Gar nicht so easy

Eine Glosse von Uta Buhr

Englisch ist in aller Munde und auf allen Kanälen. Kurz, Englisch ist „in“, und Deutsch scheinen nur noch die völlig Ahnungslosen oder hoffnungslos Antiquierten zu sprechen. Christina „and friends“ – alle gerade mal achtzehn – sind auch total auf Englisch abgefahren und liegen somit voll im Trend unserer Zeit. Während die Oldies sich schlicht entspannen, „relaxen“ die „Kids.“ Geht etwas schief, sagen sie ganz lässig „Shit“, und muss einer sich entschuldigen, wirft er ganz „easy“ dem anderen ein „So sorry“ zu. Wird etwas als störend empfunden, ist man „not amused.“  Eine Tastatur will heute keiner mehr kennen, wo doch „Keyboard“ viel bedeutender klingt.

Und als mir kürzlich das altmodische Wort „Zeitlupe“ entschlüpfte, wurde ich von Christina, die sich neuerdings Chris oder Chrissy nennt, prompt verbessert: „Ach du meinst slow motion“, meinte sie gedehnt und verzog den Mund dabei so vornehm wie die Queen bei ihrer letzten Thronrede.

Wie erstaunt war ich daher, als mir Miss Chrissy unlängst mit hochrotem Kopf das Telefon reichte und flüsterte: „Komm mal schnell, da ist einer, der spricht nur Englisch.“ „Na und“, erwiderte ich, „das ist doch eine deiner leichtesten Übungen.“ Worauf sie fast schüchtern sagte: „Ja, schon, aber der redet ganze Sätze.“

 

Ein Gedanke zu „Gar nicht so easy“

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