Die Auswärtige Presse e.V.

Internationale Journalistenvereinigung Hamburg
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Wie man ein Seebär wird

Juni 09, 2014 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension Kommentare deaktiviert für Wie man ein Seebär wird

von Dr. Wolf Tekook

140609MatrosenballWas macht man(n), wenn man in der heißen Adoleszentenphase wegen Sachbeschädigung am Auto eines gestrengen Lehrers der Schule verwiesen wird und wenn man zudem in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts lebt? Der frisch zum Ex- Eleven einer Eliteschule mit Naziprägung gewordene Michael Buschow (DAP- Mitglied) braucht nicht lange zu überlegen. In seinem Buch Matrosenball schildert er in gewohnt anschaulicher bis deftiger Weise, wie er sich von seinen Eltern mit den Worten: „Ich werde jetzt Kapitän“ verabschiedet und nach Hamburg geht, um zur See zu fahren.

Anders als in seinem ersten Buch Poller- Elly und Rattenpack, 2012 erschienen, lässt Buschow den Leser chronologisch geordnet an seiner Entwicklung zum Seebären teilhaben – von der ersten Nacht im Rohbau einer Garage über die ersten schmutzigen Hilfsjobs im Hafen bis hin zum Bootsführerschein, der auf wundersame, wenn auch tragische Weise durch das Erben eines richtigen Schiffs aufgewertet wird. (mehr …)

Harte Männer, zarte Mädel – oder war es ganz anders?

Juli 29, 2013 Von: Tekook Kategorie: Kunst und Kultur, Lifestyle, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Harte Männer, zarte Mädel – oder war es ganz anders?

Beobachtungen am Rande des Eier mit Speck- Festivals 2013 in Viersen

Von Dr. Wolf Tekook

Wenn die Musikfreunde der Republik zu Festivals strömen, ist der tiefe Griff der professionell Kommentierenden in die Klischeekiste vorprogrammiert: Martialisch kostümierte Rocker versuchen erfolgreich, mit dem Sound ihrer Harleys den Lärmpegel selbst Kilometer um das Festival- Gelände ins Unerträglich zu steigern. Sex, drugs and Rock’n’Roll werden nicht nur theoretisch diskutiert, sondern handfest öffentlich praktiziert. Der genervte Normalo meidet den Ort des Geschehens aktiv und intensiv, Polizei, technisches Hilfswerk und einige der auf Samariterpfaden wandelnden Notfallhelfer arbeiten nonstop am Rande der Erschöpfung, während die Dezibels von der Bühne Trommelfelle im Akkord reißen lassen.
Dass Klischees nicht immer der Wahrheit entsprechen, konnten die Besucher des heuer zum sechsten Mal veranstalteten Eier mit Speck– Festivals in Viersen erleben. (mehr …)

Die Melancholie des Wassers

April 09, 2012 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension Kommentare deaktiviert für Die Melancholie des Wassers

Von Dr. Wolf Tekook

Wenn Seeleute am Abend ihr Schiff im Hafen festgemacht haben, dann treffen sich die harten Männder – und Frauen – unter Deck, es werden Flachen mehr oder weniger hochprozentigen Inhalts aufgemacht – und dann wird eifrig Seemannsgarn gesponnen. Michael Buschow hat in seinem Buch Poller- Elly und Rattenpack – Von ungewöhnlichen Menschen auf ungewöhnlichen Schiffen in 17 kurzweilig zu lesenden Episoden die Menschen im Hafen in ihren Eigentümlichkeiten, ihrer Verschrobenheit und ihren Sehnsüchten vorgestellt. Ein Hauch Melancholie überdeckt die Geschichten von Träumern und verhinderten Weltumseglern, von gescheiterten Existenzen, Weltmeistern des Provisoriums und findigen Bastlern.

