Die letzten Kröten einsammeln – die Agonie der Printmedien

Von Dr. Wolf Tekook

Die Bedeutung der Tagespresse mit ihren Ordnungsfunktionen im Dschungel der einströmenden Informationen geht seit Jahren zurück, die Verlage kämpfen um das Überleben. Ein  beispielhafter Fall bei der in Düsseldorf erscheinenden Rheinischen Post zeigt, dass eine zu starke Konzentration auf die wirtschaftlichen Belange geeignet ist, auch die wenigen verbliebenen Abonnenten dauerhaft zu vergraulen.

Seit Jahren gehen die Auflagen der gedruckten Tagespresse stetig zurück; die nachwachsende Generation „googelt“ – im besseren Falle. In der Regel wird nur das perzipiert, was die sozialen Netzwerke – online oder im Direktkontakt – hergeben. Die zufällige Auswahl der konsumierten Informationen lassen die Systematik klassischer Informationsmedien vermissen. Ein willkürliches Sammelsurium von oft unüberprüfbaren Nachrichten ersetzt die sortierte und kontinuierliche Lektüre einer Tageszeitung – mit unabsehbaren Folgen für das subjektive Weltverständnis des Einzelnen. „Die letzten Kröten einsammeln – die Agonie der Printmedien“ weiterlesen

Spiegeleier für Helgoland

Von Michael Buschow
Hochseegängige Kunst-Ausstellung der Künstlergruppe „Norderelbe trifft Süderelbe“ auf der Cap-San-Diego

Die Cap San Diego vor Anker in Cuxhaven
Die Cap San Diego vor Anker in Cuxhaven

„Kiek mol, wat schall dat sien“ murmelt ein alter Seebär mit blauer Schippermütze ungläubig in seinen – natürlich – grauen Bart, „ Kunst op´m Damper“? Wie so viele Schaulustige hat er sich auf der Cuxhavener Überseebrücke eingefunden, um den „Weißen Schwan des Südatlantiks“, das Museumsschiff Cap-San-Diego zu betrachten, das eben festgemacht hat. An Deck hängt ein riesiges Plakat, das zur Besichtigung der Kunstausstellung „Mitten im Strom“ der Hamburger Künstlergruppe „Norderelbe trifft Süderelbe“ einlädt. „Spiegeleier für Helgoland“ weiterlesen

Schweigen und schwitzen…

Eine Glosse aus Hamburg

von Johanna Renate Wöhlke

Es ist gerade Schienenersatzverkehr  mit Bussen zwischen Wilhelmsburg und Berliner Tor – und es ist heiß zwischen Wilhelmsburg und Berliner Tor. Die Leute reden nicht. Sie sitzen und schwitzen und freuen sich, endlich wieder im Freien zu sein. Aber da wird es ja auch nicht wesentlich kühler werden. Also – Augen auf und raus aus dem Bus und in die wartende S-Bahn. Auch da sitzen die Leute und schwitzen und schweigen. „Schweigen und schwitzen…“ weiterlesen