Eine Preußenprinzessin organisierte Badens Frauen

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Großherzogin Luises Streben war, dass ihre Geschlechtsgenossinnen in der Gesellschaft genauso segensreich wirken wie in der Familie

Die einzige Tochter des ersten Deutschen Kaisers Wilhelm I. war ebenso wie ihr Ehemann Großherzog Fried­rich I. von Baden, ihr einziger Bruder Kaiser Friedrich III., dessen Ehefrau Kaiserin Victoria sowie schließlich ihre in Weimar geborene Mutter Kaiserin Augusta liberal gesinnt. Ihre Mutter hatte sie bereits frühzeitig an die sogenannten fürstlichen Tugenden, die eine gute Landesmutter ausmachen, sprich soziales Engagement im weitesten Sinne, herangeführt. Die 48er Revolution lehrte sie, den Fortbestand der bestehenden Ordnung durch Leistung zu legitimieren.

Preußische Truppen hatten unter dem Befehl von Luises Vater die Badische Revolution niedergeschlagen und damit dem Großherzog die Herrschaft gerettet. Insofern bestanden zwischen den beiden fürstlichen Geschlechtern enge Beziehungen. Hinzu kam die relative räumliche Nähe. 1850 folgte die Familie dem 1849 zum Gouverneur der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen Continue reading „Eine Preußenprinzessin organisierte Badens Frauen“

Hinterhältiges?

Von Johanna R.Wöhlke

Eine Glosse zum Wandel der Zeit

Die Zeiten sind wie sie sind. Erstaunliche Dinge entwickeln sich und regen zum Nachdenken an. Es handelt sich um das Gesäß des Mannes. Auf ihm sitzt der Mann, ganz normal wie jedes andere menschliche Wesen auch.

Es gibt aber menschliche Wesen, die im übertragenen Sinne darauf stehen. Eine Frau behauptete neulich in einem Fernsehinterview sogar, sie finde den Hintern von Brat Pitt anbetungswürdig und zum Niederknien. Damit ist der männliche Hintern nun endgültig erwähnungswürdig und gesellschaftsfähig geworden. Continue reading „Hinterhältiges?“

8. Lesung „Welt der Wörter“: 19. Juni 2013 IGS Hamburg – Fotos hier

IGS Welt der Wörter-Bühne West

Winfried Korf liest Lyrik aus dem Gedichtekreise „Unterwegs“. Unterwegs - beruflich und mental - ist er sein Leben lang gewesen und geblieben - und das Gefühl des Strebens, Sehnens, Suchens und Nicht-Erreichens, das jedes vermeintliche Ziel zu einem Zwischenhalt zurecht rückt, spricht aus allen seinen Versen.

Zum Tode von Walter Jens

Von Hans-Peter Kurr

Größen von Gesten –  Zum Tode von Walter Jens – Ein persönlicher Abschied

Er war mein letzter noch lebender Lehrmeister, bis er vor zwei Tagen – neunzigjährig – auf die andere Lebensebene hinüberwechselte, endlich erlöst von dem schweren Leiden, das ihn – ausgerechnet ihn, dem wohl glänzendsten Denker seit Lessing in der deutschsprachigen Theater- und Literaturwelt – vor Jahren bereits seiner rhetorischen und intellektuellen Brillianz beraubte: die Demenz.

Wer das Glück hatte wie der Chronist, Jens in seinen verschiedenen Funktionen zu erleben  –  als Rhetoriklehrer, Hochschulprofessor (Er gründete und besetzte den ersten Lehrstuhl für allgemeine Rhetorik an der Uni Tübingen), Bühnenautor, Übersetzer altgriechischer Stücke, als Präsident des Continue reading „Zum Tode von Walter Jens“

Lesung: „In einer Fremdsprache geschrieben: Deutsch“

Von Dr. László Kova

László Kova

Lesung im Logensaal der Hamburger Kammerspiele am 21. Juni 2013: „In einer Fremdsprache geschrieben: Deutsch“ Kurzprosa und Lyrik  von László Kova.

