Ikone des Sports

Von Dr. László Kova

Papp LaciMit dem Boxer László Papp ist einer der berühmtesten Sportler Ungarns im Alter von 77 Jahren in Budapest gestorben. Papp gewann 1948, 1952 und 1956 olympisches Gold und war 1957 der erste Ostblock-Sportler, der in das Profilager wechseln durfte. Als Berufsboxer wurde er 1962 Europameister im Mittelgewicht. Die ungarische Regierung verbot ihm danach einen Kampf um die Weltmeisterschaft in den USA.

1989 ernannte ihn die Box-Organisation WBC zum Ehren-Weltmeister und erhob ihn zwei Jahre später zum weltbesten Amateur- und Profiboxer im Mittelgewicht aller Zeiten. Deutschlands Box-Legende Max Schmeling nannte Papp den „größten Gentleman-Boxer überhaupt“.

Nach 1965 coachte Papp die ungarischen Box-Olympiateams und eröffnete noch in den frühen 90er Jahren eine Box-Schule.

Baden im Sommer und Winter in der ungarischen Puszta

Postvulkanische Thermal- und Heilbäder in der südlichen Tiefebene Ungarn
Von Dr. László Kova
„In der Puszta kann man nur reiten“, schiebt ein Deutscher dazwischen, während ich übers herrliche Baden in Thermal- und Heilbädern in der ungarischen Puszta spreche. Ich widerlege es, indem ich meine neuzeitlichen Erfahrungen darlege, die ich persönlich in Szeged, Gyula, Orosháza-Gyopárosfürdő und Mórahalom erfahren habe.
Opusztaszer Reiter Ópusztaszer war eine kultische Stelle der alten Magyaren zur Zeit der Landnahme (895 n.Chr.). Hier zeigen zwei Reiter das Können ihrer Pferde. In der Tiefebene gibt es Zuchtstationen für edle Pferde und auch Reiterschulen für jedermann.

Was ist eigentlich eine Puszta?, fragt mich ein Teilnehmer aus der deutschen Touristengruppe, die Ungarn außerhalb Budapest kennen lernen wollte. Sie ist sinngemäß Einöde, bzw. Weideland mit spärlicher Vegetation. Die Landschaft ist nichts anderes als baumarme Steppe auf Sandboden mit hohem Grundwasserspiegel bei stark kontinentalem Klima. Continue reading „Baden im Sommer und Winter in der ungarischen Puszta“

Balatonüberquerung

Schwimmen zum rettenden Ufer

Von Dr. László Kova

Aktualisierende Bemerkungen: Diese schriftliche Aufzeichnung der Balatonüberquerung erfolgte im Jahre 2003. Dennoch ist sie aktuell, weil sie einen Prozess, einen persönlich besonders hochwertigen Vorgang der Selbstüberwindung beschreibt, in der man eine Zielsetzung durch kraftraubenden Einsatz realisiert. Jeder ähnliche Versuch bringt eine neue Selbsterfahrung und ein Erlebnis mit sich, das in jeder Zeit und in jedem Alter von äußerst wichtiger Bedeutung ist. Im persönlichen „Kampf“, in dem man das Unerreichbare zu erreichen versucht, liegt die permanente Hoffnung eines Menschen, die einem das Selbstvertrauen und das psychische, physische und mentale Potenzial stärkt, was man für immer und ewig zu pflegen benötigt. Irgendwo las ich in meinen jüngeren Jahren einen Satz, den ich nie vergaß und den mir meine Eltern – wahrscheinlich nicht bewusst – lebenslang vorlebten: Nur dann passierten große Ereignisse, wenn die Waghalsigen richtig mutig waren. Vielleicht wurde ich auch von diesen Prämissen getrieben, als ich meine Schwimmzeit 2004 im Vergleich zum Vorjahr verbessern konnte. Continue reading „Balatonüberquerung“

Unter dem Himmel der malerischen Toskana

Von Dr. László Kova

Toskana ist Romantik, hügelige Landschaft, blauer Himmel, Wein, weite Wiesen, Zypressen, Pinien, Kultur: Boccaccio, Botticelli, Dante, Galilei, Leonardo, Machiavelli, Michelangelo, Petrarca, Puccini und noch mehr.

