Von ZELLHAUFEN und SEPARATORENFLEISCH

von Maren Schönfeld

abschätziger bankjargonismus; hilmar kopper/ unwort 1994

Exponate und Aktionen aus der bildenden Kunst, der angewandten Kunst, der Literatur und dem darstellenden Spiel sowie der Musik kamen in der Ausstellung ALLES THEATER? zusammen. Zum Schluss werfen drei Künstler im wahrsten Sinne noch einige Wörter in die Runde: Aus Maren Schönfelds Projekt „WEICHE ZIELE und WOHLSTANDSMÜLL“, in dem sie jedes Wort zeilenweise in eine neue Anordnung bringt, damit den Lesefluss stoppt und neue Assoziationen herbeiruft, hat eine Auswahl Eingang in diese Veranstaltung gefunden. Mit Rede und Gegenrede, Benennung der tatsächlichen Bedeutung einiger Unwörter und gerügten Wörter entlarven die Akteurinnen Gewalt und Ausgrenzung in der Sprache, denn die vermeintlich harmlosen

Begriffe werden erst im Kontext dramatisch. So mancher Aha-Effekt wird dabei sein, wenn man sich durch die Präsentation einzelner Wörter erst darüber bewusst wird, wie sehr diese in unserer Alltagssprache – vielleicht sogar von uns selbst – verwendet werden. Klangcollagen und Improvisationen geben eine musikalische Ebene dazu. Die Schauspielerin Maresa Lühle und die Autorin Maren Schönfeld gestalten gemeinsam mit dem Komponisten und Musiker Wolfgang CG Schönfeld die Performance über (Un-)-Wörter, mit denen die Medien und die Politik uns Sachverhalte und Ereignisse beschönigend „verkaufen“ möchten.

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.

Kunstforum der GEDOK Hamburg, Koppel 66/Lange Reihe 75, 20095 Hamburg
Samstag, 9. September 2017, 16 Uhr

https://www.gedok-hamburg.de/

http://www.unwortdesjahres.net

 

Autor: Maren Schönfeld

Maren Schönfeld *1970, lebt in Hamburg und schreibt seit 1992 Lyrik, Prosa und Sachtexte. Veröffentlichung von Gedichtbänden und Sachbüchern. Mitglied der GEDOK Hamburg , der Hamburger Autorenvereinigung, der Deutschen Haikugesellschaft und der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik in Leipzig.