Anständige Geschenke?

Von Johanna Renate Wöhlke

Früher da haben sich die Menschen noch anständige Geschenke gemacht. Gut, es kam auch schon einmal vor, dass beim Julklapp eine Baumwollunterhose im Paket war. Aber das war dann nur ein Ausrutscher einer stillosen Person. Ansonsten konnte man sich über Geschenke nie beklagen. Wie schön war es doch für den Opa immer wieder, wenn er zum Geburtstag Socken, Oberhemd und Strümpfe bekam. Diese jährliche Überraschung, wie kam sie doch immer wieder gut an. Er revanchierte sich dann mit einem neuen Staubsauger, und die Welt war in Ordnung. Keine seelischen Ungleichgewichte durch Geschenke. Aber heute! Da ist man sich doch bei Feierlichkeiten nie sicher, ob man die Geschenke wirklich mit Freude auspacken soll! Es könnte zum Beispiel ein Stripteasetänzer aus der Torte hüpfen und seine Hüften schwingen. Neuerdings werden von jungen Leuten gerne und oft Gipsabdrücke von eigenen Körperteilen verschenkt – welch eine Verrohung der Kultur! Hinterteile und Busen im Geschenkkarton, und was noch so alles einzugipsen wäre. Mit Gips kann man das machen, aber mit uns anständigen Sockenschenkern natürlich nie und nimmer!

Ostpreußen, eine beglückende Wirklichkeit

Die Hamburger Aquarellwerkstatt´ in Masuren
Von Dr. László Kova
HH Aquarellwerkstatt Um die Wildheit und Sanftheit, die Urwüchsigkeit und die unveränderte Schönheit des vielgerühmten und geliebten Landes zu entdecken, brachen in diesem Sommer elf Malerinnen und Maler aus Hamburg gen Ostpreußen mit ihren schweren Utensilien (Aquarellfarben, Büttenbögen, Staffeleien, Pinseln…) auf. Ohne Zweifel ist auch unsere Elbmetropole eine Fundgrube von Menschen, die sich durch eigenen Geburtsort oder durch die Vorfahren mit Ostpreußen eng verbunden fühlen. Wenn sie das Wort Ostpreußen hören, bekommen sie glänzende Augen oder ihre Stimme stockt infolge der Gefühlsschwankungen.
Die Mitglieder der Hamburger Aquarellwerkstatt beim eifrigen Malen irgendwo in Masuren „Ostpreußen, eine beglückende Wirklichkeit“ weiterlesen

In der Welt unterwegs, in Hamburg Zuhause

Die Designerin Sybs Bauer

Von Johanna Renate Wöhlke

Sybs Bauer und ihr TeeserviceFür ihr Teeservice „Qing“ hat sie 2006 in Barcelona den International Design Award bekommen – nur einer von vielen Preisen und Auszeichnungen, die Sybs Bauer mit ihren Arbeiten als Designerin erhalten hat. Es ist auf einem großen Tisch in ihren Atelierräumen in Hamburg nicht zu übersehen. Dort sitzt sie mir gegenüber, einen Steinwurf vom Hauptbahnhof entfernt, eine zierliche Frau am selbst entworfenen weißen großen Schreibtisch, wie könnte es anders sein. Viel Platz zwischen uns, auch Platz für aufgestützte Ellenbogen, Notizblock, Kamera und Wasserglas.

Sie hat ein offenes Gesicht und freundlich strahlende Augen, ist charmant „out of bed“ in verschiedenen Blondtönen frisiert, sehr präsent und beim Reden und Erzählen durchaus nicht minimalistisch beschränkend sondern offen und gerne berichtend und kommentierend. „In der Welt unterwegs, in Hamburg Zuhause“ weiterlesen