Die Auswärtige Presse e.V.

Internationale Journalistenvereinigung Hamburg
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Die Melancholie des Wassers

April 09, 2012 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension Noch keine Kommentare →

Von Dr. Wolf Tekook

Wenn Seeleute am Abend ihr Schiff im Hafen festgemacht haben, dann treffen sich die harten Männder – und Frauen – unter Deck, es werden Flachen mehr oder weniger hochprozentigen Inhalts aufgemacht – und dann wird eifrig Seemannsgarn gesponnen. Michael Buschow hat in seinem Buch Poller- Elly und Rattenpack – Von ungewöhnlichen Menschen auf ungewöhnlichen Schiffen in 17 kurzweilig zu lesenden Episoden die Menschen im Hafen in ihren Eigentümlichkeiten, ihrer Verschrobenheit und ihren Sehnsüchten vorgestellt. Ein Hauch Melancholie überdeckt die Geschichten von Träumern und verhinderten Weltumseglern, von gescheiterten Existenzen, Weltmeistern des Provisoriums und findigen Bastlern.

Beschrieben werden Menschen und ihre Lebensgeschichte, die stets eine starke Affinität zum Leben auf dem Wasser aufweist: Die titelgebende Poller- Elly ist eine alternde Hamburger Hafenhure, die auf der geerbten Barkasse ein spätes Glück mit einem Schutenkutscher erlebt; eine Schifferfamilie schafft es, kurz vor Kriegsende einen ganze Schleppdampfer im Uferschilf des Dortmund- Ems- Kanals zu verstecken und dort mit seiner Familie den Zusammenbruch des “großdeutschen” Reiches unbeschadet zu überleben. (weiterlesen …)

Trank der Vampire

Dezember 16, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension Noch keine Kommentare →

Von Dr. Wolf Tekook

Regionale Krimis haben seit Jahren einen festen und treuen Leserstamm. Das Rezept hierzu ist so einfach wie wirkungsvoll: Man nehme einen gängigen Kriminalstoff – Mord, Entführung, Geiselnahme oder ähnliches -, lasse aber Bösewichte und verfolgende Helden nicht in der Anonymität agieren, sondern verlagere die Schauplätze für den lokalen Kenner nachvollziehbar und mit detaillierter Beschreibung auf den heimischen Wochenmarkt, in die Eckkneipe oder die Fußgängerzone. Folgt dann der Sprachgebrauch noch regionalen Eigenheiten, so ist allein aufgrund des Wiedererkennungseffektes ein treuer Leserstamm gesichert.

Der Krefelder Autor Norbert Potthoff hat in den vergangenen Jahren bereits einige Kriminalromane nach obigem Muster verfasst – flüssig lesbar, Lokalkolorit garantiert. Bei seinem neuen Buch Trank der Vampire behält er das bewährte Muster bei, doch werden dieses Mal keine Unschuldigen dahingemordet, keine Bürgermeister entführt. Stattdessen wird die Heldin des Romans nach einem fehlgeschlagenen Ansiedelungsversuch in Südfrankreich in das Ränkespiel zweier uralter Familien- Klans der Seidenstadt Krefeld einbezogen. (weiterlesen …)

Wolfsküsse

Dezember 11, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension Noch keine Kommentare →

Von Dr. Wolf Tekook

Wie ändert eine Ex- Stewardess und mit der Arbeit nicht glückliche Rechtsanwältin ihr Leben, nachdem zu allem Überfluss auch noch die Ehe gescheitert ist?

Das ist der Stoff, aus dem das ZDF in unschöner Regelmäßigkeit Melodramen zurechtschnitzt, worüber Tageszeitungsleser in Form von Fortsetzungsromanen untersten Niveaus hinwegblättern und sich die Abonnenten bestimmter, für die Damenwelt konzipierter Illustrierten freuen. Böte Elli H. Radinger in ihrem Buch Wolfsküsse derartige Einheitskost, wäre die Rezension hier beendet.

Doch die Autorin wendet sich, anstatt in Selbstfindungskrisen zu ersticken, der Beobachtung freilebender Wölfe zu und entdeckt im Yellowstone National Park im Westen der USA ihre Bestimmung. Weiblich- anekdotisch- autobigraphisch ist das zum Thema entstandene Buch auch, jedoch nicht so penentrant, dass man es vor den wirklich interessanten Schilderungen zuklappt.

