Ein großer Kolorist

Rudi Kargus im Atelier, Foto: Carsten Dammann, Hamburg

Am 15. August 2022 wurde der Kunstmaler Rudi Kargus 70 Jahre alt. Er hatte zuvor einige Jahre als Torwart u. a. beim HSV in der Bundesliga gespielt.  Zu der Zeit hat Gino Leineweber ihn kennengelernt und ist seither eng mit ihm befreundet. Hier erinnert er sich an die Anfänge des heute bedeutenden Malers.

Erst war ich ein Fan vom HSV, dann von Rudi Kargus. Vom HSV bin ich das nicht mehr, weil ich mich insgesamt vom Fußball abgewendet habe, von Rudi allerdings auch nicht mehr.

Schriftsteller Gino Leineweber (li.) und Maler Rudi Kargus im August 1997 /Foto: privat

Aber von ihm habe ich mich nicht abgewendet. Im Gegenteil. Mit ihm verbindet mich jetzt eine mehr als 40 Jahre währende Freundschaft. Was uns auch verbindet, und das ist sicherlich Teil davon, ist, dass wir beide unsere Berufe gewechselt haben oder besser ausgedrückt, unseren Berufungen nachgegangen sind. In diesem Bereich haben wir intensiv unsere jeweiligen ersten Schritten als Maler bzw. Schriftsteller begleitet. Ich kenne jedes seiner ersten Bilder, er jedes von mir am Anfang geschriebene Wort. Seine Bilder waren in den Anfängen ziemlich gegenständlich und wirkten großartig. Im Laufe der Zeit änderte sich aber sein Malstil, um es einmal umfassend auszudrücken, doch die Bilder blieben und sind bis auf den heutigen Tag immer noch großartig. Selbstverständlich gefällt mir nicht jedes seiner Bilder gleich gut. Aber das erwartet ein Künstler auch nicht. Er weiß, dass das, was er kreiert, sein Ausdruck für die Inspiration  zu seinem künstlerischen Werk ist. Ob diese Vorstellung und Darbietung den Betrachter genauso erreicht oder teils eigene Eindrücke hervorruft, kann man nicht wissen. ‚Lyrics‘ entstehen im Ohr des Betrachters, soll Freddie Mercury gesagt haben, wobei er die Texte seiner Songs meinte. Bei Bildern ist es offensichtlich das Auge.

Rudi Kargus: Roots 6 / Foto: Carsten Dammann, Hamburg

Rudi Kargus‘ Bilder waren aber schon am Anfang für mich beeindruckend, was auch und besonders für sein erstes gilt. Wir waren mit einem weiteren Freund auf Fuerteventura. Eines Tages kam Rudi mit der Ankündigung, er habe sich zu einem Malkurs angemeldet. Ich war verblüfft und fragte: „Warum hast du das denn gemacht?“
Seine Antwort hatte ich nicht erwartet: „Das wollte ich immer schon mal machen – malen!“

Der andere Freund begleitete ihn in die Malschule. Ich nicht. Ich wollte Schriftsteller werden. Als er mir sein erstes Bild zeigte, war ich, wie ich bereits erwähnte, beeindruckt. Es war, wenn ich richtig erinnere, das Aquarell einer Agave in einem Garten. Was aber war es, das mich so beeindruckt hat?

Dem Bild wird man wohl handwerklichen Dilettantismus angemerkt haben, was ich als Ungeschulter allerdings nicht sah. Für mich war es etwas, das mir, salopp gesagt, das Gefühl vermittelte: das hat was. Aber was das war, wurde mir erst sehr viel später klar. Es waren die Farben. Welche Farben man nimmt, wie man sie mischt und mit anderen zusammenführt ist sicherlich nur bedingt handwerklich. Das ist etwas, was darüber hinausgeht, etwas, was man als Künstler braucht und nicht erlernen kann. Das ist Talent.

Rudi Kargus: Sphinx / Foto: Carsten Dammann, Hamburg

Vor einigen Jahren ging ich allein zu einer Gemeinschaftsausstellung, in der auch Rudi ausgestellt hatte. Als ich einen der Räume betrat, wusste ich von weitem: Da sind seine Bilder. Er hat sich, nach seinen Anfängen auf Fuerteventura, umfangreich ausbilden lassen. Und er hat seinen Stil gefunden. Er malt heute teilweise auf „riesigen“ Leinwänden und alles in Öl. Wenn man ihn beim Malen beobachtet, ist das eher ein Hantieren und Herumfuhrwerken auf der Leinwand als das, was man sich gemeinhin als Malen vorstellt. Im Ergebnis immer noch beeindruckend sind die Farbzusammenstellungen seiner Bilder.

