B. Bolduan, B. Cleve, B. Halenta, V. Maaßen, M. Bühler, Stella’s Morgenstern (v.l.n.r.)
Wer bei Bad Segeberg an Karl May denkt, hat die Buchhandlung „Wortwerke“ noch nicht kennengelernt. Es ist viel mehr als eine Buchhandlung, denn das Gesamtkonzept aus der Gastronomie „Blattwerk“, die mit selbstgemachten Kuchen und kleinen Speisen sowie einem breiten Teesortiment aufwartet, dem Bücherzimmer mit „Schmökerexemplaren“ und Sesseln vor den Regalen, den Ausstellungsflächen für Bilder und Kunsthandwerk ist eigentlich schon für sich ein Kaleidoskop. Entsprechend früh erscheinen die Gäste vor der für den Abend angesetzten Veranstaltung, um sich auf den prächtigen Sofas und Holzstühlen vor dem Ofen niederzulassen und Tee mit Continue reading „Kaleidoskop mit Morgenstern“
Neue Stipendien für Künstlerinnen und Künstler aus Literatur und bildender Kunst
Die Kulturbehörde schreibt vierwöchige Arbeitsaufenthalte in Südfrankreich für zwei Schriftsteller und zwei bildende Künstler aus
Mit einem neuen Stipendium ermöglicht die Kulturbehörde zwei Schriftstellern und zwei bildenden Künstlern im Juni oder September 2016 vierwöchige Arbeitsaufenthalte im französischen Château de Justiniac südlich von Toulouse. Schriftsteller und Künstler können sich ab sofort für das Stipendium bewerben. Continue reading „Neue Stipendien für Literatur und Kunst für Hamburger“
Doppeltaufe bei – 9 °C: zwei neue Eisbrecher für den Hamburger Hafen
Taufpatin Anke Harnack zwischen Jens Meier, Vorsitzender der Geschäftsführung der HPA (links) und Wirtschaftssenator Frank Horch
Passend zum eisigen Wetter gab es am 22. Januar 2016 eine gleich doppelte Taufe an der Überseebrücke im Hamburger Hafen: Zwei moderne Eisbrecher, die auch zum Schleppen, Bugsieren und für den Transport eingesetzt werden können, wurden im Rahmen einer feierlichen Zeremonie getauft und von der Hamburg Port Authority (HPA) in Betrieb genommen. Taufpatinnen waren die NDR-Moderatorin Continue reading „Zwei neue Eisbrecher für den Hamburger Hafen“
Wer bis vor wenigen Jahren glaubte, die Zeit der Glaubenskriege hätte mit dem berühmt-berüchtigten „Dreißigjährigen“, der im 17. Jahrhundert das halbe Europa entvölkerte, ihr Ende gefunden, muss sich in „unserer“ , also der Jetztzeit , eines Anderen belehren lassen : Längst sind sie wieder an die Stelle der großen Machtkriege es 20. Jahrhunderts getreten und versuchen, einander auf dem Schulungsplaneten Erde wechselseitig auszurotten. Und gewiss wird dies bis zu den Tagen der in der „Offenbarung Johanni“ apostrophierten letzten Schlacht von Meggido andauern! Continue reading „Religionskriege und Evolution. „Geächtet“ im Deutschen Schauspielhaus Hamburg“
Ich bin vor der Insel Korcula in der Adria angekommen und ausgestiegen aus dem riesigen Bauch eines Kreuzfahrtschiffes. Ein kleines Boot bringt mich gemeinsam mit anderen Passagieren an Land. Exotisch und schön zeigt sich Korcula in der Mittagshitze. Wer denkt da schon an Käse. An runde, kleine Käselaiber, die auf der Hafenmauer in der Sonne liegen und darauf warten, verkauft zu werden. Continue reading „Der Käse von Korcula“
Peaches Does Herself. Electro Rock Opera, Berlin, 2010 Merrill „Peaches“ Nisker, kanadische Ikone des Electroclash mit Wohnsitz in Berlin, liefert mit der 2014 erschienenen DVD „Peaches Does Herself“ den um einige Ergänzungen erweiterten Mitschnitt ihrer Electro Rock Opera, die unter dem gleichnamigen Titel 2010 im Berliner Hebbel am Ufer zu sehen war. Was mehr als Performance denn als Konzert beginnt, entwickelt sich im Lauf des Abends zu einem veritablen Punk/Pop/Rock-Konzert des Minimalen, das nicht nur stimmlich manchmal an die frühe Pat Benatar erinnert, sondern vor allem roh und unpoliert daherkommt und den ausgehenden Punk-Crossover um 1980 wieder aufleben lässt. Auch Prince in seiner Controversy-Ära lässt grüßen. Programmierte Industrial-Sounds wechseln sich ab mit den ultra-minimalen Rock-Fetzen von Sweet Machine, die als Peaches´ Haus-Band fungieren dürfen. Modale Grooves, vor denen Peaches singt, rappt oder sonstige Statements abgibt, führen das Publikum spielerisch durch die Geschichte ihrer postmodernen Selbstwerdung, also Peaches according to Peaches.