Elli H. Radinger entwickelt eine starke emotionale Zuneigung zu den Wölfen. (weiterlesen …)

Persönliches vom Guerillero

Oktober 10, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Politik Noch keine Kommentare →

Selbstporträt Che Guevara

Von Dr. Wolf Tekook

Es gibt Bücher, bei denen die Urheberschaft nicht so einfach zu ermitteln ist. Das Selbstporträt Che Guevara gehört in diese Gruppe: Der argentinischstämmige Revolutionär erscheint als Autor auf de Bild- und Textband. Als Herausgeber wird der kubanische Autor Víctor Casaus genannt. Besucht man dessen Homepage, so werden zahlreiche Romane, Lyrikbände und Filme gelistet; doch das Buch über Che Guevara fehlt. Als Verleger der englischsprachigen Originalausgabe aus dem Jahre 2004 firmieren das Che Guevara Studies Center und Aleida March. Ins Deutsche schließlich hat Hans- Joachim Hartstein den englischen Text übersetzt. Erschienen ist das Buch 2005 bei Kiepenheuer & Witsch in Köln, gedruckt hat es MOHN Media in Güterloh. Wieviel an (spanischem) Originaltext mag wohl auf diesen verschlungenen Pfaden verändert worden sein?

Ungeachtet dieser Sprachen- und Bearbeiter- Odyssee bietet dieses Buch für Geschichtsinteressierte und übriggebliebene Fans des lateinamerikanischen Revolutionärs Lesens- und Sehenswertes. Chronologisch geordnet werden Briefe, Essays, Berichte und Fotos von Ernesto Che Guevara vorgestellt – jeweils kapitelweise einleitend kommentiert – von Victor Casaus. (weiterlesen …)

Ökonomie als Waffe

Oktober 08, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Politik, Wirtschaft Noch keine Kommentare →


Nicht NUR eine Buchkritik

Von Dr. Wolf Tekook

Es gibt Bücher, deren prophetische Wirkung man erst nach einiger Zeit erfasst. Ein solches Buch ist Bekenntnisse eines Economic Hit Man von dem amerikanischen Autor John Perkins.

Das Buch ist keine Fiktion, sondern die Autobiographie eines Mannes, Jahrgang 1946, der vom amerikanischen Geheimdienst NSA und der internationalen Beratungsfirma MAIN für den titelgebenden Beruf ausgebildet wurde. Seine Aufgabe: Entwicklungs- und Schwellenländer durch bewusst übertrieben optimistische Wirtschaftsprognosen zu überdimensionierten Technikprojekten zu drängen. Diese Projekte wurden oft von der Weltbank finanziert, von stets amerikanischen Konzernen ausgeführt und trieben die Länder durch sich anhäufende Schulden in eine wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von den USA.

Von 1970 bis 1982 arbeitete John Perkins bei der Firma MAIN. Detailliert beschreibt der die Projekte, an denen er gearbeitet hat – und die politischen Ziele der Vereinigten Staaten bei diesen Mammutunternehmen: (weiterlesen …)

“Artist in residence”- Austausch Deutschland – Israel!

Mai 23, 2011 Von: Tekook Kategorie: Gesucht - Gefunden 2 Kommentare →

Welche(r) deutsche Künstler(in) möchte israelischer Künstlerin Wohn- und Arbeitsmöglichkeit hier geben – im Austausch mit eigenem Arbeitsaufenthalt in Tel Aviv?

Bei Interesse bitte Nachricht an den Webmaster!

Wolf trifft Jäger

Mai 22, 2011 Von: Tekook Kategorie: Kunst und Kultur Noch keine Kommentare →

Von Dr. Wolf Tekook

Goldfluss

Als die Impressionisten begannen, Licht einzufangen und dieses Erlebnis auf Leinwand zu bannen, mokierten sich die Landschaftsmaler der Romantik über die verloren gegangene Detailtreue. Die Pinselartisten der scholastisch geprägten Gotik begehrten auf, als die Renaissance- Maler auf der Suche nach der Zentralperspektive die Dreidimensionalität er Abbildung zum Prinzip erhoben. Immer wenn der Fortschritt der Technik und des Denkens neue künstlerische Möglichkeiten eröffnet, erbrennt ein Streit zwischen den Parteien der Bewahrer des Alten und den Protagonisten des Unbekannten.

