Rätsel über Rätsel

Von Johanna Renate Wöhlke
Wie ist es doch immer wieder schön, wenn Menschen an uns denken, besonders auch dann, wenn wir gar nicht damit rechnen, dass sie an uns denken. Diese Freude ist mir gestern wieder einmal zuteil geworden. Sie kam mit der Post in einem weißen Briefumschlag, plötzlich und unerwartet. Da hatte ich doch, ohne es zu wissen, im Sommer an einem Rätsel teilgenommen. Mein liebes Gehirn, warum haben du und dein Gedächtniszentrum mich nur so im Stich gelassen? Ich habe das Lösungswort “Sommer” eingeschickt und nun habe ich doch tatsächlich 3000 Euro gewonnen. Die sollen mir jetzt ausgezahlt werden. Nein, die Euros sollen mir feierlich in einer Gewinnershow mit einem Glas Sekt und einem Blumenstrauß übergeben werden. Ich muss nur den Auszahlungsbeleg mitbringen und darf mir mit meiner Unterschrift auf diesem Beleg noch selbst bestätigen, dass ich den Gewinn wirklich bekommen habe. Auch meine Freunde darf ich mitbringen und auch meinen Mann, dann bekomme ich noch einen Elektrogrill extra. Das sind schlechte Aussichten für meinen armen Mann: eine gedächtnisgestörte Frau und die Gewissheit, selbst nur soviel Wert zu sein wie ein 2000 Watt Elektrogrill – wer wollte wem da welche Freude machen? Rätsel über Rätsel!

Weisheiten

Von Johanna Renate Wöhlke

In alten orientalischen Märchen werden kluge, alte Männer oder sehr mächtige Männer oft  mit “Oh, du weiser aller Weisesten” angesprochen, indem man sich vor ihnen auf die Knie wirft. Das hört sich wirklich sehr gut an. Da möchte man doch gerne einmal auch so angesprochen werden und wünscht sich in so ein Märchen hinein. Denn wenn der Weiseste aller Weisen spricht, haben die anderen zu schweigen und zuzuhören. Es muss das wunderbarste Baden in Bewunderung und Verehrung sein, das einem dann zuteil werden könnte. So weit ist diese orientalische Welt von unserer aber gar nicht entfernt: Die drei Weisen aus dem Morgenland sind gerade wieder abgezogen, das wissen wir. Jetzt sind unsere abendländischen Weisen täglich im Fernsehen. Die haben richtige, handfeste Namen, Gesichter und Titel. Sie stehen mit Rat und Tat allen Menschen zu Seite, die ihren Rat suchen. Besonders bekannt sind die Wirtschaftsweisen. Für sie ist jetzt Hochkonjunktur. Aber warum klappt es dann nicht mit dem durchschlagenden Erfolg? Vermutlich weil sich in unserer Gesellschaft keiner mehr vor einem Weisen auf die Knie wirft – und wenn ich als Weiser nicht gebührend verehrt werde, dann behalte ich doch auch meine besten Ratschläge für mich!

Ein Stern leuchtet für Linda!

Sternekoch Michael Röhm aus Lüneburg setzt sich für den Erhalt der Kartoffelsorte „Linda“ ein

Eine dreißig Jahre alte Kartoffelsorte einfach so vom Markt verschwinden lassen? Sternekoch Michael Röhm vom Restaurant „Zum Heidkrug“ in Lüneburg kann das nicht glauben. Auch er stimmt ein in den Chor der Kartoffelliebhaber, die erreichen wollen, daß die Sorte „Linda“ nach dem Ablauf des Sortenschutzes nicht vom Markt genommen wird, viele Zeitungen berichteten. Röhm: „Das ist ein Stück Kultur, ein Stück Tradition. Es gehört zu uns und sollte nicht einfach so aufgegeben werden!“ „Ein Stern leuchtet für Linda!“ weiterlesen

Kieselsteingeflüster vom Deich…oder

Eddy Winkelmann, die Gitarre und der Deich
Von Johanna Renate Wöhlke

Am Deich, vor den Toren Wilhelmsburgs, blühen schon die Veilchen. Der Blick ist weit und unverstellt. Am Horizont taucht bei gutem Wetter die Silhouette Hamburgs auf. „Skyline’“, sagt Eddy Winkelmann dazu, den ich hier in seiner selbst gewählten Idylle besuche. „Ich lauf hier stundenlang, ich brauche einen klaren Horizont“, heißt es in einem seiner Lieder. Hier hat er ihn, hier kann er das. Hier arbeitet er in seinem Studio unter dem Reetdach, schreibt seine Texte, Balladen und Lieder, spielt Gitarre, bereitet sich auf seine Auftritte und Konzerte vor. „Kieselsteingeflüster vom Deich…oder“ weiterlesen