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Dass Peaches mit einer bisweilen erstaunlich guten Stimme aufwartet, ist erfreulich; ihre minimalistischen Arrangements, die nicht wenig hängen bleiben und, eingebettet in abgefahrene Bühnen- und Kostümbilder, eindrucksvolle Installationen bilden, sind und bleiben großartig. Mit manchen ihrer Transgender-Inszenierungen hat Peaches nicht nur Miley Cyrus und einige andere inspiriert, sondern dem Pop-Mainstream grundsätzlich viel vorweggenommen. Sie bleibt dabei sympathisch – was ihr künstlerisches Ansinnen und Output nicht zu schmälern scheint. Vor allem aber kommt die sehr spezielle Musikalität nicht zu kurz, und Klassiker wie „Diddle My Skittle“ oder „Mommy Complex“ treiben das Publikum durch das postfeministische Spektakel.
Zusätzlich zur 2010er-Show gibt es einen 2004er-Konzert-Mitschnitt obendrauf, der viel mehr Konzert als Performance ist und die besonders rohe Peaches-Version zeigt – sehr direkt, sehr eindrucksvoll.
Die bei Capelight erschienene DVD „Peaches Does Herself“ zeigt ein Gesamtkunstwerk, das sich zu sehen und zu hören lohnt.
(Dieser Artikel ist 1997 im Hamburger Abendblatt erschienen, passt nun als Erinnerung in das Jubiläumsjahr und erinnert an Ida Ehre)
Von Johanna Renate Wöhlke Auf den Spuren eines zerlumpten Püppchens – und einer seltsamen Münze…
Carlheinz Hollmann mit dem Talilsman von Ida Ehre
Geschichten ergeben Geschichten. In einer alten Geschichte steckt eine neue verborgen wie in den russischen Matrjoschka-Puppen immer noch eine Puppe mehr steckt, bis man zum Kern vorgedrungen ist und in einer kontinuierlichen Reihe alle von der größten bis zur kleinsten vor sich aufgereiht hat.
Daran muss ich denken, als ich Carlheinz Hollmann und seine Frau Gerti in Luhmühlen besuche. Außerdem geht es an diesem Nachmittag tatsächlich um eine Puppe: den Talisman von Ida Ehre, der ehemaligen Prinzipalin der Hamburger Kammerspiele. Nach ihrem Tod 1989 gelangte die Puppe als Geschenk der Tochter von Ida Ehre, Ruth Müller—Eisler, zusammen mit einer Meißener Vase und einem Half-Dollar Stück in den Besitz der Hollmanns. Einmal neugierig geworden, fragte ich mich, welche Geschichte wohl hinter diesem kleinen, zerlumpten Püppchen stecken möge. Continue reading „70 Jahre Hamburger Kammerspiele: Der geheimnisvolle Talisman der Prinzipalin“
Von einem der auszog, seine Angst zu überwinden. „ Trick 347“ oder „Der mutigste Junge der Welt“ handelt von einem Elfjährigen, der das Abenteuer Zirkus für sich entdeckt.
Das Buch
Hand aufs Herz. lieber Leser, gehören Sie nicht auch zu jenen Menschen, die sich in ihrer Kindheit nichts sehnlicher wünschten, als zum Zirkus zu gehen, um als Trapezkünstler oder Löwenbändiger zu brillieren? Wer von uns träumte nicht von der unendlichen Freiheit des fahrenden Volkes, das sich nur kurz an einem Ort aufhält, seine Kunststücke einem staunenden Publikum präsentiert und bei Nacht und Nebel in ferne Länder zu neuen Abenteuern aufbricht? Besonders reizvoll schien uns der Gedanke, nicht an einem langweiligen „Paukinstitut“ bei Mathematik, Aufsätzen und lateinischer Grammatik unser junges Leben zu fristen. Selbst die mahnenden Worte der Eltern, uns keinen Illusionen über das entbehrungsreiche Nomadenleben der Zirkusleute im Wohnwagen hinzugeben, fruchteten da nicht.