Von Hamburg aus landeten wir eines Nachmittags im September in Pisa. In der Nachmittagshitze fuhr ich mit meiner Frau zu der Festungsstadt Lucca weiter. Den 40 kg Koffer auf einem Wägelchen schleppend, denn wir wollten alles sportlich machen,  gingen wir zu unserem im Internet gebuchten Bed & Breackfest Hotel. Auch bei Abenddämmerung ist die Altstadt faszinierend, aus allen Ecken hörte man lautes Wortwechseln, wie man es dort nach dem Sonnenuntergang tut. Während unseres dreitägigen Aufenthalts konnten wir die Stadt gut entdecken, wir bewunderten die baulichen Errungenschaften der Florentiner Renaissance des bedeutenden Baumeisters Matteo Civitali (1436-1501), hörten in einem Konzert einige Kompositionen von dem grandiose Luigi Boccherini (1743-1805). Der „Teufelsgeiger“  Nicolò Paganini (1782-1840) machte die Stadt ebenso berühmt wie später Giacomo Puccini (1858-1924), dessen Museum leider wegen Renovierung geschlossen war.

Giacomo Puccini ist einer der berühmten Söhne der Stadt Lucca. Seine Melodien werden von Milano über Tokyo bis New York überall in der Welt gespielt. Continue reading „Unter dem Himmel der malerischen Toskana“

Der Charme Westungarns

Urlaub und Kur am Balaton
Die Plattenseeregion bietet Berglandschaft, Binnensee und sandiges Flachland in einem.

Von Dr. László Lova
„Man nehme das Flugzeug in Berlin und lande in Sármellék am Balaton-Airport“. Das Angebot nahmen wir an. Nach einem angenehmen Flug von einer Stunde und fünfundzwanzig Minuten waren wir am Zielort. Schon am Flughafen wurde uns die berühmte ungarische Gastfreundschaft zuteil. Wir verließen den Airport, wo uns eine zauberhafte Landschaft empfing. So entschlossen wir uns, die Gegend gleich zu erschließen. Unterwegs lernten wir die hübsche kleine Stadt Bad Zalakaros kennen. Hier besichtigen wir gleich das Granit-Heilbad. Unser Interesse richtet sich ans Naturschutzgebiet Kis-Balaton mit seiner einzigartigen Vogelwelt, die sowohl für Ornithologen als auch Urlauber ein einmaliges Erlebnis darstellt. Man kann sich ausmalen, wie diese bunte Wasserlandschaft aussieht, wenn die Zugvögel aus Norden und Süden im Frühling und Herbst  hier ihre Rast verbringen. Continue reading „Der Charme Westungarns“

Neue Geschichten mit 87

Von Dr. László Kova

Immer neue Ideen, sichere Federführung, ein voller Terminkalender… Man würde nicht glauben, dass sie 87 Jahre alt ist. Ihre Lesung ist ein Genuss für den Zuhörer, sie spielt mit ihrer Stimme, sie erzeugt verbal Bilder… und das Publikum amüsiert sich.

ruth gedeRuth Geede wurde 1916 in Königsberg geboren. Schon mit 17 veröffentlichte sie Beiträge in diversen Zeitschriften und Magazinen, 1948 absolvierte sie ein Volontariat bei der Landeszeitung für die Lüneburger Heide und übernahm danach die Hamburg-Redaktion des Niedersächsischen Zeitungsverlages. 1989 wurde sie freie Schriftstellerin und Redakteurin der ´Ostpreußischen Familie´. Ihren langen und wechselhaften Werdegang kennzeichnen zahlreiche Preise und Auszeichnungen.

