Magnesium – Panacea oder Placebo?

Von Uta Buhr

Jürgen Vormann
Jürgen Vormann

Tagtäglich werden wir mit Informationen überschwemmt, die uns vermitteln sollen, welche Substanzen gut oder schlecht für unsere Gesundheit sind. Mit besonders kritischen Augen werden jene betrachtet, die weder positive noch negative Effekte auf unser körperliches Wohlbefinden haben sollen und auf die wir demnach getrost verzichten können. Gemeint sind  sogenannte Placebos  (lateinisch „ Ich werde gefallen“), die bei pharmakologischen Studien verabreicht werden, um die Effektivität eines Medikaments zu testen. 50 %  der Probanden wird bei diesen Tests das neue Medikament verabreicht, während die andere Hälfte  mit einer Zuckerschicht überzogene Pillen erhält, die rein äußerlich mit den „echten“ identisch sind. Erstaunlicherweise meinen manche Menschen nach der Verabreichung des Pseudomedikaments eine positive Veränderung ihres subjektiven Wohlbefindens wahrzunehmen. Dieser sogenannte „Placebobeffekt“ erklärt sich dadurch, dass die Patienten sich bereits im Vorwege auf die Verbesserung ihres körperlichen Zustandes eingestellt hatten. Der Glaube versetzt halt Berge.

Aber in medias res. Im Herbst dieses Jahres lud der Pharmahersteller „Protina“ zu einer Pressekonferenz ins feine Hotel Louis C. Jacob an der Elbchaussee. Ein passender Rahmen für eine Reihe hochkarätiger Vorträge von Fachleuten aus Medizin und Pharmakologie zum Thema „Mineralstoff Magnesium – der Alleskönner?“ Zu Worte kamen zunächst Professor Dr. rer. nat. Jürgen Vormann vom Institut für Prävention und Ernährung in Ismaning bei München und Jutta Döbel, eine erfahrene Apothekerin aus Köln. Beide bewiesen mit neuen Studien, wie wichtig Magnesium in unserem täglichen Körperhaushalt ist. Selbstverständlich, so wurde argumentiert, enthält unsere Nahrung dieses Mineral. Jedoch nicht genug. Laut Frau Döbel  müssen wir täglich zehn Bananen konsumieren, um unseren Tagesbedarf zu decken. Daraus ergibt sich, dass die zusätzliche Einnahme von Magnesium  – fest oder als Brausetabletten –  dringend zu   empfehlen ist. Während Professor Vormann die neuesten Studien mit Listen und Kurven dokumentierte, erklärte Jutta Döbel die Vorteile einer regelmäßigen Einnahme von B. Magnesium-Diasporal folgendermaßen: „Nicht nur in den bekannten nächtlichen Wadenkrämpfen, sondern auch durch Kopfschmerzen, Schwindel, inneres Zittern und Krämpfe vom Nacken bis in die Fußsohlen drückt sich Magnesiummangel aus.“ Ihr Tipp: Etwa eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen das oben genannte hochdosierte Magnesiumpräparat einnehmen, weil dieses körperfreundlich und somit  gut verträglich sei. Mit dieser Gabe werden Magnesium-Speicher im Körper wieder aufgefüllt, und die entspannende Wirkung des Minerals unterstützt sogar noch den Einschlafprozess. Besonders schwangeren Frauen wird zu einer täglichen Dosis Magnesium geraten. Hier legte Professor Vormann noch nach und wies ausdrücklich darauf hin, dass Magnesium zudem das Risiko von Schlaganfällen und Herzrhythmusstörungen stark verringere.

Einen kurzen Beitrag zum Thema leistete der populäre Medizinpublizist Professor Hademar Bankofer aus Österreich. Er sei ein ausgesprochener Magnesium-Fan, bekannte er, und habe im Laufe seines Lebens sehr gute Erfahrungen mit diesem Mineral gemacht. Ein Nierenstein hatte einst eine seiner Nieren blockiert. Als im Laufe der Zeit immer mehr Calcium-Oxalat-Steine entstanden seien, habe eine Untersuchung ergeben, dass diese durch einen eklatanten Magnesiummangel in seinem Blut entstanden seien. Die Gesundung folgte auf dem Fuße, nachdem er seine Ernährung total umgestellt und auf eine angemessene Versorgung mit Magnesium geachtet habe. „Magnesium ist seitdem eines meiner Lieblingsgebiete“, schloss er seinen launigen Vortrag.

Nach all den Erläuterungen aus Expertenmund stellt sich die Frage, ob Magnesium ein Panacea – ein Allheilmittel – ist, mit dem wir wirklich jede Krankheit in den Griff bekommen? Die Antwort lautet nein. Selbst Magnesium-Enthusiasten, zu denen auch die Autorin dieses Beitrags  gehört, werden dies nie behaupten. Fest steht jedoch, dass dieses Mineral, in angemessener Dosierung eingenommen, viele heilende Effekte zeitigt und auch die Darmflora positiv beeinflusst.

Es gibt eine Reihe von Ärzten, die die tägliche Einnahme von Magnesium nicht nur befürworten, sondern sogar dringend empfehlen. Manche Augenärzte versprechen sich davon  eine bessere Durchblutung des Seenervs.

Fazit: Ein Alleskönner ist auch Magnesium nicht, aber ohne jeden Zweifel ein Mineral mit einer Fülle  positiver Eigenschaften. Der

Vorwurf, Magnesium sei pures Placebo, wird an dieser Stelle mit aller Entschiedenheit zurückgewiesen.

 

 

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