Fasten – neue Energie für Körper und Geist

Forum_spezial_Fasten

„Essen und Fasten gehören zusammen wie Schlafen und Wachen“[1]. Das ist eine Weisheit, die den Menschen seit sehr langer Zeit bekannt ist – schon Hippokrates (460-375 v. Chr.) beschrieb die heilsame Wirkung des Fastens. Bis in die heutigen Tage wird es in vielen Formen und Zusammenhängen praktiziert. Ganz aktuell ist das Fasten ein großes Thema, speziell das Intervallfasten. Entsprechend zahlreich sind die diesbezüglichen Veröffentlichungen und Fernsehsendungen.

Doch die aktuelle Ausgabe der Fachzeitschrift für Gesundheitsförderung des UGB-Forums mit dem Titel „Fasten – neue Energie für Körper und Geist“ weist weit darüber hinaus, indem sie das Fasten in all seinen Facetten beleuchtet. Peter Faulstich etwa erklärt verschiedene Arten des Fastens: das bekannte Buchinger Fasten, das Fasten nach Dr. Franz Xaver Mayr, das Schrotfasten, das Molkefasten und das Basenfasten. Verschnaufpause, Neuorientierung und Müllverbrennungsanlage sind bereits in diesem ersten Artikel Schlagworte, die die heilsame Kraft des Fastens sehr gut auf den Punkt bringen.

Es folgt ein Artikel von Hans-Helmut Martin, der deutlich macht, dass Fasten sehr viel mehr ist als „Hungern“ oder „Nulldiät“. Denn, so erläutert er anschaulich, der gesamte Stoffwechsel stellt sich um, die Nervenzellen werden mit Glucose beliefert, die Fettsäuren werden besser genutzt, Körper und Hirn lernen um, das Wohlbefinden wird gesteigert und der Säure-Basen-Haushalt  entlastet.  Dass der Körper auf Sparflamme schaltet, darum geht es auch in dem Artikel von Dorothe Bertlich-Baumeister, die auch auf die gute Wirkung von Heilerde und Honig während des Fastens hinweist.

Norbert Lischka erläutert dann die historische und ganzheitliche Dimension des Fastens und beschreibt sehr anschaulich und einleuchtend, wie sehr das Fasten auch die Seele reinigt, zum Einklang mit sich selbst führt und einen neuen Blick auf unser Sein ermöglicht. Dass Fasten zudem jung hält, beschreibt Martha Ritzmann-Widderich, das große therapeutische Potenzial Gunther Hölz: Denn selbst chronische Krankheiten können durch regelmäßiges Fasten gelindert werden, sogar Rheuma und, verständlich, Übergewichtigkeit. Zu den beiden letztgenannten Wirkungen des Fastens schreibt Eva Lischka in einem gesonderten Artikel. Sie weist darauf hin, dass nach dem Fasten kein Jo-Jo-Effekt – wie bei Diäten –  auftritt, denn die Einstellung zum Essen und der Lebensstil werden nachhaltig geändert. Auch der Geschmackssinn wird geschult, lernen wir hier. Und in ihrem Statement „Ist Fasten schädlich? Nein“ erläutert sie, die Vorsitzende der Ärztegesellschaft Heilfasten und Ernährung e.V. (ÄGHE), dass Fasten in keiner Weise schädlich, sondern nur von Vorteil ist. Auch für die Gesamtbevölkerung Deutschlands, deren Übergewichtigkeit im Schnitt immer weiter ansteigt

Sehr wichtig ist die Zeit nach dem Fasten. Denn in alte Gewohnheiten zu verfallen, das wollen wir ja nicht. Achtsamkeit ist nun gefragt, und damit beschäftigt sich der Artikel von Johanna Feichtinger. Langsam anfangen, richtig aufbauen, bewusst genießen – das sind ihre Ratschläge für die Zeit danach. Sie gibt auch genaue und sehr hilfreiche Anweisungen für die Fastenzeit selbst. Das macht auch Hans-Helmut Martin in seinem Artikel „Entspannt durch das Fasten“.

Gekrönt wird das Fasten-Thema durch Hinweise der UGB-Akademie, wie man sich zum Fastenleiter ausbilden lassen kann, den Verweis auf ein Kurskonzept per CD-ROM der UGB, weiteren Hinweisen und einen Überblick über Fastenkliniken in Deutschland.

