Premiere von „Sonny Boys“ im Ernst Deutsch Theater in Hamburg

Von Hans-Peter Kurr

Gelungener Star-Abend mit Neil Simon-Superwerk

Ein seltsames Paar, diese Sonny Boys

Diese Komödie ist d e r Renner, auch in Hamburg: Gleich dreimal konnten wir Neil Simons Meisterwerk in geringem Zeitabstand auf den Bühnen der Hansestadt erleben: Im Winterhuder Fährhaus mit Peter Striebeck und Ralf Schermuly, im St. Pauli Theater mit Garbers und Redl, nun, in der meisterlich- originellen Inszenierung Gerd Heinz‘ mit Charles Brauer und Werner Rehm an der Mundsburg.

Eine minimale kritische Anmerkung sei erlaubt :
Heruntergekommene Hotels für bettelarme alte Künstler wie Willi Clark, den ehemaligen Starkomiker, finden sich nirgends in Europa, in beträchtlicher Fülle aber in New York. Weshalb „Premiere von „Sonny Boys“ im Ernst Deutsch Theater in Hamburg“ weiterlesen

„Wrapped Tank“ ein Christo-Plagiat oder westliche Militärhilfe für die Ukraine ?

Eine Glosse von Immo H. Wernicke

„Wrapped Tank“, ein verhüllter sowjetischer T 34 am „Unwrapped Reichstag“ im Herbst  in Berlin
„Wrapped Tank“, ein verhüllter sowjetischer T 34 am „Unwrapped Reichstag“ im Herbst in Berlin

Am 9. November feierten am Brandenburger Tor Liedermacher Udo Lindenberg, Wolfgang Biermann und die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel mit einigen 100.000 Zuschauern vor Ort den „Fall der Mauer“. Vor 25 Jahren war die Mauer an diesem Novembertag 1989 zwar durchlässig gemacht, aber nicht, wie von US-Präsident Ronald Reagan gefordert, eingerissen worden.
Vor rund 20 Jahren, im Sommer 1995, begeisterten Christo und Jeanne-Claude die Welt mit ihrem Kunstprojekt „Wrapped Reichstag“, das mit einer glitzernden Spezialfolie verhüllten Reichstagsgebäude. Tausende von Berlinbesuchern bestaunten und fotografierten „„Wrapped Tank“ ein Christo-Plagiat oder westliche Militärhilfe für die Ukraine ?“ weiterlesen

Die Kräne

Foto: Maren Schönfeld
Foto: Maren Schönfeld

von Maren Schönfeld

Die Kräne ragen nicht in die Wolken, sie tragen die Wolken, die sich wie riesige Kissen übereinander türmen, zwischen denen eine Lücke Licht blitzen lässt, ein Loch im Stoff oder nur eine poröse Stelle.

Die Kräne ragen nicht über die Schiffe, sie halten die Schiffe am Kai mit Containerarmen, Greifhänden halten sie sie, schmiegen sich Riesen an die Mauern für ein paar Stunden, bevor die See sie zurückholt und die Kräne einsam am Kai stehen wie Liebhaber, die man versetzt hat, und den Fluss entlangschauen mit erwartungsvollem Blick und am Kai entlangwandern. „Die Kräne“ weiterlesen

„Anyone for Breakfast?“ The New Play at the English Theatre of Hamburg

By Uta Buhr

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Are you the new cleaning-woman for upstairs?

What a pity that Britain’s great playwright Derek Benfield is no longer with us. Most unfortunately he died in 2009 at the age of 83 years. Otherwise, we could look forward to a lot of new hilarious plays such as “Anyone for Breakfast?” that just premiered on the Mundsburg stage.

This comedy, set in Shirley und Gilbert’s country house near London has all the classic ingredients of the genre: there are numerous doors through which the actors pass to and fro, usually just missing each other or hiding from each other, thus complicating the plot. Jane, a married woman and a close friend of Shirley’s, tries to seduce young attractive Mark who is shocked by the idea to have an affair with the wife of another man. „„Anyone for Breakfast?“ The New Play at the English Theatre of Hamburg“ weiterlesen

„Anyone for Breakfast?“ Die neue Premiere am English Theatre of Hamburg

Von Uta Buhr

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Sind Sie die neue Putzfrau für die oberen Räume?

Wenn je einer sein Handwerk verstand, Komödien zu schreiben, die das Publikum von Anbeginn in ihren Bann ziehen, dann der britische Autor und Schauspieler Derek Benfield. Dies gilt auch für sein jüngst auf die Mundsburger Bühne gebrachtes Stück „Anyone for Breakfast?“, dessen deutscher Titel „Auf die Plätze fertig, lo…ve“ die Handlung wesentlich konkreter umschreibt als das englische Original. Denn hier wird das Liebesleben von sechs Personen der britischen Mittelschicht zelebriert wie ein sportlicher Wettbewerb. Sex mit dem antrauten Partner oder außereheliche Liebelei? Benfield hat ein Bäumchen-wechsel-dich-Spiel mit allen Raffinessen „„Anyone for Breakfast?“ Die neue Premiere am English Theatre of Hamburg“ weiterlesen

