„Proof“ by David Auburn, the New Premiere at the English Theatre of Hamburg

My god, what shall I do without dad? / Mein Gott, wie soll es nur weitergehen ohne Dad?

Have you ever heard of David Auburn, one of the most productive American playwrights of our days? If not, it is high time you learn about his oeuvre. The audience of The English Theatre will greatly enjoy his drama “Proof” that won him not only the coveted Pulitzer Prize but also the Tony Award. This gripping play about a mathematical genius – or even two geniuses (one of them female) –  has proved an overwhelming success on the international theatre stages. A much acclaimed movie stars Gwyneth Paltrow and Anthony Hopkins in the leading parts.

Although Robert (Richard Ings) is dead he is haunting his daughter in her day dreams. While Catherine (Georgina Casbarra) is sitting on the porch of her home in Chicago on a sunny afternoon, Robert appears as a ghost in front of her. Why is she, a brilliant mathematician like himself, neglecting her scientific work? Has she become lazy bones? By no means. Since Catherine has been caring for her demented father for years, she has completely dropped out or her own mathematical studies. Now she worries about inheriting her father’s mental illness along with some of his talent.

Sisterly concern

When Catherine’s sister Claire (Katherine Bristow) learns about her father’s death, she leaves New York immediately to assist Catherine in organizing the funeral. Claire being completely matter of fact, thus the exact contrast of Catherine, does not lose time with grieving over the deceased. Why does Catherine not fly with her to New York and enjoy Big Apple with all its diverse pleasures? A complete change of scenery would do the younger sister a world of good. To Claire’s surprise Catherine denies her offer and insists on staying in Chicago.

A friend turns up

During Robert’s funeral service Hal (Peter Dewhurst)  turns up. He was one of Robert’s most gifted students who now feels entitled to go through his late master’s papers. Catherine falls in love with the young man and even spends the night with him. Next morning Catherine and Hal are enjoying a good breakfast while Claire is fighting a terrible hangover nausea. Wow – who on earth could ever have imagined such a faux pas committed by so fine and stylish a lady like Claire.

Heureka – a sensational find!

Meanwhile Hal is poring over Robert’s notes searching for some final note of brilliance left by his late professor. Finally he comes across a notebook that reveals a sensational result. Did Robert really crack an important mathematical proof! But, surprise, surprise, Catherine claims that this notebook contains her and not Robert’s work. Is she really the the one who finally “cracked the nut?”

Have a look, Catherine, this is the proof! / Sieh mal, Catherine, hier ist der Beweis. Eine Sensation!

Claire and Hal can’t believe that Catherine is the genius and not Robert as everybody else would have suggested. Claire even reveals her doubt about Catherine’s mental sanity. Catherine falls into  depression and cannot believe what her own sister is doing to her. However, Hal hands the notebook over to experts in his math department who will determine its authenticity. The result of their research shakes the academic world. It becomes clear that Catherine and not Robert has achieved the “unthinkable.”

Catherine is happy and thankful for Hal’s assistance and loyalty in her “case.” She plucks up courage again und decides to continue her studies. She will prove to the world that she can live her own independent life without being patronized by others.

Conclusion:  Persistence pays off.

According to David Auburn his play is not really about mathematics.  Critics claim that “Proof” is ostensibly about math, but it is merely a background of the exploration of the calculus of familial trust, love, grief and loyalty.” Others claim an underlying sexism. A female mathematical genius? Unthinkable in a world full of machos who think that only their sex is up to academic peak performances. The author, however, proves that genius is by no means a question of gender. Feminists will build him a monument for his courage to refute centuries-old prejudices.

A great evening at the ETH brimming with highly emotional and  funny moments, performed by four outstanding “thespians” under the direction of Clifford Dean.

Last but not least a homage for David Auburn by The New York Magazine: “When we think of great playwrights we think of Arthur Miller, Eugene O’Neill and Lillian Hellman. Welcome David Auburn to the club!”

