Die Auswärtige Presse e.V.

Internationale Journalistenvereinigung Hamburg
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Locker und entspannt

Januar 08, 2016 Von: Wöhlke Kategorie: Freizeit und Hobby, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Lifestyle, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Locker und entspannt

von Götz Egloff

Penthouse Deutschland kommt locker und entspannt

Überraschend ansprechend kommt die Ausgabe 12-01/2016 des deutschen Penthouse zum Jahreswechsel daher – dem schwierigen Kind der deutschen Männermagazin-Landschaft, in der es Print-Produkte in Zeiten der bewegten Bilder ohnehin schwer haben. Ein knackiges Heft, attraktiv und ohne übertriebenen Schnickschnack. Vielleicht hat das mit der Herausgeberschaft durch die Delmenhorster Borgmeier-Mediengruppe zu tun, die die Sache norddeutsch-entspannt angeht und mit dieser Ausgabe gediegenes Understatement vermittelt und damit auch mit der Idee des Glamour „von nebenan“ ernst macht. Das ist wahrscheinlich das Vernünftigste, was man zur Zeit dem allgegenwärtigen Magazin-Mainstream entgegensetzen sollte. Nun also, zum Abschluss des 50. Jubiläums von Bob Gucciones Penthouse-Gründung, ein Neustart, wer hätte das gedacht? (mehr …)

Mental Health Intervention in Pregnancy

Dezember 16, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Englisch, Gesellschaft, Medizin, Gesundheit, Redaktionelle Beiträge, Soziales, Wissenschaft Kommentare deaktiviert für Mental Health Intervention in Pregnancy

by Götz Egloff

Early Mental Health Intervention in Pregnancy: Three Approaches in Germany

pregnant woman with backache and medicine

pregnant woman with backache and medicine

Pills are not key to everything. Psychic trauma in pregnancy is best avoided by early non-pharmaceutical intervention. Although some progress has been accomplished, mothers-to-be and their offspring still seem to lack structured interventions that can prepare them for parenthood and childhood respectively. Recently, in Germany different yet similar interventional programs for mothers-to-be and their partners were developed. These programs more or less focus on bonding, relational issues and educational practices in parents-to-be. In the following survey an outline of three major programs in Germany is given so that the approaches´ objectives become accountable. Much of the knowledge available from prenatal psychology and medicine may be of relevance for secondary school education. Prenatal and perinatal educational tasks especially for teenagers in school can be derived from the programs depicted.

First of all, a quick retrospect of history is to recall the modes of infant health evaluation in time: in Philippe Ariès´ birth vignette (Ariès & Duby 1999) on Héroard and Ludwig XIII, who was born to Maria von (mehr …)

Sind Stilettos ein Problem?

Dezember 10, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Buchrezension, Gesellschaft, Medizin, Gesundheit, Redaktionelle Beiträge, Soziales, Wissenschaft Kommentare deaktiviert für Sind Stilettos ein Problem?

von Götz Egloff
Rezension zu Sarah Dangendorf: Kleine Mädchen und High Heels. Über die visuelle Sexualisierung frühadoleszenter Mädchen. Transcript Verlag, Bielefeld, 2012.

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Zunächst eine Vorwegnahme zum Thema: zu lesen in einem Artikel von Claudia Wallner mit dem Titel “Alles Cool!“ – Weiblichkeitsvorstellungen und Lebensperspektiven von Mädchen, erschienen im BZgA Forum Sexualaufklärung und Familienplanung, 3/2012, S. 14-18, der politisch-inhaltlich im Großen und Ganzen vertretbar ist, aber dennoch hin und wieder in sagenhaft unreflektierte Klischees verfällt, lässt die Autorin verlauten, weibliche Gleichberechtigung sei mehr Lebensgefühl als Realität, was zumindest etwas überzogen wirkt. Wenn Wallner dann weitergeht, wirkt die feministische Adaptation der marxistischen Klassenlehre gezwungen und unrealistisch; auffällig oft betont die Autorin gar Alpha-Mädchen, die hip, frech und selbstbestimmt seien, und gibt damit zu verstehen, dass sich im Vergleich zu früher eben doch eine Menge geändert hat. Was sich nicht geändert hat, sind hingegen die Phänomene von Marginalisierung und Viktimisierung, die jedoch recht unabhängig von Geschlechtern stattfinden und eher die (mehr …)

Frühes Trauma verhindern

Juni 04, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Medizin, Gesundheit, Redaktionelle Beiträge, Soziales Kommentare deaktiviert für Frühes Trauma verhindern

Von Götz Egloff

Der Belgrader Kongress zu Psychischem Trauma: Prä-, Peri- und Postnatale Aspekte (PTPPPA 2015) liefert Einsichten in die Entwicklung des frühesten Lebensalters