„Noseland“

Von Ariane de Melo
Klassische Musik mal… zugänglich

Sebastian Leitner, Aleksej Igudesman, Sabina Hasanova - ChrisNemes Noseland
Sebastian Leitner, Aleksej Igudesman, Sabina Hasanova – ChrisNemes Noseland

Als nicht begeisterte Dokumentarfilm-Zuschauerin, betrat ich das gemütliche B-Movie Kino auf St. Pauli, um die hamburgische Premiere des Films „Noseland“ anzuschauen. Ein Dokumentarfilm. Über klassische Musik. Es waren gemischte Gefühle.
Dann wurde ich überrascht. Und zwar positiv.
Mit viel Witz, Ironie – und seine Freunde fast zur Verzweiflung treibend – leitet uns Regisseur und Violinist Aleksey Igudesman auf eine sehr sympathische Weise durch die Kulissen des klassischen Musik-Festivals „Julian Rachlin and Friends“, im märchenhaft schönen Dubrovnik, Kroatien. „„Noseland““ weiterlesen

Falsches Vorurteil

Eine Glosse von Uta Buhr

Die Nachmittagsvorstellungen in unseren Theatern erfreuen sich bei Senioren großer Beliebtheit. Und dies besonders in der dunklen Jahreszeit.
„Ich finde das ganz toll“, freut sich Tante Irma. „Da kommt man immer noch im Hellen nach Hause.“ Weniger begeistert war sie allerdings, als vor Kurzem eine ganze Schulklasse den Rang stürmte. Und das fünf Minuten nach Beginn der Vorstellung. Die jungen Leute knisterten mit Bonbonpapier und kommentierten manche Stellen der Handlung ziemlich lautstark. „So etwas hat es zu meiner Zeit nicht gegeben“, tadelte Irma. „Damals verhielt man sich ruhig und diszipliniert an seinem Platz. Die Jugend von heute hat gar keine Manieren.“ „Falsches Vorurteil“ weiterlesen

Das Schwein ist auf der Autobahn

eine Glosse von Johanna Renate Wöhlke
erschienen im Hamburger Abendblatt
„Das Schwein ist noch auf der Autobahn!“ Gerd sagt das mit einem lachenden Gesicht in die Runde. Das Schwein auf der Autobahn? Er meint doch nicht etwa irgendeinen Menschen, den er nun gar nicht mag und dem er diesen „Ehrentitel“ angedeihen lässt? Nein, Gerd meint ein richtiges Schwein, ein gebratenes, Teile davon.
Hier sitzen nämlich viele Gäste und warten darauf, dass die Sommerkälte dieses Nachmittags durch innere Wärme vertrieben wird – angespornt durch heiße Getränke und stärkendes, heiß dampfendes Essen. Es ist nämlich Richtfest. Ein neues Haus wächst seiner Bestimmung entgegen.

„Das Schwein ist auf der Autobahn“ weiterlesen

Das Ende der Dänenherrschaft

erschienen in der PAZ, von Dr. Manuel Ruoff

Vor 150 Jahren gingen Schleswig, Holstein und Lauenburg an die beiden deutschen Großmächte über
Der Deutsch-Dänische Krieg von 1864 endete mit dem Frieden von Wien. In ihm trat der dänische König Christian IX. seine Herzogtümer Schleswig, Holstein und Lauenburg an die Herrscher Österreichs und Preußens ab.

Wegen seiner Gleichgewichtspolitik unterstützte Großbritannien in der Schleswig-Holstein-Frage das kleinere Dänemark gegen das größere Deutschland. So wurde 1852 auf einer in seiner Hauptstadt tagenden internationalen Konferenz der fünf Großmächte und der zwei skandinavischen Staaten Dänemark und Schweden das Londoner Protokoll beschlossen, dem zufolge entgegen dem „Das Ende der Dänenherrschaft“ weiterlesen

Böses Erwachen

Eine Glosse von Lilo Hoffmann

Was war das nur für ein Oktober. Reichlich Sonnenschein und öfter mal Temperaturen über 20 Grad. Ist das nun die Klimaerwärmung oder hatte Petrus einfach nur gute Laune?
In einer Zeit, in der wir in anderen Jahren schon vor Kälte bibberten, Autos vom Schnee befreiten und die alljährlich wiederkehrende Schlagzeile „Blitzeis – Tausende kamen zu spät zur Arbeit“ die Runde machte, sonnten wir uns in Parks und an der Elbe, starteten leicht bekleidet zur Radtour, bevölkerten Eiscafés und Biergärten und liefen mit hochgekrempelten Ärmeln – die Jacke über den Arm tragend – durch die Gegend.
Da war so mancher Sommer kühler und nasser als dieser Herbst. Und dann die wunderbaren ersten Novembertage, an denen die Temperaturen noch einmal in die Höhe schnellten.
Allmählich ist es etwas frischer geworden. Doch ich träume davon, dass der ganz große Kälteeinbruch auf sich warten lässt. Ich weiß, das böse Erwachen kommt bestimmt.
Irgendwann empfangen mich Sturm und Hagel, wenn ich morgens vor die Tür trete. Mein Auto springt nicht an, weil die Nacht so frostig war und auf der Titelseite der Zeitung steht: „Blitzeis – Tausende kamen zu spät zur Arbeit.“