Mit Liebe zum Aquarell und zur Natur: Witka Kova

 von Dr. László Kova

Bauernrosen
Bauernrosen

Die Saison der Frühlingsaustellung 2014 wurde in der Galerie NewLivingHome am 13. März mit Blumenmotiven von Witka Kova eröffnet. Zur Vernissage erschien ein großer Publikumskreis und würdigte die präsentierten Aquarelle von der Künstlerin, die sie in letzteren Jahren gemalt hatte. Die frischen Motive mit ihren intensiven Farben passen zu der Jahreszeit.

Vor den zart gemalten Blumenmotiven stehend denkt man an den französischen Erzähler und Novellisten  Guy de Maupassant (1850-1893), der sagte: Das schöne Gehen einer Frau sei Musik in den Augen. Ja, die Aquarelle der Ausstellerin Witka Kova erzeugten symbolisch in den Ohren der Betrachter  eine sehr schöne Musik.

Witka Kova wurde in Sensburg in Masure/Polen geboren. Sie war schon als kleines Mädchen von der form- und farbenprächtigen Welt der masurischen Landschaft fasziniert. Ihre ersten Bilder: Stillleben und Landschaften,  fertigte sie mit Stiften an. Während des Studiums für Architektur zeichnete sie intensiv ihre Bilder weiter. Mit wachsender Sicherheit widmete sie sich später auch anderen Materialien, wie z.B. Kohle, Pastell- und Ölkreide, Aquarell und Acryl. In ihrem Schaffensprozess ist ihr Material immer mehr das zarte Aquarell mit seinen vielfältigen künstlerischen Gegebenheiten geworden.

Nachdem sie dann in Hamburg mit den weltberühmten österreichischen Aquarellisten Bernhard Vogel zusammen gemalt hatte, war sie vom Aquarell nicht mehr zu trennen.

Der Ausgangspunkt ihrer Malerei liegt in der Natur: Drum geht sie in die Wälder, Gärten und Parkanlagen  spazieren, sie hält sich gern an den masurischen Seen, an der Ost- und Nordsee, aber ebenso an der Donau oder am Elbufer auf. Sie ist „hungrig“ aufs Sehen. Wenn der Frühling kommt, spürt sie eine ungeheure Unruhe, sie muss  in die Ferne, etwa wie die Zugvögel.  Sie sammelt überall ihre Eindrücke, die sie in zarten Farbabstufungen äußerst kreativ und emotionsreich in Aquarell umsetzt.

Ihre Aquarellgemälde bauen sich Schicht auf Schicht im gekonnten, sorgfältigen und behutsamen Malprozess auf: im konzentrierten und zeitaufwendigen Malprozess!

Lilien in Vase
Lilien in Vase

Das Aquarell muss unter ihrem Pinsel mutig fließen. Wie der griechische Philosoph Heraklit (535-475 v. Chr.) in einem anderen Zusammenhang sagte: Panta  rhei, also alles fließt.  Und dieses Fließen steuert sie, damit das Aquarell in die gewillte Form und Farbnuance einen eindeutigen Ausdruck gewinnt.

So lange wird gemalt, bis die transparente Aquarellfarbe den bildnerischen Inhalt in eine besondere Farbspiegelung bringt. Eben dieses verlangt besondere Malkenntnisse. Und sie beherrscht die. Dem Zufall wird nichts überlassen.

Bei der Bildbetrachtung sucht man auch ungewollt nach dem Dialog mit ihren Bildern. Man wartet darauf, dass die Farbnuance und die feinen Farbabstufungen den Bildbetrachter ansprechen. Dann versteht man den tiefgreifenden Sinn des nachstehenden Satzes: „Wo die Worte aufhören, fängt die Kunst an.“

Witka Kova liebt die wunderbare Natur. So wie der französische Romancier Honoré de Balzac (1799-1850) kund tat: „Liebe zur Natur ist die einzige Liebe, die menschliche Hoffnung nicht enttäuscht.“ Und diese Liebe und noch mehr vermitteln die Aquarelle von der Künstlerin.  Ihre Aquarellgemälde stellen die empirische Wirklichkeit visualisiert dar. Ihre Bilder leben und atmen, widerspiegeln die Grundelemente der Weltschöpfung der antiken Griechen: Sie bestehen sichtlich aus Luft, Erde, Wasser und Feuer.

Viele Ausstellungen präsentierten ihre Bilder in Galerien und Eventsräumen in Polen, Ungarn und Deutschland. Z.B. 2013 waren ihre Werke  unter der Schirmherrschaft der Polnischen Botschaft Nicosia auf Zypern im Goethe-Institut Nicosia zu bewundern.

Zu ihren Bildern muss man und darf man nicht viel sagen. Die Botschaft ihrer zart gemalten Bilder hat eine eigene, klare und deutliche Sprache.

Die Ausstellung ist in der Galerie vom NewLivingHome (Julius-Vosseler-Str. 40, 22527 Hamburg, zwischen den Studios des NDR und Hagenbecks Tierpark) ganztägig bis zum 09. Juni 2014 zu besichtigen.

Fotos: Dr. László Kova

 

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