Sie schreibt Gedichte und Erzählungen, die in vielen Büchern zu lesen sind: Continue reading „Neue Geschichten mit 87“

Blankenese

Gesehen – erlebt – gemalt
Von Dr. László Kova
Bei Wind und Wetter im Freien zu malen ist besonders beschwerlich. Kein Sturm und Regen konnten die Norddeutschen Realisten  im Juni dieses Jahres erschrecken, sie wollten das 700 Jahre alte Blankenese mit ihren Pinsel festhalten: Nikolaus Störtenbecker (Gründer und Leiter der Gruppe), Tobias Duwe (Hamburg, St. Aulaire), Brigitta Borchert (Molfsee), Erhard Göttlicher Prof. (Hamburg), André Krigar (Berlin), Christopher Lehmpfuhl (Berlin), Lars Möller (Hamburg), Aleksandra Novák-Zemplinska (Warschau), Ulf Petermann (Kiel), Christoph Thiele (Kiel) und Till Warwas (Bremen). Continue reading „Blankenese“

„Kinderolymp“

Unsere Welt entdecken
Dr. László Kova
Das Altonaer Museum kümmert sich um den Nachwuchs. Mit der neuen Ausstellung zeigt das Museum eine neue interaktive Abteilung für Kinder und Jugendliche, die in den Bereichen Kunst, Kultur und Wissenschaft auf phantasievolle und spielerische Art neue Kenntnisse vermittelt und alte Kenntnisse vertieft. Continue reading „„Kinderolymp““

Günter Kunert

Günter Kunert
kunert1kunert202Er ist einer der bekanntesten Schriftsteller in Deutschland. Anlässlich seines 75. Geburtstages las er aus seinen Werken im Logensaal der Kammerspiele. Im Mittelpunkt der Lesung stand sein neuestes Werk: „Die Botschaft des Hotelzimmers an den Gast“. Continue reading „Günter Kunert“

Ferien! Ferien! Ferien!

Von Dr. László Kova

Eidelstedt Mit lachendem Gesicht blickte die Sonne am 05. Juli auf die Grundschule Heidacker in Eidelstedt, wo der feierliche Abschluss des Schuljahres stattfand. Vor der Festhalle, die ca. vor zwei Jahren eingeweiht worden war, spielten die Schüler mit Bällen, sangen lustige Lieder, trugen Fangspiele aus oder besprachen ihre geplanten Ferienprogramme miteinander. Ihre Eltern waren auch dabei, trotz der Hitze feierlich gekleidet, einige mit Kinderwagen, vielleicht um den Nachwuchs für die Schule zu präsentieren. Continue reading „Ferien! Ferien! Ferien!“

Ein wahrer Held

Von Dr. Ferenc Horvath

Gibt es Helden heutzutage? Gewiss . Obwohl einen Menschen als  Held zu bezeichnen ist nicht mehr „in“. Es gibt Alltags – Helden die in den Krankenhäusern, in den Schulen, hinter dem Lenkrad oder an eine Baustelle besonderes leisten. Es gibt aber Helden die sogar das eigene Leben nicht scheuen auf Spiel zu setzen, wenn es um eine richtige Sache geht. Von dieser Art gibt es zwar weniger und weniger, solche gibt es trotzdem immer noch. Continue reading „Ein wahrer Held“

Fiesta cubana

Karibische Lebensfreude in Fidel Castros sozialistischem Paradies
Von Uta Buhr

CUBA SÍ ! So lautete das Motto des diesjährigen Partnerlandes der Messe REISEN HAMBURG, die im Februar stattfand. Wer Kuba besucht, vergißt die gängigen Klischees Rum, Zucker und Cohibas sehr schnell und taucht ein in das pralle Leben der „Perle der Karibik“. Ansteckend ist die Fröhlichkeit vieler der 10,5 Millionen Kubaner. Auch jahrzehntelange sozialistische Miß- und Mangelwirtschaft haben ihnen ihren Optimismus nicht rauben können. Also auf nach Kuba! Es gilt, ein exotisches Inselparadies in all seiner Vielfalt an Kulturen und alten Bräuchen zu entdecken. Wie ein feuriger Ball versinkt die Sonne im Meer.  Eine würzige Brise streicht über die Bucht. Leise schwappen die Wellen gegen die Kaimauer Continue reading „Fiesta cubana“

