Wo die Pferde frei galoppieren

Ungarische Puszta: Romantik und Wahrheit

Von Dr. László Kova

Von Debrecen kommend steigen die Touristen unter der Leitung der deutschsprachigen Reiseleiterin auf einen Hochsitz. Vor ihnen erstreckt sich die endlose und diesmal grüne Puszta bis zum fernen Horizont, über ihnen ruht der blaue Himmel wie eine Glocke aus feinem Glas. Man spricht nicht, man bewundert den Anblick. In der Ferne bewegt sich etwas. Mit Feldstechern entdeckt man eine Ménes (Pferdeherde), dann eine Gulya (Rinderherde), eine Juhnyáj (Schafherde) und noch weiter eine Konda (Schweineherde). Die herrlichen Tiere grasen ruhig auf den satten Wiesen. Es ist eine Szene wie in einem Film oder wie es vor gut tausend Jahren nach der Landnahme Pannoniens (Ungarn) hätte sein können. Es herrscht eine unfassbare Stille, nur die Vögel zwitschern, die mal in Scharen, mal einzeln über die Fremden hinwegziehen. Ihr Gesang klingt wie eine sorgfältig komponierte Musik, Musik der einzigartigen Natur im Naturschutzgebiet Hortobágy. Die Zeit ist hier fast stehen geblieben, bzw. tickt wesentlich langsamer als in den Städten. Gott sei Dank. Die Naturschutzorganisationen kümmern sich darum, dass diese Naturschönheit in möglichst unberührter Form für die nächsten Generationen erhalten bleibt. Es gibt viel zu tun. Philosophisch drückt es ein Aufruf aus, wonach man handeln soll: „Dieses Land haben wir nicht von den Vorfahren geerbt, sondern von unseren Enkeln ausgeliehen bekommen.“ Und das verpflichtet. „Wo die Pferde frei galoppieren“ weiterlesen

Traum in der Puszta

Von Dr. László Kova
Vorgeschichte: Entstehungsgeschichte eines farbenfrohen Bilderzyklus, der auf Realität beruht und poetischen Träumen entsprungen ist: Eines Abends, als ich meinen Kindern, dem dreijährigen David und der siebenjährigen Amanda, wieder einmal ein Märchen erzählen sollte, fiel mir nichts Neues ein. Nach langer Überlegung erzählt ich dann doch eines, eines, das doch keines war, sondern eine wahre Geschichte.

Jener Sommer, der war warm und trocken, so, wie es sich ein Städter wünscht. Der Motor des Autos summte leise und gleichmäßig, bloß einige Schlaglöcher der Straße gaben ab und zu einen unangenehm tiefen Ton. „Traum in der Puszta“ weiterlesen

Hier geht es um die Wurst

Ungarn/Szeged, die Heimat der Pick Salami
Von Dr. László Kova
Eidelstedt/Szeged (lak). “Wo wird die Pick Salami hergestellt?”, frage ich jemanden eines Spätnachmittags in Budapest. Die Antwort lautete wie aus einem Kochbuch zitiert:  „Nehme den Fernbus nach Szeged, fahre bequem auf der Autobahn nach Süden ans Ufer des „blonden“ Flusses Theiß und genieße die Stadt des Sonnenscheins, der Skulpturen, der Jugendstilhäuser und die lebhafte Kultur, atme die historische Luft ein und koste dort die weltberühmte ungarische Salami.“ Und ich tat es. „Hier geht es um die Wurst“ weiterlesen

Baden im Sommer und Winter in der ungarischen Puszta

Postvulkanische Thermal- und Heilbäder in der südlichen Tiefebene Ungarn
Von Dr. László Kova
„In der Puszta kann man nur reiten“, schiebt ein Deutscher dazwischen, während ich übers herrliche Baden in Thermal- und Heilbädern in der ungarischen Puszta spreche. Ich widerlege es, indem ich meine neuzeitlichen Erfahrungen darlege, die ich persönlich in Szeged, Gyula, Orosháza-Gyopárosfürdő und Mórahalom erfahren habe.
Opusztaszer Reiter Ópusztaszer war eine kultische Stelle der alten Magyaren zur Zeit der Landnahme (895 n.Chr.). Hier zeigen zwei Reiter das Können ihrer Pferde. In der Tiefebene gibt es Zuchtstationen für edle Pferde und auch Reiterschulen für jedermann.