Last performance of “Proof” on April 11, 2026, Tickets under phone number 040-227 70 89 or online under www.englishtheatre.de

Next premiere: “All New People” by Zach Braff on April 27, 2026

Photos: Stefan Kock

„Proof“ (Der Beweis) von David Auburn, die neue Premiere am ETH

My god, what shall I do without dad? / Mein Gott, wie soll es nur weitergehen ohne Dad?

Sind Mathematiker per se verpeilt oder gar verrückt? Diese Frage beschäftigt David Auburn in seinem Drama „Proof“, das dem amerikanischen Autor sowohl den begehrten Pulitzer Preis als auch einen Tony Award einbrachte. Das von vier Schauspielern getragene Stück spielt in Chicago um das Jahr 2000.

Die gerade 25 Jahre alt gewordene Catherine trauert um ihren Vater Robert, ein allseits bewundertes Genie auf dem Gebiet der Mathematik. Während sie die Vorbereitungen für seine Beerdigung trifft, erscheint ihr Roberts Geist auf der Veranda ihres Hauses mit einer Flasche Champagner, um mit ihr auf ihr neues Lebensjahr anzustoßen.

Robert wirft Catherine vor, ihre Forschungsarbeit vernachlässigt zu haben. Ist sie doch selbst eine brillante Mathematikerin, die ihr Talent nicht verschwenden sollte. Catherine zeigt sich zutiefst verstört. Die jahrelange aufopfernde Pflege, die sie ihrem dementen Vater angedeihen ließ, hat sie viel Kraft gekostet und ihr kaum Zeit für ihre wissenschaftliche Arbeit gelassen. Auch Freundschaften hat sie seinetwegen nicht pflegen können. Selbst ihre Schwester Claire ist ihr fremd geworden. Catherines größte Sorge aber gilt ihrer eigenen mentalen Gesundheit. Womöglich hat sie Roberts Geisteskrankheit geerbt. Wer weiß das schon…

Hal, ein ehemaliger Student und Bewunderer Roberts, macht sich währenddessen daran, den wissenschaftlichen Nachlass des Verblichenen zu ordnen.

Schwesterliche Fürsorge

Pünktlich zur Beisetzung des Familienpatriarchen reist Catherines  Schwester Claire aus New York an. Besorgt über den depressiven Zustand ihrer jüngeren Schwester, möchte sie Catherine mit sich nach Big Apple nehmen, wo sie schnell von ihrer Trauer um den Vater abgelenkt würde. Catherine lehnt ab und verweist auf Hal, der ihr zur Seite steht. Wer zum Teufel ist der? Die pragmatische Claire vermutet, dass dieser Hal nur in Catherines Fantasie existiert. Ist die kleine Schwester etwa gerade dabei, ihren Verstand zu verlieren wie ihr Vater? Immerhin hat sie vor kurzem sogar die Polizei alarmiert, als sie sich einbildete, dass jemand Roberts Notizen stehlen wollte. Wo soll das noch hinführen!

Eine Trauerfeier und ihre Folgen

Auf der Feier im Kreise der Freunde und Kollegen des Verblichenen kommen sich Catherine und der sympathische Hal näher, während die sonst so kontrollierte Claire sich sinnlos betrinkt und am nächsten Morgen völlig verkatert zum Frühstück erscheint. Dennoch konfrontiert sie Catherine mit der Forderung, das Elternhaus in Chicago zu verkaufen. Gehört ihr nach Roberts Tod doch die Hälfte der Immobilie, für deren Erhalt sie jahrelang aufgekommen ist und auch die Hypothek bezahlt hat. Catherine ist empört und argumentiert, sie habe ihre eigene akademische Laufbahn aufgegeben, um jahrelang ihren dementen Vater zu pflegen. Claire kontert, dies sei Catherine nicht gut bekommen. Wenn Catherine sarkastisch anmerkt, ihre Schwester wolle sie wohl in eine Klapsmühle verfrachten, bestreitet diese dies vehement: Aber, aber, davon kann doch keine Rede sein.

