Schmiergeld für Neutralität

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Das britische Nationalarchiv hat  400 bislang geheime Dokumente aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges freigegeben, aus denen hervorgeht, wie die britische Regierung mithilfe von Bestechung des Umfeldes von Spaniens Diktator Francis­co Franco versucht hat, Spanien von einem Kriegseintritt auf Seiten der Achsenmächte abzuhalten. Rund 14 Millionen US-Dollar mit einer heutigen Kaufkraft von ungefähr 200 Millionen US-Dollar oder 150 Millionen Euro ließen sich die Briten diesen Versuch kosten, Spanien neutral zu halten.

Initiator und Organisator dieser Bestechung im großen Stil war der britische Botschafter in Madrid, Sir Samuel Hoare. Am 4. Juni 1940 forderte er von seiner Regierung in einem als eilig, geheim und „Schmiergeld für Neutralität“ weiterlesen

Hoffnungsträger der Nationalbewegung

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Heute wird Friedrich III. kritischer gesehen als von seinen (liberalen) Zeitgenossen, aber nicht jede Kritik weiß zu überzeugen

Kein anderer Deutscher Kaiser war der liberalen Nationalbewegung in Deutschland derart verbunden wie Friedrich III. Die Kürze seiner Regierungszeit wurde insbesondere von vielen liberalen Zeitgenossen als nationale Tragödie empfunden. Mittlerweile sieht man Friedrichs Persönlichkeit und Bedeutung kritischer, aber nicht alle Argumente seiner Kritiker überzeugen.

Gerne wird versucht, mit dem Hinweis auf seine in der Tat häufigen Bezugnahmen auf das mittelalterliche Heilige Römische Reich eine Rückständigkeit Friedrichs III. zu suggerieren. Dabei ist es ganz normal, dass eine Nationalbewegung oder ein junger Nationalstaat nach historischen „Hoffnungsträger der Nationalbewegung“ weiterlesen

Traditionsschiffe vor dem Aus?

Von Michael Buschow

„Weg mit dem Dreck“ – Traditionsschiffe vor dem AUS

SOS

 Hamburger Hafengeburtstag, Kieler und Travemünder Woche, Hanse-Sail Rostock, Sail Bremerhaven, Matjestage in Emden oder Glückstadt, Hafenfeste in Lübeck, Wismar, Stralsund, Eckernförde und viele andere maritime Veranstaltungen an der Küste bald  o h n e  Traditionsschiffe? Keine Gaffelsegel tragenden Masten, keine dampfenden Schornsteine mehr ? Die historischen Schoner, Kutter, Tjalken, Ewer, Barkassen, Dampfschlepper und all die anderen alten, nostalgischen Schiffe, die unsere Küsten und Flüsse so wunderbar bunt machen, sollen verschwinden.

Schwer vorstellbar, aber vielleicht demnächst Wirklichkeit. „Traditionsschiffe vor dem Aus?“ weiterlesen

9. Lesung „Welt der Wörter“: 26. Juni 2013 IGS-Hamburg – Fotos hier

IGS Welt der Wörter-Bühne West

26. Juni
Karsten Lieberam-Schmidt: Der meisterhafte Poetry Slammer unterhält mit Poetry Slam und Geschichten.

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Eine Preußenprinzessin organisierte Badens Frauen

erschienen in der PAZ

Von Dr. Manuel Ruoff

Großherzogin Luises Streben war, dass ihre Geschlechtsgenossinnen in der Gesellschaft genauso segensreich wirken wie in der Familie

Die einzige Tochter des ersten Deutschen Kaisers Wilhelm I. war ebenso wie ihr Ehemann Großherzog Fried­rich I. von Baden, ihr einziger Bruder Kaiser Friedrich III., dessen Ehefrau Kaiserin Victoria sowie schließlich ihre in Weimar geborene Mutter Kaiserin Augusta liberal gesinnt. Ihre Mutter hatte sie bereits frühzeitig an die sogenannten fürstlichen Tugenden, die eine gute Landesmutter ausmachen, sprich soziales Engagement im weitesten Sinne, herangeführt. Die 48er Revolution lehrte sie, den Fortbestand der bestehenden Ordnung durch Leistung zu legitimieren.

