Das Glitzerimperium von Wattens – die Swarowski Kristallwelten

Dieser Artikel erschien am 31. Juli in Schleswig-Holstein am Sonntag

von Uta Buhr

Kristallwolke
Kristallwolke

Es ist früher Morgen. Die Tautropfen auf den Wiesen glitzern mit den Kristallen um die Wette, welche in die aus grauem Drahtgeflecht bestehende Wolke eingewebt sind. Das Kunstwerk schwebt über den Swarovski Kristallwelten, die sich heute über eine Fläche von insgesamt 7,5 Hektar erstrecken. Der Magie des 1995 vom genialen Künstler und Schöngeist André Heller anlässlich des hundertjährigen Jubiläums der Kristallmanufaktur im idyllischen Inntal geschaffenen Glitzerwelt kann sich kaum ein Besucher entziehen. Inzwischen ist ihre Zahl auf jährlich 850.000 angewachsen. Tendenz steigend.

Bergriese mit Kristallaugen
Bergriese mit Kristallaugen

Gegen Mittag strahlt die Sonne von einem azurblauen Himmel. „Ein Wetter wie’s sich g’hört für die Kristallwelten“, freut sich eine Mutter aus Wien, die ihren Kindern während der Ferien in Tirol etwas Besonderes zeigen möchte. Die zwei Jungen fühlen sich sofort zu dem grünen Riesen hingezogen, der gleich einem Berggott über dem Areal thront und einen breiten Wasserstrahl in ein großes Becken speit. Selbst bei trübem Wetter funkeln seine Kristallaugen wie Brillanten. Die Szene hat etwas Mythisches und erinnert an Adalbert Stifters Novelle „Bergkristall“, in der ein Geschwisterpaar sich in die geheimnisvolle Bergwelt Tirols verirrt und dort sein „blaues Wunder“ erlebt.

Kobaltblau ist die Wand der in mystisches Halbdunkel getauchten blauen Wunderkammer – Kammer Nummer eins – mit den phantastischen Exponaten weltberühmter Künstler wie Keith Haring, Niki de Saint Phalle und Andy Warhol. Ahs und Ohs entlockt den Besuchern der Hengst Chetak in seinem prächtigen Zaumzeug. Gleichermaßen fasziniert der Anblick des Centenar, des größten von Hand geschliffenen Kristalls der Welt mit hundert Facetten. Umgerechnet dürfte diese Pracht etwa 310.000 Karat entsprechen. Nicht minder beeindrucken das „Mechanical Theater“ mit seinen bizarren Figuren und das „Silent Light.“ Letzeres entführt uns in eine Welt kristalliner Schneeflocken. Die „Eisgasse“ wiederum ist ein von Computern animierter Weg. Setzt man einen Fuß an den Boden, entstehen kristalline Spuren. Leises Knistern und Knacken vermitteln dem Besucher das Gefühl, sich auf einer Eisfläche zu bewegen.

Wunderkammer mit Big Ben
Wunderkammer mit Big Ben

Der Rundgang durch die sechzehn Wunderkammern raubt manchem schier die Sinne. „Soviel Glitter war noch nie“, erklärt dann auch das Damentrio aus Graz. „Man weiß gar nicht mehr, wo einem der Kopf steht.“ Die Vielfalt der in allen Facetten des Regenbogens blitzenden Kristalle versetzt die Besucher in einen Rausch. Absolute Highlights sind „Eden“, ein verspiegeltes Labyrinth“, „Famos“, das die fragilen kristallenen Miniaturen des Taj Mahal, der Cheops Pyramide und des Empire State Building darstellt, sowie „55 Million Crystals“, ein Exponat, in dem das Kristall mittels Musik und gemalten Bildkompositionen zu einem einzigartigen Objekt verschmilzt.

Die Swarovski Kristallwelten sind ein bis ins letzte Detail durchkomponiertes Kunstobjekt. So kommt auch die Kulinarik in dem Licht durchfluteten „Daniels Kristallwelten Café und Restaurant“ nicht zu kurz. Wie wäre es mit einer Jause nach einem mehrstündigen Rundgang durch Wunderkammern und Garten? Das Speisenangebot ist vielfältig und köstlich. Sehr empfehlenswert sind die Torten, die buchstäblich auf der Zunge zergehen. So gestärkt macht das Shoppen in der Boutique noch einmal soviel Spaß. Denn wer möchte nicht mit einem der anmutigen Schmuckstücke aus der Swarovski-Kollektion nach Hause zurückkehren!

www.swarovski.com/kristallwelten

Autor: Maren Schönfeld

Maren Schönfeld *1970, lebt in Hamburg und schreibt seit 1992 Lyrik, Prosa und Sachtexte. Veröffentlichung von Gedichtbänden und Sachbüchern. Mitglied im Verband deutscher Schriftsteller, der Hamburger Autorenvereinigung, der Deutschen Haiku-Gesellschaft und der Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik in Leipzig.