Have a look, Catherine, this is the proof! / Sieh mal, Catherine, hier ist der Beweis. Eine Sensation!

Catherine ist entschlossen, ihr abgebrochenes Studium an der Northwestern University wieder aufzunehmen. Hal zeigt sich beeindruckt von ihrer Entscheidung und fährt fort, Roberts umfangreiche Notizen zu sichten. Ganz unten im Fach des Schreibtisches macht er eine schier unglaubliche Entdeckung.  Eureka – ich hab’s gefunden!   Wusste Catherine etwas von dem Eintrag in Roberts Notizen, der aussieht wie ein mathematisches Theorem über Primzahlen, das Mathematiker von jeher zu beweisen versuchten, ohne jedoch einer Lösung näher gekommen zu sein?  Ein wahrer Geniestreich, der alle bereits vorhandenen Erkenntnisse auf den Kopf stellt. Als Catherine erklärt, sie und nicht Robert habe diesen Beweis erbracht und niedergeschrieben, will weder Hal noch Claire ihr Glauben schenken.

Catherine, das verkannte Genie

Nachdem sich die Wellen geglättet haben und Hal die angeblich von Robert verfassten Notizen noch einmal gründlich durchgegangen ist, kommt er zu der Erkenntnis, dass Catherine und nicht Robert die Urheberin dieses bahnbrechenden Lehrsatzes ist. Denn zu Roberts Lebzeiten existierten die neueren mathematischen Techniken noch gar nicht, mit denen er hätte bewiesen werden können. Trotz dieser Versicherung befürchtet Catherine, dass „etwas mit ihr nicht stimmt“. Aber Hal versichert ihr, dass die abgedroschene Formel „Genie gleich  Wahnsinn“ jeglicher Grundlage entbehrt.

Catherine wird ihr Studium wieder aufnehmen, in Zukunft eng mit Hal wissenschaftlich zusammenarbeiten und beweisen, dass sie in der Lage ist, ein unabhängiges produktives Leben zu führen.

Fazit: Jene, die konsequent ihr Ziele im Auge behalten, werden am Ende mit Erfolg belohnt.

„Proof“ beginnt behäbig ohne Spannungsbögen und plätschert  dahin, ohne dass der Zuschauer zunächst einen Einblick in das eigentliche Sujet gewinnt. Bald aber wird ersichtlich, welchen Sprengstoff das fast ödipale Vater-Tochter-Verhältnis zwischen Robert, einem international anerkannten Mathematiker, und der gerade 25-jährigen Catherine in sich birgt. Hing Catherine – selbst eine äußerst begabte Mathematikerin – während Roberts aktiver Zeit nicht wie eine Marionette an dem von ihrem Vater geführten Spielkreuz? Seit Robert in geistige Umnachtung verfiel, gab die Tochter ihr vielversprechendes Universitätsstudium auf, um sich ganz der Pflege ihres Vaters zu widmen. Regelmäßig erscheint dieser ihr jetzt als Geist, der sie rügt, ihre Studien vernachlässigt zu haben.

Catherines Schwester Claire, eine erfolgreiche New Yorker Währungsanalystin, ist aus ganz anderem Holz geschnitzt. Sie verfolgt ihre Karriere und beobachtet den geistigen Verfall ihres Erzeugers aus der Distanz. Wäre der Vater nicht besser an einem Ort aufgehoben, wo man sich professionell um ihn kümmert?

Zu den beiden ungleichen Schwestern gesellt sich Hal, ein ehemaliger  Student Roberts, dessen Aufgabe es ist, den geistigen Nachlass seines Lehrmeisters unter die Lupe zu nehmen. Und damit beginnt der wahre Plot dieses von Clifford Dean ebenso spannend wie intelligent inszenierten Stückes. Denn was Hal in Roberts zahlreichen Notizheften schließlich entdeckt, hat das Zeug, die wissenschaftliche Welt buchstäblich aus den Angeln zu heben.