Dass es auch anders geht, soll ein gemeinsames Kunstprojekt der Würzburger Malerin Martina Jäger und des Krefelder Digitalkünstlers Wolf Tekook beweisen. Unter dem Titel Wolf trifft Jäger vereinen sie das Beste aus beiden Lagern in gemeinsamen Bildern. (weiterlesen …)

Ein beklemmender Ausflug in die Welt der Pharmamärkte

April 22, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Medizin, Gesundheit 1 Kommentar →


Von Dr. Wolf Tekook

Die Autoren beginnen mit einer Schreckensmeldung: “Harte Zeiten für die Pharmakonzerne”. Der Grund: Jahrzehntelange erprobte Werbestrategien für rezeptpflichtige Medikamente – eine Einladung an Ärzte zu einem Luxuswochenende in der Schweiz oder das Beschenken besuchter niedergelassener Mediziner mit DVD- Player oder iPod – bringen nicht mehr die gewohnten Umsatzsteigerungen. Skandale und Gerichtsverhandlungen mit Verurteilungen von Ärzten wegen Vorteilsnahme haben das Werbeklima deutlich abkühlen lassen.Doch die Marketingrecherchen der Pharmahersteller fanden bald eine deutlich bessere Möglichkeit; unter bewusster Umgehung des EU- weitem Werbeverbots für rezeptpflichtige Arzneien werden die realen und vermutlichen Kranken direkt angesprochen. Das Buch Patient im Visier der sehr exakt recherchierenden Journalisten Caroline Walter und Alexander Kobylinski beschreibt detailliert, mit welchen Methoden die Pharmaindustrie unter geschicktem Einsatz der Neuen Medien Kranke manipuliert und Umsätze steigert. (weiterlesen …)

Einladung aus Verantwortung

April 18, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Geschichte, Politik Noch keine Kommentare →

Von Dr. Wolf Tekook

In den 60er Jahren des 20. Jahrhunderts startete die Hansestadt Hamburg ein Besuchsprogramm für jüdische Emigranten, die zur Zeit des Nationalsozialismus vertrieben oder deportiert worden waren. Das im Dölling und Galitz- Verlag erschienene Buch Zwischen Imagepflege, moralischer Verpflichtung und Erinnerungen von Lina Nikou liefert neben einem Überblick zu den Senatsaktivitäten auch eine Reihe von sehr lesenswerten subjektiven Kommentaren derer, die der Einladung gefolgt waren.

Entgegen ursprünglichen Erwartungen war die Resonanz der Emigranten auf das Einladungsprogramm sehr gut; über 4500 ehemals Verfolgte besuchten ihre alte Heimat. Nach Meinung der Autorin hätte eine weniger zögerliche Haltung des Senats eine weitaus höhere Zahl von ehemals Hamburger Juden einen Besuch ermöglicht: Bis 1991 galt die Regel, dass nur, wer persönlich um eine Einladung bat, auch vom Senat eingeladen wurde. (weiterlesen …)

Der richtige Kick – für Mädchen

April 18, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Freizeit und Hobby Noch keine Kommentare →

Von Dr. Wolf Tekook

Fußball – eine Männerangelegenheit? Das ist lange Historie. Im Jahre 1955 gab es ein offizielles Verbot des Deutschen Fußballbundes für Frauenfußball, weil “dieser Sport für Frauen nicht geeignet” sei. 1970 wurde dieses Verbot aufgehoben, und seither ist der Zulauf der Mädchen und Frauen zu dieser Sportart ungebrochen. Vergleicht man gar auf der höchsten Ebene die Erfolge im Frauenfußball mit denen der Männer, schneiden die Frauen sehr, sehr gut ab.

Für alle jungen Damen, die sich diesem Sport nähern wollen, hat die Mittelstürmerin der Nationalmannschaft, Inka Grings, das Büchlein Fußball – Tricks und Tipps für coole Mädchen geschrieben. Auf 127 Seiten im Taschenformat und in poppiger Aufmachung werden viele Aspekte des Frauenfußballs vorgestellt: Von der geschichtlichen Entwicklung über das Regelwerk bis hin zu konkreten Übungen und Trainingsplänen – mit und ohne Ball. Erläuterungen zum Krafttraining werden ebenso erläutert wie die Grundtechniken des Spiels von der Ballannahme bis zum Torhüterinnentraining. Eine reiche Bebilderung macht das Beschriebene anschaulich. In den eingestreuten Abschnitten Inkas Trickkiste gibt die erfolgreiche Fußballerin Einblick in die Rafinesse ihrer Spielweise. (weiterlesen …)