Gedenkveranstaltung zum 200. Todestag von E. T. A. Hoffmann

(c) E.T.A-Hoffmann-Archiv/Staatsbibliothek Bamberg u. Staatsbibliothek Berlin/Preußischer Kulturbesitz

Die Phantasie kommt Hoffmann zum Trost

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann, der ‚Gespenster-Hoffmann‘, fühlte sich als Komponist, Kapellmeister, Maler, Zeichner und ist schließlich als Schriftsteller bekannt geworden und bis heute geblieben. Er hat es bis in den Kanon der Schullektüre gebracht. Hoffmann ist von Haus aus Jurist, hat diese Tätigkeit, die er sehr gewissenhaft und ‚modern denkend‘ ausübte (er war z. B. der Ansicht, dass Gesinnungen, die nicht Tat geworden sind, strafrechtlich nicht verfolgt werden dürfen), als notwendigen Broterwerb empfunden. Seine Leidenschaft gehörte der Kunst. Über sein wechselvolles Leben ist seinen heutigen Lesern sehr wenig bekannt.
Das möchte dieser Vortrag ändern.

(c) E.T.A-Hoffmann-Archiv/Staatsbibliothek Bamberg u. Staatsbibliothek Berlin/Preußischer Kulturbesitz

Rainer Lewandowski, langjähriger Intendant des E.T.A.-Hoffmann-Theaters in Bamberg, Autor und Verfasser mehrerer Werke über Hoffmann, ausgezeichnet mit der E.T.A.-Hoffmann-Medaille, Mitglied der E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft, lebt seit kurzem in Schenefeld bei Hamburg.
Lewandowski schildert, begleitet von vielen Illustrationen und ausgewählten Beispielen Hoffmannscher Kompositionen, den tragischen Lebens- und Leidensweg des Künstlers von Königsberg über Glogau, Posen, Plock, Warschau, Berlin, Bamberg, Dresden, Leipzig und wieder Berlin bis hin zu seinem von schwerer Krankheit gezeichneten Tod.
Dabei gibt es erstaunliche Lebens-Verknüpfungen auch mit Hamburg.

Erleben Sie E.T.A. Hoffmann – das Lebens- und Liebesschicksal eines anti-bürgerlichen Künstlers und Phantasten.
Am Piano: Marina Savova

Wann: Donnerstag, 23.6. 2022, 19 Uhr
Wo: Alfred Schnittke Akademie International
Max-Brauer-Allee 24, 22765 Hamburg
Eintritt: 9 Euro, ermäßigt 6 Euro
Mitglieder der Hamburger Autorenvereinigung haben freien Eintrit.
Weitere Informationen unter: www.hh-av.de.

Gefördert von der Behörde für Kultur und Medien.

Wasser, Kräuter und Bewegung gegen müde Beine

Kräuterölcreme für ein angenehmes Gefühl in den Beinen (SonnenMoor)

Sommerhitze, zu viel sitzen oder stehen, hohe Absätze und zu wenig ausgleichende Bewegung: Wenn sich die Beine schwer und müde anfühlen oder anschwellen, liegt das fast immer an mangelnder Durchblutung. Aber es gibt natürliche Mittel und Wege, um sich Linderung zu verschaffen.

Unsere Füße tragen uns durchs ganze Leben. Dass sie sich vor allem an Sommerabenden schwer und gestaut anfühlen, ist nicht verwunderlich. Die Venen müssen das Blut von den Beinen zum Herz hochpumpen – und arbeiten dabei gegen die Schwerkraft. An heißen Tagen weiten sich die Gefäße und erschweren den Bluttransport zusätzlich. Gleichzeitig tritt mehr Flüssigkeit ins Beingewebe aus und lässt sie anschwellen. Daher ist es wichtig, die Beinvenen, das Bindegewebe und die Wadenmuskulatur zu stärken. Das gelingt mit Sport, bewusster Ernährung und natürlichen Hilfsmitteln. Beispielsweise mit Pfarrer Sebastian Kneipps kaltem Beinguss: Er senkt die Körpertemperatur, verengt die Blutgefäße und lässt das Blut wieder besser zirkulieren. Wichtig ist außerdem regelmäßige Bewegung: Schon 30 Minuten flottes Spazierengehen pro Tag stärkt Herz- und Blutkreislauf. Wer Stufen statt Aufzüge oder Rolltreppen nimmt, tut den Beinen ebenfalls Gutes. Auch spezielle Yogaübungen stärken die Wadenmuskulatur und das Bindegewebe in den Beinen. Regelmäßig und über einen langen Zeitraum durchgeführt, wirken die Übungen am besten.

