Bismarcks Partner im Zweibund

Von Dr. Manuel Ruoff

erschienen in der PAZ
Gyula Andrássy brachte es vom in effigie hingerichteten Revolutionär bis zum Außenminister einer Großmacht
Wer bei der „Sissi“-Trilogie beim zweiten Teil „Sissi – Die junge Kaiserin“ oder aber im Geschichtsunterricht beim Thema Berliner Kongress aufgepasst hat, kennt
Gyula Andrássy. Vor 125 Jahren ist der ungarische Graf gestorben.

Gyula Graf Andrássy von Csík-Szent-Király und Kraszna-Horka stand seinem Herrscherhaus, den Habsburgern, ambivalent, hingegen den Preußen gleich in doppelter Hinsicht positiv gegenüber. Beides resultierte aus seinem ungarischen Nationalismus, den er mit vielen anderen Angehörigen der ungarischen Oberschicht seiner Zeit teilte. „Bismarcks Partner im Zweibund“ weiterlesen

Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist…

Von Hans-Peter Kurr

Edles Erleben von Benjamin Brittens „Curlew River“ in der Kultur Kirche Altona

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Die Brachvögel und ihr Fährmann (stimmgewaltig: Andreas Heinemeyer )

Diese Geschichte hat antik-mystische Tiefe . Dabei ist es bei einmaligem Hören dieser einzigartigen Komposition Benjamin Brittens mit dem Handlungstitel „Curlew River“ , die jetzt als Diplomarbeit der Regieabsolventin Rahel Thiel des hamburgischen Studienganges Musiktheater-Regie in der Kultur Kirche Altona gezeigt wurde, ziemlich schwer, rosenkreuzerische, kabbalistische, gregorianische und im japanischen No-Theater gründende Wurzeln zu entdecken (obwohl sie eine nachgerade geniale Mixtur darstellen) oder gar auseinanderzuhalten. „Wenn die Musik der Liebe Nahrung ist…“ weiterlesen

“Candida, a Mystery in three Acts” by George Bernhard Shaw at the English Theatre of Hamburg

By Uta Buhr

Candida
Candida

Rejoice habitués of the English Theatre of Hamburg! George Bernhard Shaw’s heart-warming comedy “Candida” that premiered at the TET on Thursday, February 19, is just the right thing for a dark and rainy evening in the dead of winter. Shaw, the enfant terrible of the British literary scene in the prudish Victorian era, wrote this play in 1894. “Candida” is one of Shaw’s plays categorised by him as “pleasant” in contrast to those named “unpleasant.” It is set in the north-east London St. Dominic’s Parsonage, depicting the marital relationship between Reverend James Morell who „“Candida, a Mystery in three Acts” by George Bernhard Shaw at the English Theatre of Hamburg“ weiterlesen

“Candida, ein Mysterium in drei Akten ” von George Bernhard Shaw im English Theatre of Hamburg

Von Uta Buhr

Candida
Candida

Endlich wieder ein Klassiker auf der Bühne an der Mundsburg! George Bernhard Shaws geistreiche Komödien kamen von jeher beim Publikum des English Theatre gut an. Man denke nur an die von der Presse hoch gelobte Inszenierung von „Mrs. Warren’s Profession“ vor einigen Jahren. Der Autor schrieb „Candida“ 1895, kurz nachdem er seine spätere Ehefrau Charlotte Payne-Townshend kennengelernt hatte. Vielleicht war es die Liebe zu der Gleichgesinnten – Charlotte war „“Candida, ein Mysterium in drei Akten ” von George Bernhard Shaw im English Theatre of Hamburg“ weiterlesen

Uwe Friesel: „Zwischen allen Stühlen oder Soll man in Krähwinkel stets das Maul halten?“ Das neue Buch mit Essays aus vier Jahrzehnten Deutschland

Von Urs Wiefele

Uwe Friesel stellte in der Hansestadt Salzwedel sein neues Buch vor.

