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Artikel der Kategorie ‘Kunst und Kultur’

HOPE FOR CHANGES – die 7. Triennale der Photographie in Hamburg hat begonnen

Juni 11, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Gastartikel, Gesellschaft, Hamburg im Fokus, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für HOPE FOR CHANGES – die 7. Triennale der Photographie in Hamburg hat begonnen

Text: Ele Runge und Maren Schönfeld
Fotos: Ele Runge

Wie lange können wir noch so weitermachen wie bisher? Für Krzysztof Candrowicz, Kurator der 7. Triennale der Photographie 2018 in Hamburg, ist dies eine der zentralen Fragen, vor der die Welt heute steht. Eine Frage, die auch für das Thema der Triennale  BREAKING POINT – SEARCHING FOR CHANGE einen Antrieb bildet. Und so haben sich in dem kollaborativen Projekt, das drei Jahre lang vorbereitet wurde, 90 verschiedene Kunstorte zusammengefunden, um 25 000 fotografische Arbeiten von 320 Künstlern zu zeigen, die sich alle mit der Frage beschäftigt haben, wo Veränderungen angesetzt und in Bewegung gesetzt werden können. Die Photographie sei dabei auch eine Möglichkeit Themen zu übermitteln, die sich verbal nur schwer ausdrücken lassen, sagt Krzysztof Candrowicz.

PHOBOS EX MACHINA

In diese Kategorie gehören sicherlich die beiden polnischen Künstler Ewa Ciechanowska und Artur Urbanski, die ihre Installation PHOBOS EX MACHINA in einem der Schiffscontainer ausstellen, die rund um die Hamburger Deichtorhallen zu finden sind. Sie zeigen Videos von Bäumen, die bei Stürmen entwurzelt werden. Auf dramatische Weise heben sich in langsamem Tempo Asphalt und Erdreich, die großen Bäume fallen … auf Häuser, Autos, Menschen, die vielleicht gerade so der Gewalt entkommen können. Daneben können die Besucher anhand von Statistiken nachlesen, wie viele Menschen pro Jahr von umfallenden Bäumen verletzt oder sogar erschlagen werden. Am Stellvertreterbeispiel der ‚Bedrohung durch fallende Bäume‘ werfen die Künstler die Frage auf, wie stark wir durch die Medien manipuliert werden, indem diese bestimmte Ängste schüren und die Menschen dadurch in eine gewünschte Richtung lenken. Wie würde sich unsere Wahrnehmung ändern, so fragen die beiden Künstler, wenn Bäume, denen die Bevölkerung bislang kaum ängstlich gegenüber steht, uns künftig zunehmend als massive Gefahrenquelle präsentiert würden?

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Art&Cake heute eröffnet

Juni 09, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches, Lyrik, Musik, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Art&Cake heute eröffnet

Text und Fotos: Maren Schönfeld

„Hüllen“ von Katharina Holstein-Sturm (Installation)

Die Pop-up-Galerie Art&Cake öffnete heute mit der Vernissage zur Ausstellung „Hüllen“ von Katharina Holstein-Sturm. Sie zeigt fragile MenschenSkulpturen aus Papier. Umringt werden sie von zarten Tuschezeichnungen aus Schellack. Körper, Stärke und Verletzlichkeit sind das Thema ihrer ungewöhnlichen und sehr berührenden Installation. Der kleine Ausstellungsraum wird für vier Monate von verschiedenen Künstlerinnen, Autoren und Autorinnen, Musikerinnen und Musikern bespielt.

Die Ausstellungen wechseln alle drei Wochen und werden von unterschiedlichen Rahmenprogrammen begleitet. So sind Lesungen, Performances und musikalische Darbietungen zu hören. Kunst zu erleben und über sie zu sprechen, Kunstschaffende und -interessierte zusammenzuführen und nicht zuletzt den Menschen aus der Nachbarschaft zu begegnen sind die Ziele der Künstlerinnen.