Natürlich gepflegte Beine 

Auch die natürlichen Wirkstoffe von Pflanzen und Kräutern tun bei belasteten Beinen gut, egal ob als entspannendes Fußbad, in Form einer kühlenden Salbe oder als Kräutertabletten zum Einnehmen. Rotes Weinlaub hat besonders positive Effekte. Es enthält Flavonoide, welche die Elastizität der Venen erhöhen und die Gefäßwände stabilisieren. Gemeinsam mit Moor und Kupfer sorgt es in den VenenFein Tabletten von SonnenMoor für ein gutes Gefühl in den Beinen. Rosskastanien wirken durch das enthaltene Aescin abschwellend und entwässernd. Eine durchblutungsfördernde Einreibung mit der Flotte Beine Kräuteröl-Creme von SonnenMoor sorgt für ein angenehmes Empfinden in den Beinen. Sie enthält neben Rosskastanie auch Arnika und Bockshornsamenöl. Praktisch für unterwegs und beim Sport ist außerdem das Kräutermassagefluid von SonnenMoor in der Sprühflasche, ebenso mit Wirkstoffen der Rosskastanie.

SonnenMoor Moor- und Kräuterprodukte
A-5102 Anthering bei Salzburg, Landstraße 14
Tel.: +43/(0)6223/2278-0
E-Mail: office@sonnenmoor.at
www.sonnenmoor.at

RAG DOLL – Beneath The Crown Of The Empress

RAG DOLL – Beneath The Crown Of The Empress

Die Genres Jazz und Blues gehören auch im 21. Jahrhundert noch immer zu den Männerdomänen. Noch seltener findet man hier rein weibliche Formationen. Umso erfreulicher ist es, dass sich in unserer Bundeshauptstadt drei Musikerinnen gefunden haben, um in kongenialer Weise den Grandes Dames des goldenen Jazz-Zeitalters die Ehre zu erweisen.
„Beneath The Crown Of The Empress“ heißt die hörenswerte CD des Trios Rag Doll, bestehend aus Katharina von Treptow (Gesang), Amy Protscher (Piano, Percussion, Gesang) und Tanja Becker (Posaune, Gesang).

Foto: Uwe Ahrens

Gegründet im Jahr 2012 hat sich Rag Doll der Musik der 1920er Jahre verschrieben. Die Songs verstehen sich als Zeitreise und Hommage an die großen Sängerinnen dieser Epoche, allen voran die „Kaiserin des Blues“ Bessie Smith sowie ihre Zeitgenossinnen Ma Rainey, Lucille Bogan und Ethel Waters bis zur legendären Alberta Hunter. Die afroamerikanische Blues- und Jazz-Sängerin aus Memphis, Tennessee, USA stand noch im gesegneten Alter von 89 Jahren auf der Bühne und schaffte es 2011 posthum in die ehrwürdige Blues Hall of Fame.
Große Vorbilder also, die sich Rag Doll ausgesucht haben. Werden sie ihnen aber auch gerecht? Die Antwort lautet eindeutig: absolut!

Foto: Uwe Ahrens

Die kraftvolle, rauchig-verruchte Stimme von Katharina von Treptow passt hervorragend zum Konzept und zieht die Hörer:innen sofort in den Bann. Dabei kopiert sie aber niemanden, sondern bleibt ganz bei sich und drückt den 12 Stücken nicht zuletzt mit ihrer markanten Phrasierung ihren eigenen Stempel auf. Begleitet wird Katharina von Treptow mit dem passenden Harlem Stride-Piano von Amy Protscher. Die Pianistin kann sich dabei immer wieder gekonnt zurücknehmen, um ihren Mitmusikerinnen genügend Raum zu lassen, dabei aber stets als verlässliche Rhythmusbank zu fungieren. Sie versteht es meisterlich die musikalischen Zwischenräume mit der richtigen Klangdosierung zu füllen, um in ihren starken Soli ein Feuerwerk an kreativen Ideen zu zünden, die so dicht klingen, dass man kaum glauben kann, das es sich hier nur um ein Trio handelt.

