändlern und verwaltenden Mitgestaltern des komplexen Geschehens gehörte Bürgermeister Werner von Melle. Seiner wohlkalkulierten Gratwanderung vom energischen Gegen- zum strategisch flexiblen Mitspieler der Revolutionäre folgen die drei Spuren-Leserinnen anhand von Augenzeugenberichten, Protokollen und einer neuen Biographie durch die brisante Zeit bis zur ersten demokratischen Wahl zu einer Bürgerschaft, die überraschenderweise den konservativen Politprofi und Verwaltungsexperten in seinem Amt bestätigte und endlich auch sein Herzensprojekt ins Leben rief: eine Hamburgische Universität.

Von Raten und Räten
Das Kneipenquiz zur Novemberrevolution
Do., 31.01., 18.30 Uhr, 10 €, ermäßigt 7 €
Moderation: Darren Grundorf und Tom Zimmermann
Sie erinnern sich an die Jahre 1918/1919, als wäre es gestern gewesen? Nein? Sie sind mit dem Handwerkszeug eines Revolutionärs ebenso perfekt vertraut wie mit Stift und Papier? Auch nicht? Sie halten Demokratie für nichts grundlegend Falsches und interessieren sich dafür, wie sich diese hier in Hamburg entwickelt hat? Perfekt, dann sind Sie hier genau richtig!

Vorträge im Rahmen der Ringvorlesung „Andocken 17“
09.01. Die Revolution im Großraum Hamburg
18 Uhr Vortrag: Dr. Ortwin Pelc, MHG – Kurator der Ausstellung
16.01. Furchtbare Katastrophe“ – Kirche und Revolution
18 Uhr Referent: Prof. Dr. Dr. Rainer Hering, Universität Hamburg, Fakultät für
Geisteswissenschaften, Fachbereich Geschichte
23.01. Psychopathie und Revolution: Die psychiatrische Begutachtung
18 Uhr „revolutionärer Führer“ nach der Novemberrevolution durch Hamburger
Psychiater
Referent: Dr. Kai Sammet, UKE Institut für geschichte und Ethik der Medizin,
Stellvertretender Direktor
30.01. Das Ende des Reichs in der Familie des Reichsgründers.
18 Uhr Wahrnehmungen von Revolution und Republik bei den Bismarcks in
Friedrichsruh
Referent: Dr. Ulf Morgenstern, Otto-von-Bismarck-Stiftung Friedrichsruh,
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

Die Elbphilharmonie zu Gast im Museum für Hamburgische Geschichte:
Das Modul der Elbphilharmonie zum Anschauen und Ausprobieren
10. Januar bis 18. Februar 2019
Vor zwei Jahren, am 11. Januar 2017 war es soweit: Die Elbphilharmonie, als neues
Wahrzeichen der Stadt und „Kulturdenkmal für alle“ lange angekündigt und erwartet, wurde mit festlichen Konzerten und einem dreitägigen Festival eröffnet. Um schon vorab einen Eindruck von diesem Bauwerk und seiner einzigartigen Ausstattung zu vermitteln, wurde 2016 im Rahmen der Marketingkampagne zur Eröffnung der Elbphilharmonie von der Hamburg Marketing GmbH bei der Agentur Jung von Matt ein Modul in Auftrag gegeben, das durch ganz Europa unterwegs war und unter anderem in Amsterdam, St. Petersburg und Barcelona ausgestellt wurde. Es bildet die Gestalt und die Fassade der Elbphilharmonie nach und bietet über integrierte, zum Teil interaktiv zu nutzende Medienstationen einen Überblick
über das Innere und Äußere des Gebäudes sowie das zu erwartende Musikprogramm. Für gut einen Monat ist diese etwa 4 m hohe und 5 m lange Modul zur Elbphilharmonie nun im Museum für Hamburgische Geschichte zu Gast und kann von den Besuchern individuell erkundet werden.

Kaleidoskop – Angebote für Menschen mit Demenz
Mittwoch, 23.01., 15-16.30 Uhr
6 € Museumseintritt (Begleitpersonen haben freien Eintritt)
Kaleidoskop ist eine gemeinsame Initiative des Museumsdienst Hamburg und der Hamburger Museen, gefördert durch die Körber-Stiftung und die Stiftung Kulturglück. Immer mehr Kultureinrichtungen wenden sich mit Angeboten gezielt an Menschen mit dementiellen Erkrankungen. Kultur an öffentlichen Orten kann den betroffenen Menschen einen anregenden Rahmen bieten, um eine schöne Zeit zu verbringen, in der die Krankheit in den Hintergrund tritt. In Kooperation z.B. mit Seniorenheimen, der DRK-Schwesternschaft sowie der Alzheimergesellschaft e.V. haben Museen Programme entwickelt, die die besonderen Bedürfnisse dieser Besucher*innen in den Blick nehmen.

