„Reasons to be Pretty“ oder “Lieber schön” von Neil Labute

Von Uta Buhr

Das neue Stück am English Theatre of Hamburg

Dramatisch

Soviel vorweg: Das stärkste Stück von Neil Labute, einem der  erfolgreichsten zeitgenössischen Stückeschreiber Amerikas, ist „Reasons to be Pretty“ nicht.

Viele Besucher des English Theatre werden sich bestimmt noch an die fulminante Aufführung von „This is how it goes“ vor einigen Jahren erinnern,  das   die brennenden sozialen Probleme der USA im Zusammenleben von Schwarz und Weiß in den Fokus rückt. Dennoch, keiner sollte das neue Stück versäumen, in dem dramatische und komödiantische Szenen wie in einem Kaleidoskop aufgemischt werden. „„Reasons to be Pretty“ oder “Lieber schön” von Neil Labute“ weiterlesen

Ruth Geede – die älteste noch schreibende Journalistin der Welt

Hommage an Ruth Geede, eine Grande Dame des Journalismus

Von Uta Buhr

Ruth Geede

Wie porträtiert man eine Legende? Es gibt leichtere Aufgaben für einen Journalisten. Dennoch soll hier der Versuch unternommen werden, dem Geheimnis der wortschöpferischen Kraft einer der großen Persönlichkeiten des deutschen Journalismus auf die Spur zu kommen. Die Rede ist von Ruth Geede – mit bürgerlichem Namen Ruth Vollmer-Rupprecht –  die trotz ihres biblischen Alters von sechsundneunzig Jahren noch jeden Tag mit einer nicht versiegenden geistigen Frische schreibt, recherchiert und fabuliert, als sei dies ganz selbstverständlich. „Ruth Geede – die älteste noch schreibende Journalistin der Welt“ weiterlesen

„Elektra“ im Malersaal der Schauspielhauses Hamburg

Von Hans-Peter Kurr

 Elektra – verdichtet, Junges Schauspielhaus: Uraufführung von Nino Haratischwili

Angelina Häntsch

Agamemnons, des Siegers der Schlacht vor Troja, Tochter Elektra ist nicht nur eine zentrale Figur der antiken Mythologie und steht als solche im Mittelpunkt von Dramen der zwei größten Theaterdichter des griechischen Altertums, Sophokles und Euripides, sondern beschäftigte Schreiber und Komponisten quer durch die Zeiten der Menschheitsgeschichte. So inspirierte sie zum Beispiel den Amerikaner Eugene O’Neill, den Franzosen Jean Giraudoux, die Deutschen Gerhart Hauptmann, und Richard Strauss oder den Griechen Theodorakis, um nur einige aus der Perlenkette der Grossen zu nennen, denen sich  nunmehr die in Hamburg lebende, georgische Autorin Nino Haratischwili auf beachtlichem Niveau angeschlossen hat:

 

Im Malersaal des Schauspielhauses wurde ihre „Elektra“ in Klaus Schumachers intelligenter Inszenierung uraufgeführt. Die junge Regisseurin und Theaterschreiberin erzählt die an sich – nicht nur Humanisten – sattsam bekannte Geschichte auf ungewöhnliche Weise und wirkt geschickt der heute häufig anzutreffenden Marotte entgegen, klassische Stoffe zu „modernisieren“…..mithilfe äusserer Mittel. Nein, Haratischwili erzielt ihre besondere Wirkung für uns Heutige dramaturgisch: „„Elektra“ im Malersaal der Schauspielhauses Hamburg“ weiterlesen

Sensationelle Modenschau von Hoffmann Moden

Von Monika Landsky

Hoffmann Moden im Grand Hotel Elysée in Hamburg

Hoffmann Moden

Es war endlich wieder soweit. Das exklusive Modenhaus Hoffmann lud zu seiner jährlich stattfindenden Herbst-Winter Modenschau ins Grand Hotel Elysée. In der Hamburger Gesellschaft sind die Karten nicht ohne Grund heiß begehrt.

