Landung in Tegucigalpa

Von Ferenc Horvárth

Was für ein Gefühl, im Februar aus dem kalten Deutschland über Panama nach Honduras zu fliegen? Einfach wunderbar!

Gelandet

Weiße Wolkenberge überall, als das Flugzeug sich auf die Landung vorbereitet. Jetzt rücken  die grün bewaldeten Vulkankegel in unser Blickfeld. Da wird einem schon ein wenig schwindelig. Aber was ist dem Anflug auf den Flughafen von Tegucigalpa vergleichbar?  Manche würden spontan sagen, das Aufregendste, das man erleben kann, sei der Sinkflug über St. Martin oder Kai-tak, dem alten Flughafen von Hongkong. Alles toll. Aber wer einen richtigen Adrenalinstoß erleben will, landet hier in Honduras. Continue reading „Landung in Tegucigalpa“

„BGZ“ Hamburg Neugraben. Motor für Kultur nimmt Fahrt auf

erschienen am 21. Juni 2012 im Hamburger Abendblatt

Von Johanna R. Wöhlke

Das größte Quartierszentrum dieser Art in Hamburg wurde im Februar von Bürgermeister Olaf Scholz eröffnet. Die Eröffnungsfeier des Kulturhauses Süderelbe im neuen „BGZ“ ist Gegenstand des folgenden Artikels. Zum Schluss abgedruckt die Rede des Ersten Bürgermeisters zur Eröffnung am 29. Februar 2012.

 

Fröhliche Einweihung

Offiziell trägt es den langen Namen „Bildungs- und Gemeinschaftszentrum Neuwiedenthal/Neugraben-Fischbek“, kurz BGZ, und eingeweiht wurde es am 29. Februar dieses Jahres.  Neben anderen Nutzern hat auch das Kulturhaus Süderelbe hier seine neue Heimat gefunden. Es zog von dem ruhigen Waldgrundstück am Ehestorfer Heuweg in die verkehrsgünstige Lage direkt an der S-Bahn Neugraben – gemeinsam mit der HNT und seinem Fithus, der integrativen Continue reading „„BGZ“ Hamburg Neugraben. Motor für Kultur nimmt Fahrt auf“

Entzauberter Ehemann

Diese Glosse erschien am 20. Juni im Hamburger Abendblatt

Von Uta Buhr

Rita hatte gestern Geburtstag. Über ihr Alter schweigt sie sich aus. Nur soviel verrät sie: „Ich bin jenseits der Lottozahlen. Noch weitere Fragen?“ Der Umtrunk auf ihrer herrlichen  Terrasse, die an einen der hängenden Gärten der legendären Königin Semiramis aus dem Zweistromland erinnert, verlief sehr heiter. Continue reading „Entzauberter Ehemann“

Zur Psychotherapie bei Bulimie

von Götz Egloff

Für Psychoanalytiker und Psychotherapeuten für Essstörungen in Heidelberg, Mannheim und Göttingen stellt eine mehrjährige Studie zur Bulimia nervosa ein spannendes Unterfangen dar, das im Idealfall Patientinnen von einer schweren Störung befreit – oder zumindest Linderung verschafft – und noch dazu weiteren Aufschluss über Entstehung, Aufrechterhaltung und Therapie dieser Symptomatik gibt. Nach langjährigen Therapien, ebenso langjähriger Datenerhebung  und -auswertung werden nun erste Ergebnisse des „Forschungsprojekts zur Bulimia nervosa bei jugendlichen Mädchen und jungen Frauen“ vorgestellt, das an den Universitätskliniken Heidelberg und Göttingen von 2007 bis 2010 unter der Leitung von Günter Reich, Professor für Psychosomatik der Essstörungen in Göttingen, durchgeführt wurde. Continue reading „Zur Psychotherapie bei Bulimie“

Zwietracht in der Koalition

Erschienen in der Preußischen Allgemeinen Zeitung

Von Manuela Rosenthal-Kappi

Gerüchte um Zerfall des Regierungsbündnisses:  »Phantomdiskussion« oder bald Realität?