Ich, die Rezensentin, faste seit 30 Jahren ein- bis zweimal im Jahr. Mein Bücherregal quillt quasi über von Büchern zum Thema. Diese Veröffentlichung der UGB ist mit Abstand das Beste und Umfassendste, was ich bisher zum Fasten gelesen habe. Neutral und fern jeglicher Dogmatik werden hier aus verschiedenen Sichtweisen alle unterschiedlichen Facetten des Fastens beleuchtet. Auch die praktischen Hinweise sind sehr wertvoll. Positiv zu vermerken ist auch, dass es hier nicht um das in Mode gekommene (und sicherlich durchaus auch sinnvolle) Intervallfasten geht, sondern um das ursprüngliche, das bereits Hippokrates beschrieben hat.  Ich wünsche jedem, der sich für eine Fastenzeit entscheidet, dass er diese Zeitschrift lesen möge.

[1]Rüdiger Dahlke: Bewusst fasten, Goldmann: München 1996, S. 21.

Out of office – out of control?

Banksy continued his month long New York residency with his latest piece of street art, a robot spray painting a bar code on the wall of a disused building on the corner of Neptune Avenue and Stillwell Avenue in Coney Island (c) picture-alliance-Photoshot

Irgendetwas zwischen Code und einem Roboter, der selbst handeln kann. Zwischen dem, was meine Vernunft mir sagt und was Science-Fiction-Filme mir eingetrichtert haben, weil sich dadurch so wunderbare Schauermärchen erzeugen lassen. So habe ich mir künstliche Intelligenz bisher vorgestellt. Humanoide, mit künstlicher Intelligenz ausgestattete Roboter wie „Sophia“, die in Saudi Arabien sogar die Staatsbürgerschaft angeboten bekam, lassen diese Märchen Gestalt annehmen und der Respekt oder sogar die Angst, die dadurch aufkommt, entstehen aus unserem Unwissen. Oder aus dem, was wir glauben zu wissen, nämlich: KI ist gefährlich, weil sie uns ersetzbar macht. Aber ist dem wirklich so? Dass lästige, kleinschrittliche Arbeit durch künstliche Intelligenz übernommen, uns abgenommen werden kann, ist klar und gut. Wenn sich die Wirtschaft und somit die Gesellschaft wandeln, gibt es einen Bereich, der unangetastet bleibt? Gibt es etwas, das dem Menschen allein vorbehalten ist? „Geh‘ in den kreativen Bereich“, hört man immer wieder, wenn man nach sicheren, nicht von durch künstlicher Intelligenz herbeigeführtem Wandel betroffenen Sparten fragt. Dies zu hinterfragen hat sich das Museum der Arbeit in Barmbek zur Aufgabe gemacht und eine umfassende Ausstellung arrangiert, deren Ziel es ist, den Besucher an verschiedenen Stationen interaktiv entscheiden zu lassen, wie viel „Roboter“ er in sein persönliches Zukunftsbild zu integrieren bereit ist, und zu zeigen, an welchen Ecken und Enden wir – oft unwissentlich – KI bereits nutzen. Die begleitende Podiumsdiskussion am 25. Februar 2019 bot weitere Einblicke in die Arbeit solcher Künstler, die KI auch in ihre kreativen Prozesse einbinden. Vor einem relativ kleinen Publikum, circa fünfzig bis siebzig Leute stark, stellten vier unterschiedliche Künstler und ein Kunsthistoriker ihre Arbeit und ihre Erfahrungen vor. Das Publikum, ebenso ich, wurde in seinem erwartungsvollen, wie der Kunsthistoriker Dr. Klaus Siebenhaar es ausdrückte, „Schwanken zwischen einer naiven Heilserwartung oder einer genauso naiven apokalyptischen Erwartung“ aufgefangen und mit Methoden vertraut gemacht, wie man sie sonst nur bei Galileo Big Pictures sieht. Denn trotz fehlendem Ich- Bewusstsein, was, wie sich die Diskutierenden auf der Bühne einig sind, hingegen das Alleinstellungsmerkmal der menschlichen Spezies ist, arbeitet beispielsweise Liat Grayver mit Robotern, denen sie die Aufgabe gibt, ein Selbstportrait zu malen. Ja, richtig vermutet, von dem Roboter und nicht von Frau Grayver.