Gehen wir gleich in medias res: Eureka! Der smarte Hal hat mit der untrüglichen Nase eines Trüffelschweins das mathematische Theorem über Primzahlen aus dem unübersichtlichen Haufen von Notizen herausgefischt, nach dem Mathematiker forschten, so lange es diese Spezies gibt. Allerdings stellt sich bald heraus, dass Catherine und nicht ihr Vater Robert für diesen Geniestreich verantwortlich zeichnet.

Doch nun passiert das, was manche als eine Art schlecht unter dem Deckel gehaltenen Sexismus empfinden. Wie kann es sein, dass eine Frau in dieser (immer noch) von Männern dominierten Welt der Wissenschaft zu einem derart bahnbrechenden Forschungsergebnis gelangen konnte! Während Claire vermutet, dass ihre Schwester ihrem verstorbenen Vater diesen späten Erfolg abspenstig machen will, glaubt Hal nach genauen Recherchen mit Fachleuten an Catherines Urheberschaft.

David Auburn, der Autor von „Proof“, betonte in einem Interview, es gehe in seinem Stück eigentlich gar nicht um Mathematik. Da müssen wir allerdings lebhaft widersprechen. Es geht sehr wohl um Mathematik, um Beweise und mathematische Aktivität. Viele Mathematiker sprechen gar von der „feinsten unwiderlegbaren“ Wissenschaft auf dem Planeten. Mathematik ist auch weder eine Geistes- noch eine Naturwissenschaft, sondern eine Strukturwissenschaft, die abstrakte Zusammenhänge, Muster und logische Strukturen untersucht, statt nur Zahlen zu berechnen. Noch Fragen?

Wieder einmal hat das English Theatre vier bemerkenswerte Schauspieler auf die Bretter des Hauses gebracht. Beeindruckend ist die Leistung Richard Ings als Robert. Er stellt den dementen Wissenschaftler mit einer Intensität dar, die an die Nieren geht. Catherine, gespielt von Georgina Casbarra, berührt mit ihrer Verletzlichkeit, während Katherine Bristow Claire die toughe Karrierefrau aus New York überzeugend gibt. Bleibt noch Peter Dewhurst als liebenswerter Hal, der am Ende alle Fäden in der Hand hält.

„Proof“ läuft bis zum 11. April 2026. Tickets unter der Telefonnummer 040-227 70 89 oder online unter www.englishtheatre.de

Nächste Premiere: „All New People” von Zach Braff am 27. April 2026

Fotos: Stefan Kock

„Murder by Misadventure“ by Edward Taylor

The New Premiere at the English Theatre of Hamburg.

Dear Spectator, rejoice, rejoice!

Welcome!

Welcome to the new theatre season which has just opened with a blockbuster written by one of Britain’s finest playwrights. Edward Taylor is a well-known author of brilliant stage productions that after being premiered in London’s Westend quickly find their way into the big cities in Europe and the United States. Just remember Taylor’s comedies “No Dinner for Sinners” or “Pardon me, Prime Minister,” which proved great box office hits.

Thank you, director Dean, for finally producing Edward Taylor`s masterpiece “Murder by Misadventure” on the Mundsburg stage. This highly amusing crime comedy was first produced in London in 1992 and enjoyed a long run on one of the Westend stages before being presented to the aficionados of the English Theatre. Better late than never.

Welcome to a murder committed by sheer “misadventure.” Off we go.