Den Bedingungen und den Folgen von psychischem Trauma widmete sich der Erste Internationale Kongress zu Aspekten rund um Schwangerschaft, Geburt und Frühsozialisation, der vom 15.-16.Mai in der serbischen Hauptstadt stattfand. Der Kongress versammelte Experten nicht nur aus dem jugoslawischen, sondern aus dem ganzen europäischen Raum, Russland, den USA und einigen weiteren Ländern. Gefördert vom serbischen Bildungsministerium und unter der traditionell (mehr …)

Für eine neue Geburtskultur

Mai 15, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Gesellschaft, Medizin, Gesundheit, Politik, Redaktionelle Beiträge, Soziales, Wirtschaft Kommentare deaktiviert für Für eine neue Geburtskultur

Von Götz Egloff
Hebammen, Eltern und Experten vereint für vernünftige Rahmenbedingungen

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Die gesetzlichen Krankenkassen verhandeln zur Zeit mit den Hebammen-Verbänden; die Wahl des Geburtsortes soll zur Disposition stehen. Ebenso sollen z.B. Vorgespräche von Hebammen mit Schwangeren nicht ausreichend finanziert werden; einiges mehr soll reglementiert werden. Viele Hausgeburten würden so aus dem gesetzlichen Leistungsspektrum herausfallen und zu privaten Leistungen umdefiniert werden. Noch will der Gesetzgeber einerseits eine flächendeckende Hebammen-Versorgung gewährleisten und das Selbstbestimmungsrecht von Schwangeren schützen; andererseits weiß man nur allzu gut, wie rasch politische Positionen heutzutage kippen. (mehr …)

Freud und Rank

Mai 08, 2015 Von: Maren Schönfeld Kategorie: Buchrezension, Gesellschaft, Kunst und Kultur, Literarisches, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Freud und Rank

von Götz Egloff

Buchcover

Buchcover

Rezension zu E. James Lieberman, Robert Kramer: Sigmund Freud und Otto Rank. Ihre Beziehung im Spiegel des Briefwechsels 1906-1925. Psychosozial-Verlag, Gießen, 2014.

Die vielleicht engste Beziehung in der ersten Generation der Psychoanalyse bestand zwischen deren Begründer Sigmund Freud und dessen wenig beachtetem Meisterschüler Otto Rank, die immerhin 29 Jahre Altersunterschied voneinander trennte. Umso verbindender ihre lang währende gemeinsame Arbeit an den Grundfesten der Psychoanalyse, wenn im Verlauf auch Trennendes in den Vordergrund rückte, vielleicht rücken musste. Die Autoren E. James Lieberman – der auch für die großartige Biographie „Otto Rank – Leben und Werk“ (Gießen, 1997) – verantwortlich zeichnet, und Robert Kramer – langjähriger politischer Berater während der Clinton Administration – haben den ungewöhnlichen Weg einer Historiographie entlang des Briefwechsels der Protagonisten gewagt, und das Experiment ist geglückt. (mehr …)

Befreiung des Denkens aus Trancen der Vergangenheit

Februar 19, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Medizin, Gesundheit, Mitgliederausstellungen, Pressemitteilungen, Redaktionelle Beiträge, Soziales, Veranstaltungen Kommentare deaktiviert für Befreiung des Denkens aus Trancen der Vergangenheit

von Götz Egloff

Pressemitteilung zur Jahrestagung der Gesellschaft für Psychohistorie und Politische Psychologie (GPPP) „Die emotionale Dimension der Aufklärung – Verantwortung für unsere Gefühle“ vom 17. – 19. April 2015 in Heidelberg

Der geschichtliche Prozess besteht in einer fortwährenden Entwicklung und Transformation der gesellschaftlichen Strukturen und der psychologischen Mentalitäten. Jeder wird in seinem Leben durch die Entwicklung in seiner Zeit geprägt und ist gleichzeitig Mitgestalter dieses Geschehens, wie Jacob Burckhardt sagt, „Wir sind die Welle selbst, die uns trägt“. Der große Wendepunkt in der neueren Mentalitäts- und Gesellschaftsgeschichte ist die Aufklärung mit der Befreiung des Denkens aus projektiven Trancen und Strukturen. Dieser Mentalitätswandel hat die erstaunlichen Veränderungen und Fortschritte auf allen gesellschaftlichen Ebenen in den letzten 200 Jahren ermöglicht, indem er die kognitiven Potenziale des Einzelnen für die Gesellschaft freisetzte. (mehr …)