Das Team des Modehauses Hoffmann mit der charmanten Inhaberin Rita Feldmann hat aus dem Angebot der edlen Topdesigner , die es vertritt, wunderschöne Teile ausgesucht, um sie durch die  MEGA.Models von Ted Linow sehr ideenreich und fetzig präsentieren zu lassen. Es ist eigentlich keine Modenschau, sondern eher eine Modenshow. Die Models, allen voran das Model Lu aus New York, „Sensationelle Modenschau von Hoffmann Moden“ weiterlesen

Saubere Umwelt

Diese Glosse erschien am 7. September im Hamburger Abendblatt

Eine Glosse von Uta Buhr

In meinem Stadtteil macht ein unbekannter junger Umweltschützer mit einer Serie apokalyptischer Darstellungen von sich reden. Kindlich unbeholfene Zeichnungen zieren die Stämme alter Kastanien, an denen allmorgendlich ein Heer Berufstätiger vorbeizieht.

„Rettet die Flüsse und Seen“, steht in steilen Buchstaben auf Bild Nummer 1. Algen und tote Fische gemahnen an Umweltsünden. Weiter fordert das Kind, Meer und Wälder zu schützen. Horrorvisionen von kahlen Bäumen in einer verkarsteten Landschaft sowie „Saubere Umwelt“ weiterlesen

Der alltägliche Verfolgungswahn

erschienen im Hamburger Abendblatt am 8. September 2012

Von Johanna R. Wöhlke

„Verfolgsungsjadgen“

Gerade ist mein Mann auf Verfolgungsjagd. Ich höre das ganz deutlich, denn offensichtlich gestaltet sich diese „sportliche Übung“ nicht zu seinem Hochgenuss. Nicht dass es über Stock und Stein geht, nein. Nicht dass er sich dabei körperlich anstrengen muss, bewahre! Nicht dass er ins Schwitzen dabei käme und sich tausende von Kalorien dabei abtrainierte, nicht doch! Es sitzt ganz ruhig vor seinem Computerbildschirm und verfolgt. „Der alltägliche Verfolgungswahn“ weiterlesen

Neues vom Dauerzustand

Von Hans-Peter Kurr

Pollesch-Uraufführung zur Spielzeiteröffnung des Deutschen Schauspielhauses

( von links) Sophie Rois, Margit Carstensen und Christine Groß

Wenn René Pollesch sich am Ende des kurzen Uraufführungs-Abends seines aktuellen Stückes „Neues vom Dauerzustand“ mit dem Ensemble vor dem Premierenpublikum verbeugt (, weil er das eigene Werk auch selber inszeniert hat!), fällt ihm die Brille von der Nase.

Die Folge: Er sieht nichts mehr!

Er klaubt sie vom Boden, setzt sie wieder auf die Nase und verbeugt sich nur noch halb und steif. Die Folge: Lacher im Publikum! „Neues vom Dauerzustand“ weiterlesen

Ein toller kleistischer „Krug“ in der neueröffneten „Burg“

 Von Hans-Peter Kurr

 Rasante Gerichts-comedy

Das Ensemble

Niemand wird je gezählt haben, wie häufig Heinrich von Kleists „Zerbrochener Krug“ seit seiner Entstehung in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts inszeniert und aufgeführt worden ist. Kaum ein namhafter Regisseur, der diese wundervolle klassische Komödie nicht inszeniert,  kein bedeutender Schauspieler, der den Dorfrichter mit dem beziehungsreichen Namen Adam nicht gespielt hätte.

Der Versuch des glatzköpfigen, offenbar sexsüchtigen einsamen Mannes, sich –wie in den Zeiten des Paradieses, dem er entstammt – wieder mit seiner Eva zu vereinigen, ist eine seit Beginn der Menschheitsgeschichte ebenso legitime wie zumeist unerfüllte „Ein toller kleistischer „Krug“ in der neueröffneten „Burg““ weiterlesen

Ein Zeichen familiärer Kontinuität

erschienen in der Preußischen Allgemeinen Zeitung

Von Dr. Manuel Ruoff

Siegfried Taday wollte in Passenheim die eigene Goldene Konfirmation mit der Taufe seiner Enkel verbinden.

Goldene Konfirmation in Ostpreußen

Wenige heute in der Bundesrepublik lebende Ostpreußen können ein Konfirmationsjubiläum in ihrer ostpreußischen Heimatkirche feiern. Umso seltener ist es, wenn sie diese Feier mit der Taufe ihrer Enkelschar verbinden können. Dem Reiseunternehmer Siegfried Taday schien ein derartiges Zeichen familiärer Kontinuität über Generationenwechsel hinweg vergönnt zu sein. In der evangelisch-lutherischen Kirche von Passenheim, der laut ihrem Pastor Witold Twardzik ältesten von ganz Masuren, sollte in ein und demselben „Ein Zeichen familiärer Kontinuität“ weiterlesen