Welcome to Hamburg!
Angebote für geflohene Menschen und BegleiterInnen
Dates (always 3 – 4:30 p.m.)
Sa 19.01.2018
Language: German/English and Arabic
10 Dinge, die Sie über Hamburg wissen sollten / 10 things you should know about Hamburg
Ein Gespräch in Deutsch/Englisch und Arabisch mit Führung zur Geschichte der Stadt.
Get-together for refugees and people from Hamburg with a short guided tour through the Hamburg Museum.
Admission free! Sign up/Anmeldung
Please let us know, if you want to come and sign up for one of the dates at
Museumsdienst Hamburg: Tel. 040 – 428 131 0; info@museumsdienst-hamburg.de
Book your own Guided Tour*
Not the right time for you? Book a Guided Tour for a group of refugees in English or German at
Museumsdienst Hamburg. For conditions and dates:
Tel. 040 – 428 131 0; info@museumsdienst-hamburg.de
*Ein Willkommens-Gespräch „10 Dinge, die Sie über Hamburg wissen sollten“ kann man auch in Deutsch buchen über den Museumsdienst Hamburg, Tel. 040 – 428 1310
info@museumsdienst-hamburg.de
Kosten und Termine auf Anfrage
Hamburgische Universität.

FÜHRUNGEN
Kennen Sie Hamburg? Führung in der Dauerausstellung
Jeden Sa + So, 14 – 15 Uhr
Sa, 05. + So, 06. 01. Hamburg in der Hansezeit
Sa, 12. + So, 13. 01. Piraterie und Schmuggel – früher und heute
Sa, 19. + So, 20. 01. Der Große Brand 1842 – Katastrophe und Chance
Sa,. 26 + So, 27. 01. Von Mastenwäldern zur Hafencity, Stadtentwicklung im Zeichen
des Hafens
VORRFÜHRUNGEN
Die Modelleisenbahn
Auf Hamburgs größter verkehrshistorischer Modellbahnanlage in Spur 1 (1:32) fahren auch Güterzüge über die Gleise der Hamburger Hafenbahn, gezogen von Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven. Die Mitglieder und Freunde des vor nunmehr 85 Jahren gegründeten ältesten Deutschen Modellbahnvereins „Modelleisenbahn Hamburg e. V.“ sorgen noch heute dafür, dass auf den Gleisen der Modellbahnhöfe Hamburg-Harburg, Hamburg-Hauptgüterbahnhof und auf den Hafenbahngleisen historische und moderne Züge über die Anlage rollen und so einen Teil Hamburgs Eisenbahngeschichte anschaulich darstellen und erklären.
Tägliche Vorführungen:
Mo, Mi – Sa, 11, 12, 14, 15 und 16 Uhr
Sonntag, 12, 14, 15, 16 und 17 Uhr
Mehr Informationen: www.mehev.de, Tel. 040 31 44 35

Vorführung der Hamburger Bilderuhr
So, 06.01 ., 16 Uhr
Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht ein einzigartiges Museumsobjekt: die Hamburger Bilderuhr mit beweglichem Alsterpanorama. Durch die Auslösung einer komplexen Mechanik gerät das Bild in Bewegung und fängt an zu klingen. Drei Uhrwerke bewegen Uhren, Menschen beim Ballspielen oder Angeln, Fuhrwerke auf der Lombardsbrücke und Boote auf der Außenalster. Dabei bringt eine Spieluhr mehrere Melodien zum Klingen. Das äußerst wertvolle Liebhaberstück und seltene Meisterwerk wird von Uhrmachermeister Helmut Tüxen und Dario Barcalay nur zu ausgewählten Terminen vorgeführt. Lassen Sie sich also nicht eine dieser seltenen Gelegenheiten entgehen!