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[HOME] Das Zuhause ist nicht selbstverständlich

Juni 01, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Ausstellungen, Kunst und Kultur, Pressemitteilungen, Service und Tipps Kommentare deaktiviert für [HOME] Das Zuhause ist nicht selbstverständlich

Jorge Taboada Escobedo aus der Serie alta densidad

Eine Gruppenausstellung im öffentlichen Raum im Rahmen der 7. Triennale der Photographie unter dem Titel „Breaking Point. Searching for Change“ in Zusammenarbeit mit dem Altonaer Museum 8. Juni bis 26. August 2018

Gruppenausstellung [HOME] setzt sich auf kritische Weise mit dem Ort und dem Gefühl des „Zuhauseseins“ auseinander. Die gezeigten Arbeiten widmen sich neben alternativen Entwürfen zu unserer Normalvorstellung des Wohnens auch der zunehmenden Verdrängung, Verdichtung, Verteidigung und Zerstörung vieler Formen des Zuhauseseins.

Um den Themenkomplex einem breiten Publikum zugänglich zu machen, werden große Teile der Ausstellung im öffentlichen Raum – in eigens dafür angefertigten Pavillons – gezeigt. Weitere Arbeiten aus einem Fotoprojekt von Studierenden der HAW werden im Altonaer Museum präsentiert.

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Ungarn? Europa?

Mai 31, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Geschichte, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Politik, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Ungarn? Europa?

von Ferenc Horvath

Foto: Ferenc Horvath

Ungarn befindet sich geografisch gewiss in Europa.  Wenn man aber die heutige Presse hört, bekommt man irgendwie das Gefühl, als ob sich Ungarn irgendwo auf dem Mond befände und als ob die Ungarn ein wirklich seltsames, eigentlich fast außerirdisches  Volk wären. Genauso fühlen sich die Ungarn, wenn es um die Politik der EU geht. Die beiden Parteien scheinen einander nicht mehr verstehen zu können und verstanden zu werden. 

Diese Tatsache  macht das Leben für ungarisch Stämmige in Deutschland heutzutage seit einiger Zeit ganz schwer.  Sie fühlen sich ein wenig gebrandmarkt und wollen sich über das Thema lieber nicht austauschen.In diesem Fall nutzen aber nur ein ständiger Dialog, eine ständige Feinabstimmung und eine gegenseitige, aufeinander zugehende Aufklärung.

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Revolutionäres Potenzial

Mai 23, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Lifestyle, Politik, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Revolutionäres Potenzial

von Götz Egloff

Buchcover

Rezension zu Zana Ramadani: Die verschleierte Gefahr. Die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn der Deutschen. Europa-Verlag, Berlin, 2017

Politische Korrektheit ist zu einem Menetekel geworden. Einst als sprachbewusste Kategorie gestartet, hat sich der Begriff von Gegenständen und Sachverhalten abgelöst und rückverwandelt nun die Realität in bloße Sprachspiele. Wenn alles eingeebnet ist und gut Begründetes gleichrangig neben schlecht oder gar nicht Begründetem steht, ist alles gleichwertig. Kultur heißt aber auch, Unterscheidungen treffen zu können. Politische Korrektheit ist eben nicht wissenschaftliche, auch nicht epistemologische Korrektheit, sondern ein politischer Imperativ, den man teilen kann oder eben nicht. In der jetzigen Handhabung ist er brandgefährlich, nicht nur weil er gesellschaftliche Machtstrukturen verschleiert mitsamt Denunziation und Exkommunikation ihrer Gegner, sondern weil Bedeutungsfelder ausgeblendet werden, die latent bleiben, aber erspürt werden.

Zum Glück hat die ehemalige Femen-Aktivistin Zana Ramadani das begriffen und letztes Jahr ein Buch vorgelegt, das ihr – wie könnte es anders sein – einiges an Scherereien gebracht hat. Doch mutig genug, heiße deutsche Eisen anzufassen, konnte sie schon bei Femen ihr Engagement unter Beweis stellen, als sie im Jahr 2013 mit ihren Kolleginnen Heidi Klums Verkennungs-Wettbewerb, genannt ´GNTM´, bloßstellte. Im Nachgang zu der Aktion kam bei Femen-Aktivistin Hellen Langhorst ein seltsamer Rechtfertigungsdruck auf, den jene jedoch angemessen agierte: Femen kämpfe gegen Sexindustrie, Religion und Diktatur. ´Diktatur, wo?´ mochten manche fragen, ´in Nord-Korea?´ Oder vielleicht in unseren Köpfen? Nichts weniger als die allumfassende Diktatur des marktradikalen Neoliberalismus war kurzerhand Thema. So machten Femen einen gesellschaftlichen blinden Fleck mittels situativer Objektivierung sichtbar, und deren Bild-(Ver)störung bewirkte allerhand Unruhe, die im kurzatmigen medialen Raum gleichermaßen Wellen schlagen wie verhallen musste.