Streit ums Betreuungsgeld und um die Zusatzrente für Geringverdiener, Diskussionen um die Pendlerpauschale: Minister des Regierungskabinetts bekämpfen sich gegenseitig, anstatt an einem Strang zu ziehen. Allen voran verfolgt Norbert Röttgen, Umweltminister und Kandidat der CDU fürs Ministerpräsidentenamt in Nordrhein-Westfalen, einen Destruktionskurs.

Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) und Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) befinden sich im Dauerkrieg, Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) ist gegen flächendeckende Mindestlöhne, während Sozialministerin Ursula von der Leyen (CDU) sie vehement fordert. Familienministerin Kristina Schröder (CDU) ist eigentlich gegen das Betreuungsgeld, beugt sich aber der Koalitionsdisziplin. „Solange Continue reading „Zwietracht in der Koalition“

»Lützows wilde, verwegene Jagd«

erschienen in der Preußischen Allgemeinen Zeitung

Von Dr. Manuel Ruoff

Vor 230 Jahren kam der Kommandeur des von Theodor Körner besungenen Freikorps zur Welt

Die Bedeutung des Lützowschen Freikorps für die deutsche Nationalbewegung lag weniger in militärischen Erfolgen als vielmehr darin, dass hier Patrioten aus fast allen Teilen Deutschlands freiwillig und ohne Aussicht auf materielle Vorteile in preußische Dienste traten, um gemeinsam hinter den Linie des Feindes den gefährlichen, verlustreichen „kleinen Krieg“ gegen die napoleonische Fremdherrschaft aufzunehmen. Ihr Namensgeber und Kommandant war ein Freiherr von nur durchschnittlicher militärischer Begabung, aber dafür mit Mut und Ausstrahlung: Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow. Continue reading „»Lützows wilde, verwegene Jagd«“

HÖVi-Land in Köln – ein Land für Kinder!

Von Michael Buschow und Gisela Schmitz

Wenn nicht jetzt, wann dann?

Kinderarmut: Geht uns das etwas an?

Da gibt es einen Katholischen Pfarrer in Köln, genauer gesagt in den sozial schwierigen Stadtteilen Höhenberg und Vingst, der schon vor Jahren neben vielen anderen Projekten das HöVi-Land ins Leben gerufen hat. Dieser Pastor Franz Meurer, eine Art Mittelding zwischen Pater Braun und Don Camillo agiert unkonventionell, manchmal mit dem zarten Charme einer gotischen Säule des Kölner Doms und hat sich besonders die Hilfe für Kinder auf seine Fahnen geschrieben. Continue reading „HÖVi-Land in Köln – ein Land für Kinder!“

Geschichte im H0-Format

Erschienen in der Preußischen Allgemeinen Zeitung

Von Dr. Manuel Ruoff

Das Miniatur Wunderland Hamburg und die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg haben eine Sonderausstellung mit dem Titel „Die Geschichte unserer Zivilisation“ erstellt. In acht Dioramen, sprich Modellen, wird die Entwicklung einer idealtypischen fiktiven mitteldeutschen Stadt von der Jungstein- bis zur NS-Zeit dargestellt. Historisch beraten von der Landeszentrale mit der Historikerin Sabine Bamberger-Stemmann an der Spitze, erstellte ein Mitarbeiterteam von Miniatur Wunderland die Modelle. Dieses geschah mit der Detailverliebtheit, die das gesamte Continue reading „Geschichte im H0-Format“

Unter welchem Stern?

 Von René Simon

Randbemerkungen zum Thema Fußball

Vor einigen Tagen begann die Fußball Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine. Das Vorfeld scheint vergessen: Hundemord, eine inhaftierte ukrainische Oppositionsführerin und daraus resultierender angedrohter politischer EM Boykott! Jetzt nehmen die Leute die Fahnen dieser beiden Länder in die Hand und zeigen Europa, was es sehen soll. Der Fußball als Heilsbringer im modernen Europa. Gespannt darf man auf die Begegnung “Deutschland“ gegen „Griechenland” sein, denn dann haben sich, trotz Krise, alle wieder lieb. Also auf eine frohe Europameisterschaft und in der Hoffnung auf eine europäische Zukunft.