Beschrieben werden Menschen und ihre Lebensgeschichte, die stets eine starke Affinität zum Leben auf dem Wasser aufweist: Die titelgebende Poller- Elly ist eine alternde Hamburger Hafenhure, die auf der geerbten Barkasse ein spätes Glück mit einem Schutenkutscher erlebt; eine Schifferfamilie schafft es, kurz vor Kriegsende einen ganze Schleppdampfer im Uferschilf des Dortmund- Ems- Kanals zu verstecken und dort mit seiner Familie den Zusammenbruch des „großdeutschen“ Reiches unbeschadet zu überleben. (mehr …)

Trank der Vampire

Dezember 16, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension Kommentare deaktiviert für Trank der Vampire

Von Dr. Wolf Tekook

Regionale Krimis haben seit Jahren einen festen und treuen Leserstamm. Das Rezept hierzu ist so einfach wie wirkungsvoll: Man nehme einen gängigen Kriminalstoff – Mord, Entführung, Geiselnahme oder ähnliches -, lasse aber Bösewichte und verfolgende Helden nicht in der Anonymität agieren, sondern verlagere die Schauplätze für den lokalen Kenner nachvollziehbar und mit detaillierter Beschreibung auf den heimischen Wochenmarkt, in die Eckkneipe oder die Fußgängerzone. Folgt dann der Sprachgebrauch noch regionalen Eigenheiten, so ist allein aufgrund des Wiedererkennungseffektes ein treuer Leserstamm gesichert.

Der Krefelder Autor Norbert Potthoff hat in den vergangenen Jahren bereits einige Kriminalromane nach obigem Muster verfasst – flüssig lesbar, Lokalkolorit garantiert. Bei seinem neuen Buch Trank der Vampire behält er das bewährte Muster bei, doch werden dieses Mal keine Unschuldigen dahingemordet, keine Bürgermeister entführt. Stattdessen wird die Heldin des Romans nach einem fehlgeschlagenen Ansiedelungsversuch in Südfrankreich in das Ränkespiel zweier uralter Familien- Klans der Seidenstadt Krefeld einbezogen. (mehr …)

Wolfsküsse

Dezember 11, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension Kommentare deaktiviert für Wolfsküsse

Von Dr. Wolf Tekook

Wie ändert eine Ex- Stewardess und mit der Arbeit nicht glückliche Rechtsanwältin ihr Leben, nachdem zu allem Überfluss auch noch die Ehe gescheitert ist?

Das ist der Stoff, aus dem das ZDF in unschöner Regelmäßigkeit Melodramen zurechtschnitzt, worüber Tageszeitungsleser in Form von Fortsetzungsromanen untersten Niveaus hinwegblättern und sich die Abonnenten bestimmter, für die Damenwelt konzipierter Illustrierten freuen. Böte Elli H. Radinger in ihrem Buch Wolfsküsse derartige Einheitskost, wäre die Rezension hier beendet.

Doch die Autorin wendet sich, anstatt in Selbstfindungskrisen zu ersticken, der Beobachtung freilebender Wölfe zu und entdeckt im Yellowstone National Park im Westen der USA ihre Bestimmung. Weiblich- anekdotisch- autobigraphisch ist das zum Thema entstandene Buch auch, jedoch nicht so penentrant, dass man es vor den wirklich interessanten Schilderungen zuklappt.

Elli H. Radinger entwickelt eine starke emotionale Zuneigung zu den Wölfen. (mehr …)

Persönliches vom Guerillero

Oktober 10, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Politik Kommentare deaktiviert für Persönliches vom Guerillero

Selbstporträt Che Guevara

Von Dr. Wolf Tekook

Es gibt Bücher, bei denen die Urheberschaft nicht so einfach zu ermitteln ist. Das Selbstporträt Che Guevara gehört in diese Gruppe: Der argentinischstämmige Revolutionär erscheint als Autor auf de Bild- und Textband. Als Herausgeber wird der kubanische Autor Víctor Casaus genannt. Besucht man dessen Homepage, so werden zahlreiche Romane, Lyrikbände und Filme gelistet; doch das Buch über Che Guevara fehlt. Als Verleger der englischsprachigen Originalausgabe aus dem Jahre 2004 firmieren das Che Guevara Studies Center und Aleida March. Ins Deutsche schließlich hat Hans- Joachim Hartstein den englischen Text übersetzt. Erschienen ist das Buch 2005 bei Kiepenheuer & Witsch in Köln, gedruckt hat es MOHN Media in Güterloh. Wieviel an (spanischem) Originaltext mag wohl auf diesen verschlungenen Pfaden verändert worden sein?

Ungeachtet dieser Sprachen- und Bearbeiter- Odyssee bietet dieses Buch für Geschichtsinteressierte und übriggebliebene Fans des lateinamerikanischen Revolutionärs Lesens- und Sehenswertes. Chronologisch geordnet werden Briefe, Essays, Berichte und Fotos von Ernesto Che Guevara vorgestellt – jeweils kapitelweise einleitend kommentiert – von Victor Casaus. (mehr …)

Ökonomie als Waffe

Oktober 08, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Politik, Wirtschaft Kommentare deaktiviert für Ökonomie als Waffe


Nicht NUR eine Buchkritik

Von Dr. Wolf Tekook

Es gibt Bücher, deren prophetische Wirkung man erst nach einiger Zeit erfasst. Ein solches Buch ist Bekenntnisse eines Economic Hit Man von dem amerikanischen Autor John Perkins.