HÖR MAL!
MUSIK IM MUSEUM. MUSIKALISCHER SALON MIT MICHAEL FUERST
Hamburg war in der Barockzeit ein bedeutendes Zentrum der Musikwelt und Hochburg des Orgelbaus. Das Museum für Hamburgische Geschichte widmet sich der Rolle Hamburgs als Musikstadt anhand verschiedener Objekte der Dauerausstellung, aber auch im Rahmen von musikalischen Veranstaltungen, und macht diese Zeit auf anschauliche Art erlebbar. Vor allem im 18. Jahrhundert wurden in der Stadt hochwertige Tasteninstrumente wie Cembali und Clavichorde – darunter das einzigartige Cembalo von Carl Conrad Fleischer von 1716 – hergestellt. Der Cembalist Michael Fuerst, Dozent für Alte Musik an den Musikhochschulen in
Bremen und Lübeck, lässt diese Instrumente aus der Sammlung des Museums jeden Monat erklingen. In seinen musikalischen Führungen verbindet er die Originalklänge des Fleischer-Cembalos mit Erläuterungen zu den Exponaten und neuesten Erkenntnissen der Musikgeschichte. Die musikalischen Salons sind eine wunderbare Gelegenheit für Interessierte und Kenner, für einen Nachmittag lang in die Musikwelt des Barock einzutauchen, mit Auge und Ohr zu genießen oder Nachfragen mit Michael Fuerst zu diskutieren.
Thema im Januar:
Arp Schnitger †1719
So, 13.01., 15 Uhr
Der berühmteste norddeutsche Orgelbauer ist am 28. Juli 1719 in Neuenfelde begraben worden. 2019 wird er in Hamburg mit einem Orgeljahr geehrt. Von ihm, Orgelbauern, Cembalobauern und Tastenkomponisten handelt diese Führung mit Musikbeispielen an dem Clavichord von Hieronymus Albrecht Hass (1742).
Familienführung jeden Sa + So, 13 – 14 Uhr
Spannende und erkenntnisreiche Themen, die wöchentlich wechseln!
Sa, 05. + So, 06.01. Wikinger, Kaufleute und Kontore – Hamburg in der Hansezeit
Sa, 12. + So, 13.01. Störtebeker und Konsorten – Wissenswertes aus dem Piratenleben
Sa, 19. + So, 20.01. Füer, Füer in de Diekstraat! Der Große Brand 1842
Sa, 26. + So, 27.01. Hamburg und die Elbe: Vom Dorf um die Hammaburg zur
Welthafenstadt

Sonntagskinder
Jeden, So, 14 – 17 Uhr
Ein offenes Mal- und Bastelangebot für Kinder ab 5 Jahren
Eltern können ihre Kinder beim Basteln begleiten oder sich währenddessen in aller Ruhe das Museum ansehen. Es wird ein Materialgeld von 2 Euro erhoben, ohne Anmeldung.
So, 06.01. Zu Besuch beim Kaufmann in seinem Kontor – Miniaturmodelle im
Karton selbst bauen
So, 13.01. Schön Gefährlich – Piratenzubehör selbstgemacht
So, 20.01. Flinke Feuerwehrmänner und rasante Löschwagen – gefaltet,
gemalt und mit Zeitungspapier geklebt
So, 27.01. Unterwasserwelten in der Elbe – Fische, Quallen, Schätze und
andere Fundstücke

Museum für Hamburgische Geschichte
Holstenwall 24
20355 Hamburg
Öffnungszeiten
Mo, Mi – Sa 10 – 17 Uhr / Sa, So und Feiertage 10 – 18 Uhr
Eintrittspreise
9,50 € / 6 €
Gruppenkarte (ab 10 Pers.): 7 € pro Person
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.
Das Jahres-Ticket der Historischen Museen Hamburg: 48 €
(freier Eintritt in alle 9 Häuser der Stiftung innerhalb eines Jahres)
Tel. 040 42 81 32 100, info@mhg.shmh.de, shmh.de

Kramer-Witwen-Wohnung
Krayenkamp 10
20459 Hamburg
In der Innenstadt, unmittelbar am Großen Michel gelegen, befindet sich das letzte erhaltene Beispiel für eine typisch hamburgische Wohnhofsanlage aus dem 17. Jahrhundert. Die Wohnungen, die so genannten Krameramtsstuben, wurden für die Witwen der Mitglieder des Krameramts erbaut. Eine dieser Wohnungen wurde vom Hamburg Museum im Stil des 19. Jahrhunderts ausgestattet und kann besichtigt werden.

Öffnungszeiten
April – Oktober: Mo, Mi – So 10 – 17 Uhr
November – März: Sa + So 10 – 17 Uhr
Eintrittspreise
2,50 € / 1,70 €
Gruppenkarte (ab 10 Pers.): 1,70 € pro Person
Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre haben freien Eintritt.
Tel. 040 375 019 88