 

Hilfe bei Magersucht

Von Götz Egloff

Rezension zum Buch „Mehr vom Leben – Wege aus der Anorexie“ von Georg Eifert und Alix Timko, Beltz, Weinheim, 2012

Mehr vom Leben

Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und Familientherapie stellen in der Behandlung der Magersucht die Mittel der Wahl dar. Motivierte Patientinnen haben hier die Chance, ihre Symptomatik zu verlieren oder deutlich zu lindern. Doch woher die Motivation nehmen, wenn man jede Nahrungsaufnahme fürchtet, da sie die subjektive Traumfigur in weite Ferne rücken lässt? Eine übertriebene Kontrolle über Nahrungsaufnahme und Körperform stellt meist ein verschobenes Kontrollbedürfnis über das eigene Leben dar, hat also mit Autonomie, Eigensinn und dem tiefen Bedürfnis nach Identität zu tun. Diese alte Einsicht der psychoanalytischen Theorie konzeptualisieren die Autoren Eifert und Timko nach der Acceptance- und Commitment-Devise in diesem Selbsthilfebuch. Keine Frage, dass eben dieser Ansatz für jede Therapie sehr wichtig ist. Mittels durchaus gelungener Übungen wie Denkvorschlägen, Atemübungen, Umdeutungen und einigem mehr sollen Menschen mit Anorexia Continue reading „Hilfe bei Magersucht“

Die Welt – ein Haifischbecken?

Von Hans-Peter Kurr

Die Welt ein Haifischbecken?

 Notizen zur „Mahagonny“-Inszenierung im Forum der Hochschule für Musik und Theater

Die Welt ist ein Haifischbecken. Diese brutale Halbwahrheit hört man leider allenthalben, wo es gilt, die Sinnfälligkeit des „Schulungsplaneten“ Erde oberflächlich in Frage zu stellen. Und da die Zahl der Haifische – metaphorisch gesprochen – sich seit den 20er Jahren, in denen Bertolt Brecht und Kurt Weill ihre Oper „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ schufen, offensichtlich beträchtlich vermehrt hat, ziert ein Gruppenbild dieser niedlichen Geschöpfe den Rücksetzer der Bühne des Forums der „Hochschule für Musik und Theater“, aus deren Studentenschaft sich ein Ensemble rekrutieren ließ, das hohe Achtung verdient. Continue reading „Die Welt – ein Haifischbecken?“

Die vertrackte 19. Stunde

erschienen in: GODOT. Das Hamburger Theatermagazin

Von Hans-Peter Kurr

„Stör ich?“ im Monsun Theater

In der Stunde, in der die ersten  Schatten das Ende des Tages ankün­digen, fragen wir uns unwill­kür­lich nach dem Sinn des Lebens oder wir spüren eine selt­same, unbe­stimmte, schmerz­liche Empfin­dung, wie den Hauch eines Todes­flü­gels, der uns streift. Neuro­pa­tho­logen spre­chen in diesem Zusam­men­hang von der „Neunzehnuhr-Angst“.

Meine Neunzehnuhr-Angst in nunmehr über 40 Thea­ter­jahren als Regis­seur, Drama­turg und Schau­spieler war Wider­wille, Abscheu, macht­lose Aufleh­nung, als verlöre ange­sichts des „fins­teren und dummen Abgrunds“, wie Montaigne diesen Zustand nennt, meine gesamte künst­le­ri­sche Arbeit ihren Wert ange­sichts der im öffent­li­chen Bewusst­sein –  und vor allem in demje­nigen der soge­nannten „öffent­li­chen Hände“ – konti­nu­ier­lich absin­kenden Achtung der gesell­schafts­po­li­tisch so wich­tigen kultu­rellen Continue reading „Die vertrackte 19. Stunde“

Humorvoller Horror an Hamburgs Hauptbahnhof

Von Hans-Peter Kurr

Tanja Bahmani, Oskar Ketelhut, Silke Muriel Fischer, Sandra Keck

 Ohnsorg-Theater zeigt Erfolgs-Musical „De lütte Horrorladen“

Das in der Regel dem heimatlichen Platt hingebungsvoll lauschende Publikum geriet beim Besuch mehrerer ‚Previews’ und der Premiere der neuesten Ohnsorg-Produktion schier aus dem Häuschen : Eines der international erfolgreichsten Musicals steht, selbstverständlich ‚op platt’ , bis zum 8.Juli 2012 auf dem Programm:

