Entschleunigung im Land der tausend Seen

von Uta Buhr
Dieser Artikel erschien bereits in SaS (Schleswig-Holstein am Sonntag)
typisches Herrenhaus

„Finnlines“ macht’s möglich. Eine der komfortabel ausgestatteten Fähren sticht am Abend in Lübeck-Travemünde in See und lädt ihre ausgeruhten Passagiere am nächsten Morgen in Helsinki aus. Ein Rundgang durch diese nordisch-kühle Stadt,  ein Blick auf den strahlend weißen Dom, der hoch über dem Senatsplatz thront, und weiter geht’s:

Unsere Reise kreuz und quer durch das „Land der tausend Seen“ – insgesamt 188.000 an der Zahl – führt uns zunächst nach Fiskars, ein im 17.jahrhundert gegründetes, inzwischen in ein Freilichtmuseum umfunktioniertes ehemaliges Eisenhüttendorf. Hier feiert das berühmte finnische Design fröhliche Urständ, das besonders eindrucksvoll in der „Schwarzen Halle, der einstigen Kupferschmiede des Ortes zu besichtigen ist.

Paddeln auf einem See

Fiskars und das nur wenige Autominuten entfernte Billnäs, das sich mit einem interessanten Antiquitätenmarkt einen Namen gemacht hat, sind echte Orte der Entschleunigung. Hektik ist hier ein Fremdwort. Ein schönes altes bunt gestrichenes Holzhaus reiht sich an das nächste. Ein besonderer Leckerbissen ist das romantisch  in eine Seenlandschaft eingebettete Mathildedaal, das sich ebenfalls von einem Industriestandort in ein schmuckes Dorf gemausert hat, in welchem heute Designer, Künstler und Kunsthandwerker arbeiten und weitgehend autark leben. Nach dem selbst gebackenen Brot in dem urigen Tante-Emma-Laden  sehnt sich noch mancher nach seiner Rückkehr in heimatliche Gefilde. Doch auch die moderne Lebensart hat inzwischen in dieser Idylle Fuß gefasst. Davon zeugt ein lebhaft frequentiertes Tattoostudio.

Angeln an einem See

Der Teijo National Park im Südwesten präsentiert sich als eine Art Finnland in der Nussschale: Dichte Wälder, glasklare Seen und weite Flächen unberührter Natur – ein Eldorado für Wanderer und Kanufahrer! Hier und da eine Hütte mitten in der Wildnis, aus der Rauch aufsteigt. Drinnen  wird der hungrige Gast zu einer Mahlzeit vom Feinsten eingeladen: Frisch gegrillter Lachs und als Nachtisch Beeren aus dem Wald. Dazu quellfrisches Wasser. Der Tag findet sein Ende in einer urtypischen finnischen Sauna. Anschließend ein erfrischendes Bad im kalten Wasser des nahe gelegenen Sees, und schöne Träume sind garantiert.

Nächste Station ist Turku,  Finnlands älteste Stadt, in der auch bekanntlich der Weihnachtsmann zu Hause ist. Im Sommer begegnet man ihm allerdings nicht, sondern erfreut sich an Schloss und Dom, besucht das Sibelius-  und Seefahrtmuseum  und landet schließlich neben dem Dreimaster „Suomen Joutsen“ am östlichen Flussufer der Aura.

Grillen in einer Waldhütte

Naantali bildet den Schlusspunkt unserer Tour. In dieser gemütlichen Kleinstadt unterhält der amtierende finnische Präsident seine von einem schönen Park umgebene Sommerresidenz „Kultaranta“. Ein vergleichsweise bescheidener Herrensitz, der so ganz der Wesensart der Finnen entspricht. Prunk und Protz passen einfach nicht zu der sympathischen Bevölkerung dieses Landes. Als größte Attraktion Naantalis gilt die „Muminwelt.“ Die von der finnisch-schwedischen Autorin Tove Jansson erdachten nilpferdähnlichen Trollwesen begeistern auch heute noch Jung und Alt. Tipp: Unbedingt hingehen!

www.visitfinland.com/