Foto: Fraya Frömming

Dritte im Bunde ist die Posaunistin Tanja Becker, deren Virtuosität die Besetzung des klassischen Bessie-Smith-­Trios vervollständigt. Die Posaune ist mit etwa 3000 Jahren eines der ältesten Instrumente überhaupt. Zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert erfuhr sie einen ersten Höhepunkt, aber erst mit der Entwicklung des Ventilsystems zu Beginn des 19. Jahrhunderts vergrößerten sich die spieltechnischen und stilistischen Möglichkeiten. So erfreut sie sich heutzutage in den unterschiedlichsten Stilrichtungen großer Beliebtheit und Tanja Becker verschafft der CD von Rag Doll die passende Atmosphäre zwischen Ragtime, Boogie Woogie, Harlem Stride und Barrelhouse aus dem amerikanischen Süden.

Diese Musik ist eine Live-Musik, die von der Energie und Wechselwirkung zwischen Musiker:innen und Publikum lebt. Für die CD-Aufnahmen hat Rag Doll sich daher ein Live-Publikum eingeladen, um dem Studio das Flair alter Juke Joints einzuhauchen, jene damaligen Kneipen für Afroamerikaner im ländlichen Südosten der USA, in denen Tanzmusik, Speisen, Alkohol und Glücksspiel angeboten wurden, wo geswingt und getanzt wurde bis die Luft brannte. Gemixt und gemastert wurde der Pressling von Amy Protscher höchstpersönlich im hauseigenen Schwielowsound Studio. Auch für den brillanten Sound gibt es ein „Daumen hoch“.

Foto: Fraya Frömming

Neben Klassikern und Jazzstandards wie „Ain’t Misbehavin“‘ oder „There’ll Be Some Changes“ sowie derben bzw. nicht ganz jugendfreien Songs wie „Do your Duty“ und „Empty Bed Blues“ von Bessie Smith, gibt es mit dem Stück „I’d Rather Be Alone“ auch ein Wiedersehen mit der großartigen US-amerikanischen Blues-Pianistin und Sängerin Ann Rabson. Ursprünglich Gitarristin begann sie erst im Alter von Mitte 30 mit dem Klavierspiel, war aber so talentiert, dass sie sogar in die Boogie Woogie Hall of Fame aufgenommen wurde. 2005 veröffentlichte sie das Originalstück auf ihrer CD „In A Family Way“, verstarb leider 2013 an Krebs. Für eine echte Überraschung sorgt das Arrangement zu „Miracle of Love“ von Annie Lennox and Dave Stewart, die es einst als Eurythmics zu Weltruhm brachten. Den Zeitsprung in die 1980er Jahre würde man hier nicht unbedingt erwarten, er fügt sich aber überzeugend in die CD ein. Das liebevoll gestaltete CD-Cover ist auch optisch ein Genuss und rundet die gelungene musikalische Zeitreise wunderbar ab. Ein hörenswertes Werk, das Live präsentiert sicherlich ein echtes Erlebnis verspricht.

Foto: Uwe Ahrens

RAG DOLL: „Beneath The Crown Of The Empress“
Tracklist:
1. There’ll Be Some Changes Made (Overstreet/Higgins) 4:45
2. I’d Rather Be Alone (Rabson/Rabson) 5:20
3. Empty Bed Blues (Johnson) 5:30
4. Ain’t Misbehavin‘ (Brooks/Waller/Razaf) 4:45
5. Do Your Duty (Wilson) 3:47
6. It Ain’t Over ‚Til The Fat Lady Sings (Ward/Randle) 3:27
7. Miracle Of Love (Lennox/Stewart) 5:46
8. Prove It On Me Blues (Rainey) 3:26
9. Juneteenth Jamboree (Bentley) 2:38
10. I Wish I Knew How It Would Feel To Be Free (Taylor/Lamb) 4:44
11. My Castle’s Rockin‘ (Hunter) 3:43
12. Old-Fashioned Love (Johnson/Mack) 5:50