Im Reich der Ottifanten

Dat Otto Huus in Emden

Von Uta Buhr
Otto Huus in Emden
„Wenn du mal denkst, denk ottifantisch!“ Was bleibt dem Besucher vom Otto Huus in Emden auch anderes übrig? Otto, das Urbild aller Ostfriesen, hat das Erdgeschoß bis in den letzten Winkel mit Ottifanten vollgestopft. Sein gerüsseltes Wappentier auf  Bechern, Geldbörsen, Notizbüchern und Mauspads! Ein besonders prächtiges Exemplar der Spezies springt einem bereits aus der roten Backsteinfassade entgegen. Es sind Fälle von Kindern überliefert, die nach dem Besuch des Otto-Museums vor dem Einschlafen statt Schäfchen nur noch Ottifanten zählen wollten.

Eltern seien gewarnt. Halten Sie Ihren Nachwuchs fest. Denn die Otto Devotionalien im Fanshop sind heiß begehrt und können Sie teuer zu stehen kommen. Der neueste Hit ist das T-Shirt mit der Aufschrift von der Hand des Meisters in perfektem Englisch: WI AHR SE SCHÄMPJENS. Und auch Ottos süßeste Versuchung, die Ottifanten-Marzipantorte, geht weg wie warme Semmeln. Besonders dann, wenn der Hausherr höchstselbst bedient, was gelegentlich vorkommt.

erste Stock

Der in mystisches Halbdunkel getauchte erste Stock des schmalbrüstigen Hauses gewährt Einblicke in Ottos bewegte Biografie. Da ist zunächst das vergilbte Foto aus Konfirmandentagen. Continue reading „Im Reich der Ottifanten“

Europa ist mehr als nur Kohle und Stahl

Vor 50 Jahren wurden die Römischen Verträge zur Gründung der EWG und der Europäischen Atomgemeinschaft (EAG) unterzeichnet
Von Manuel Ruoff
Europas Einigung hatte nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Gebieten Kohle und Stahl angefangen. 1951 hatten die Bundesrepublik Deutschland, Frankreich, Italien und die drei Benelux-Staaten mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS, Montanunion) einen Anfang gemacht. Der Versuch, die europäische Einigung auf den militärischen Bereich mit der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) auszudehnen, scheiterte 1954 an der französischen Nationalversammlung. Obwohl die Bundesrepublik in dieser Gemeinschaft eindeutig diskriminiert werden sollte, waren in Frankreich die Vorbehalte dagegen, auf dem sensiblen Gebiet der Verteidigung Kompetenzen an einen Zusammenschluß mit den Deutschen abzugeben, für viele zu groß. So wurde versucht, die Einigung zuerst einmal auf andere, zivile Gebiete auszudehnen.
Franzosen hatten die europäische Einigung mit dem Verhindern der EVG gestoppt, ein Franzose brachte die Entwicklung wieder in Gang: Jean Monnet. Der erste Präsident der Hohen Kommission der Montanunion verfolgte die Idee, die EGKS auf weitere Wirtschaftsbereiche auszudehnen, darunter auch auf den Bereich der friedlichen Nutzung der Atomenergie, der die Zukunft zu gehören schien. Einen Mitstreiter auf internationaler Bühne fand er in dem belgischen Außenminister Paul-Henri Spaak. Von dem damaligen Außenminister der international sehr wettbewerbsfähigen Niederländer, Jan Willem Beyen, kam als weiterer Impuls die Idee einer europäischen Zollunion. Continue reading „Europa ist mehr als nur Kohle und Stahl“