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“I Love You, You’re Perfect, Now Change – The New Play at the English Theatre of Hamburg

Mai 05, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Englisch, Freizeit und Hobby, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge, Theaterrezensionen Kommentare deaktiviert für “I Love You, You’re Perfect, Now Change – The New Play at the English Theatre of Hamburg

by Uta Buhr
Photos by Stefan Kock

Hey folks, listen to the wise words of Dr. William Masters

Ladies and Gentlemen, welcome to a hilarious Off-Broadway show, featuring four highly gifted actors! The best thing: in order to enjoy this outstanding comedy, you do not even have to fly to New York. Just buy ticket and make yourselves comfortable in one of the seats at the English Theatre of Hamburg. After the much talked about classic “The Picture of Dorian Gray” now a musical! Why not? The “regulars” – meaning those who have been loyal to the Mundsburg stage for many, many years – like diversity in the theatre’s choice: start with a drama, go on with a musical or a comedy and end up with a thriller.

By doing so, you attract people who like to go to plays.

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“I Love You, You’re Perfect, Now Change“ – die neue Premiere am English Theatre of Hamburg

Mai 05, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Englisch, Freizeit und Hobby, Gesellschaft, In anderen Sprachen, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge, Theaterrezensionen Kommentare deaktiviert für “I Love You, You’re Perfect, Now Change“ – die neue Premiere am English Theatre of Hamburg

von Uta Buhr
Fotos: Stefan Kock

Leute, hört auf die Ratschläge von Dr. William Masters

Um Kontrastprogramme war das Theater an der Mundsburg noch nie verlegen. Und das ist auch gut so. Auf Oscar Wildes Klassiker „Das Bildnis des Dorian Gray“ folgt nun nahtlos eine ausgeflippte Off-Broadway-Comedy, die es in jeder Hinsicht in sich hat. Nur vier singende und tanzende Schauspieler, zwei Frauen und zwei Männer, bestreiten dieses temporeiche Musical und übernehmen nacheinander eine Anzahl unterschiedlichster Rollen und Charaktere.

Genau genommen hat dieses revueartige Stück keine richtige Handlung. Hier reiht sich eine Sequenz an die nächste und erzählt in teilweise witziger oder melodramatischer Weise vom Leben und Wirken ganz normaler Menschen, von den Höhenflügen romantischer Liebe bis in die Niederungen von Alter und Einsamkeit. (mehr …)

“The Picture of Dorian Gray” – The New Play at the English Theatre of Hamburg

Februar 21, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Englisch, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches, Redaktionelle Beiträge, Theaterrezensionen Kommentare deaktiviert für “The Picture of Dorian Gray” – The New Play at the English Theatre of Hamburg

by Uta Buhr
Photos: Stefan Kock

You don’t look well on this portrait, Dorian

Standing ovation for this exceptional performance of Oscar Wilde’s Dorian Gray that just premiered at the TET. Paul Glaser and his “crew” consisting of four young actors won the hearts of the audience from the very beginning. If you expect a lavish Victorian interior with fancy objects and crystal chandeliers, you will be surprised to find a setting reduced to a staircase leading to an attic and a few pieces of furniture such as an ottoman and some chairs. You virtually feel and smell late Victorian London in all its different facets, including the fog, once called pea soup, that still in the early sixties of the last century was so compact that you only heard your neighbour’s step when he or she nearly touched you. Darkness and sombre music create an eerie atmosphere and remind you of Jack the Ripper who made Whitehall virtually a “no go area” at the time. Sure enough, dear spectator, the gloomy atmosphere makes the blood run cold in your veins.