shmh.de
Millerntorwache – Museum für Hamburgische Geschichtchen
Millerntorplatz
20355 Hamburg
Seit Oktober 2013 können Hamburger und Nicht-Hamburger bei einer Tasse Kaffee auf dem grünen Sofa in der 24m² großen Millerntorwache Platz nehmen und ihre ganz persönliche, hamburgische Geschichte erzählen. Ideengeber des Erzählmuseums und betraut mit seiner Realisierung ist die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. Mehr als 200 Erzählungen wurden in den ersten beiden Jahren bereits aufgezeichnet und archiviert. Darunter finden sich Berichte von prominenten Hamburger Persönlichkeiten, von Zeitzeugen, von Menschen, die aus ihrem
Leben erzählen – Lustiges, Trauriges, Hoffnungsvolles, aus Beruf und Familie.
Öffnungszeiten
Mo, Mi, 10 – 14 Uhr
Weitere Termine können Dienstag von 10 – 14 Uhr vor Ort oder telefonisch vereinbart werden.
Kontakt und Anmeldung
Ricarda Luthe
Tel. 040 33 402 16
luthe@toepfer-fvs.de
Weitere Informationen unter www.millerntorwache.org

„Rote Fahne, schwarzer Markt“

Werkstattgespräch und Präsentation der Graphic Novel zur Revolution 1918/19 in Hamburg im Museum für Hamburgische Geschichte

am Sonntag, dem 18. November 2018 um 11.30 Uhr, Museumseintritt

mit der Zeichnerin Isabel Kreitz und dem Schriftsteller Robert Brack

passend zum aktuellen Jahrestag und begleitend zur Sonderausstellung „Revolution! Revolution? Hamburg 1918/19“ im Museum für Hamburgische Geschichte ist in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung und der Senatskanzlei Hamburg unter dem Titel „Rote Fahne, schwarzer Markt“ eine Graphic Novel zur Novemberrevolution in Hamburg entstanden. Aus dem Blickwinkel des Kriegsheimkehrers Bruno erzählt die Graphic Novel der Zeichnerin Isabel Kreitz und des Schriftstellers Robert Brack von Ereignissen im November 1918 bis zu den sogenannten „Sülze-Unruhen“ im Sommer 1919. Das 60-seitige Comic ist für eine Schutzgebühr von 2 Euro in den Museumsläden der Historischen Museen Hamburg erhältlich.

Am kommenden Sonntag, dem 18. November 2018 um 11.30 Uhr findet im Museum für Hamburgische Geschichte die Präsentation und ein anschließendes Werkstattgespräch mit den beiden Künstlern über die inhaltliche Entstehungsgeschichte der Graphic Novel statt. Gemeinsam mit Dr. Ortwin Pelc, einem der Kuratoren der Revolutions-Ausstellung im Museum, haben die Besucher die Möglichkeit, mit den Künstlern über den kreativen Prozess einer historischen Bildgeschichte zu sprechen. Im Anschluss kann die Graphic Novel selbstverständlich erworben werden.

Rote Fahne, schwarzer Markt
Eine Graphic Novel über die Revolution 1918/19 in Hamburg
Von Isabel Kreitz und Robert Brack
Eine Produktion der Stiftung Historische Museen Hamburg, der Landeszentrale für politische Bildung Hamburg und der Senatskanzlei Hamburg
Verlagsgesellschaft Hamburg History Live, 2018
60 Seiten, 2 Euro – erhältlich in den Museumsläden der Historischen Museen Hamburg

Handfester Lyrikpreis für Autorinnen statt Fake-Feminismus

von Maren Schönfeld

Geht es wirklich voran mit der Gleichberechtigung? Feminismus oder der so genannte „neue Feminismus“ ist angesagt und das hat sich bis zur Werbeindustrie herumgesprochen. „Femvertising“ ist das neue Schlagwort, das aus Feminismus und Advertising gebildet wurde und die Vermarktung des Feminismus für kommerzielle Zwecke bezeichnet. Entschieden haben das Vorstände, die immer noch ganz überwiegend aus Männern bestehen. Ob das den Frauen außer ein wenig Medienwirksamkeit irgendetwas bringt, bleibt fraglich.

Und wie sieht es in der Kultur aus? Was die Auszeichnungen von Lyrikerinnen angeht, so befinden wir uns immer noch gefühlt in der Steinzeit. Frauen sind deutlich unterrepräsentiert. Dagegen geht das Literaturportal Fixpoetry nun aktiv an und hat den Gertrud Kolmar Preis ausgeschrieben: „Handfester Lyrikpreis für Autorinnen statt Fake-Feminismus“ weiterlesen

Neues aus der großen weiten Welt

von Maren Schönfeld

Buchcover Schatten des Löwen

Der Weltenbummler und Autor Wolf-Ulrich Cropp hat gerade zwei neue spannende Bücher veröffentlicht, deren Lektüre wir sehr gern empfehlen möchten:

Die Bücher sind im Dumont Verlag und im Kadera Verlag erschienen.