Die philosophische und praktische Einheit des Körpers und Geistes interessiert ihn als persönliches Experiment lebenslang.

Die Literatur und die bildende Kunst waren für László Kova auf seinen vielfältigen Lebenswegen in Ungarn, der DDR und dem wiedervereinten Deutschland manchmal die einzige Konstante. Continue reading „Lesung: „In einer Fremdsprache geschrieben: Deutsch““

Zauber des Pinsels

Von Dr. László Kova

Witka und László Kova

Rückblick auf  eine Gemäldeausstellung von Witka Kova und László Kova in Nicosia/Zypern

Es ist etwas Besonderes, wenn ein Ehepaar beruflich das Selbe ausübt. Vor gut 30 Jahren trafen sie sich zufällig in Hamburg/Deutschland: Sie kam aus Masuren/Polen und er aus Budapest/Ungarn. Die Beiden lieben die Natur: Mit Pinseln, Farben und Paletten machen sie ihre Streifzüge im In- und Ausland und halten ihre Erlebnisse in Farben fest. Galerien und Ausstellungen zeigten und zeigen ihre Gemälde in Europa, Amerika und Australien.

Sie, Witka Kova, bevorzugt das fließende Aquarell, er, Dr. László Kova, die Ölfarbe auf Leinen. Wenn der Frühling kommt, spüren sie eine innere Unruhe, etwa so wie die Zugvögel, sie müssen ´raus, ´raus in die Ferne, wo sie bei ´Wind und Wetter´ den Zauber der Natur auf sich wirken lassen, wo sie ihre Erlebnisse in der visuellen Sprache des Malens verewigen. Continue reading „Zauber des Pinsels“

Wagneriana – Auf den Spuren Richard Wagners kreuz und quer durch Sachsen

Dieser Artikel erschien anlässlich des 200. Geburtstages von Richard Wagner  in der Ausgabe 2/2013 im Magazin „Sehnsucht Deutschland“ und am 1. Juni ds. Js. in Der PAZ

Von Uta Buhr

Wagner-Statue in Graupa

Sachsen, Deine Komponisten! Welche andere Region in deutschen Landen hat so viele geniale Tonsetzer hervorgebracht? Bach, Händel und Schumann wurden hier geboren. Mendelssohn feierte am Gewandhaus Triumphe. Und  Richard Wagner, dieser Magier der Oper, erblickte vor 200 Jahren in Leipzig das Licht der Welt. Wie wichtig seine Zeit  in Sachsen war, ist wenigen bekannt. Eine Reise zu den Stätten seiner frühen Jahre in Sachsen ist ein Gewinn  – nicht nur für echte Wagnerianer.

„Richard Wagner ist ein Leipziger“, erzählt Thomas Krakow, Vizepräsident des Richard-Wagner-Verbandes International. „Am 22. Mai 1813 – im Jahr der Völkerschlacht – erblickte er auf dem Brühl das Licht der Welt. Aber zeit seines Lebens ist er nie so recht mit seiner Vaterstadt warm geworden. Und umgekehrt auch nicht.“ „Im wunderschönen Monat Mai kroch Richard Wagner aus Continue reading „Wagneriana – Auf den Spuren Richard Wagners kreuz und quer durch Sachsen“