Zwischen allen Stühlen ist der Platz des freien Autors

Der Autor, von Journalisten umlagert bei der Vorstellung seines neuen Buches im Kulturhaus der Hansestadt Salzwedel
Der Autor, von Journalisten umlagert bei der Vorstellung seines neuen Buches im Kulturhaus der Hansestadt Salzwedel

…ist ein aufmüpfiger und selbstbewusster Titel, wenn man bedenkt dass das Wort „Essay“, vom Altfranzösischen essai abgeleitet, zur Zeit seines Erfinders
Montaigne (1533 bis 1592) vielmehr Vorsicht, Rücksicht und verdecktes Fragen meinte. Ein Essay sei ein bloßer Denkversuch, keineswegs die Behauptung einer Wahrheit, definierte Montaigne, um den Folgen der gefährlichen Dogmen der Kirche, die seinem vogelfreien Denken diametral entgegenstanden, nicht schutzlos ausgeliefert zu sein. Nietzsche, der 300 Jahre später am radikalsten an den Dogmen rüttelte, bewunderte in ihm einen frühen Vorgänger, ohne den modernes aufgeklärtes Denken und Schreiben gar nicht möglich sei. „Uwe Friesel: „Zwischen allen Stühlen oder Soll man in Krähwinkel stets das Maul halten?“ Das neue Buch mit Essays aus vier Jahrzehnten Deutschland“ weiterlesen

Chance für Agrarwirtschaft: Mehr Bio-Ökonomie – weniger Bürokratie !

Von Dr. Immo H. Wernicke

BM Schmidt übergibt im Auswärtigen Amt in Berlin das Abschlusskommuniqué  an FAO-Generaldirektor da Silva und Agrarminister Eker für die Türkische Ratspräsidentschaft der G 20 am 17.01.2015
BM Schmidt übergibt im Auswärtigen Amt in Berlin das Abschlusskommuniqué an FAO-Generaldirektor da Silva und Agrarminister Eker für die Türkische Ratspräsidentschaft der G 20 am 17.01.2015

Chance für Agrarwirtschaft: Mehr Bio-Ökonomie – weniger Bürokratie !
Das forderte Bauernpräsident Joachim Rukwied von der EU-Kommission und vom neuen Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zur Eröffnung der Internationale Grüne Woche im Januar 2015 in Berlin. Der Bundeslandwirtschaftsminister begrüßte zur weltweit größten Agrarmesse nicht nur Landwirte und Vertreter der Landwirtschaft und der Ernährungsindustrie sondern auch wieder zahlreiche Agrarminister, sowie die EU-Kommissare für Agrar und Umwelt und die Direktoren von FAO* und Weltbank. Er erklärte das neue Konzept der Bio-Ökonomie und die Verbesserung der Rahmenbedingungen durch Abbau von Überregulierungen und Förderung von Innovationen und Technologien in der Landwirtschaft zur Chefsache. „Chance für Agrarwirtschaft: Mehr Bio-Ökonomie – weniger Bürokratie !“ weiterlesen

Autorenlesung „Von Gletschern, Glut und atlantischen Perlen“

Aus dem Kalender

Autorenlesung: Von Gletschern, Glut und atlantischen Perlen

Wolf Ulrich Cropp und Joachim Frank lesen aus ihren Werken.
Ein Abend der Reiseliteratur.
 Gletscher und Glut
Wolf-Ulrich Cropp, Autor vieler Bücher, Kurzgeschichten und Features, Mitglied des Club of most traveled peoples und Vorstandsmitglied der HAV, berichtet Spannendes von seinen Reisen durch Alaska und Afrika und liest aus seinen Büchern, die das Land des Eises, der Bä-ren und Wölfe und die Gluthitze des Schwarzen Erdteils zum Thema haben.
 Atlantische Perlen
Joachim Frank: Wie Perlen einer in den Atlantik geglittenen Kette sieht die Insel-gruppe aus der Luft aus, und sofort asso-ziiert man Bilder von palmengesäumten Stränden und friedvoller Romantik. Aber die Kapverden haben viel mehr zu bieten, denn sie besitzen ein landschaftlich, kultu-rell und historisch ganz eigenes Profil, das sich auf Fahrten und Wanderungen an atemberaubenden Steilküsten, durch schroffe Fels- und Vulkanlandschaften oder fruchtbare Täler erleben lässt.
When: Do M�rz 5 19:30 - 00:00
Where: Logensaal der Hamburger Kammerspiele, Hartungstr. 9-11

Feine hanseatische Demokratie

Eine Glosse von Uta Buhr

Heute Morgen lag mir der Erste Bürgermeister der Stadt buchstäblich zu Füßen! Nein, natürlich nicht Olaf Scholz persönlich, sondern das Plakat mit seinem lächelnden Konterfei. Rohe Hände hatten es vom Laternenpfahl gerissen und einfach vor unsere Haustür geworfen. Obgleich ich keine SPD-Wählerin bin, habe ich das Plakat ordnungsgemäß an seinem angestammten Platz wieder aufgerichtet. Wie es sich für einen gesetzestreuen Bürger gehört.