Café Overbeck in Essen

Eine unerwartet süße Begegnung im „Kranzler“ des Ruhrgebietes
Von Johanna Renate Wöhlke
In der Fußgängerzone in der Kettwiger Straße in Essen: das Café  OverbeckKöstliche Kuchen ziehen mich magisch an. Das wird seine Gründe haben. Einer davon könnte sein, dass ich aus einer ostpreußischen Familie stamme, in der immer gut und reichlich gekocht, gebraten und gebacken worden ist. Wer jemals Kontakt zu Ostpreußen hatte, weiß wovon ich rede. Fast bog sich die Tafel unter den angebotenen Köstlichkeiten, wenn gefeiert wurde. Dazu gehörten Kuchen und Torten – unvergesslich!

Die Kuchen meiner Mutter waren legendär und wenn sich Weihnachten näherte, häuften sich die Nachfragen der Hamburger Freundinnen nach ihrer Mohnrolle. So stand Mutter also am Heiligen Abend zu Bäckerszeiten in der Nacht auf, um ihre Mohnrollen rechtzeitig in den Ofen zu bekommen. Es waren ihre persönlichen Weihnachtsgeschenke. Gute Bäcker und Konditoren sind zwangsweise Nachtschwärmer. Das müsste eigentlich jeder im Sinn haben und würdigen, wenn er morgens oder im Laufe des Tages frische Brötchen und Kuchen isst. „Café Overbeck in Essen“ weiterlesen

Krawutzi Kaputzi

Text und Fotos:  Johanna Renate Wöhlke

Das Kabarett Simpl   „Premierenstimmung auf der Straße“

Krawutzi Kaputzi

oder Ein Stückl Glück vom Glück

Eine umjubelte Musical-Premiere im Kabarett Simpl in Wien

Eine neue Form des Puppenspiels ist dabei, sich die Welt zu erobern: zuerst in Amerika mit dem Musical „Avenue Q“ – seit 2003 als off-Broadway im Vineyard Theatre in New York, dann am Broadway im Golden Theatre und in Las Vegas. Die Europa Premiere wurde im vergangenen Jahr im Londoner West-End im Noel Coward Theatre gefeiert. Das Hamburger Spiel mit Mensch und Puppe heißt „Villa Sonnenschein“ und ist im Schmidt Theater erfolgreich. „Krawutzi Kaputzi“ weiterlesen

Geheime Tricks für mehr Gehalt

Von Johanna Renate Wöhlke
Als wenn das so einfach wäre: Einen guten Ratgeber über geheime Tricks für mehr Gehalt lesen und schon ist die Gehaltserhöhung auf dem Konto. Aber so einfach ist das nicht. So einfach macht es sich Martin Wehrle aus Jork bei Hamburg mit seinem Buch „Geheime Tricks für mehr Gehalt“ nicht und auch nicht seinen Lesern. Er nimmt sie an der Hand und macht ihnen auf 223 Seiten Lust darauf, Zusammenhänge zu verstehen und Selbstbewusstsein zu entwickeln und einzusetzen, denn ohne geht es nicht.

„Geheime Tricks für mehr Gehalt“ ist in diesem Jahr im Econ Verlag erschienen und wurde schnell erfolgreich auf Bestsellerlisten. Martin Wehrle, erst 33 Jahre alt, konnte in vielen Fernsehauftritten und Rundfunkinterviews beweisen, was hinter seinem viel versprechenden Buchtitel steckt.
Geheime Tricks - Wehrle Martin

Martin Wehrle will mit seinem Buch Arbeitnehmern bei Gehaltsverhandlungen helfen.

Foto: A.Doerenbruch

Jemandem, der so selbstbewusst aus dem Nähkästchen der Chefetagen plaudert, hören die Leser zu.  Von jemandem, der von sich sagt: „Hier schreibt ein Spion von der Front“, erhofft sich der Leser Einblicke, die für ihn zu guten Ausblicken werden können.

Diese Hoffnung ist berechtigt, denn Martin Wehrle weiß, worüber er schreibt. Er war schon früh Chef und hat Gehaltsverhandlungen vom Chefsessel aus geführt. Dabei wuchs bei ihm das Bewusstsein darüber, dass bei Gehaltsverhandlungen zwei ungleiche Partner in den Ring steigen: Der Chef, geübt in Gesprächen mit Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten. Ausserdem geschult in Seminaren über freie Rede, Verhandlungstaktik und Mitarbeiterführung. „Geheime Tricks für mehr Gehalt“ weiterlesen

Wo ist das Paradies?