Partners in Crime in splendid isolation

I don’t know what to say / Da bin ich ratlos

We meet Harold Kent (Johnny Magnanti) and Paul Riggs (Richard Ings), in Harold’s luxurious apartment overlooking the English Channel. Both men have been successfully writing for television for years. Their relationship seems quite harmonious – at least at first sight. Paul being the creative brain of the duo leaves the research and lesser work to his partner. Harold in turn uses Paul’s addiction to alcohol to his advantage. No doubt, there is tension in the air. At the moment Harold and Paul are concocting a new thriller for tv. When Harold wants to demonstrate how he intends to kill the victim in “Murder by Misadventure”, he puts a scarf around Paul’s neck. What about strangling the victim. Paul is not amused and so is Harold’s wife Emma (Joanne Hildon) who emerges from the kitchen. She is shocked and shouts at Harold to stop that nonsense.

The Art of Killing

Harold suggests that Paul profit from the Kents‘ six weeks’ holiday in the States and complete their common work by inventing the most thrilling moments in their screenplay. Before leaving he lets Paul know which kind of death he would prefer for the victim in the play. What about climbing a high mountain with the man, finding an isolated place and leaving him to himself during an icy night. Sure, the victim would not survive and nobody could blame the killer who disappeared without leaving any traces. A brilliant idea – what do you think?

The Art of Blackmail

Sure that you’ve never heard of Valerie Knight, Mrs. Kent / Was wissen Sie über Valerie Knight, Mrs. Kent?

After a while it dawns on Harold that he has greatly underestimated his partner who has an ace up his sleeve since he found out that Harold is involved in a financial scandal that would ruin him if it came out. Harold is completely in Paul’s hands. A letter in his possession proves Harold’s guilt. Blackmail is in the air. Wait and see.

Paul has accepted Harold’s generous offer to stay in his and Emma’s apartment for six weeks. He comes up to make himself at home on the tenth floor of the building.

Meanwhile Harold has been busy cleaning his pistol and saying secretly good bye to his young mistress on the telephone. Guess what he is planning…

Locking out a rival

While a taxi is waiting for the Kents Harold asks his partner in crime to join him on the balcony of his apartment. Paul is not only completely drunk but in addition sedated with sleeping pills that Emma had put into his whisky. He doesn’t even react when Harold pushes him against the railing, locks the door by key and pulls the curtains. Mission accomplished.

 Wonders will never seize

You’re blackmailing me, Paul. / Du bist ein übler Erpresser, Paul

Six weeks later Emma and Harold are back home. Emma dare not open the curtains for fear of finding a dead body on the balcony. When Harold later opens the door to the balcony he nearly collapses when realizing that there is no corpse on the floor. By god, the victim has disappeared. There is also no sign of a dead body lying on the rock below. Instead, a sea gull’s blood is dripping on the floor. It has obviously been killed by a big bird. Mysterious things happen in the apartment. Several objects have disappeared and are later found in drawers where they do not belong. Harold is sure that a “poltergeist” must have been here during their absence to frighten him and Emma.

An Inspector calls

To make matters even worse, an inspector calls and wants to know what has happened to Paul Riggs, the tv star writer. What do the Kents know about his disappearance. Inspector Egan (Ciaran Lonsdale), a tall policeman with excellent manners, jots down some notes after having told the couple that he has been informed about Harold’s involvement in a financial scandal. Did Mr. Riggs blackmail Harold? And did Mr. Kent shoot him out of revenge? By the way, where is his pistol? Gosh, also the weapon has disappeared. The “poltergeist” must have taken it away. Inspector. Egan has further bad news for Harold. A young woman named Valerie Knight has recently been found dead. Who killed Harold’s young mistress? The inspector has to admit that Mr. Kent is involved in a most mysterious case.

Truth or Fake – that’s the question

You can be sure that i’ll find the killer / Ich werde den Mörder schon finden

Arrogant cocksure Harold Kent is under pressure. While he ls trying to pull his neck of the noose, events happen rapidly. When Emma opens the door of a wardrobe, she discovers a riddled corpse. How shocking! But – oh wonder – Paul is not dead at all but fit as a sneaker and extremely aggressive at that. All he wants is revenge. And – surprise, surprise – Inspector Egan is by no means a policeman but an actor who adores camouflage. By the way, the part of Egan reminds us of the legendary Inspector Columbo. This American tv series starring the late Peter Falk was a blockbuster in the ninety-seventies of the last century. Unforgettable.