Hans-Ulrich Klose zieht sich aus der Politik zurück

Von Johanna Renate Wöhlke

Hans-Ulrich Klose

Hans-Ulrich Klose hat am 28. Mai 2013 in Hamburg Harburg auf einer Veranstaltung der AWO bekannt gegeben, dass er nicht mehr für seinen alten Wahlkreis Harburg für den Bundestag kandidieren wird. Das ist ein guter Anlass, sich zu erinnern. In diesem Fall bezieht sich die Erinnerung auf einen Beitrag einer Serie, die ich vor 16 Jahren für das Hamburger Abendblatt/Harburger Rundschau geschrieben habe. Darin habe ich Prominente nach den Spielen ihrer Kindheit gefragt. Hans-Ulrich Klose hat im Interview nicht nur interessantes aus seiner Kindheit und Jugend erzählt, sondern darin auch Fäden gespannt zu seiner Entscheidung, in die Politik zu gehen und warum. Hier also der Beitrag von vor 16 Jahren. Damals war Hans-Ulrich Klose Bundestags-Vizepräsident.

Womit haben Sie als Kind gespielt?

Eine Gruppe kleiner Jungen läuft auf einem Friedhof hinter einem Beerdigungszug her, beobachtet was geschieht, stellt den Zug nach. Am Wegesrand pflücken die Jungen Löwenzahnblüten und werfen sie später auf das Grab. Wirklichkeit und Spiel Continue reading „Hans-Ulrich Klose zieht sich aus der Politik zurück“

Film-Workshop für Jugendliche

Ferienakademie bietet Film-Workshop für Jugendliche an

„Es macht mir Spaß mit Jugendlichen zu arbeiten“, sagt der freie Dokumentarfilmer Fredo Wulf, „da bekommt man immer sofort Feedback.“ Fredo Wulf ist seit 1990 als Tonmeister, Produktionsleiter und Autor für Arte,  3Sat, WDR und NDR tätig und außerdem Lehrbeauftragter an der Muthesius Kunsthochschule in Kiel.

Durch das vor einigen Jahren in Kiel gestartete Programm „Künstler an Schulen“ kam Fredo Wulf mit verschiedenen Schulklassen in Berührung, mit denen er mehrere Filmprojekte durchführte. Etliche dieser Filme wurden ausgezeichnet oder in der Lehrerfortbildung eingesetzt. Mit dem Film „Kein Ort. Nirgends?“, in dem es um die Flüchtlingsproblematik geht, gewann Fredo Wulf den Preis des Schulwettbewerbs des Bundespräsidenten zur Entwicklungspolitik. Continue reading „Film-Workshop für Jugendliche“

Honduras – tropisches Paradies mit kleinen Fehlern

Von Uta Buhr

Dieses mittelamerikanische Abenteuer – Honduras und Guatemala – wurde einem Kollegen der DAP und mir durch unser Mitglied Napoléon Mariona ermöglicht. Napoléon wurde in El Salvador, einem der sieben zentralamerikanischen Staaten, geboren und diente lange Zeit seinem Land als Diplomat in Bonn,  später  in Berlin. Ein herzlicher Dank geht an ihn, der diese Reise arrangierte. Ein Artikel über Guatemala folgt in Kürze.

Der nachfolgende  Beitrag  erschien bereits in der PAZ am 6. April 2013 und am 26. Mai ds. Js. in SaS (Schleswig-Holstein am Sonntag)

Tukana – die bunten Urwaldinsassen

„Bienvenidos!“ Eli González zieht galant seinen Panamahut und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Schon um 8 Uhr in der Frühe zeigt das Thermometer über 28 Grad im Schatten. Kurz zuvor ist ein kräftiger Regenschauer auf San Pedro Sula niedergegangen. „In diesem Teil der Welt haben wir sechs Monate Regenzeit“, sagt Eli fast entschuldigend. „Aber dafür ist es bei uns in Honduras immer schön grün, und uns wachsen die Bananen und viele andere tropische Früchte praktisch in den Mund.“ Durch das „grüne Gold“, die aromatischen Bananen, ist San Pedro Sula, die Wirtschaftsmetropole  des Landes, auch reich geworden. Außer einem riesigen überdachten Markt mit bunten Ständen gibt diese Stadt Continue reading „Honduras – tropisches Paradies mit kleinen Fehlern“

Ruth Geede in der „Welt am Sonntag“

Von Johanna R. Wöhlke

Ruth Geede im Interview mit Norbert Vojta

Wir freuen uns über ein großes Interview, das am 26. Mai 2013 in der „Welt am Sonntag“ über unser Ehrenmitglied Ruth Geede erschienen ist! Liebe Ruth, wir alle wünschen Dir von Herzen noch weiterhin so viel Schaffenskraft und Freude an der Arbeit, die Dich durch Dein Leben trägt!

