„Wittensee“ – ein Sommerroman. Lesung mit anschließendem Gespräch

„Es war anstrengend, so zu sein, wie anderen mich haben wollten.“ Ein langer Sommertag im Norden zwischen See und Meer. Ein Ort, um nachzudenken über Liebe, Stille und Verrat.

Die Studentin Xenia hat sich in ein einsames Holzhaus am Wittensee zurückgezogen. Das Leben hat sie aus der Bahn geworfen. Ungewollt hat sie ein tragisches Geheimnis ihres Freundes Ludwig entdeckt – für den charismatischen Filmemacher Grund genug, sich von ihr zu trennen. Xenia beschließt, Ludwig einen Brief zu schreiben und ihm darin ihre Geschichte zu erzählen. Während die Stationen ihres Lebens an ihr vorüberziehen, erkennt sie, dass es ein Fehler gewesen ist, die eigene stille Natur verleugnet zu haben.
„Wittensee“ erzählt von einer jungen Frau, die lange versucht hat, in der schnellen, lauten Welt von heute mitzuhalten. Nach und nach spürt sie, dass dies nicht der richtige Weg für sie sein kann.

Der Takt unserer Gesellschaft wird immer schneller

Wie ergeht es in einer lauten Welt den stillen Menschen? Wie fühlt sich jemand, der gern allein ist und die Dinge auf sich wirken lasst? Werden nur Extrovertierte und auf Selbstvermarktung konzentrierte Menschen belohnt? Diesen Fragen geht der zeitkritische Roman „Wittensee“ nach.
Schon 1920 benannte der Psychoanalyiker Carl Gustav Jung die Lauten und die Leisen, die Extrovertierten und die Introvertierten als zwei notwendige Prototypen einer Gesellschaft. Was aber, wenn die Stillen in der lauten Leistungsgesellschaft keinen Raum mehr finden und unter den Informationsfluten taub und sprachlos werden?
Gern wird die Autorin nach der Lesung Fragen beantworten und mit den ZuhörerInnen über das Thema des Romans sprechen.

Für die Veranstaltung am 15. Mai ist eine Anmeldung erforderlich:
https://www.vhs-hamburg.de/kurs/wittensee-ein-sommerroman-lesung-mit-anschliessendem-gesprach/328629