1200 Menschen fahren mit dem Zug in die Freiheit nach St. Gallen

Studenten suchen Bücher im Archiv einer Bibliothek

Die MAMLOCK FOUNDATION erforscht und setzt in einer Kooperation mit der Pädagogische Hochschule St. Gallen, Fachstelle Demokratiebildung und Menschenrechte,  der Karls Universität Prag, Lehrstuhl für russische und osteuropäische Studien und der Freien Universität  Berlin, Osteuropa-Institut ein positives Erinnerungsprojekt um.

Im Februar 1945 wurden 1200 Häftlinge des KZ Theresienstadt der Vernichtung im Holocaust entrissen

Die schweizerischen Behörden wurden mit dem Transport überrascht, war der Transport doch das Resultat einer privaten Initiative.

Am Anfang steht das Ehepaar Recha und Isaak Sternbuch. Sie unterhielten von der Schweiz aus den europäischen Arm der nordamerikanischen „Union of Orthodox Rabbis of United States of America and Canada” und dessen Hilfscomitee “Vaad Ha-Hatzalah”. Mitte Oktober 1944 kamen sie mit dem schweizerischen Alt Bundesrat Jean-Marie Musy zusammen, dem es in früheren Aktionen gelungen war, in Auftragsarbeit einzelne Personen aus Konzentrationslagern freizubekommen. Musy  erhielt die finanziellen Mittel , um sich mit der SS in Kontakt zu setzen. Zweimal gelang es ihm, sich mit Heinrich Himmler zu treffen (3. November 1944 in der Nähe von Breslau, 21. Januar 1945 in Wildbach), den der mit faschistischen Regimen symphatisierende Musy aus antikommunistischen Netzwerken kannte. Als Resultat der Verhandlungen sollten wöchentlich  1200 Jüdinnen und Juden aus Konzentrationslagern freigelassen werden.Als Gegenleistung wurden 5 Millionen Schweizer Franken als Sicherheit auf einem Sperrkonto hinterlegt. Jedoch blieb es beim Transport vom 5. Februar 1945, da konkurrierende Netzwerke innerhalb der SS das Vorhaben hintertrieben und daraufhin offensichtlich Adolf Hitler dem Ganzen eine Ende setzte.

In der Zerfallsphase  des 3. Reiches erhoffte sich Himmler durch die Aktion eine Imagekorrektur bei den Westalliierten. Auch Musy tendierte vermutlich durch sein Handeln sein ramponiertes Ansehen mit Blick auf die sich abzeichnende Nachkriegszeit aufzupolieren. Das Ganze liest sich wie ein Thriller und wieder einmal sind Menschen Spielbälle im Geschehen. Für 1200 ging es gut aus. Ein Großonkel von Michael Mamlock, Vorsitzender des Kuratoriums, war im Zug. Es sollen Schicksale Reisender erforscht werden und auch die Geschichte 1945 hat noch viele offene Fragen.

Ihre Spende für die Forschung hilft, das Projekt zu realisieren. Die MAMLOCK FOUNDATION dankt Ihnen auch im Namen der Studenten, die voller Begeisterung für diese Forschungsmöglichkeit sind, für die Unterstützung dieses positiven Erinnerungsprojektes, das in der aktuellen gesellschaftlichen Situation so wichtig wird. Weitere Informationen und Spendenkonto:

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von Generation zu Generation – L ‚Dor Vador Ug
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