Am Anfang steht der Mensch

Doch egal, wie viele Aufgaben die KI schon alleine ausführen kann, am Anfang steht der Mensch, da stimmen alle zu. Der Mensch braucht die Idee und er ist auch derjenige, der evaluieren muss. Das kennt Eric Eitel nur allzu gut. Er ist Musikproduzent und nutzt unter anderem künstliche Intelligenz, um Beats zu generieren. Diese nimmt ihm somit einige Arbeit ab, dennoch benötigt er das Wissen, welche Musik auf welchem Markt erfolgversprechend ist. Doch kommt an diesem Punkt der Diskussion ein neuer Streitpunkt auf: Wer ist der Urheber? Schon beim „Portrait of Edmond de Belamy“ des Pariser Künstlerkollektivs „Obvious“, welches mit einem intelligenten Algorithmus erstellt und vom Auktionshaus „Christie’s“ für über 400.000 Dollar verkauft wurde, traten Streitigkeiten wegen des Urheberrechts auf. Aber wie will man solche Fälle auch lösen, in denen es noch keine geregelten Gesetzmäßigkeiten gibt? Und wie sollte man diese überhaupt erstellen? Nähme man Rücksicht auf die Künstler, deren Werke als Daten in den Algorithmus eingespeist wurden? Wäre der Urheber der Programmierer, der den Code schrieb, mit dem das alles erst möglich wurde? Vielleicht wäre es aber auch die Person, die aus unzähligen Resultaten das eine als Kunst befunden und ausgewählt hat? Oder sogar der Roboter selbst? Bei dieser Frage wurden sich auch die Streitenden auf der Bühne nicht einig.

Was ist überhaupt Kunst?

Auch diese Frage, die man so oft gehört und nie beantwortet hat, tauchte auf. Etwas ironisch, dass auch keiner der Künstler auf der Bühne eine Antwort parat hatte. Dr. Siebenhaar half mit einer historischen Definition aus: „Creatio ex nihilo“ sei ein Ansatz, der die Kunst und zugleich den Unterschied zwischen KI und Mensch erklären könne. Der Roboter brauche Input, könne aus dem Nichts nichts schaffen, der Mensch jedoch sei dazu in der Lage. „Aber ist die Voraussetzung für das Schaffen des Menschen nicht auch der Einfluss seiner Umgebung, seiner Zeit, seiner Emotion?“ fragte ein Gast am Ende, bei der Diskussion mit dem Publikum. ,,Doch“ war die Antwort, aber auch die Experten auf der Bühne waren mittlerweile nicht mehr gewillt, einen Streit vom Zaun zu brechen.

Diese Experten sind eben auch, wie wir, nur Menschen, die sich an neue technologische Bereiche herantasten, als Vorreiter versuchen, sie in ihr Leben und Schaffen zu integrieren und eine neue und einzigartige Form der Kunst zu schaffen. Egal ob aus dem Nichts, mithilfe der Technologie oder der Natur, das Schaffen, das Kreieren kann der Mensch in Zusammenarbeit mit der künstlichen Intelligenz. Er kann sie nutzen und entdecken. Wer darauf nicht mehr warten möchte, kann im Museum der Arbeit schon einmal einen Ausflug in die Zukunft machen.

 

 

Out of Office. Wenn Roboter und KI für uns arbeiten

Ein Ausstellungsprojekt des Museums der Arbeit und des Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung
läuft noch bis 19. Mai 2019

Foto: Daniel Nide

Die Arbeitswelt der letzten Jahrzehnte war bereits von vielfältigen Prozessen der Automatisierung geprägt. Mit der Digitalisierung halten nun auch Algorithmen, Robotersysteme und künstliche Intelligenzen Einzug in mehr und mehr Bereiche unserer Arbeit. Die damit verbundenen Prognosen für die Zukunft der Arbeit führen zu Diskussionen über das Pro und Contra dieser Veränderungen. Für manche stellt das Modell „Arbeit 4.0“ eine radikale und unabwendbare Bedrohung breiter Berufsfelder dar, für andere liegt in der zunehmenden Automatisierung keineswegs ein blinder Automatismus, sie plädieren vielmehr für eine aktive Gestaltung einer neuen Arbeitswelt, bei der gesellschaftliche, politische und soziale Lösungen mitgedacht werden müssen.