Von Hans-Peter Kurr Ungewöhnlicher Festakt an der Hartungstraße Ein Chronist – noch zehn Jahre älter – durchstöbert seine Erinnerungskiste
Hamburger Kammerspiele
Aus dem Dunst, der über dem zerbombten Deutschland nahezu flächendeckend waberte nach Ende des 2. Weltkrieges , taucht folgende Erinnerung auf : Es waren, durch die Initiative meines Vaters -meine erstenTheaterbesuche nach der Kindermärchenzeit :
13 Jahre erst hatte ich auf diesem „Schulungsplaneten Erde“ zugebracht, als ich am Staatstheater Braunschweig „Hamlet“ und an der Hamburger Hartungstrasse Wolfgang Liebeneiners Inszenierung des Heimkehrer-Stückes „Draussen vor der Tür“ als Wiederaufnahme der Uraufführung aus dem Jahr 1947 sah, das die Neu-Begründerin der Kammerspiele, Ida Ehre, entdeckt und für die Hauptrolle des Beckmann den hochbegabten Hans Quest engagiert hatte. Hans Quest, der im Theater und später in TV- und Filmproduktionen bedeutende Rollen spielte, bis ihn im Alter Probleme des Textlernenes heimsuchten und er darunter dergestalt litt, das er einmal in einem Studio des Hessischen Rundfunks, allwo er in der Inszenierung des Frankfurter Schauspieldirektors Heinrich Koch,dessen Assistent ich nach Schulzeit und Studium geworden war, aus einem Wutanfall gegen sich selber einen Stuhl durch das riesige Atelier schleuderte. Derselbe Hans Quest, der Jahre später mein geliebter Schauspiellehrer wurde, Continue reading „70 Jahre Hamburger Kammerspiele“
Überraschend ansprechend kommt die Ausgabe 12-01/2016 des deutschen Penthouse zum Jahreswechsel daher – dem schwierigen Kind der deutschen Männermagazin-Landschaft, in der es Print-Produkte in Zeiten der bewegten Bilder ohnehin schwer haben. Ein knackiges Heft, attraktiv und ohne übertriebenen Schnickschnack. Vielleicht hat das mit der Herausgeberschaft durch die Delmenhorster Borgmeier-Mediengruppe zu tun, die die Sache norddeutsch-entspannt angeht und mit dieser Ausgabe gediegenes Understatement vermittelt und damit auch mit der Idee des Glamour „von nebenan“ ernst macht. Das ist wahrscheinlich das Vernünftigste, was man zur Zeit dem allgegenwärtigen Magazin-Mainstream entgegensetzen sollte. Nun also, zum Abschluss des 50. Jubiläums von Bob Gucciones Penthouse-Gründung, ein Neustart, wer hätte das gedacht? Continue reading „Locker und entspannt“
Kaum bin ich in die GEDOK Hamburg, Literatursparte, eingetreten und sehr freundlich und offen aufgenommen worden, schon findet eine Ausstellung mit tollen Veranstaltungen statt!
Am Dienstag, 12.01., um 19 Uhr ist die VERNISSAGE. DIE NEUEN sind Silke Decker, Desiree Leiprecht, Ele Runge, Rufina Schröter, Gundula Thors, Astrid Vehstedt, Anja Weyer, Charlotte Wippermann und ich. Sabine Rheinhold wird die Begrüßung vornehmen und Katharina Holstein-Sturm in die Ausstellung einführen. Außerdem werden zu diesem Termin die Jahresgaben 2016 von Heidemaria Thiele vorgestellt.
ZUKUNFT BRAUCHT ERINNERUNG: Mit diesem KONZERT von jüdischen Musikschaffenden aus drei Jahrhunderten geht es am Samstag, 30. Januar; um 18 Uhr weiter. Corinna Meyer-Esche (Mezzosopran), Ewelina Nowicka (Violine), Jennifer Hymer (Klavier), Hans-Jörg Frey (Schauspieler) sowie Jürgen und Helga Bertram (Autoren) bestreiten den Abend, Sabine Rheinhold moderiert.