Das Buch ist keine Fiktion, sondern die Autobiographie eines Mannes, Jahrgang 1946, der vom amerikanischen Geheimdienst NSA und der internationalen Beratungsfirma MAIN für den titelgebenden Beruf ausgebildet wurde. Seine Aufgabe: Entwicklungs- und Schwellenländer durch bewusst übertrieben optimistische Wirtschaftsprognosen zu überdimensionierten Technikprojekten zu drängen. Diese Projekte wurden oft von der Weltbank finanziert, von stets amerikanischen Konzernen ausgeführt und trieben die Länder durch sich anhäufende Schulden in eine wirtschaftliche und politische Abhängigkeit von den USA.

Von 1970 bis 1982 arbeitete John Perkins bei der Firma MAIN. Detailliert beschreibt der die Projekte, an denen er gearbeitet hat – und die politischen Ziele der Vereinigten Staaten bei diesen Mammutunternehmen: (mehr …)

„Artist in residence“- Austausch Deutschland – Israel!

Mai 23, 2011 Von: Tekook Kategorie: Gesucht - Gefunden 2 Kommentare →

Welche(r) deutsche Künstler(in) möchte israelischer Künstlerin Wohn- und Arbeitsmöglichkeit hier geben – im Austausch mit eigenem Arbeitsaufenthalt in Tel Aviv?

Bei Interesse bitte Nachricht an den Webmaster!

Wolf trifft Jäger

Mai 22, 2011 Von: Tekook Kategorie: Kunst und Kultur Kommentare deaktiviert für Wolf trifft Jäger

Von Dr. Wolf Tekook

Goldfluss

Als die Impressionisten begannen, Licht einzufangen und dieses Erlebnis auf Leinwand zu bannen, mokierten sich die Landschaftsmaler der Romantik über die verloren gegangene Detailtreue. Die Pinselartisten der scholastisch geprägten Gotik begehrten auf, als die Renaissance- Maler auf der Suche nach der Zentralperspektive die Dreidimensionalität er Abbildung zum Prinzip erhoben. Immer wenn der Fortschritt der Technik und des Denkens neue künstlerische Möglichkeiten eröffnet, erbrennt ein Streit zwischen den Parteien der Bewahrer des Alten und den Protagonisten des Unbekannten.

Dass es auch anders geht, soll ein gemeinsames Kunstprojekt der Würzburger Malerin Martina Jäger und des Krefelder Digitalkünstlers Wolf Tekook beweisen. Unter dem Titel Wolf trifft Jäger vereinen sie das Beste aus beiden Lagern in gemeinsamen Bildern. (mehr …)

Ein beklemmender Ausflug in die Welt der Pharmamärkte

April 22, 2011 Von: Tekook Kategorie: Buchrezension, Medizin, Gesundheit 1 Kommentar →


Von Dr. Wolf Tekook

Die Autoren beginnen mit einer Schreckensmeldung: „Harte Zeiten für die Pharmakonzerne“. Der Grund: Jahrzehntelange erprobte Werbestrategien für rezeptpflichtige Medikamente – eine Einladung an Ärzte zu einem Luxuswochenende in der Schweiz oder das Beschenken besuchter niedergelassener Mediziner mit DVD- Player oder iPod – bringen nicht mehr die gewohnten Umsatzsteigerungen. Skandale und Gerichtsverhandlungen mit Verurteilungen von Ärzten wegen Vorteilsnahme haben das Werbeklima deutlich abkühlen lassen.Doch die Marketingrecherchen der Pharmahersteller fanden bald eine deutlich bessere Möglichkeit; unter bewusster Umgehung des EU- weitem Werbeverbots für rezeptpflichtige Arzneien werden die realen und vermutlichen Kranken direkt angesprochen. Das Buch Patient im Visier der sehr exakt recherchierenden Journalisten Caroline Walter und Alexander Kobylinski beschreibt detailliert, mit welchen Methoden die Pharmaindustrie unter geschicktem Einsatz der Neuen Medien Kranke manipuliert und Umsätze steigert. (mehr …)