Link: https://www.ragdollmusic.de

AUTORIN: Ulrike Gaate

Una serata italiana

Foto: Sabine Witt

Ein deutsch-italienischer Lyrik-Abend mit Claudia Piccinno, Antje Stehn, Emina Kamber, Gino Leineweber, Charlotte Ueckert und Sabine Witt
Musikalische Begleitung: Marina Savova

Am 2. Juni wird in Italien die „Festa della Repubblica“ gefeiert. Wir feiern mit und laden herzlich ein.
Alle Gedichte werden auf Deutsch und Italienisch vorgetragen.


Wann: Donnerstag, 2. Juni 2022, 19 Uhr

Wo: Alfred Schnittke Akademie International,
Max-Brauer-Allee 24, 22765 Hamburg

Eintritt: 9 Euro, ermäßigt 6 Euro
Mitglieder der Hamburger Autorenvereinigung haben freien Eintritt.
Weitere Informationen gibt es unter: www.hh-av.de.

Gefördert von der Behörde für Kultur und Medien.

„Don’t misunderstand me“ by Patrick Cargill – The New Play at the English Theatre of Hamburg

 

„Come and join us for a nice hot cup a tea.“ Photo: Stefan Kock

This hilarious play is a present for all spectators who appreciate the inborn British sense of humour. As you know, Britain boasts a great tradition in comedies. Just think of William Shakespeare, the world’s greatest dramatist ever who not only wrote many tragedies, but also a number of most entertaining comedies. Just think of “Twelfth Night”, “The Merry Wives of Windsor” and last but not least “The Comedy of Errors,” to name just a few plays of Shakespeare’s enormous work. What about Patrick Cargill, the author of “Don’t misunderstand me”? Is it possible to compare his various comedies with those of a genius like the “Swan of Stratford?” Does that not sound more than a bit presumptuous? You may argue that William Shakespeare who died over 400 years ago, wrote about the problems of his contemporaries and that Cargill’ work – the author has only been dead for 26 years – has nothing to do with the plays of his famous colleague. You are wrong, since the comedies of both playwrights deal with the same subject – love. “Don’t misunderstand me” will teach you a lot about the errors and tribulations resulting from marital love, frustration and secret affairs.

A fatal business trip to Big Apple
„Surprise, suprise, I have just arrived from New York.“ Photo: Stefan Kock

Best-ager Charles Fleminge being a typical member of the British middle class, enjoys a brief affair with a pretty young American girl named Janey during a business trip to New York. Clever as he is Charles leaves neither name, address or telephone number with his naïve darling. Instead he disappears from Big Apple without leaving any tracks. That’s at least what he thinks. Although his behaviour does not at all correspond with his image as a perfect gentleman, Charles takes pride in his taking French leave. However, he has underestimated pretty blonde long-legged Janey who turns up out of the blue on his doorstep in England. Surprise, surprise! Charles is shocked at first sight, but keeps his stiff British upper lip. Nothing easier for him than to make his spouse Margery believe that the young beauty Janey is his brother Robert’s new wife. Good-natured Robert consents to help Charles by hiding Janey’s true identity from Margery. The deception works until the real Jane arrives. As to be expected, the tissue of lies results in a number of hilarious complications and misunderstandings. Charles cannot longer conceal his affair with Janey from his wife. There is no escape. Finally, he has to confess to Margery. As she herself is keeping a romantic secret, a happy ending is guaranteed.

”Master of the light touch”
„Darling, I really missed you.“ Photo: Stefan Kock

Patrick Cargill, the author of the comedy, was born in East Sussex in 1918 and died in 1988 at the age of 77, was a man of various talents. He was an actor and playwright in one who also acted on stage as a singer. In the sixties he began to perform on the TV screen and became soon very popular in the United Kingdom. He also appeared in films. Do you remember “The Countess of Hongkong” in which he co-acted with Marlon Brando and Sophia Loren? His work for the theatre includes , among others, “Ring for Catty”, and “Don’t misunderstand me.” His fans named him “A master of the light touch.”