Alan Menken’s und Howard Ashman’s „Little Shop of Horrors“ in der von Anatol Preissler, der auch einfühlsam inszeniert hat,  eingerichteten Fassung, für die die in dieser Kunst so bewanderten Hartmut Cyriacks und Peter Nissen den mundartlichen Text schufen. Continue reading „Humorvoller Horror an Hamburgs Hauptbahnhof“

Paare auf Reisen

Erschienen im Hamburger Abendblatt

Eine Glosse von Lilo Hoffmann

Frisch verliebte Paare sind sich selbst genug. Anders sieht es bei Paaren aus, die sich schon seit Jahren kennen. Sie suchen eher die Geselligkeit und haben nichts dagegen, mit anderen Paaren etwas zu unternehmen – das gilt umso mehr, wenn sie sich auf einer Reise befinden.  So erging es auch uns. Auf vielen Reisen hatten wir die unterschiedlichsten Paare kennengelernt und dabei unsere Erfahrungen gemacht. Seitdem stufen wir Urlaubsbekanntschaften in drei Grundtypen ein. Typ ein, so stellten wir fest, gibt sich zunächst sehr unterhaltsam, kommt zu den vorgeschlagenen Exkursionen, entpuppt sich aber bei näherer Betrachtung als äußerst langweilig. Continue reading „Paare auf Reisen“

Anna Bardi

Von Anna Bardi haben wir Abschied nehmen müssen. Sie ist verstorben. Hinweise und Artikel unserer ehemaligen Mitglieder behalten und bewahren wir als Erinnerung an sie auf unserer Seite bei.

Theatergruppe GODOT gastierte im Theater N. N.

 Von Hans-Peter Kurr

Tschechow – verschlüsselt

„Man muß nicht jede einzelne Scherbe verstehen“, empfiehlt der Autor und Regisseur der Collage mit dem zumindest originellen Titel „Tschechow Scherben“, die jetzt als mehrtägiges Gastspiel der „Theatergruppe GODOT“ in Dieter Seidels „Theater N.N.“ zu bestaunen war. Verblüffenderweise soll die ( nicht eindeutig erkennbare ) Handlung auf der „Bühne eines Provinztheaters“ spielen, entnimmt der Besucher dem Begleitzettel. Aber diese Irritation verliert an Wichtigkeit angesichts des geschickt zusammengefügten Konglomerates aus Zitaten und Briefen ( stets im Zusammenhang mit Tschechows Frau, der Schauspielerin Olga Kipper), die Wladimir Tarasjanz geschrieben und mit drei  Jung-Schauspielern inszeniert hat. Continue reading „Theatergruppe GODOT gastierte im Theater N. N.“

Zum ersten Mal in Hamburg gezeigt: Wyrpypajews „Sauerstoff“

 Von Hans-Peter Kurr

(mit einem Begleittext der Schauspielerin Katharina Herzberg von Rauch)

Der Schüler aus der Schukin-Schule

Spannende und ereignisreiche Abende waren das in der Thalia-Dependance an der Gaußstrasse, an denen dort die Ergebnisse des „Studentenprojekts III Regie Schauspiel“ der hamburgischen Theaterakademie in der Gastgeberschaft des rührigen Thalia-Theaters gezeigt wurden. Eine von den insgesamt sechs gezeigten Produktionen soll hier und heute herausgegriffen und aus der Sicht zweier Generationen beschrieben werden. Deshalb berichten der Regisseur Hans-Peter Kurr (74) und die Schauspielerin  Katharina Herzberg von Rauch (24).

Hans-Peter Kurr

Der sibirisch-stämmige Autor Iwan Wyrypajew ( 38 )  ist in seiner Erst-Funktion Schauspieler, den diese Tätigkeit allerdings so wenig befriedigte, dass er an der Continue reading „Zum ersten Mal in Hamburg gezeigt: Wyrpypajews „Sauerstoff““