„All New People“ by Zach Braff – The New Premiere at The English Theatre of Hamburg

Did you ever hear of Zach Braff? If not, it is high time to make his acquaintance for Zachary Israel Braff, born 1975, is a filmmaker and an actor well-known in the United States and Britain. During his long career he directed a variety of televison series such as “Scrubs“ and starred in a other popular productions.
„All New People“ is Zach’s first play in wich he appeared himself as Charlie (Will Edgerton), an unhappy young man who seems to be weary of life. Why? Wait and see what is happening on the stage oft the ETH.

An angel saves Charlie’s life

Charlie has decided to commit sucide by hanging himself in the living room of a friend’s trendy beach house on an island in New Jersey. As he dangles on the noose Emma (Claudia Watanabe), a British real estate agent, storms in and saves his life. Emma who is desparate for a green card was expecting a client when she found the young chap in distress. Lucky Charlie!

When the door bell rings Charlie and Emma are joined by Myron, a fireman who increases his salary by dealing with drugs. When the bell rings again a pretty stylish girl named Kim (Paloma Sidik Amaya) joins the trio. Kim works as an escort girl and gets angry when anyone calls her a prostitute. How dare you! She has been hired by one of Charlie’s friends to cheer him up.

Guilt and atonement

As the play proceeds we learn that the four „all new people“ are wrestling with their own morality and the choices they make. Charlie feels guilty of the death of six innocent people that were killed in an accident on an airstrip. As an air controller he was once absent-minded when two planes crashed. Although he had been relieved from any guilt, he still feels depressed and guilty.

Emma had to leave England because she killed a man who raped her and threatened at the same time to cut her father’s throat. She fled to America for fear of being arrested by the British police.
And Myron. Is he guilty of killing some of his fellow firemen by selling them drugs?
Kim seems to be the only one of the quartet without any problems whatsoever. Her weak point is just to be called a prostitute instead of an escort. By the way, Kim is a gifted singer and ukulele player: „When there’s nothing I can say to make things better, I sling my arm around your shoulder like a sweater. Try to bear some of the burden that you’re wearing. But I can’t seem to lift you.“ Right so. You can try to help other people when they are in trouble. But you can’t lift the whole burden from their shoulders.

Before the curtain falls we see Charlie, Emma, Kim and Myron in total harmony. Charlie is in a great mood. Thanks to Emma and his new friends he is still alive and enjoying their love and loyalty.

Conclusion

Zach Braff may be a great filmmaker. But in my opinion he is not a brilliant playwright. At least his first script for the stage does not profess to the status of great art. No doubt, „All new people“ is a nice entertainment for an evening out. A point of critism: Instead of humerous or elegant dialogue the audience has to endure countless fucks and fuckings. Anyway, the young people in the audience seemed to enjoy this dirty language. True enough – there is no accounting for taste.

The critics in the American press vary from „The writing is slack und lazy, the characterizations never ring true“ to „Sharp and funny despite the implausibility oft he plot.“

Last performance of „All New People“ on June 27. 2026. Tickets under telephone number 040-227 70 89 or online under www.englishtheatre.de

The next premiere after the summer break: „The Potrait of Dorian Gray“ by Oscar Wilde, on September 9, 2026

Photos: Stefan Kock

„All New People“ von Zach Braff, die neue Premiere am English Theatre of Hamburg

Obgleich Zach Braff seit Jahrzehnten auf englischen und amerikanischen Bühnen und Fernsehschirmen brilliert, ist er in Deutschland bislang weitgehend unbekannt. Aber nicht nur als Schauspieler und Regisseur hat er sich einen Namen gemacht, sondern in jüngerer Zeit auch als Bühnenautor. „All New People“, sein erstes Stück, in welchem er auch die Hauptrolle übernahm, erlebte 2011 in New York seine Uraufführung und wurde sofort zum Hit der Saison.

Eine schwarze Komödie

Bevor das Stück beginnt, sehen wir einen jungen Mann ziellos auf der Bühne umherirren. Dann besteigt er einen Stuhl und legt sich eine an der Zimmerdecke befestigte Schlinge um den Hals. Ein Raunen geht durch den Zuschauerraum. Oh Schreck, der Mann will sich das Leben nehmen! Doch bevor er den Stuhl umstoßen kann, stürzt ein Engel in Gestalt einer jungen Frau herein und rettet dem armen Kerl das Leben. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Hier könnte das Stück eigentlich enden. Doch gerade jetzt nimmt diese dunkel eingefärbte Komödie ihren Lauf.

Ein Suizid findet nicht statt

What shall I do? / Was soll ich nur tun?

