Hamburger Autorenvereinigung trauert um Gerlind Fischer-Diehl

Von Johanna Renate Wöhlke

Gerne veröffentlichen wir an dieser Stelle den Nachruf auf Gerlind Fischer-Diehl, langjähriges Vorstandsmitglied und Ehrenmitglied der Hamburger Autorenvereinigung.

Gerlind Fischer-Diehl
Gerlind Fischer-Diehl

Wie erst jetzt bekannt wurde, verstarb das langjährige Vorstandsmitglied Gerlind Fischer-Diehl am 25. Juni nach langer schwerer Krankheit. Sie wurde 76 Jahre alt. 

Gerlind Fischer-Diehl brachte über viele Jahre an der Seite ihres Lebensgefährten Gabriel Laub wichtige Impulse in die Arbeit des1977 gegründeten Hamburger Schriftstellerverbandes. Die „Literarischen Salons“,
die beide begründeten, waren legendär. Gerlind Fischer-Diehl war ein starke Persönlichkeit und auch bis auf das letzte Jahrunübersehbar auf Veranstaltungen und Empfängen der Hamburger Kulturszene.

Gino Leineweber, Vorsitzender der Hamburger Autorenvereinigung: “ Gerlind Fischer -Diehl bestritt viele Lesungen mit großem Erfolg und ihre Spruchsammlung ( „Toleranz ist manchmal Feigheit. Aber Intoleranz deswegen noch kein Zeichen von Mut“- „Zur Familie gehörten auch die Sklaven- später nannte man sie Hausfrauen“) zeigt auf eine hellwache, lebenserfahrene Person, die auch streitbar war, wenn es die Sache erforderte. 

Sie erlebte die Krankheit und den Tod unserer Gründerin und Ehrenvorsitzenden Rosemarie Fiedler Winter vor 1 1/2 Jahren, mit der sie bis dahin oft Seite an Seite auftrat, um wenig später selbst schwer zu erkranken. 
Wir werden Gerlind Fischer-Diehl, die vor einem Jahr Ehrenmitglied 
in unserem Vorstand wurde, sehr vermissen.“

Gerlind Fischer-Diehl

Biografie

Im Kreise von Kollegen 2010 in Hamburg
Im Kreise von Kollegen 2010 in Hamburg

Gerlind Fischer-Diehl wurde in Mainz geboren. Nach dem Abitur studierte sie Gesang und lebte von 1973 – 1976 in den Vereinigten Staaten. Seit 1982 ist sie Autorin von Lyrik, Satiren, Aphorismen, Kurzgeschichten und Kindergeschichten. Gerlind Fischer-Diehl ist verheiratet und hat zwei Kinder.
Sonstige Aktivitäten
Veröffentlichungen:
1983: „Mundvorrat“ (Lyrik; Piezo-Verlag)
1987: „Alles Liebe, Eurer Vater“ von Patrick Conolly (Übersetzung aus dem Amerikanischen; Papyrus-Verlag)
1989: „Lebemann und Mauerblümchen“ (Aphorismen, Goldmann-Verlag)
1998: „Ein Lächeln zwischen den Zeilen“ (Gedenkbuch für Gabriel Laub; LangenMüller)
2007: „Die Marskatze“ (Kinderbuch; BOD)
Veröffentlichungen
Veröffentlichungen:
Bücher: „Mundvorrat“ (1983), „Lebemann und Mauerblümchen“ (1988), „Ein Lächeln zwischen den Zeilen“ (1998), „Die Marskatze“ (2007).
Veröffentlichungen in Zeitungen, Magazinen, im Rundfunk und im WDR sowie in zahlreichen Anthologien.
Übersetzung aus dem Amerikanischen: „Alles liebe, Euer Vater“ von Patrick Connolly (1987).

Gruppenfoto: Johanna R. Wöhlke

 

 

Ein Gedanke zu „Hamburger Autorenvereinigung trauert um Gerlind Fischer-Diehl“

  1. Liebe Johanna,
    vielen Dank für den Beitrag über unsere Kollegin Gerlind.
    Mit Bestürzung habe ich seoben vom Tod Gerlind Fischer-Diehls erfahren. Ich kannte die Kollegin seit langem Während meiner Zeit bei der Welt/Welt am Sonntag sah ich sie jedes Jahr an unserem Stand auf der Frankfurter Buchmesse. Auch ihre Lesungen habe ich gern mit Freunden besucht. Sie war nicht nur ein sehr charmante Frau, sondern zudem eine exzellente Schreiberin und Aphoristikerin, die mit ihren griffigen Formulierungen stets den Nagel mitten auf den Kopf traf.
    Ihre lange schwere Krankheit hat sie mit der ihr eigenen Haltung getragen.
    Requiescat in pace, liebe Gerlind.

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