Zu Gast bei …

Von Manuel Ruoff

Fünf Mitglieder der Auswärtigen Presse haben die Ihnen von der Hamburger Journalistenvereinigung gebotene Möglichkeit genutzt, am 27. und 28. April als Gast des Hamburger FDP-Abgeordneten Burckhardt Müller-Sönksen an einer Gruppenreise in die Bundeshauptstadt teilzunehmen. Die Reise, an der insgesamt rund 40 Personen teilnahmen, hatte ein strammes Programm und war – wie bei solchen Veranstaltungen üblich – vom Presse- und Informationsamt der Bundesregierung routiniert und professionell durchorganisiert.
Die Betreuung setzte bereits am Hamburger Bahnhof Dammtor ein, denn eine Mitarbeiterin des Abgeordneten begleitete die Gruppe vom Anfang bis zum Schluß. In Berlin kam als zusätzliche Betreuerin vor Ort eine Mitarbeiterin des Bundespresseamtes hinzu.
Hervorzuheben aus der Gruppe sind drei Damen, die mit ihrem Lebensalter den Durchschnitt beträchtlich senkten. Es handelte sich um die kleine Tochter Müller-Sönksens, die mit zwei Schulkameradinnen den sogenannten Girls’ Day nutzte, um dem Vater über die Schulter zu schauen und wenigstens am ersten Teil des Besuchsprogramms teilzunehmen.
 Thomas-Dehler-HausVom Bahnhof Zoo, dem Ankunftsbahnhof in Berlin, ging es direkt mit dem der Gruppe die zwei Tage über zur Verfügung stehenden Doppeldecker zum Thomas-Dehler-Haus, einem unweit des Bundestages in einer Häuserreihe der Reinhardtstraße integrierten Altbau, der neben diversen parteieigenen Unternehmen vor allem die Bundeszentrale der FDP beherbergt. Wer die Parteizentrale der CDU oder SPD kennt, mag überrascht gewesen sein, wie vergleichsweise klein die FDP-Zentrale ist.
Durch verwinkelte, schmale Gänge ging es in einen kleinen Vortragsraum, wo ein Referent die Geschichte des Altbaus, die wichtigsten Funktionen des Namensgebers Thomas Dehler sowie last but not least die Gliederung und den organisatorischen Aufbau der Bundesgeschäftsstelle, der Spitzengremien und der Mitgliedschaft der Partei vorstellte. Continue reading „Zu Gast bei …“

Althoff – Der Wegbereiter der Genies

Von Manuel Ruoff

Er bestimmte in der Kaiserzeit das Bildungswesen in Preußen und darüber hinaus auch in Deutschland so nachhaltig wie kein anderer vor oder nach ihm. Ein Vierteljahrhundert nahm er auf verschiedenste Art und Weise Einfluß auf die Bildungsinhalte in den Gymnasien und Universitäten. Sein Name ist heute weitgehend vergessen: Friedrich Theodor Althoff.
Der Preuße kam am 19. Februar 1839 in Dinslaken als Sohn des Domänenrats Friedrich Theodor Althoff und dessen zweiter Ehefrau Julie von Bugenhagen zur Welt. Er besuchte in Wesel das Gymnasium, wo er im Jahre 1856 das Abitur bestand.
Nach einem Jurastudium in Bonn und Berlin sowie der Absolvierung eines Referendariats bestand er 1867 das Examen mit Prädikat. Nach der Teilnahme am Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 wirkte er als Referent für Kirchen- und Schulangelegenheiten an der Seite des Straßburger Oberpräsidenten Eduard von Möller. Obwohl weder promoviert noch habilitiert, lehrte Althoff von 1872 an als Extraordinarius und von 1880 an sogar als Ordinarius Jurisprudenz mit Schwerpunkt auf französischem und Zivilrecht. Continue reading „Althoff – Der Wegbereiter der Genies“