Kinder sind dabei, wenn am Sonntag, 31. Januar; um 12 Uhr zur MATINEE ZwischenSpiel geladen wird: Kinder musizieren, nämlich Klara Khomskii (Klavier), Marin Khomskii (Violine) und Edvard Rundberg (Klavier).
Aus der Anthologie „Das Mädchen mit dem roten Koffer und andere unglaubliche Geschichten“, illustriert von Tita do Rego Silva, gibt es am Freitag, 12. Januar, um 19 Uhr eine LESUNG mit Láslò Kova und Ellen Sell. Musik: Shin Yin Ling (Querflöte), Hanna Malzahn moderiert.
Letztlich erwartet uns am Mittwoch, 24. Februar, um 19 Uhr die FINISSAGE MIT LESUNG, bei der wir neu zur GEDOK gestoßenen Autorinnen Desiree Leiprecht, Gundula Thors, Astrid Vehstedt und ich aus unseren Texten lesen, uns und unsere Bücher vorstellen.
Und zwischen all diesen Terminen können Sie sich die Ausstellung ansehen. Die GEDOK hat dienstags bis freitags von 13 bis 18 Uhr und samstags von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Dann werden Sie in der Ausstellung eine der Künstlerinnen treffen.
Finger weg von den Fleischgabeln!
In der Ecke des Wartezimmers sitzt eine bedauernswerte Frau. Beide Hände sind fingerweise bandagiert, das Gesicht weist einige rote Flecken auf und ihr Gemütszustand scheint verheerend. „Ein frohes neues Jahr…“, ach, das hätte ich nicht sagen sollen. Die Frau schreckt zusammen, weint fürchterlich. Was hat sie nur?
Ich setze mich zu ihr und erfahre ihre Leidensgeschichte: Wie in jedem Jahr waren zu diesem Silvester wieder Freunde gekommen, um in gemütlicher Runde miteinander Fleischfondue zu Continue reading „Silvesternachlese im Wartezimmer“
Von Dr. Manuel Ruoff Beim Wiener Kongress vor 200 Jahren musste Staatskanzler Karl August von Hardenberg etliche Kröten schlucken
Am 12. Oktober 1815 ratifizierte Staatskanzler Karl August Fürst von Hardenberg mit seiner Unterschrift die Ergebnisse des Wiener Kongresses für Preußen. Dessen Ergebnisse haben sich rückwirkend als ein Schritt in Richtung der kleindeutschen Lösung der deutschen Frage unter Preußens Führung erwiesen. Dieses ist umso bemerkenswerter, als die damals noch kleinste der fünf europäischen Großmächte auf dem Kongress mehr Objekt denn Subjekt, eher Amboss als Hammer gewesen war.
Das lag zum einen daran, dass die Verhandlungsführer Preußens, der Staatskanzler und sein König Friedrich Wilhelm III., ihren Pendants aufseiten der anderen Großmächte, dem britischen Continue reading „Preußen spielte nur die zweite Geige“
Internationaler Beifall für Kanzlerin Merkels Willkommenskultur
Zur „Flüchtlingskrisendebatte“ im Allianzforum anläßlich „World Health Summit“ im Oktober in Berlin
„Trojanisches Pferd“
Im September 2015 erntete die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrer Willkommensgeste gegenüber den „Flüchtlingen“ in Ungarn weltweit den Beifall der internationalen Medien und vieler NGOs, wie „Pro Asyl“. Die unerwartete deutsche Willkommenspolitik wurde vor allem vom UNHCR (United Nations‘ High Commissioner of Refugees) und von der zeitgleich tagenden „General Assembly oft he United Nations“ in New York begrüßt (Grafik 1). Auf dem „World Health Summit“ im Oktober in Berlin zur Prävention von Krankheiten, Unterernährung und Hunger als Ursachen für Bürgerkriege und Flucht dankten Studenten aus Syrien, begleitet von anhaltendem Beifall, für die großzügige Aufnahme ihrer Landsleute in Deutschland. Infolge ihres gewachsenen internationalen Ansehens wurde die Kanzlerin bereits für den Friedensnobelpreis „gehandelt“.