Five gifted “Thespians”
„Hello, dear, I’ll call you later.“ Photo: Stefan Kock

For three of the actors “Don’t misunderstand me” is sort of a home match. The regular audience of the ETH already knows James Walmsbey, Jan Hirst and Stephen Chance, three wonderful. “Thespians” in whatever play they appear. Holly Smith is also well-known to us. She already appeared in a number of plays on the Mundsburg stage. However, she plays the part of angry tearful Jane for the first time. Welcome to Ola Forman to the English Theatre. And many thanks for your brilliant performance as pretty naïve Jaynie. We are looking forward to seeing you all again soon in Hamburg.

Final performance of “Don’t misunderstand me” on June 18, 2022.
Tickets under phone number: 040-227 70 89
or online under: www.englishtheatre.de

After the theatre holidays the English Theatre will start the new season with an adaption of Charles Dickens’ famous book “Great Expectations.”
We look forward to welcoming you to the premiere on September 1, 2020.

„Don’t misunderstand me“ von Patrick Cargill – die neue Premiere am English Theatre of Hamburg

„Wie wäre es mit einer schönen Tasse Tee!“ Foto: Stefan Kock

Wiedersehen macht Freude. Wer erinnert sich nicht an diese Komödie aus der Feder des vielseitigen Stückeschreibers, Schauspielers und Sängers Patrick Cargill (1918 bis 1996), das bereits vor Jahren das Publikum des English Theatre begeisterte. Zur Eröffnung der Frühjahrssaison 2022 erscheint „Don’t misunderstand me“ im neuen Gewand auf der Bühne an der Mundsburg. Ein echtes Schmankerl für Freunde des unverwüstlichen britischen Humors.
Obgleich das Stück bereits in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts geschrieben und zeitgleich in namhaften Theatern im angelsächsischen Raum aufgeführt wurde, hat es an Aktualität nichts eingebüßt. „Don’t misunderstand me“ ist eine Art Sitcom, jedoch keineswegs vergleichbar mit jener tristen Massenware mit eingespielten Lachern, die uns fast täglich im Fernsehen geboten wird. Patrick Cargills Komödie um einen britischen Gentleman in den besten Jahren, der während eines geschäftlichen Aufenthaltes in New York den Reizen einer blutjungen Sirene erliegt, glänzt durch Witz und Esprit.

Ein britischer Gentleman auf Abwegen
„Überraschung, Überraschung, ich komme gerade aus New York.“ Foto: Stefan Kock

Im elegant möblierten Wohnzimmer von Charles und Margery Fleminge in der Grafschaft Surrey herrscht allem Anschein nach Frieden und Eintracht. Oder? Sprechen wir lieber von gepflegter Langeweile, wie sie sich häufig bei Ehepaaren einstellt, die schon lange miteinander verheiratet sind und sich außer Banalitäten nichts mehr zu sagen haben. Die Gespräche plätschern dahin. Man spricht über die gemeinsamen Kinder, die sich gerade im Schüleraustausch in Frankreich befinden, und lästert süffisant über Abigail, die „Geschiedene“ von Charles‘ Bruder Robert. Der wird heute Nachmittag im Hause Fleminge erwartet. Gespannt sind beide auf Jane, Roberts frisch angetraute zweite Frau. Doch Robert erscheint allein und berichtet, Jane sei verhindert und stoße später dazu. Und damit beginnt sich das Rad der Verwechslungen in dieser Komödie der Missverständnisse in atemberaubendem Tempo zu drehen. Charles vertraut seinem Bruder an, er habe in New York eine zauberhafte junge Dame kennengelernt. Natürlich eine rein platonische Beziehung. Robert glaubt das nicht. Das Publikum ebenso wenig. Verhaltenes Gelächter. Aber er sei schlau genug gewesen, der hübschen Jaynie mit den tollen Beinen weder Adresse noch Telefonnummer zu hinterlassen, berichtet Charles stolz. Doch seine verführerische Eroberung steht unverhofft blond, süß und naiv im Türrahmen und plappert in ihrem American drawl munter drauf los.