Von Johanna Renate Wöhlke

Die Menschen sind unterschiedlich. Der eine fährt im Urlaub in die Tropen, der andere mit dem Schiff im Winter an den Polarkreis. Aber etwas ist dabei allen gemeinsam: Sie suchen das Paradies-Erlebnis, einen Ort auf der Welt, der Unvergessliches, noch nie Erlebtes verspricht. Ich dagegen bleibe auch gerne Zuhause. Warum? Die Erklärung ist einfach geliefert: In Japan, Kalifornien, im nahen Osten und noch an vielen Stellen mehr bebt die Erde. Irgendwo auf der Welt gehen immer irgendwelche Schlammlawinen oder Schneelawinen runter. In Baden-Baden müssen die Menschen gerade im Überschwemmungswasser “baden“. Anderswo schöpfen sie ihre Keller frei und entsorgen Schlammberge. Ja, liebe Leute, da lobe ich mir doch meine Neugrabener Ruhe und Zufriedenheit und diese wunderbare Abwesenheit echter Katastrophen! Auch wenige Meter über dem Meeresspiegel funkeln die nächtlichen Sterne und zwitschern die Vögel. Rotwein und Käse schmecken auch vor dem Kamin und auf der Terrasse. Meine Bücher in greifbarer Nähe. Ein Glas Wasser, eine Dusche und ein Klo immer verfügbar- welch ein Luxus! Meinen Schatz bei mir, meine Freunde in der Nähe. Sie halten das für langweilig? Aber nein: Das ist das Paradies!

Bestes Buch: Johanna Renate Wöhlke

Als Johanna Renate Wöhlke im Dezember zusammen mit den Kollegen im Elbe-Einkaufszentrum bei der Wohltätigkeitsveranstaltung des Lions Club und unserer Veranstaltung „Doppelbegabungen“ ihr neues Buch mitgebracht hatte, da war die Redaktion des Frauenmagazins FÜR SIE wahrscheinlich gerade dabei, ihre Liste der Jahrgangsbesten Bücher des Jahres 2004 zu erstellen.


(am Tisch mit auf dem Foto Jürgen Kausch, Uta Buhr und Horst Rübke),

Johanna Renate Wöhlke war dabei. In der Ausgabe der FÜR SIE 1/2005 findet sie sich unter den Jahrgangsbesten elf Büchern des Jahres wieder mit ihrem Titel: Der Mensch im Gemüsefach der Geschichte. Alltagsminiaturen, ISBN 3-931628-24-8 für 9,95 Euro. Das Buch enthält eine Auswahl von einhundert Glossen, die im Hamburger Abendblatt erschienen sind. Das Buch ist in jedem Buchgeschäft zu bekommen.

Einen besonderen Erfolg hat in diesem Jahr unser Mitglied Johanna Renate Wöhlke

zu verzeichnen. Sie hat im Rahmen einer bundesweiten Ausschreibung die Teilnahme an dem zweiwöchigen Förderseminar der GEMA- Stiftung für Text-schaffende in der Unterhaltungsmusik 2003 gewonnen und inzwischen absolviert. Johanna Renate Wöhlke: „Eine traumhafte und arbeitsintensive Zeit mit wunderbaren Kollegen, Referenten und Teilnehmern, die ich nie vergessen werde!“ Dieses Seminar findet nun schon seit acht Jahren statt und soll Talente

fördern und unterstützen. Das Seminar wird von Edith Jeske geleitet, die seit 1989 Dozentin für Text beim Kontaktstudiengang Popularmusik an der Hochschule für Musik& Theater in Hamburg ist. Es umfasst Kreativtechniken, Blockadebewältigung, Reim& Metrik, Stilkunde, Textanalyse und Textkritik, Songdramaturgie und gezieltes Schreiben sowie aktuelle einzelne Aufgaben, die von Verlagen, Intepreten, Produzenten etc. an das Seminar herangetragen werden. Die zehn Seminarplätze werden durch eine Jury vergeben, die aus anerkannten Textautoren, Verlegern, Interpreten und Rundfunkredakteuren besteht. Kollegen, die sich auch für eine Bewerbung interessieren, sollten auf der Homepage von Edith Jeske schnuppern gehen: www.musenlust.de

Der Starreferent, Professor Christian Bruhn, Komponist und Aufsichtsratsvorsitzender der GEMA in der Mitte des Bildes unter Seminarteilnehmerm zusammen mit Edith Jeske links und Johanna Renate Wöhlkerechts von ihm.