Was ist eigentlich eine Puszta?, fragt mich ein Teilnehmer aus der deutschen Touristengruppe, die Ungarn außerhalb Budapest kennen lernen wollte. Sie ist sinngemäß Einöde, bzw. Weideland mit spärlicher Vegetation. Die Landschaft ist nichts anderes als baumarme Steppe auf Sandboden mit hohem Grundwasserspiegel bei stark kontinentalem Klima. „Baden im Sommer und Winter in der ungarischen Puszta“ weiterlesen

Balatonüberquerung

Schwimmen zum rettenden Ufer

Von Dr. László Kova

Aktualisierende Bemerkungen: Diese schriftliche Aufzeichnung der Balatonüberquerung erfolgte im Jahre 2003. Dennoch ist sie aktuell, weil sie einen Prozess, einen persönlich besonders hochwertigen Vorgang der Selbstüberwindung beschreibt, in der man eine Zielsetzung durch kraftraubenden Einsatz realisiert. Jeder ähnliche Versuch bringt eine neue Selbsterfahrung und ein Erlebnis mit sich, das in jeder Zeit und in jedem Alter von äußerst wichtiger Bedeutung ist. Im persönlichen „Kampf“, in dem man das Unerreichbare zu erreichen versucht, liegt die permanente Hoffnung eines Menschen, die einem das Selbstvertrauen und das psychische, physische und mentale Potenzial stärkt, was man für immer und ewig zu pflegen benötigt. Irgendwo las ich in meinen jüngeren Jahren einen Satz, den ich nie vergaß und den mir meine Eltern – wahrscheinlich nicht bewusst – lebenslang vorlebten: Nur dann passierten große Ereignisse, wenn die Waghalsigen richtig mutig waren. Vielleicht wurde ich auch von diesen Prämissen getrieben, als ich meine Schwimmzeit 2004 im Vergleich zum Vorjahr verbessern konnte. „Balatonüberquerung“ weiterlesen

Unter dem Himmel der malerischen Toskana

Von Dr. László Kova

Toskana ist Romantik, hügelige Landschaft, blauer Himmel, Wein, weite Wiesen, Zypressen, Pinien, Kultur: Boccaccio, Botticelli, Dante, Galilei, Leonardo, Machiavelli, Michelangelo, Petrarca, Puccini und noch mehr.

Von Hamburg aus landeten wir eines Nachmittags im September in Pisa. In der Nachmittagshitze fuhr ich mit meiner Frau zu der Festungsstadt Lucca weiter. Den 40 kg Koffer auf einem Wägelchen schleppend, denn wir wollten alles sportlich machen,  gingen wir zu unserem im Internet gebuchten Bed & Breackfest Hotel. Auch bei Abenddämmerung ist die Altstadt faszinierend, aus allen Ecken hörte man lautes Wortwechseln, wie man es dort nach dem Sonnenuntergang tut. Während unseres dreitägigen Aufenthalts konnten wir die Stadt gut entdecken, wir bewunderten die baulichen Errungenschaften der Florentiner Renaissance des bedeutenden Baumeisters Matteo Civitali (1436-1501), hörten in einem Konzert einige Kompositionen von dem grandiose Luigi Boccherini (1743-1805). Der „Teufelsgeiger“  Nicolò Paganini (1782-1840) machte die Stadt ebenso berühmt wie später Giacomo Puccini (1858-1924), dessen Museum leider wegen Renovierung geschlossen war.

Giacomo Puccini ist einer der berühmten Söhne der Stadt Lucca. Seine Melodien werden von Milano über Tokyo bis New York überall in der Welt gespielt. „Unter dem Himmel der malerischen Toskana“ weiterlesen

Der Charme Westungarns

Urlaub und Kur am Balaton
Die Plattenseeregion bietet Berglandschaft, Binnensee und sandiges Flachland in einem.

Von Dr. László Lova
„Man nehme das Flugzeug in Berlin und lande in Sármellék am Balaton-Airport“. Das Angebot nahmen wir an. Nach einem angenehmen Flug von einer Stunde und fünfundzwanzig Minuten waren wir am Zielort. Schon am Flughafen wurde uns die berühmte ungarische Gastfreundschaft zuteil. Wir verließen den Airport, wo uns eine zauberhafte Landschaft empfing. So entschlossen wir uns, die Gegend gleich zu erschließen. Unterwegs lernten wir die hübsche kleine Stadt Bad Zalakaros kennen. Hier besichtigen wir gleich das Granit-Heilbad. Unser Interesse richtet sich ans Naturschutzgebiet Kis-Balaton mit seiner einzigartigen Vogelwelt, die sowohl für Ornithologen als auch Urlauber ein einmaliges Erlebnis darstellt. Man kann sich ausmalen, wie diese bunte Wasserlandschaft aussieht, wenn die Zugvögel aus Norden und Süden im Frühling und Herbst  hier ihre Rast verbringen. „Der Charme Westungarns“ weiterlesen