The plot: Handsome and innocent Dorian Gray, an offspring of a wealthy English family, has his portrait made by a famous artist named Basil Hallward. During his sittings he meets the immoral aristocrat Lord Henry Wotton who is impressed by Dorian’s beauty. (mehr …)

Unbunt eindringlich

Februar 01, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Gesellschaft, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Unbunt eindringlich

Zur Ausstellung „18/I ihr habt es alle gewusst“ von Ele Runge im Berenberg-Gossler-Haus, Hamburg-Niendorf

von Maren Schönfeld
Fotos: Ele Runge

CARPETS, medusa, Fotofragmenteriung, 80 x 80 cm (Ele Runge)

Mit dem ersten Blick sieht das Auge grafische Formen, die wie Teppichmuster aussehen, allerdings fast nur in Schwarz, Grautönen und Weiß. Ich stehe zunächst weit entfernt. Deutlich und harmonisch erscheint mir das grafische Muster, oben und unten, rechts und links gespiegelt. Es strahlt eine Ordnung, Struktur und Symmetrie aus, die eine beruhigende Wirkung auf mich haben. Ich schaue diese Carpets, wie Ele Runge sie nennt, gern an. Dann trete ich näher und mit jedem Schritt vereinzelt der Blick die Elemente dieses Musters. Es sind keine grafischen Formen, sondern winzige organische: Menschen, gehend oder eng zusammen hockend, in Tücher gehüllt. Menschen, deren Gesichter resigniert sind. Menschen, die klagende Posen einnehmen, Menschen hinter Zäunen, Menschen auf der Flucht. Je tiefer ich in den Carpet eintauche, je dichter ich davorstehe, desto verstörender wirkt er. Trete ich zurück, verliert sich die Vereinzelung wieder, das Gebilde verwandelt sich erneut in eine grafisch strukturierte Fläche. Diese Symbolhaftigkeit empfinde ich sofort als stimmig: Die Masse des Leids berührt uns nicht, aber das einzelne Schicksal schon. Die vielen einzelnen Schicksale sind so eine große Masse, das sie uns überfordern. Wir nehmen sie als eine Art Abstraktion wahr. Bewegungen, Wanderungen finden statt, ohne dass wir sie beeinflussen können und egal, wie wir dazu stehen. Dort sind die Grenzen unserer auf Selbstoptimierung getrimmten Welt und dort ist auch der Rand unseres Suppentellers, über den hinauszuschauen Ele Runge uns auffordert. (mehr …)

Der Zahn war nicht immer hohl

Januar 24, 2018 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Deutschland, Geschichte, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Der Zahn war nicht immer hohl

Vor 127 Jahren wurde der Grundstein zum Altbau der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gelegt

von Manuel Ruoff

Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche gehört zu den Sehenswürdigkeiten West-Berlins. Außer der „Puderdose“ (Hauptbau) und dem „Lippenstift“ (Turm) gehört zu dem Ensemble auch der „hohle Zahn“. Im Gegensatz zu den Nachkriegsbauten des Architekten Egon Eiermann reicht die Geschichte von Franz Heinrich Schwechtens Altbau bis in die wilhelminische Zeit zurück.

Wilhelm II. hatte ein gestörtes Verhältnis zu seinen Eltern, der Mutter Victoria und dem von ihr stark beeinflussten Vater Friedrich III. Der liberale Fried­rich III. verhielt sich zwar loyal zu seinem Vater, aber er verfolgte eine andere politische Linie als der konservative Wilhelm I., was ihr Verhältnis belastete. Da verwundert es nicht, dass Wilhelm II. seinen Großvater mochte. Anfänglich mochte er auch dessen Kanzler Otto von Bismarck, aber das hatte sich über die Zeit so sehr geändert, dass er diesen 1890 zum Rücktritt drängte. Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass Wilhelm II. für seinen Großvater die Bezeichnung „Wilhelm der Große“ durchsetzen und ihn als Heros der neusten preußischen und deutschen Geschichte hervorheben wollte.

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