Die neue Sonderausstellung „Out of Office. Wenn Roboter und KI für uns arbeiten“, die im Museum der Arbeit in Zusammenarbeit mit dem Bucerius Lab der ZEIT-Stiftung zu erleben ist, setzt sich mit diesen Zukunftsfragen auf interaktive Weise auseinander. An elf thematisch spezifizierten Stationen wird den Besuchern gezeigt, welche fundamentalen Umbrüche durch Roboter und Künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt bereits stattfinden und welche uns unter Umständen noch bevorstehen. Vor dem Hintergrund des gegenwärtigen Wandels der Arbeitswelt bzw. der Prognosen und Visionen von zukünftigen Prozessen diskutiert die Ausstellung gemeinsam mit den Besuchern, wie wir als Gesellschaft mit den kommenden Veränderungen umgehen wollen, welche Chancen wir ergreifen können und mit welchen Risiken wir uns befassen müssen.

Foto: Daniel Nide

Ziel der Ausstellung ist es, die Dimension der mit der Digitalisierung der Arbeitswelt verbundenen Veränderungen zu erkunden und den Besuchern eine Orientierung in der aktuellen Diskussion zu geben. Dabei möchte die Ausstellung zum einen für die Frage sensibilisieren, was wir eigentlich unter „Arbeit“ verstehen, und zum anderen Wissen darüber vermitteln, wovon wir eigentlich reden, wenn wir Schlagwörter wie  „KI“ oder „Robotik“ benutzen. Anhand von Animationen, Info-Grafiken, Experten-Interviews, Filmsimulationen, Virtual-Reality-Stationen, den kreativen Ergebnissen einer KI und natürlich von Robotern möchte die Ausstellung zur Diskussion  einladen, welche Möglichkeiten der Zukunftsgestaltung von verschiedenen Akteuren ins Spiel gebracht werden. In einem partizipativen Forum werden die Besucher dazu eingeladen, an Touch-Screens ihren individuellen Blick auf die Zukunft der Arbeit zu gestalten und zu bewerten.

OUT OF OFFICE – Das Magazin zur Ausstellung
Rita Müller/Mario Bäumer (Hrsg.), ca. 200 Seiten, ca. 80 Abbildungen, 19,90 €
ISBN: 978-3-947178-05-6, Erhältlich im Museumsladen.
Die Beiträge in diesem „Magazin zur Ausstellung“ bieten vielseitige Annäherungen an den durch Digitalisierung und KI ausgelösten Wandel unserer Arbeits- und Lebenswelt. Mit Beiträgen u. a. von: Carsten Brosda, Christoph Keese, Birger Priddat, Martina Heßler, Ulrich Eberl sowie Fotografien von Henrik Spohler

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm finden Sie unter:
www.outofoffice.hamburg und www.shmh.de
Stiftung Historische Museen Hamburg
Museum der Arbeit
Wiesendamm 3
22305 Hamburg
Direkt am U-/S-Bahnhof Barmbek
Tel. 040 428 133 0
Öffnungszeiten
Montag 10 – 21 Uhr / Mittwoch bis Freitag 10 – 17 Uhr / Samstag und Sonntag 10 – 18 Uhr
Eintrittspreise
Einzelbesucher: 8,50 Euro/ 5 Euro / Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren

Pressekontakt:
Matthias Seeberg
Stiftung Historische Museen Hamburg
Tel. +49 40 428 131 171
matthias.seeberg@shmh.org
www.shmh.de

 

(Text: Stiftung Historische Museen Hamburg)

Raumspuren Beyond Architecture – letzte Tage einer Ausstellung

Text und Fotos: Ele Runge

Piet Niemann, ‚Off Season I & II‘

Die Triennale der Photographie 2018 in Hamburg geht ihrem Ende entgegen. Nicht nur in den großen Häusern, sondern auch in den kleineren Off-Triennale-Galerien sind die letzten Ausstellungstage angebrochen. So auch in der BDA Hamburg Galerie (Bund Deutscher Architekten) in der Shanghaiallee 6, wo noch bis zum 7. September 2018 die Ausstellung ‚Raumspuren Beyond Architecture‘ besucht werden kann. Unter dem Themenfokus der Transformation zeigen vier Fotografen und Fotografinnen ihre persönlichen Blicke auf gebaute Realität. Sehr individuell behandelt jeder von ihnen die gemeinsame Frage danach, wie sich die Wandlungen der gebauten Strukturen auf die sozialen Aspekte des urbanen Lebens auswirken. Welche Spuren lassen sich verfolgen, wer nutzte die Orte früher und wie hat sich diese Nutzung verändert? Wie gehen die Menschen mit Gebäuden, öffentlichem Raum aber auch mit dessen Leerstellen um? Die vier Künstler*innen bieten hier ganz unterschiedliche Ansätze an, was die räumlich eher kleine Ausstellung recht dicht werden lässt.