Preußische Truppen hatten unter dem Befehl von Luises Vater die Badische Revolution niedergeschlagen und damit dem Großherzog die Herrschaft gerettet. Insofern bestanden zwischen den beiden fürstlichen Geschlechtern enge Beziehungen. Hinzu kam die relative räumliche Nähe. 1850 folgte die Familie dem 1849 zum Gouverneur der Rheinprovinz und der Provinz Westfalen „Eine Preußenprinzessin organisierte Badens Frauen“ weiterlesen

Hinterhältiges?

Von Johanna R.Wöhlke

Eine Glosse zum Wandel der Zeit

Die Zeiten sind wie sie sind. Erstaunliche Dinge entwickeln sich und regen zum Nachdenken an. Es handelt sich um das Gesäß des Mannes. Auf ihm sitzt der Mann, ganz normal wie jedes andere menschliche Wesen auch.

Es gibt aber menschliche Wesen, die im übertragenen Sinne darauf stehen. Eine Frau behauptete neulich in einem Fernsehinterview sogar, sie finde den Hintern von Brat Pitt anbetungswürdig und zum Niederknien. Damit ist der männliche Hintern nun endgültig erwähnungswürdig und gesellschaftsfähig geworden. „Hinterhältiges?“ weiterlesen

8. Lesung „Welt der Wörter“: 19. Juni 2013 IGS Hamburg – Fotos hier

IGS Welt der Wörter-Bühne West

Winfried Korf liest Lyrik aus dem Gedichtekreise „Unterwegs“. Unterwegs - beruflich und mental - ist er sein Leben lang gewesen und geblieben - und das Gefühl des Strebens, Sehnens, Suchens und Nicht-Erreichens, das jedes vermeintliche Ziel zu einem Zwischenhalt zurecht rückt, spricht aus allen seinen Versen.

Zum Tode von Walter Jens

Von Hans-Peter Kurr

Größen von Gesten –  Zum Tode von Walter Jens – Ein persönlicher Abschied

Er war mein letzter noch lebender Lehrmeister, bis er vor zwei Tagen – neunzigjährig – auf die andere Lebensebene hinüberwechselte, endlich erlöst von dem schweren Leiden, das ihn – ausgerechnet ihn, dem wohl glänzendsten Denker seit Lessing in der deutschsprachigen Theater- und Literaturwelt – vor Jahren bereits seiner rhetorischen und intellektuellen Brillianz beraubte: die Demenz.

Wer das Glück hatte wie der Chronist, Jens in seinen verschiedenen Funktionen zu erleben  –  als Rhetoriklehrer, Hochschulprofessor (Er gründete und besetzte den ersten Lehrstuhl für allgemeine Rhetorik an der Uni Tübingen), Bühnenautor, Übersetzer altgriechischer Stücke, als Präsident des „Zum Tode von Walter Jens“ weiterlesen

7. Lesung „Welt der Wörter“: 12. Juni 2013 IGS-Hamburg – Fotos hier

IGS Welt der Wörter-Bühne West

Michael Buschow, Gilly Schmitz, Eddy Winkelmann: Impressionen einer nie endenden Seereise in Wort und Bildern. Lesung, Bilderausstellung, Musik des Wilhelmsburger Musikers und Sängers Eddy Winkelmann.
When: Mi Juni 12 14:00 - 15:00

Lesung: „In einer Fremdsprache geschrieben: Deutsch“

Von Dr. László Kova

László Kova

Lesung im Logensaal der Hamburger Kammerspiele am 21. Juni 2013: „In einer Fremdsprache geschrieben: Deutsch“ Kurzprosa und Lyrik  von László Kova.

Die philosophische und praktische Einheit des Körpers und Geistes interessiert ihn als persönliches Experiment lebenslang.

Die Literatur und die bildende Kunst waren für László Kova auf seinen vielfältigen Lebenswegen in Ungarn, der DDR und dem wiedervereinten Deutschland manchmal die einzige Konstante. „Lesung: „In einer Fremdsprache geschrieben: Deutsch““ weiterlesen