Have you been able to follow this rather intricate plot all the time, dear spectator? If so, you will certainly have an idea who of the two rivals will eventually emerge as the winner in this deadly duel. Harold or Paul – that’s the question. We are not going to tell you. Our lips are sealed. Just this much; the end of the play will shock you down to your bones, to say the least. Dear spectator, lean back and enjoy this nailbiting play. Have fun!

A great performance thanks to director Clifford Dean and his cast of four brilliant actors! A thrilling masterpiece entertaining the audience through the evening. In this plot nobody seems to be what he or she is pretending. Watch out, dear spectator, there are so many twists and turns in the play that you easily lose track. The ending is entirely unexpected. We call it suspense at its best. No doubt, a must see production! Were William Shakespeare still alive, he would certainly enjoy this gripping mystery thriller with these words: “ A faint cold fear thrills through my veins.”

Last performance of “Murder by Misadventure” on November 9, 2024

Tickets under phone number 040 – 227 70 89 or online under www.englishtheatre.de

Next premiere: “Jeeves & Wooster in Perfect Nonsense” by The Goodale Brothers, on November 25, 2024

„Murder by Misadventure“ von Edward Taylor

Die neue Premiere im English Theatre of Hamburg.

Hereinspaziert!

Endlich – die Theaterferien sind vorbei! Am 12. September eröffnete The English Theatre of Hamburg die neue Saison mit einem Straßenfeger aus der Feder des weit über die Grenzen Großbritanniens hinaus bekannten Autors Edward Taylor, der bereits mit Erfolgsstücken wie „No Dinner for Sinners“ and „Pardon me, Prime Minister“ Erfolge auf internationalen Bühnen feierte. Mit dem Thriller „Murder by Misadventure“ hat Taylor ein Meisterstück des Genres geschaffen, das die Nerven der Zuschauer auf eine harte Probe stellt und zwei Stunden lang für eine fast unerträgliche Spannung sorgt. Das Faszinierende an diesem „Mord durch Missgeschick“ ist die gekonnte Mischung aus hochdramatischen Spannungsbögen und tiefschwarzem Humor. Und wie gewohnt, stehen vier brillante handverlesene Mimen auf der Bühne. Große Klasse!

Partners in Crime

Bereits die erste Szene ist ein Schocker! Ein großer kräftiger Kerl, stürzt hinter einem Vorhang hervor und versucht einen wesentlich kleineren Mann mit einem Schal umzubringen. Ungläubiges Raunen im Zuschauerraum. Hörbare Erleichterung, als der Würger von seinem Opfer ablässt.

Wir befinden uns im obersten Stock einer Luxusimmobilie über dem Ärmelkanal, in dem zwei TV-Krimiautoren die Ideale Tötungsart des Opfers ihres neuesten Thrillers proben. Harold Kent und Paul Riggs arbeiten seit Jahren erfolgreich zusammen. Doch die zur Schau gestellte Harmonie täuscht. Von gleich berechtigter Partnerschaft kann keine Rede sein. Denn Paul ist der kreative Kopf des Duos, während Harold sich vornehmlich mit der Recherche beschäftigt und Pauls Ideen niederschreibt. Pauls massives Alkoholproblem nutzt Harold indes schamlos aus.

Ein Drehbuch für den neuen Fernsehthriller

Da bin ich ratlos

Harold und Paul planen ein neues Projekt. Wie wäre es mit einem Stück, in welchem ein Geschäftsmann seinen Partner aus dem Weg räumt, indem er ihm einen gemeinsamen Abenteuerurlaub im Gebirge vorschlägt. Nachdem beide einen hohen Berg erklommen haben, führt der Täter sein Opfer an einen unzugänglichen Ort, lässt es allein und wartet ab, bis es qualvoll an Unterkühlung stirbt. Ein genialer Plot, dessen Handlung Paul weiterspinnen soll, bis das Ehepaar Kent von einem sechswöchigen Urlaub in Amerika zurückkehrt. Paul ist mit dieser Regelung nicht einverstanden. Er fühlt sich von Harold vereinnahmt und spürt intuitiv, dass dieser in Kürze die Zusammenarbeit mit ihm aufzukündigen gedenkt.