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[HOME] Das Zuhause ist nicht selbstverständlich

Jorge Taboada Escobedo aus der Serie alta densidad

Eine Gruppenausstellung im öffentlichen Raum im Rahmen der 7. Triennale der Photographie unter dem Titel „Breaking Point. Searching for Change“ in Zusammenarbeit mit dem Altonaer Museum 8. Juni bis 26. August 2018

Gruppenausstellung [HOME] setzt sich auf kritische Weise mit dem Ort und dem Gefühl des „Zuhauseseins“ auseinander. Die gezeigten Arbeiten widmen sich neben alternativen Entwürfen zu unserer Normalvorstellung des Wohnens auch der zunehmenden Verdrängung, Verdichtung, Verteidigung und Zerstörung vieler Formen des Zuhauseseins.

Um den Themenkomplex einem breiten Publikum zugänglich zu machen, werden große Teile der Ausstellung im öffentlichen Raum – in eigens dafür angefertigten Pavillons – gezeigt. Weitere Arbeiten aus einem Fotoprojekt von Studierenden der HAW werden im Altonaer Museum präsentiert.

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Faszination Porträtfotografie

Bilder aus vier Kontinenten in der Galerie IMBA

von Lilo Hoffmann

Mit Fotografie beschäftigte sich Norbert Becke schon lange Zeit. Das brachte sein Beruf als Graphik-Designer so mit sich. Selbstverständlich war auch auf all seinen Reisen die Kamera dabei. Als er vor etlichen Jahren zum ersten Mal mit seiner Frau durch Afrika reiste, faszinierten ihn die Menschen, die dort leben. Er drückte auf den Auslöser und entdeckte  seine Liebe zur Porträtfotografie.

Stets aufs Neue zog es ihn nach Afrika. Insgesamt reiste er durch 15 afrikanische Länder und fotografierte unter anderem Menschen in Tansania, Äthiopien, Namibia und Marokko. „Ich führe zunächst ein kurzes Gespräch“, erklärt Norbert Becke, „frage um Erlaubnis. Manchmal genügt aber schon ein Lächeln oder eine Geste, um das Eis zu brechen.“

Stolz auf den Schmuck: Dassanech-Mädchen aus Äthiopien. Fotos: Hoffmann

Viele der Frauen, die der Heidelberger fotografierte, sind stolz auf den `Schmuck´, den sie tragen. Der besteht allerdings oftmals aus weggeworfenen Gegenständen, die sie auf der Straße finden, wie zum Beispiel  Flaschen, Plastikperlen oder Kronkorken. Auch das Mädchen auf unserem Foto trägt Kronkorken im Haar. Es gehört zu einem Hirtenvolk, das im Grenzgebiet von Äthiopien und Kenia lebt.

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Hafen und Kräne plus Büroturm

von Lilo Hoffmann

Fotoausstellung: Hamburg im Blickpunkt

Malte Muthesius stellt doppelt belichtete, analoge Schwarz/Weiß-Fotografien. Foto: L. Hoffmann
Malte Muthesius  stellt analoge doppelt belichtete Schwarz/Weiß-Fotografien vor.
Foto:  Hoffmann

Vor fast einem Jahr schlossen sich Daria Elagina, Florian Dahl und Nora Aust zusammen und gründeten Dorian-Projects. Das Ziel von „Dorian“ ist es, Kunstausstellungen – insbesondere im Bereich der Fotografie – zu realisieren. „Dabei möchten wir“, so Florian Dahl, „durch Ausstellungen in Büroräumen eine Schnittstelle zwischen Kunst und Gesellschaft, Kunst und Alltag sowie Kunst und Wirtschaft herstellen.“ Bei der Suche nach Räumlichkeiten für das aktuelle Projekt fiel die Wahl auf die Surcon GmbH, direkt am Hanseviertel gelegen. Dort stellen seit dem 27. Januar drei Fotografen ihre völlig unterschiedlich gestalteten Arbeiten zum Thema Hamburg vor.

