Ich und die Anderen

Von Hans-Peter Kurr & Lena Ahlreip

Höchst gelungenes Schauspiel-Experiment in Lübecks Combinale-Theater

Auf der Flucht vor dem zerfallenden Haus und den verwandten Seelen: Tommaso, der Hochbeabte. Foto: Theater Combinale-Dramaturgie

Einen wahrhaft erschütternden Theaterabend bot das experimentiermutige Lübecker Theater Combinale seinem Publikum ( und kündet glücklicherweise eine Wiederaufnahme derselben für das Jahr 2016 an ) :
Die Dramatisierung des aufwendigen Matt-Ruff-Romanes „Ich und die Anderen“ ( in Uli Haussmanns Bühnenfassung) und der kongenialen Inszenierung des vielseitigen Hamburger Regisseurs und Schauspielers Erik Schaeffler mit einem unfaßbar begabten Darsteller-Ensemble ( Jantje Billker, Tommaso Cacciapuoti, Mignon Remé, Sigrid Dettlof, „Ich und die Anderen“ weiterlesen

»Gerecht, aber unnötig«

erschienen in der PAZ von Dr. Manuel Ruoff
Vor 160 Jahren fiel in Sewastopol die militärische Vorentscheidung des Krimkrieges

Als einen „gerechten, aber unnötigen Krieg“ bezeichnete der britische Politiker Benjamin Disraeli den Krimkrieg, von dem sein Kollege, Landsmann und Zeitgenosse George Villiers meinte, man habe sich in ihn „hineintreiben lassen“. Wie heute stand auch damals die Krim im Fokus eines Konfliktes der Westmächte mit Russland und es lohnt einen Vergleich.

Anders als heute war damals die Krim nicht Streitobjekt, sondern Kriegsschauplatz. Dass die Westmächte die Entscheidung fernab Mitteleuropas suchten, lag an einem weiteren Unterschied zu heute. Damals war in Deutschland die Außenpolitik noch nicht von den Interessen des Westens bestimmt. Deutschland beziehungsweise die deutschen Staaten taten deshalb das, was unabhängige Länder gemeinhin tun, wenn ihre Interessen nicht berührt sind: Sie verhielten sich neutral. Die „»Gerecht, aber unnötig«“ weiterlesen