„Schatz, ich habe Dich so vermisst.“ Foto: Stefan Kock

Was tun, damit Ehefrau Margery ihrem Charles nicht auf die Schliche kommt? Der gutmütige Robert lässt sich überreden, Jaynie als seine neue Ehefrau Jane auszugeben. Ein Freundschaftsdienst, den er alsbald bitter bereuen wird. Denn es kommt, wie es kommen muss. Aus heiterem Himmel schneit die echte Jane ins Haus. Dass beide Damen denselben Namen tragen, macht die Sache nicht eben leichter. Aus dieser total verfahrenen Gemengelage ergeben sich urkomische Situationen, die Sie, lieber Leser, liebe Leserin, unvoreingenommen auf ihrem Sitz im Theater genießen sollen. Daher nur soviel: Während vier Akteure wie aufgescheuchte Hühner agieren, steht Margery, die sturm- und wettererprobte Ehefrau, wie ein Fels in der Brandung. Auch sie hütet ein süßes Geheimnis. Eine romantische Beziehung, die sie allerdings diskret unter dem Deckel zu halten weiß. Fazit: Frauen können viel souveräner mit derlei Situationen umgehen als Männer. Sind sie deshalb verlogener als die Herren der Schöpfung? Mitnichten. Lediglich raffinierter.

Ende gut – alles gut

Selbstredend löst sich der gordische Knoten zum Schluss ganz von selbst auf. Die auf wundersame Weise geläuterten Paare versöhnen sich, und die Welt ist wieder in Ordnung. Wie es sich eben für eine Komödie der Irrungen und Wirrungen gehört.

Wunderbare Mimen
„Hallo, mein Lieber, ich melde mich später noch einmal.“ Foto: Stefan Kock

Dem Ensemble des English Theatre gelang es, mit dem spritzigen Stück ein Feuerwerk bester Laune zu zünden. Die Spielfreude der fünf Schauspieler übertrug sich auf das Publikum, das ob der zahlreichen Gags und Slapsticks aus dem Lachen nicht mehr heraus kam. Der Begriff „Ensemble“ trifft zu, weil vier der Darsteller schon zur Familie gehören. Sie kommen immer wieder gern nach Hamburg und haben sich inzwischen eine Fangemeinde erspielt. Das gilt nicht nur für den eleganten James Walmsley als Charles Fleminge, dem die Figur des Gentleman auf den Leib geschrieben ist. Die souveräne Jan Hirst (Margery), die uns als gestrenge Nonne in „Doubt“ noch in bester Erinnerung ist, hat ebenfalls die Herzen der Besucher des ETH erobert. Und auch Stephen Chance, dieser wandlungsfähige Mime, der nahtlos vom dramatischen ins komische Fach überzuwechseln versteht, ist uns seit langem bekannt. Man denke nur an seine Rolle des unter Verdacht geratenen Priesters in „Doubt.“ Auch Holly Smith kennen wir aus verschiedenen Rollen. Die ebenso wütende wie tränenreiche Jane spielt sie allerdings zum ersten Mal. Und dies grandios. Die „Novizin“ in der Runde ist Ola Forman, die den Part der schrill-naiven Jaynie übernommen hat. Ihr gebührt das Prädikat „Bildhübsch und umwerfend komisch.“

„Don’t misunderstand me“ läuft bis einschließlich 18. Juni 2022.
Tickets unter: 040 – 227 70 89
oder online unter: www.englishtheatre.de

Das English Theatre geht anschließend in die verdienten Theaterferien.
Zu Beginn der neuen Saison wartet ein ganz besonderer Leckerbissen:
Die Theateradaption von Charles Dickens‘ „Great Expectations.“
Premiere am 1. September 2022.