So zeigt zum Beispiel der Fotograf Malte Muthesius klassisch analoge Schwarz/Weiß-Fotografien. Die Kompositionen von Hafen, Gebäuden und Straßen, die im Detail erst bei intensiver Betrachtung zu erkennen sind, entstanden durch Doppelbelichtungen. Der von der Insel Langeoog stammende Fotograf Deff „Hafen und Kräne plus Büroturm“ weiterlesen

DON’T LOSE THE PLACE – THE NEW PLAY AT THE ENGLISH THEATRE OF HAMBURG

by Uta Buhr
Photos: Stefan Kock

The English Theatre of Hamburg 2016 DON´T LOSE THE PLACE
Eddie, be a sport and come to the guest-room

Rejoice and look forward to a performance of a wonderful comedy at your favourite theatre in Hamburg! All those who never miss a play at the TET already know and love Derek Benfield, one of Britain’s foremost theatre playwrights, who not only wrote some extremely amusing comedies, but at the same time appeared himself on stage in several plays. Experts agree that he was a very gifted actor. What a pity that this man who gave so much joy to millions of people died in 2009 at the age of 83. Anyway, Derek will no be forgotten as long as his plays are performed in theatres and on TV stations worldwide. But now let us have a look at Sylvia and her unique idea to find the “ideal husband.” „DON’T LOSE THE PLACE – THE NEW PLAY AT THE ENGLISH THEATRE OF HAMBURG“ weiterlesen

DON’T LOSE THE PLACE – Das neue Stück am English Theatre of Hamburg

von Uta Buhr
Fotos: Stefan Kock

The English Theatre of Hamburg 2016 DON´T LOSE THE PLACE
Eddie, sei ein guter Junge und komm mit ins Gästezimmer

Vorweihnachtszeit ist Lustspielzeit an der Mundsburg. Das vom britischen  Erfolgsautor Derek Benfield geschriebene Stück hat das Zeug zu einem Kassenschlager! Denn wer erfreut sich an trüben Wintertagen nicht an diesem temporeichen Verwirrspiel um Liebe und Täuschung, das bereits unter dem Titel „Falscher Tag – falsche Tür“ an verschiedenen deutschen Theatern Furore machte.

Der Plot selbst ist auf den ersten Blick schlicht: Sylvia, eine hübsche erfolgreiche Boutiquebesitzerin, die in einem schicken Londoner Vorort mit Blick auf einen Flusslauf – vermutlich ein Nebenarm der Themse – residiert, ist gerade von ihrem langjährigen Freund betrogen und verlassen worden. Was liegt da näher, als sich nach einem anderen Mann umzusehen. Motto: Andere Mütter haben auch schöne Söhne. Doch sie will diesmal auf Nummer sicher gehen. Deshalb wählt sie gleich drei Männer als mögliche Ehepartner, die unterschiedlicher nicht „DON’T LOSE THE PLACE – Das neue Stück am English Theatre of Hamburg“ weiterlesen

Kurlaub unter der Sonne Südafrikas

[Dieser Artikel erschien bereits am 5. Juli 2015 im Badischen Tagblatt, am 29. August 2015 in der PAZ sowie am 28. Februar 2016 in SaS (Schleswig-Holstein am Sonntag)]

von Uta Buhr

Elefantenherde
Elefantenherde

Knapp 90 Minuten dauert der Flug von der Megacity Johannesburg nach Palamborwa, einem winzigen Airport inmitten der südafrikanischen Buschlandschaft. Von hier aus geht es auf direktem Weg zur Lodge. „Herzlich willkommen auf Makutsi!“ Mitarbeiterin Susi reicht den Neuankömmlingen einen kühlen fruchtigen Begrüßungstrunk, der allen wohlig durch die Kehle rinnt. Auf der Fahrt über staubige Landstraßen ist der achtköpfigen Gruppe bereits eine Reihe exotischer Tiere begegnet, darunter zwei Giraffen, die sich an den Blättern eines Baumes gütlich taten, während eine Herde Affen sich kreischend von Ast zu Ast schwang. Auch ein Cheeta, eine der scheuen langbeinigen Raubkatzen, wurde bereits gesichtet. Ein toller Einstieg in das afrikanische „Kurlaub unter der Sonne Südafrikas“ weiterlesen