Die unkontrollierte Flüchtlingsaufnahme könnte sich indes als „Trojanisches Pferd“ (Foto) für die Kanzlerin erweisen. Seitens der nicht konsultierten Continue reading „Flüchtlingskrise – „Trojanisches Pferd“ von Kanzlerin Angela Merkel ?“
Wieder ist Weihnachten. Wieder ist ein Jahr vergangen, das uns alle durch seine Höhen und Tiefen mitgenommen hat – ob wir wollten oder nicht. Einigen von uns mag es so ergangen sein, dass es besonders viel davon gezeigt hat, was das Leben ausmachen kann: Krankheit und Genesung, Trennung und Neuanfang, Stillstand und Entwicklung, Hast und Ruhe, Sehnsucht und Erfüllung, Misserfolg und Erfolg.
Das ist ja eigentlich wie immer – und doch in jedem Jahr und in jedem Leben immer wieder neu. Wie schön, wenn uns die Zeit dann unseren Zielen und Träumen näherbringt, wenn wir sie denn noch haben! Wer mit dem zu leben in der Lage ist, was das Unvermeidliche genannt werden kann, dem ist sicherlich auch Glück beschieden – trotz alledem! Trotz alledem, was Medien jeder Art immer wieder an Grausamkeiten zu berichten haben. Continue reading „Frohe Weihnachten und ein gutes Neues Jahr 2016 unseren Lesern!“
Weihnachten und Hektik? Nö. Schauen Sie doch mal nach diesem schönen Haiku-Buch …
Eine Gruppe Kraniche bewegt sich auf dem in Grautönen gestalteten Buchdeckel. Sie sind wohl mit Tusche gezeichnet, filigrane Vögel, die als erstes meine Aufmerksamkeit fangen und mich veranlassen, das kleinformatige, quadratische Hardcover in die Hand zu nehmen und hineinzuschauen. Pro Seite erwarten mich höchstens zwei Haiku. Die Leerräume erlauben Konzentration auf einen einzelnen Text. Susanne Leiste-Bruhn hat Haiku geschrieben, die eine ruhige, medidative und melancholische Stimmung erzeugen. Die nach Jahrenszeiten angeordneten Haiku können Begleiter durch ein Jahr sein, kleine Zufluchten in ein beschwichtigendes Innehalten, Continue reading „Achtsamkeit und Ganzheit“
Weihnachten in den 50er Jahren. Statt Playstation, Lerncomputer, Fernlenkauto, Star Wars-Figuren, Mountain-Bike, Tablet und Smartphone, das sich heute schon Erstklässler wünschen, lagen damals Holzeisenbahnen, selbstgeschnitzte Krämerläden, Brummkreisel, gebastelte Flugzeuge und Puppen aus Zelluloid unter dem Weihnachtsbaum.
Der traditionelle bunte Teller bot vor allem Äpfel, Nüsse, Pfefferkuchen, Dominosteine und Spekulatius. Elektrische Lichterketten kannte man noch nicht. Die Kerzen am Weihnachtsbaum, der Zweig für Zweig mit silberfarbenem Lametta geschmückt wurde, waren aus Wachs. Und auf dem Ofen lagen Orangenschalen, damit es weihnachtlich duftete.
Foto: Lilo Hoffmann sen.
Von Hans-Peter Kurr Burkhard Jahn legt einen aufregenden Gedichtband vor
Burkhard Jahn
Der Schauspieler und Regisseur Burkhard Jahn, gleichermassen künstlerisch wie privat in der Schweiz und in Deutschland beheimatet – seit Jahrzehnten auf Bühnen und in TV-Studios, gehört zum Kreis derjenigen bekannten Menschendarsteller, denen nie in ihrer Laufbahn berufliche „Eingleisigkeit“ genügte und die immer auch in anderen Ausdrucksmöglichkeiten zuhause waren: Wie andere malen, andere komponieren, siedelte Jahn stets in der dritten Gruppe, der der Schreibenden. In diesem Herbst erschien ein Gedichtband unter dem Titel „Himmelblauer November“. Das Bemerkenswerte daran ist nicht, weil nicht besonders verwunderlich, dass seine gedichteten Skizzen zum Teil innerhalb seiner hauptberuflichen Szenerie spielen, sondern vielmehr, dass sie sich, stilistisch wie inhaltlich, zwischen Lyrik und Kabarett bewegen. Continue reading „Himmelblauer November“