Vincent van Gogh wusste nicht, dass er es sein würde, den er in einem Brief mit den Worten ankündigte, die Welt warte auf einen großen Koloristen.
Rudi Kargus ist auch ein großer Kolorist. Die Welt hat womöglich nicht auf ihn gewartet, aber ich schon.

(Dieser Artikel wurde mit freundlicher Unterstützung des Kunsthauses Stade aus der dortigen Ausstellung von Rudi Kargus bebildert.)

 

International Poetry Reading, Part 4

SPRING’S BLUE RIBBON, edited by poet Gino Leineweber, is the fourth international poetry anthology published by Verlag Expeditionen, Germany. The publishing house presents an extraordinary project in which worldwide poets have participated. The poetry collection contains poems from 61 poets from 20 countries on five continents. With its different cultural and personal imprints, the range of poetry is unique and provides a profound insight into contemporary, lyrical work. Each poem is printed in mother-tongue and English and is likewise performed in the reading series. Anyone who has heard such multilingual readings knows how special it is to listen to a poem recited in a foreign language, even if you don’t understand it; the sound and rhythm of the language is always an experience.

The recitals of the poets will be framed by the moderation of the poet Antje Stehn and music videos of the musicians Ulrike Gaate and Thomas Styhn from Germany.

The readings will be broadcast via Facebook and recorded to be made available later on YouTube and on the publisher’s website.

The fourth out of five readings from the international poetry anthology SPRING’S BLUE RIBBON will take place on

April 9, 2022, 1 pm EDT, 7 pm CEST

SPRING’S BLUE RIBBON, edited by poet Gino Leineweber is the fourth international poetry anthology published by Verlag Expeditionen, Germany. The poetry collection contains 61 poets from 20 countries on five continents.

For the whole program, you will find here:

http://www.weblesung.de/

Every reading will be broadcast on FB-page „Cultivating Voices.“

If you want to join on the Zoom platform, you need to register in advance here (unless you are already registered for a former reading; then this access link is still valid):

https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZIsfu2pqDkrE9av_ZG-PNShbmPuqsmqCZXt

After registration, you will get an email with an access link.

Reading Poets on April 9 are:

Yin Xiaoyuan, China
Muberra Karamanoglu, Turkey
Simon Fletcher, United Kingdom
Juan C. Tajes, Uruguay/The Netherlands
Varsha Das, India
Raed Al Jishi, Saudi-Arabia
Uwe Friesel, Germany
Albrecht Classen, USA/Germany 

Moderation: Antje Stehn, Germany

Music Videos: Ulrike Gaate & Thomas Styhn Germany

Internet Technic: Don Krieger, USA

International Poetry Reading, Part 3

Last Saturday, we had our second poetry reading from the international poetry anthology SPRING’S BLUE RIBBON. 

You can watch this session and the one before on the YouTube playlist

https://www.youtube.com/playlist?list=PLAOcIik3ufSrG3_YdOE_KbNWgrg6Ph6Cm

and also on the Website of the publishing house where you still can find the program:

http://www.weblesung.de/

The link for registration for all of our events, if you didn’t register already, is here

https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZIsfu2pqDkrE9av_ZG-PNShbmPuqsmqCZXt

Please note you have to do so in advance hence do it as soon as possible. You need for participating at the event the access link that will get on the day of the session with an email

We continue with the third out of five readings next Saturday,

April 2,  2022, 11 pm EDT, 5 pm CEST 

Poets who are reading:

Milica Lilic – Serbia
Elcin Sevgi Sucin – Turkey
Mamta Sagar – India
Padmaja Iyengar-Paddy – India
Don Krieger – USA
Chloe Koutsoumbeli – Greece
Yiorgos Chouliaras – Greece
Luz S. Mejia -Colombia/USA

Every reading will last about an hour and is broadcast on FB-page “Cultivating Voices.” After the reading, the participants on the Zoom can stay together for another half hour.