Zurzeit toben in meiner sonst so ruhigen Nachbarschaft erbitterte Kämpfe um den Einzug ins Hamburger Rathaus. Da wird kein Kandidat geschont, egal welcher Partei er angehört. Der attraktiven Katja Suding von der FDP wuchsen über Nacht Vampirzähne, und dem CDU-Mann verpasste man kurzerhand eine rote Clownsnase mit der Unterschrift: „Es ist Karneval du Depp.“ Während dieser Ausspruch einer gewissen Originalität nicht entbehrt, ging es den Damen und Herren der anderen Partei so richtig an den Kragen. Manche Plakate wurden dermaßen zerstört, dass jetzt kaum noch ein Gesicht darauf zu erkennen ist. Der Wahlwerbung der Grünen erging es besonders schlecht. Das Plakat wurde in seine Einzelteile zerlegt und auf der Straße „entsorgt.“ „Feine hanseatische Demokratie“ weiterlesen

Black Swan – Kultur- und Entwicklungspsychologie im Film

von Götz Egloff

Black-Swan-Poster
Black-Swan-Poster

Der Spielfilm Black Swan von Darren Aronofsky bildet in besonderer Weise die spätadoleszente Entwicklung der Protagonistin Nina mit ihren Anforderungen und ihren Schwierigkeiten ab. Doch nur wenige der zahlreich erschienenen Interpretationen dieses erfolgreichen Films betten diese in einen kulturpsychologischen Kontext ein. Das Lebensalter zwischen 15. und 25. Lebensjahr hält nicht nur ungewöhnlich viele Herausforderungen in der Entwicklung bereit, die Entwicklung selbst unterliegt gleichermaßen zeitlich-gesellschaftlich bedingten Einflüssen. So beginnt die Adoleszenz-Phase heutzutage nicht nur deutlich früher als noch vor wenigen Jahrzehnten, sondern sie dehnt sich oft bis weit über das Ende der Studien- bzw. Ausbildungszeit hinaus aus. Black Swan stellt gewissermaßen einen filmischen Entwicklungs- oder Bildungsroman wie z.B. Der Nachsommer von Adalbert Stifter (1857) oder Das Parfüm von Patrick Süskind (1985) dar. Als filmische Erzählung bewegt der Film sich in seiner mitunter surrealen Bildsprache nahe an Nacht und Traum, wie Dirk Blothner „Black Swan – Kultur- und Entwicklungspsychologie im Film“ weiterlesen

Ein Fest der Sinne – Witka Kova stellt ihr Werk aus

Von Uta Buhr

Am 22. Januar lud das Generalkonsulat der Republik Polen zu einer bemerkenswerten Vernissage ein. Witka Kova präsentierte in den Räumen der Residenz in der Maria-Louisen-Straße eine Auswahl ihrer Aquarelle.

Auf der Elbe
Auf der Elbe

Die Künstlerin ist, wie es scheint, nahe am Wasser gebaut. Um allen Missverständnissen vorzubeugen – die attraktive dunkelhaarige Frau ist keine Heulsuse. Sie hegt vielmehr eine Vorliebe für Sujets, die am oder im Wasser liegen. Traumhaft im wahrsten Sinne sind ihre Hafenbilder. Unter einem von Nebelschwaden verhangenen Himmel ankern große Pötte in der Elbe, spiegeln sich die Docks von Blohm & Voss in den Fluten des Stromes. Auch die Backsteinbauten der Hamburger Speicherstadt mit ihren Türmchen und Zinnen haben einen festen Platz in Witka Kovas Oeuvre. Ihrer Wahlheimat Hamburg fühlt sich die in Polen geborene Künstlerin ebenso verbunden wie der Lagunenstadt Venedig, der sie eine Serie „Ein Fest der Sinne – Witka Kova stellt ihr Werk aus“ weiterlesen