Die Wiege von Deutschlands größtem Flughafen

Vor 70 Jahren wurde der Frankfurt Airport mit der Landung einer Junkers  Ju 52 der Deutschen Lufthansa eröffnet
Von Manuel Ruoff
Die Vorgeschichte des größten deutschen Flughafens reicht bis in die Zwischenkriegszeit zurück. Sie beginnt am 2. Juli 1924. Vor 82 Jahren schlossen sich angesehene Frankfurter Kaufleute und Firma zu einem Konsortium zusammen, um gemeinsam mit der Stadt Frankfurt und der „Junkers Luftverkehrs AG“ die Vorgängerin der „Fraport AG“, die „Südwestdeutsche Luftverkehrs AG, Frankfurt am Main“ zu gründen.
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Das im Westen Frankfurts gelegene alte Hofgut Rebstock, das 1909 schon der Internationalen Luftschiffahrt-Ausstellung (ILA) als Freigelände gedient hatte und bis 1914 von der „Deutschen Luftschiffahrt Aktiengesellschaft“ (DELAG) als Heimatbasis für ihr Luftschiff betrieben worden war, wurde, erweitert durch hinzugekaufte weitere Flächen, zum Flughafen umgenutzt. Statt eines aufwendigen Neubaus von Verwaltungs- und Betriebsgebäuden entschied man sich für den Umbau des vorher landwirtschaftlich genutzten Gutsgebäudes.
Im Gründungsjahr hatte der Flugplatz Rebstock 234 Starts und Landungen mit 536 Fluggästen und 1102 Kilogramm Post. Bereits im darauffolgenden Jahr betrug die Zahl der Starts und Landungen sowie der Passagiere das Zehnfache. Bis zum Ende der Weimarer Republik wuchsen diese Kennzahlen derart, daß man bereits 1930 mit der Planung eines neuen Flughafens an einem anderen Standort begann.
Diesem Plan erging es wie so manch anderem, der in der Weimarer Zeit erstellt wurde. Continue reading „Die Wiege von Deutschlands größtem Flughafen“

»Sie hat … Thron und Geschlecht Ehre gemacht«

Vor 225 Jahren, am 29. November 1780, starb Friedrichs des Großen österreichische Gegenspielerin Maria Theresia
Von Manuel Ruoff
Während Maria Theresias Regentschaft in Österreich annektierte Friedrich der Große Schlesien, machte er Preußen zur zweiten deutschen Großmacht und begründete er den deutschen Dualismus. Daß diese preußischen Erfolge auf Österreichs Kosten Maria Theresias Ruhm kaum Abbruch getan haben – selbst der Alte Fritz bescheinigte ihr, „ihrem Thron und Geschlecht Ehre gemacht“ zu haben – liegt nicht zuletzt an den sehr ungünstigen Ausgangsbedingungen bei Antritt ihrer Regierung. Ihr preußischer Gegenspieler fand bei seiner Thronbesteigung dank seines Urgroßvaters, des Großen Kurfürsten, und seines Vaters, des Soldatenkönigs, einen wohlgeordneten Staat vor.Maria Theresia Das war bei Maria Theresia anders. Seit Karl V. waren ihre Vorgänger auf dem Thron „als Politiker oder Militärs nur Mittelmaß und bisweilen noch darunter gewesen“, um es mit Peter Berglar zu formulieren. Der Absolutismus war noch nicht durchgesetzt, eine österreichische Staatsnation noch nicht geschaffen. Das einzige einigende Band des Völkergemisches war der Herrscher an seiner Spitze. Die Macht der Stände war noch nicht zugunsten eines dem Monarchen gegenüber loyalen, effektiven, stringenten Beamten- und Verwaltungsapparates in Staat und Militär gebrochen. Die Armee befand sich in einem ähnlich traurigen Zustand wie die Staatsfinanzen. Zudem hatte es ihr Vater versäumt, sie auf ihr großes Amt vorzubereiten. Als Maria Theresia 1740, wenige Monate nach Friedrich II., den Thron erbt, sieht sie sich „auf einmal von Geld, Truppen und Rat entblößet“.
Das bleibt dem Ausland nicht verborgen, und mancher Herrscher wittert seine Chance. Kaum daß die 23jährige den Thron bestiegen hat, marschiert Friedrich der Große ohne vorherige Kriegserklärung in ihre wertvollste Provinz ein, Schlesien. Das ist der Beginn des Ersten Schlesischen Krieges. Frankreich, traditionell bestrebt, Deutschland beziehungsweise dessen Führungsmacht zu schwächen, schlägt sich auf Friedrichs Seite. Ebenfalls 1741 stößt Kurfürst Karl Albrecht von Bayern zu den Verbündeten. Continue reading „»Sie hat … Thron und Geschlecht Ehre gemacht«“