Internationale Poesie-Lesungen Teil 5

SPRING’S BLUE RIBBON, herausgegeben von Gino Leineweber, Poet aus Deutschland, ist die vierte internationale Lyrikanthologie, die im Verlag Expeditionen, erschienen ist. Der Verlag präsentiert damit ein außergewöhnliches Projekt, an dem Poetinnen und Poeten auf der ganzen Welt mitgewirkt haben. Die Gedichtsammlung enthält Gedichte von 61 Poeten/innen aus 20 Ländern aus fünf Kontinenten. Die Bandbreite der Poesie mit ihren unterschiedlichen kulturellen und persönlichen Prägungen ist einzigartig und gibt einen tiefgehenden Einblick in die lyrische Arbeit der Gegenwart. Jedes Gedicht ist sowohl in der jeweiligen Muttersprache als auch auf Englisch abgedruckt und wird ebenso in der Lesereihe vorgetragen. Wer solche mehrsprachigen Lesungen schon gehört hat, weiß, wie besonders es ist, ein Gedicht in einer fremden Sprache vorgetragen zu bekommen, auch wenn man diese nicht versteht – der Klang und Rhythmus der Sprache ist immer ein Erlebnis.

Die Lesungen werden über Facebook ausgestrahlt und aufgezeichnet, um sie später auf YouTube sowie auf einer Internetseite des Verlags zur Verfügung zu stellen.

Die letzte von fünf Lesungen aus der internationalen Lyrikanthologie SPRING’S BLUE RIBBON findet statt am

7. Mai 2022, 11 pm EDT, 17 Uhr MESZ

Das gesamte Programm und die Videos der früheren Veranstaltungen finden Sie hier: http://www.weblesung.de/

Jede Lesung wird auf der FB-Seite „Cultivating Voices“ übertragen.

Wenn Sie auf der Zoom-Plattform teilnehmen möchten, müssen Sie sich vorab hier registrieren (es sei denn Sie hätten sich bereits für eine vorherige Lesung registriert; dann gilt der Zugangslink auch hier):

https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZIsfu2pqDkrE9av_ZG-PNShbmPuqsmqCZXt

Nach der Registrierung erhalten Sie eine E-Mail mit einem Zugangslink.

Lesende Dichter am 7. Mai sind:

Gino Leineweber, Germany
Anna Würth, Germany
Hülya n. yılmaz, Turkey/USA
Aristea Papalexandrou, Greece
George Wallace, USA
Ayça Erdura, Turkey
Šimo Ešić, Bosnien-Herzegowina
Emina Kamber, Germany/Bosnien-Herzegowina

 Moderation: Gino Leineweber, Germany

Internet Technik: Don Krieger, USA

International Poetry Reading Part 5

SPRING’S BLUE RIBBON, edited by poet Gino Leineweber, is the fourth international poetry anthology published by Verlag Expeditionen, Germany. The publishing house presents an extraordinary project in which worldwide poets have participated. The poetry collection contains 61 poets from 20 countries on five continents. With its different cultural and personal imprints, the range of poetry is unique and provides a profound insight into contemporary, lyrical work. Each poem is printed in mother-tongue and English and is likewise performed in the reading series. Anyone who has heard such multilingual readings knows how special it is to listen to a poem recited in a foreign language, even if you don’t understand it; the sound and rhythm of the language are always an experience.

The readings will be broadcast via Facebook and recorded to be available later on YouTube and the publisher’s website.

The last out of five readings from the international poetry anthology

SPRING’S BLUE RIBBON

will take place on

May 7, 2022, 11 am EDT, 5 pm CEST.

For the whole program and the videos of the earlier events, you will find them here:

http://www.weblesung.de/

Every reading will be broadcast on FB-page „Cultivating Voices.“

If you want to join on the Zoom platform, you need to register in advance here (unless you are already registered for a former reading; then this access link is still valid):

https://us02web.zoom.us/meeting/register/tZIsfu2pqDkrE9av_ZG-PNShbmPuqsmqCZXt

After registration, you will get an email with an access link.

Reading Poets on May 7 are:

Gino Leineweber, Germany
Anna Wuerth, Germany
Hülya n. yılmaz, Turkey/USA
Aristea Papalexandrou, Greece
George Wallace, USA
Ayça Erdura, Turkey
Šimo Ešić Bosnia, Herzegovina,
Emina Kamber, Germany/Bosnien-Herzegowina

 Moderation: Gino Leineweber, Germany

Internet Technic: Don Krieger, USA