Wir befinden uns mit Charlie (Will Edgerton), dem verhinderten Selbstmörder, und seiner Retterin Emma (Claudia Watanabe) in einem elegant eingerichteten Strandhaus auf einer Insel in New Jersey. Während Charlie schweigt, plappert Emma munter vor sich hin. Charlie hat sein Leben dem Umstand zu verdanken, dass Emma just im rechten Augenblick hereinschneite, um einem Interessenten das zum Verkauf anstehende Strandhaus zu zeigen. Der potentielle Käufer erscheint jedoch nicht. Die junge Frau ist gestresst und hochgradig nervös, weil sie als Britin illegal in den Staaten arbeitet. Ohne die begehrte Green Card droht Ungemach. Jeder weiß das.

Auftritt Myron (Kamal Boulema). Der Feuerwehrmann und Drogendealer in Personalunion kennt als Einheimischer nicht nur jeden Winkel auf der Insel, sondern auch jeden, der hier lebt. Als Vierte im Bunde erscheint Kim (Paloma Siblik Amaya) Das hübsche Escortgirl wurde von Charlies Freunden engagiert, um ihn aus seiner Depression herauszuholen.

Ein vierblätteriges Kleeblatt allein zu Haus

Jede der vier Personen außer der fröhlichen Kim scheint ein bedrückendes Geheimnis mit sich herumzutragen. Im Laufe der Handlung erfährt der Zuschauer, dass Emma wegen eines Deliktes in Großbritannien gesucht wird und deshalb in die Staaten floh, während Charlie sich für den Tod von sechs Menschen verantwortlich fühlt und den einzigen Ausweg aus seinem Dilemma im Selbstmord sah. Myron schließlich hat Probleme mit seinem verantwortungsvollen Beruf als Feuerwehrmann und dem verfassungswidrigen, aber äußerst lukrativen Nebenjob als Drogendealer. Der einzige Schwachpunkt im Leben der kleinen Kim scheint zu sein, dass manche in ihr die Prostituierte anstatt des etwas besser beleumundeten Escortgirls sehen.

Dr. Freud, übernehmen Sie!

Welche tiefgreifenden Ängste belasten Emma und Charlie?
Emma geriet unlängst in eine verzweifelte Situation mit einem Mann, der ihr Gewalt antat und drohte, ihrem Vater die Kehle aufzuschlitzen, falls sie sich ihm widersetzte. Sie aber schlug zu. War es Mord oder Selbstverteidigung? Aus Angst vor einer Festnahme floh Emma aus England nach Amerika.

I feel so sexy / Bin ich nicht sexy?

Nun ist es an Charlie, jenes „Verbrechen“ zu gestehen, in welchem sechs Menschen den Tod fanden. Als Fluglotse im Dienst wurde er einst von seiner Arbeit abgelenkt und verlor für kurze Zeit den Überblick. In diesem Augenblick kollidierten zwei Flugzeuge miteinander. Charlie fühlte sich allein schuldig, obgleich sofort eingeleitete Untersuchungen ergaben, dass es sich bei diesem Crash um einen Unfall handelte, an welchem der Fluglotse keinerlei Schuld trug. Uff…

So endet diese „drama comedy“ mit einem Freispruch für alle Beteiligten, die jetzt voll rehabilitiert einer unbeschwerten Zukunft entgegensehen.

Fazit

Zach Braffs erstes Bühnenwerk erweist sich als ein sich etwas träge entwickelndes Schauspiel, in welchem viele Sachverhalte lange im Dunkeln bleiben, bevor sie mittels Flashbacks qua Videoprojektion aufgedeckt werden. Der Autor versucht sich etwas dilettantisch in Psychoanalyse, um die Befindlichkeiten der Akteure in den Fokus zu rücken. Kein Zweifel, die vier sind innerlich vereinsamt und suchen nach Kontakten zu anderen Menschen in der Hoffnung auf Verständnis für ihre seelische „Wetterlage.“ Dies geschieht durchweg lautstark und in einer jeden Rahmen sprengenden Fäkalsprache. Fuck und fucking, asshole und andere Kraftausdrücke ersetzen Punkt und Komma. Den jungen Leuten im Auditorium schien das Vokabular jedoch zu gefallen. In diesem zeitgeistigen, als schwarze Komödie konzipierten Plot um Schuld und Sühne wäre ein gepflegtes Oxford-Englisch auch fehl am Platze gewesen. „All New People“ ist ein unterhaltsames Stück ohne viel Tiefgang, allerdings getragen von vier exquisiten Mimen, die mit ihrer Spielfreude das Premierenpublikum begeisterten. Umjubelt war die Gesangseinlage der bildhübschen Kim. Was für eine Stimme!

Don’t argue with me / Hör auf, mich zu nerven

Ein Dankeschön geht an Regisseur Paul Glaser.

„All New People“ läuft bis einschließlich 27. Juni 2026. Tickets unter der Telefonnummer 040-227 70 89 oder online unter www.englishtheatre.de

Das ETH verabschiedet sich in die Sommerpause und lädt am 9. September 2026 zur Premiere von Oscar Wildes „The Portrait of Dorian Gray“ ein.

Fotos: Stefan Kock