Das Ass im Ärmel

Bald muss Harold einsehen, dass er seinem Buddy nicht über den Weg trauen kann. Paul ist nämlich einem schwerwiegenden Finanzskandal auf der Spur, in den Harold verwickelt ist. Kommt der ans Licht, steht der Staatsanwalt vor der Tür. Mit diesem Ass im Ärmel setzt Paul Harold unter Druck. Kommt dessen Schuld ans Licht, ist er für den Rest seines Lebens ruiniert. Zurzeit steht es eins zu null für Paul. Was also tun? Bevor das Ehepaar Kent seinen Urlaub in den Vereinigten Staaten antritt, reinigt Harold seinen Revolver und schließt ihn in seinen Schreibtisch ein. Als das Telefon klingelt, raunt er seiner heimlichen Geliebten ein zärtliches „Darling“ zu, legt aber den Hörer hastig auf, als Ehefrau Emma auf der Bildfläche erscheint.

Ein perfider Plan

Wie wird man einen unbequemen Menschen los? Ganz einfach. Man lädt ihn zu sich ein und bittet ihn, während seiner Abwesenheit in der Wohnung einzuhüten. Paul fällt prompt auf Harolds Trick herein und trinkt brav den mit einer gehörigen Dosis an Schlaftabletten versetzten Whisky aus. Harold führt den total sedierten Paul auf den Balkon, schließt dir Tür und zieht die Vorhänge zu. Fall erledigt.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Sechs Wochen später. Die Kents sind wieder im Land. Emma benötigt einen steifen Drink, bevor sie einen Blick auf den Balkon riskiert, auf dem sie zwar eine große Blutlache entdeckt, aber keine Leiche. Auch in der Tiefe gähnende Leere. Das Blut stammt eindeutig von einer Möwe, die von einem großen Seevogel getötet wurde. Wie konnte das Opfer entkommen? Die Balkontür war blockiert und niemand in der Nähe, der sie hätte öffnen können. Im Apartment geschehen indessen mysteriöse Dinge. Verschiedene Gegenstände sind nicht mehr an ihrem angestammten Platz, und verstörende Geräusche irritieren die Bewohner. Harold vermutet einen „Poltergeist“, der sich während Emmas und seiner Abwesenheit hier eingenistet hat.

Ein Inspektor meldet sich an

Was wissen Sie über Valerie Knight, Mrs. Kent?

Auch das noch. Die Polizei hat offenbar Wind vom Verschwinden des bekannten TV-Autors Paul Riggs bekommen. Ein großer schlanker Mann namens Inspektor Egan betritt die Wohnung und stellt dem Ehepaar Kent gezielt Fragen. Er macht sich Notizen, verabschiedet sich mehrmals höflich, besinnt sich dann aber auf weitere Fragen. Er weiß vieles über Harold, zum Beispiel, dass sein Partner Paul ihn wegen eines Betrugsdeliktes „drankriegen“ wollte. Harold wurde also von Paul erpresst. Hat er ihn deshalb erschossen? Dieser Verdacht erhärtet sich, als Harolds Pistole unauffindbar bleibt. Da er diese so sicher eingeschlossen hatte, musste auch hier ein „Poltergeist“ sein Unwesen getrieben und ihn verlegt haben, wie eine Reihe anderer Gegenstände.

