Zu Gast bei den Freiherren von G.

Die „Villa Sorgenfrei“ in Radebeul
Von Uta Buhr


Welch traumhaftes Anwesen! Die einstige Sommerresidenz der Freiherren von Gregory liegt inmitten eines Parks mit uraltem Baumbestand. Blühende Weinberge rahmen das sonnengelb verputzte Ensemble aus Schlösschen und Nebengebäuden. Wer die mit Möbeln im Louis-Seize-Stil ausgestattete Halle des Haupttraktes betritt, fühlt sich sofort in die galante Zeit des Rokoko zurück versetzt. Ein „Sanssouci“ in Radebeul, das von einer kunstsinnigen Adelsfamilie gegen Ende des 18. Jahrhunderts erbaut wurde. „Als meine Frau und ich die Villa Sorgenfrei  zum ersten Mal sahen, wussten wir sofort – das ist es“, erzählt Björn Zierow, der das Haus seit 2005 mit Gattin Julia als Hotel  führt. Als leidenschaftliche Gastronomen hatten sie nach dem ganz Besonderen gesucht und waren einen Steinwurf vom Elbflorenz Dresden fündig geworden. Ein Investor ließ die  notwendigen Sanierungsarbeiten an den Gebäuden durchführen, und der gebürtige Bad Segeberger Björn Zierow wurde als geschäftsführender Gesellschafter eingesetzt. Hat die Nähe zu Karl May, der lange in Radebeul wirkte, auch eine Rolle gespielt?  „Zu Gast bei den Freiherren von G.“ weiterlesen

Emina Kamber

Ein Porträt von Dr. Peter Schütt

Emina KamberEin begnadetes Multitalent aus Bosnien
Über Emina Kamber zu schreiben, ist alles andere als einfach. Ich weiß beim besten Willen nicht, wo ich anfangen soll. Nehme ich eines ihrer Bücher zur Hand, zumal eines von ihren poetischen Werken, dann bin ich geneigt, sie als Schriftstellerin über den grünen Klee zu loben. Schau ich mir dagegen ihre künstlerischen Arbeiten an, meine ich, ich müsste sie vor allem als Malerin und Textildesignerin präsentieren. Erfahre ich dagegen von einer neuen Aktion ihres humanitären Engagements, dann denke ich, ich müsste sie zuerst als Wohltäterin, als Friedensstifterin, als Brückenbauerin zwischen Deutschland und dem nächsten Orient, dem Balkan, herausstellen.

Emina Kamber ist in jeder Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung, ein Leuchtturm, der anderen Menschen, die nach Orientierung suchen, den Weg weisen, Signale aussenden und Hoffnung geben kann. Sie ist auch mit ihren sechzig Lebensjahren immer noch ein Energiebündel, ein geistsprühendes Multitalent und ein Powerfrau, deren Ausstrahlung sich niemand entziehen kann, der mit ihr in Kontakt kommt. Sie ist rastlos wie eh und je, sie gönnt sich keine Ruhe, sie strebt von einem Projekt zum nächsten. „Emina Kamber“ weiterlesen

Von Hanseaten und „Hämbörgern”

Eine kurze Kulturgeschichte des berühmtesten Fleischklopses der Welt

Von Uta Buhr

AlsterJenseits der Grenzen tut sich ein Hamburger häufig schwer. Nach seiner Herkunft gefragt, leuchten die Augen des Gegenübers auf: „Ah, Reeperbahn“, ruft er aus und schnalzt genüsslich mit der Zunge. Ein Franzose fügt fast immer ein viel sagendes „Oh, là, là“ hinzu. Stets wohliges Erschauern bei der Erwähnung der jugendlichen Bewohner des Schanzenviertels und ihrer „feurigen“ Straßenfeste.  Doch das ist noch lange nicht alles. Gern identifizieren Ausländer den stolzen Hanseaten mit einem Fleischklops, der – fatal genug – seinen Namen trägt. „Sie sind ein Hamburger“, witzeln sie. „Ich mag meinen am liebsten mit Salatblatt und viel Tomatenketschup!“ „Von Hanseaten und „Hämbörgern”“ weiterlesen

Stadt im Seewind – Marseille

Von Uta Buhr

Yachthafen„Eigentlich wollte ich Ihnen Marseille bei strahlendem Sonnenschein vorstellen. Ich muss mich für das schlechte Wetter entschuldigen.“ Mélina Como schaut etwas betroffen drein. Ein bleigrauer Himmel hängt über der Hafenstadt im Golfe de Lion. Nieselregen setzt ein und schafft ein Chaos auf der Canebière, einer lärmenden Verkehrsader, die sich mit „Reeperbahn“ frei übersetzen ließe. Hier wurden früher wie in Marseilles Partnerstadt Hamburg Taue für die Schifffahrt „geschlagen.“

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