Hier das gesamte Interview

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Wird die SPD wirklich 150 Jahre alt?

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Vor eineinhalb Jahrhunderten wurde der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein gegründet

Dieser Tage wird in der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands 150. Geburtstag gefeiert. Historisch korrekt ist dieses allerdings nur, wenn man die Gründung des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins für die Geburtsstunde der SPD hält. Andernfalls könnte man auch von 138 oder gar nur 123 Jahren SPD sprechen.

Zu Zeiten der Französischen Revolution von 1789 bestanden die Generalstände aus drei Ständen, dem Adel, dem Klerus und dem unterprivilegierten Bürgertum. Im Zuge der Industrialisierung entstand dann ein sogenannter vierter Stand, die ebenfalls unterprivilegierte Arbeiterschaft. Letztere stand nun vor der Frage, ob sie gemeinsam mit dem liberalen Bürgertum für die Gleichberechtigung kämpfen solle oder getrennt. Der bei vielen Arbeitern beliebte und wegen seines Continue reading „Wird die SPD wirklich 150 Jahre alt?“

Businessknigge China

Von Achim Simon

Geschäftserfolg in China und Japan“

Chinaexpertin Beate von Kessel

Geschäftlich erfolgreich zu sein und sozial in hohem Ansehen stehen, wer will das nicht? Die Globalisierung bietet findigen Geschäftsleuten heute viele Möglichkeiten, von denen frühere Generationen nicht zu träumen gewagt hätten. Doch allein ein gutes Produkt macht noch keinen Kontrakt. Zum Erfolg gehört mehr als das.

Zum Beispiel soziale Kompetenz oder valuable Informationen. Das trifft vor allem dann zu, wenn man in Südostasien erfolgreich sein will. Bevor man in China oder Japan den Markt betritt, sollte sich jeder Europäer daher eingehend mit den Gepflogenheiten, Traditionen und Eigenarten dieser Länder vertraut machen.

In beiden Ländern ist es sehr wichtig, das Gesicht zu wahren. Das Bemühen, dem Gegenüber Respekt zu erweisen ist essentiell wichtig und wird honorierend wahrgenommen. Besonders Chinesen denken von der Peripherie zur Mitte hin. Man könnte das als einkreisendes Denken bezeichnen. Sie nehmen ihr Continue reading „Businessknigge China“

„Big Boys“ – das neue Stück am English Theatre of Hamburg

Von Uta Buhr

„BIG BOYS“ DAS NEUE STÜCK VON  RICH ORLOFF AM ENGLISH THEATRE OF HAMBURG

Plan X ist nix

„Big Boys and Big Business“, müsste dieses Stück aus der Feder Rich Orloffs eigentlich heißen. Denn um nichts Geringeres als große und sehr profitable Geschäfte ohne Rücksicht auf Verluste geht es in dieser Komödie. Die auf der Bühne des TET agierenden  „großen Jungs“ in dem Zwei-Personenstück könnten unterschiedlicher nicht sein. Der bullige Victor Burlington entspricht rein äußerlich einem schweren Jungen, der bereits einiges auf dem Kerbholz hat, während der schmächtige Norman Waterbury eher einem Leichtmatrosen ähnelt. Beide Männer treffen in einem gediegen mit schweren Eichenmöbeln ausgestatteten Büro hoch über den Dächern Continue reading „„Big Boys“ – das neue Stück am English Theatre of Hamburg“