Trau, schau wem

Wer steigt hier noch durch? Welchem der Protagonisten ist zu trauen? Was ist während der Abwesenheit der Kents in England passiert? Inspektor Egan taucht zu Harolds Ärger immer wieder auf und stellt Fragen über Fragen, die er nicht beantworten kann. Da ist auf einmal von einer jungen ermordeten Frau die Rede, die Harold nicht zu kennen vorgibt. Ist Valerie Knight, Harolds heimliche Geliebte, wirklich tot? Und wenn ja, wer brachte sie um?

Paukenschlag

Du bist ein übler Erpresser, Paul

Harold gerät zunehmend unter Druck. Während die Schlinge um seinen Hals sich immer enger zuzieht, überschlagen sich die Ereignisse. Als Emma einen Schrank öffnet, fällt ihr eine von zwei Kugeln getroffene Leiche entgegen. Doch – oh Wunder – Paul ist gar nicht tot, sondern quicklebendig und voller Rachegelüste. Zu allem Überfluss entpuppt sich der höfliche Inspektor Egan als falscher Polizist, der als gelernter Schauspieler in jede Rolle schlüpft und die Camouflage sichtlich genießt. Das Rätsel lautet: Wer zum Teufel hat die Tür zu Pauls eisigem Freiluftgefängnis geöffnet? Die spannendste Frage aber bleibt: Welcher von den beiden Rivalen wird als Sieger aus diesem tödlichen Duell hervorgehen? Finden Sie es selbst heraus, lieber Zuschauer. Lehnen Sie sich in ihrem Theatersessel entspannt zurück und genießen Sie diesen außergewöhnlich fesselnden Thriller in vollen Zügen. Viel Vergnügen!

Ich werde den Mörder schon finden

Edward Taylor erweist sich mit diesem temporeichen Kammerspiel als Meister des Psychothrillers. Er spinnt ein feines Netz aus Lügen und Intrigen, aus dem es kein Entrinnen gibt. Nichts ist, wie es scheint. Wer kann wem trauen? Ist Emma Kent, Harolds Ehefrau (Joanne Hildon) wirklich das brave Heimchen am Herd, das jedem Gast freudig Tee und Kaffee serviert? Im Laufe der Handlung entpuppt sie sich zusehends als Intrigantin, die von der Affäre ihres Ehemanns seit langem wusste, ohne darüber zu reden. Stille Wasser sind tief. Auch der arrogante Harold (glänzend verkörpert von Johnny Magnanti) ist bei Weitem nicht so clever, wie er eingangs erscheint. Seiner Überlegenheit über den Rest der Welt allzu sicher, bemerkt er gar nicht, dass die von ihm Unterschätzten bereits ein Spinnennetz um ihn herum gewoben haben, aus dem er sich nicht befreien kann. Hochmut kommt vor dem Fall. Paul ( Richard Ings) ist seinem Kontrahenten Harold auf die Spur gekommen und führt ihn jetzt aufs Glatteis. Einer wie er lässt sich nicht einfach ausbooten, ohne mit gleicher Münze heimzuzahlen. Denn Merke: Rache ist süß und wird am besten kalt genossen. Bleibt noch die Doppelrolle des vermeintlichen Inspektors Egan, wunderbar schlitzohrig gespielt von Ciaran Lonsdale, der sich im Handumdrehen vom seriösen Krawattenträger aus dem Hause Scotland Yard in einen jungen Mann in Turnschuhen mit Baseballkappe verwandelt. Dieser Part erinnert lebhaft an Inspektor Columbo aus der legendären US-Serie gleichen Namens mit Peter Falk in der Hauptrolle.

Dieser 12. September bescherte den Zuschauern der Mundsburger Bühne einen fulminanten Theaterabend. Das war Spannung pur, gewürzt mit einer gehörigen Prise schwarzen Humors. Very British, indeed.

„Murder by Misadventure“ läuft bis einschließlich 9. November 2024

Tickets unter der Telefonnummer 040 – 227 70 89 oder online unter www.englishtheatre.de

Nächste Premiere „Jeeves & Wooster in Perfect Nonsense“ von den Goodale Brothers, am 25. November 2024