Geschichten in Bildern erzählen

Von Charlotte Hoffmann

Gespräch mit Drehbuchautor Wolfgang Kirchner

„Wenn die Figuren, die ich entwickelt habe, plötzlich lebendig werden und meine Geschichte erzählen, dann bringt das überaus große Freude“, sagt Wolfgang Kirchner, der seit vielen Jahren als Drehbuchautor tätig ist. Einst begann er als Dramaturg am Theater, später schrieb er Hörspiele und wagte sich an die ersten Fernsehfilme. Besonders gern erinnert sich Wolfgang Kirchner an die Zusammenarbeit mit Bernhard Wicki, dem schwierigen alten Mann des deutschen Films. Er wollte Das Spinnennetz von Joseph Roth verfilmen, fand aber keinen Drehbuchautor, der es mit ihm riskieren wollte. So bekam Wolfgang Kirchner die Chance. Und er nutzte sie.

Um seine Erfahrungen als Autor weiterzugeben, führt Wolfgang Kirchner unter anderem Drehbuchseminare in der Filmschule Hamburg – Berlin durch. Demnächst startet hier unter dem Titel „Grundtechniken des Drehbuchschreibens“ eine vierteilige Weiterbildung für alle, die das Drehbuch schreiben erlernen oder ihre Kenntnisse erweitern möchten. Der erste Teil der Seminarreihe, der in Berlin stattfindet, steht ganz im Zeichen der Spannung: Konflikt, Überraschung, Steigerung. Mit den Teilnehmern wird Wolfgang Kirchner am ersten Februarwochenende erarbeiten, wie diese Elemente wirkungsvoll eingesetzt werden.

Der zweite Teil der Weiterbildung befasst sich mit der „Entwicklung der Charaktere“ (22. bis 24. Februar). Ebenfalls ein wichtiger Aspekt des Drehbuchschreibens. Ort des Seminars ist diesmal die Filmschule in Hamburg, Friedensallee 7. Zum Verfassen eines Drehbuchs gehört auch das Dialogschreiben. Mit diesem Thema setzen sich die Teilnehmer unter Anleitung von Wolfgang Kirchner vom 15.-17. März in Hamburg auseinander. Die Weiterbildung schließt mit dem Thema „Visuelles Erzählen“ (12.-14. April) in Berlin ab.

In allen Seminaren sollen die Techniken erfolgreichen Schreibens unter fachkundiger Begleitung praktisch trainiert werden. Wolfgang Kirchner möchte auch Neueinsteigern Mut machen, sich an ein Drehbuch zu wagen. „Das bedeutet unter anderem Recherchieren, Charakterisieren, Strukturieren und Szenenschreiben. Eine Story muss Schritt für Schritt entwickelt werden. Doch wer das Schreiben liebt und von seiner Filmidee wirklich überzeugt ist, kann dies lernen.“

Anmeldung und weitere Informationen:

Filmschule Hamburg-Berlin

Friedensallee 7, 22765 Hamburg,

Tel. 040-399 099 31

www.filmschule-hamburg-berlin.de

 

 

Ein Gedanke zu „Geschichten in Bildern erzählen“

  1. Hallo Lilo,
    ein nützlicher Beitrag. Ich finde Autoren, die Drehbücher zu Werken wie „Das Spinnennetz“ von Joseph Roth schreiben, bemerkenswert. Ich kenne diesen großartigen Film. Wunderbar auch, dass Wolfgang Kirchner an der Filmschule Hamburg sein Wissen an talententierte Nachwuchs-Drehbuchautoren weitergibt. Da dürfen wir sicherlich in Zukunft auf Stoffe hoffen, die sich erfreulich von der häufig mehr als dümmlichen täglichen Fernsehkost abheben.
    Liebe Grüße
    U t a

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