Fiesta cubana

Karibische Lebensfreude in Fidel Castros sozialistischem Paradies
Von Uta Buhr

CUBA SÍ ! So lautete das Motto des diesjährigen Partnerlandes der Messe REISEN HAMBURG, die im Februar stattfand. Wer Kuba besucht, vergißt die gängigen Klischees Rum, Zucker und Cohibas sehr schnell und taucht ein in das pralle Leben der „Perle der Karibik“. Ansteckend ist die Fröhlichkeit vieler der 10,5 Millionen Kubaner. Auch jahrzehntelange sozialistische Miß- und Mangelwirtschaft haben ihnen ihren Optimismus nicht rauben können. Also auf nach Kuba! Es gilt, ein exotisches Inselparadies in all seiner Vielfalt an Kulturen und alten Bräuchen zu entdecken. Wie ein feuriger Ball versinkt die Sonne im Meer.  Eine würzige Brise streicht über die Bucht. Leise schwappen die Wellen gegen die Kaimauer „Fiesta cubana“ weiterlesen

Wo die heißen Quellen sprudeln

Kururlaub in Ungarn rund um das Jahr

Von Uta Buhr

Die rheinische Frohnatur mit dem ansteckenden Lachen strahlt mit der Sonne um die Wette, die goldene Kringel auf die träge dahinfließende Donau malt. Hier im 5-Sterne-Hotel „Danubius Thermal Hotel“ auf der Margareteninsel hat sie sich nach eigenen Worten „generalüberholen“ lassen: „Neben der vitalisierenden Kur im Heilwasser habe ich mir eine Verschönerung meiner Frontzähne gegönnt. Und für ein kleines Lifting wurde es auch höchste Zeit.“ Der Schönheitschirurg sei ein Künstler, schwärmt sie weiter. Und das Beste – alles ist in Ungarn viel günstiger als daheim.

Drei Wochen hat sie inmitten der größten Parklandschaft Budapests verbracht. Die Parliamenteinundzwanzigtägige „All inclusive Heilkur“ hat sie Euro 1.596,– gekostet (im Doppelzimmer Euro 1.281,– pro Person. Die Preise gelten bis einschließlich 27.2.04). Ihr gefällt die unmittelbare Nähe zur Donaumetropole, in der sie sich fast jeden Tag nach ihren Anwendungen und sonstigen Behandlungen umgetan hat. Was für eine Stadt, in der insgesamt 123 warme Heilquellen aus dem Boden zischen und der man nachsagt, jeder Budapester habe neben seiner Stammkneipe auch noch sein Stammbad. Da ist der herrliche Badetempel in reinstem Jugendstil im Hotel Gellért in Buda sowie die palastartige Anlage des eleganten Széchenyi Heil- und Freibades. „Wo die heißen Quellen sprudeln“ weiterlesen

Ein Paradies für Skisportler: Hohe Tauern Kärnten

Von Uta Buhr

Wie ein feuriger Ball steht die Sonne über dem Großglockner und taucht die umliegenden Gipfel in blutrotes Licht. „Grandios“, freut sich ein Skiläufer und schießt ein Foto. „So eine Stimmung hat man nicht alle Tage.“ Die drei Skifexe aus Hamburg sind von Heiligenblut aus mit der Kabinenbahn zur Mittelstation Rossbach in 1752 Meter Höhe gefahren. Jetzt studieren Piste Ankogelsie erst einmal ihre Karte und legen den Plan für den Tag genau fest. Schade, meint der eine, dass sie nicht bis auf die Spitze von Österreichs höchstem Berg aufsteigen können. Der misst 3798 Meter. „Da oben wird die Luft schon ziemlich dünn“, warnt der Anführer, „und hier ist es doch auch ganz schön. Also – aufi geht’s!“
Die Skiregion Heiligenblut/Großglockner bietet jedem etwas, der gern auf  Brettln steht. Pisten aller Schwierigkeitsgrade sind minuziös in die Karten eingezeichnet. „Ist doch ganz einfach“, erklärt Skilehrer Alois. „Die Blauen sind die Leichten, die Roten die Mittelschweren und die Schwarzen nur etwas für Profis.“ Und natürlich gibt es hier auch noch Abfahrten für Anfänger, die man früher einmal „Idiotenhügel“ nannte. „Naa,“ sagt Alois. „Oaner, der g’rad  Skifahren lernt, ist doch koa Idiot. Seht’s mal den Kloanen da vorn. Der ist erst sechs und hat genau vier Stunden hinter sich. Der hat Talent.  Aus dem wird noch mal was.“ Ein kleiner Junge im poppigen Skianzug und leuchtend blauem Sturzhelm wedelt gerade elegant den Hügel hinunter, angefeuert von einem stolzen Vater, der die Abfahrt seines Sohnes mit der Videokamera festhält. „Ein Paradies für Skisportler: Hohe Tauern Kärnten“ weiterlesen