Black Swan – Kultur- und Entwicklungspsychologie im Film

Februar 05, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Filmrezensionen, Kunst und Kultur, Literarisches, Redaktionelle Beiträge Kommentare deaktiviert für Black Swan – Kultur- und Entwicklungspsychologie im Film

von Götz Egloff

Black-Swan-Poster

Black-Swan-Poster

Der Spielfilm Black Swan von Darren Aronofsky bildet in besonderer Weise die spätadoleszente Entwicklung der Protagonistin Nina mit ihren Anforderungen und ihren Schwierigkeiten ab. Doch nur wenige der zahlreich erschienenen Interpretationen dieses erfolgreichen Films betten diese in einen kulturpsychologischen Kontext ein. Das Lebensalter zwischen 15. und 25. Lebensjahr hält nicht nur ungewöhnlich viele Herausforderungen in der Entwicklung bereit, die Entwicklung selbst unterliegt gleichermaßen zeitlich-gesellschaftlich bedingten Einflüssen. So beginnt die Adoleszenz-Phase heutzutage nicht nur deutlich früher als noch vor wenigen Jahrzehnten, sondern sie dehnt sich oft bis weit über das Ende der Studien- bzw. Ausbildungszeit hinaus aus. Black Swan stellt gewissermaßen einen filmischen Entwicklungs- oder Bildungsroman wie z.B. Der Nachsommer von Adalbert Stifter (1857) oder Das Parfüm von Patrick Süskind (1985) dar. Als filmische Erzählung bewegt der Film sich in seiner mitunter surrealen Bildsprache nahe an Nacht und Traum, wie Dirk Blothner (mehr …)

Alphabetisierung der Empfindungen

Januar 30, 2015 Von: Wöhlke Kategorie: Buchrezension, Literarisches, Medizin, Gesundheit, Redaktionelle Beiträge, Soziales Kommentare deaktiviert für Alphabetisierung der Empfindungen

von Götz Egloff

Rezension zu Ulrich Schultz-Venrath, Lehrbuch Mentalisieren – Psychotherapien wirksam gestalten, Klett-Cotta, Stuttgart, 2013.

Das Cover

Das Cover

Ein beeindruckendes Kompendium zum Themenkomplex des Mentalisierens legt Ulrich Schultz-Venrath vor. Im theoretischen Teil zeichnet der Autor die Entwicklung des Konzepts aus der französischen psychosomatischen Schule, über das Alexithymie-Konzept, hin zur Fonagy-Gruppe nach, gewahr der verschiedenen Betonungen körper-orientierter Ansätze. Der praktische Teil bietet reichhaltige Ausarbeitungen und Beispiele nicht nur zu verschiedenen Störungsbildern, sondern in verschiedensten therapeutischen Settings. Deutlich wird immer wieder die Grundlage der psychoanalytisch-interaktionellen Methode des Göttinger Modells (Heigl/Heigl-Evers, König), die letztlich auch den Weg zur Operationalisierten Psychodynamischen Diagnostik (OPD) bahnte.
Crits-Christoph, Luborsky, Gabbard fallen spontan ein, pragmatische Analytiker; allen voran Sullivan mit seiner leider weithin vergessenen, doch brillanten interpersonellen Psychoanalyse. (mehr …)

Neues vom wilden Analytiker

Dezember 15, 2014 Von: Wöhlke Kategorie: Buchrezension, Medizin, Gesundheit, Redaktionelle Beiträge, Soziales Kommentare deaktiviert für Neues vom wilden Analytiker

von Götz Egloff

Rezension zu Michael Giefer, Otto Jägersberg, Walter H. Krause (Hg.):
Wege zum Es. VAS – Verlag für akademische Schriften, Bad Homburg, 2010.

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Dieses Buch, das die Vorträge des Baden-Badener Georg-Groddeck-Symposions 2009 der
deutschen Georg-Groddeck-Gesellschaft anlässlich dessen 75. Todesjahrs versammelt, ist alles andere als eine trockene Vortragssammlung. Selten werden Psychotherapie und Psychosomatik so lebendig vermittelt wie in den Beiträgen dieser internationalen (und wirklich interdisziplinären) Denker und Praktiker (Damen wie Herren). Damit wird man dem Altmeister der „wilden Analyse“, dem Schöpfer des „Buch vom Es“ und all zu oft enfant terrible Geschimpften mehr als gerecht. Zu sperrig, zu kauzig, um im überrationalisierten Wissenschaftsdiskurs heute noch Erwähnung zu finden. Lässt man sich auf ihn ein, öffnen sich Welten. So oder so ähnlich muss Freud empfunden haben, der nur wenige Häretiker um sich ertragen konnte; Ferenczi und Groddeck waren persönlich und inhaltlich einfach zu originell, um sie loswerden zu wollen. (mehr …)