 

Klezmerklänge und Falafel  – Bummel durch Budapests altes jüdisches Viertel

Dieser Artikel erschien in der
August-Ausgabe des Deutschen Ärzteblattes.

Von Uta Buhr

Große Synagoge, Foto ArvidO, Pixabay

Es mag etwas abgeschmackt klingen. Aber die Elisabethstadt, Budapests altes jüdisches Viertel, ist wieder auferstanden aus Ruinen. Wie Phönix aus der Asche. Es beginnt gleich hinter der Großen Synagoge am Kleinen Ring.

Alteingesessene freuen sich, dass dieser ehemals herunter gekommene Stadtteil  sich inzwischen zu einem In- und Ausgehviertel gemausert hat, in dem es bis in die frühen Morgenstunden brummt. Alte baufällige Häuser wurden entkernt, restauriert, verputzt und strahlen jetzt in neuem Glanz. Restaurants, in der eine exzellente Koscher-Küche zelebriert wird, eine Vielzahl an Cafés, Geschäften und schicken Boutiquen prägen das Gesicht des Viertels und legen Zeugnis ab vom Wiedererwachen jüdischer Kultur in Budapest. „Den Grundstein legten unsere Vorfahren im 19. Jahrhundert, als sie als sie sich auf der Pester Seite außerhalb der einstigen Stadtmauer ansiedelten“, erklärt eine junge Stadtführerin namens Esther während eines Rundgangs durch das lebhafte, aus allen Nähten platzende Viertel.

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War die Novemberrevolution eine Revolution?

Dieser Artikel ist in der Preußischen Allgemeinen Zeitung
Nr. 38 vom 21.09.2018 erschienen.

von Maren Schönfeld 

Sonderausstellung im Museum für Hamburgische Geschichte zu den Ereignissen vor 100 Jahren

Blick in die Ausstellung Revolution Hamburg 1918_19, Foto SHMH (7)

In der betont föderalistisch strukturierten Bundesrepublik Deutschland nehmen sich diverse Landesmuseen der Novemberrevolution vor 100 Jahren an. Das gilt auch für das Museum für Hamburgische Geschichte. Das Besondere an dieser Ausstellung ist, dass die Frage aufgeworfen wird, ob die Novemberrevolution überhaupt eine Revolution war. „Revolution! Revolution? Hamburg 1918–1919“ lautet denn auch der Titel der Sonderausstellung, die noch bis zum 25. Februar im Museum am Holstenwall zu sehen ist.

Ein Flur führt zur schweren Glastür, hinter der sich die Ausstellung befindet. An den Flurwänden stimmen auf der linken Seite Repliken zeitgenössischer Plakate und auf der rechten 20 chro­nologisch geordnete Extrablätter des „Hamburger Fremdenblatts“ und der „Neuen Hamburger Zeitung“ aus den Wochen vor der Novemberrevolution auf die Thematik ein.

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„Bonum bono – dem Guten das Gute“: Ein grandioser Auftakt

Zur Premiere „Aus großer Zeit“ am Altonaer Theater am 22. September 2018

von Maren Schönfeld

Aus großer Zeit (c) 11 G2 Baraniak

Die Romane „Aus großer Zeit“ und „Schöne Aussicht“ haben zusammen 988 Seiten sind die ersten beiden Teile der neunbändigen „Chronik des deutschen Bürgertums“ von Walter Kempowski. Sie reichen von der Kaiserzeit über die Zwanzigerjahre bis zu den Anfängen den Hitlerreichs.
Insofern kann man es durchaus als ambitioniert bezeichnen, aus diesen Romanen ein einziges Theaterstück zu machen, so viel Stoff in zweieinhalb Stunden abzuhandeln. Wenn man die Romane gelesen hat, fragt man sich, ob das Vorhaben überhaupt gelingen kann. Wenn man das Stück gesehen hat, weiß man: Es kann nicht nur gelingen, es ist gelungen.  Neun Schauspieler verkörpern dabei mehr als 27 Figuren – und das überzeugend und mitreißend. Als Kulisse hängt eine vollgepackte Kleiderstange am hinteren Bühnenrand. Die Schauspieler ziehen eine andere Jacke an, setzen einen Hut auf – und schon sind sie jemand anders. Alternativ gehen sie kurz von der Bühne und kommen als ein anderer Charakter zurück. Diesen ungewöhnlichen Wechsel hat man als Zuschauer schnell kapiert, und er stört nicht im Geringsten. Ganz im Gegenteil: Diese Art des Spiels ist eine sehr gute Möglichkeit, die Bandbreite des Einzelnen zu erleben. Jede und jeder überzeugt in allen Rollen.

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