Neue Konzertreihe in Hamburgs Mozartsälen

Von Günther Falbe

Hamburger Mozartsäle mit eigenem Klassik-Programm: Schubertiade, Beethoven-Duo und Wagner-Soiree

Susanne Dieudonne

Ein Refugium für die Liebhaber klassischer Perlen wollen in Hamburg die über hundert Jahre alten Mozartsäle werden – damit rückt das Haus an der Moorweide in den Focus des breit gefächerten Musiklebens der Hansestadt. Einige künstlerisch tätige oder ambitionierte Hamburger haben sich in einem Organisationskomitee zusammengefunden, um in den 400 Besucher fassenden Sälen eine Konzertreihe zu veranstalten, die sich durch musikalische und künstlerische Qualität auszeichnet und hervorragende Interpreten nach Hamburg bringen wird. Damit treten die Mozartsäle nach über hundertjähriger Zurückhaltung als Konzertveranstalter auf und können ein höchst anspruchsvolles Eigenprogramm bieten, das jenseits des Mainstreams liegt und in Hamburg bisher in den Medien kaum Erwähnung fand Als Einzelveranstaltungen würden die Konzerte weniger Beachtung finden als in der Reihe, die in einer Art Kettenfunktion diese Perlen aneinanderfügt. Die Eröffnung findet am 23.September im Rahmen einer Matinee mit einer „Schubertiade“ statt, die von der großartigen Liedersängerin Susanne Dieudonne geschrieben und zum Vortrag gebracht wird.

Die Mozartsäle sind dem Hamburger Publikum als ein Ort für künstlerische Angebote der unterschiedlichsten Art bekannt, aber diese Veranstaltungen sollen ihre eigene Handschrift tragen. Die hohen Räume in dem neoklassistischen Bau an der Moorweidenstraße in bester Citylage haben zwar Kriegs- und Nachkriegszeit überstanden, aber im allgemeinen Ansehen lange noch unter der Zweckverfremdung in der NS-Zeit gelitten. Heute kann das Haus wieder seiner eigentlichen Bestimmung gerecht werden, es hat seine alte Strahlkraft wieder gefunden, die mit Stuck verzierten Räume, die zu den eindrucksvollsten der Hansestadt gehören, füllen sich mit künstlerischem Leben, das nun durch die neue Konzertreihe besondere Akzente erhalten soll.

Wie die Eröffnungsveranstaltung beweist, die mit der Sopranistin Susanne Dieudonne besonders die Freunde des Liedgesanges begeistern wird. Und dies nicht nur als Sängerin sondern auch als Interpretin ihrer eigenen Erzählung, die den Titel „Du holde Kunst – oder die wahre Liebe des Franz Schubert“ trägt. „Diese Schubert- Präsentation wird eben kein üblicher Liederabend sein“, erklärt Hans-Peter Kurr als künstlerischer Leiter der Konzertreihe. Inspiriert von den Frauenliedern Franz Schuberts schuf die aus Saarbrücken stammende, jetzt in Ratzeburg lebende Sängerin diese musikalisch umrahmte Erzählung von der wahren Liebe des Komponisten. Susanne Dieudonne zeigt in diesem Werk ihr ganzes Können, der einzigartige Klang ihrer Stimme kommt in diesem – ihren – Werk besonders zum Ausdruck. Er wird am Flügel begleitet von dem Konzertpianisten Klaus Weidmann, der von Hamburger Musikfreunden für seine einfühlsamen Interpretationen geschätzt wird. So verspricht diese Matinee ein besonderes Ereignis für die Liebhaber klassischer Liedkunst zu werden.

Mit seiner zweiten Veranstaltung reihen sich die Hamburger Mozartsäle in die internationalen Konzertsäle Europas ein, denn dort sind die Interpreten ständig zu Gast und werden begeistert gefeiert. Nun kehren sie an den Ort ihrer Gründung zurück, denn als „Beethoven-Duo“ begannen die aus der Ukraine und Russland stammenden jungen Kammermusiker, der Cellist Fjodor Elsin und die Pianistin Alina Kabanova,

´Fjodor Elsin und Alina Kabanova

im Jahr 2006 in Hamburg ihre rasante Konzertkarriere, die sie zu dem „Glamour-Paar der Klassik“ machten. Seit ihrem Amerika-Debüt 2008 in der Carnegie Hall New York zählt das Beethoven Duo zu den Kammermusikensembles der Spitzenliga, wie die 24 nationalen und internationalen Preise der Fachjury beweisen.

Das Repertoire des Paares, dessen musikalisches wie emotionales Verständnis füreinander eine intensive Verschmelzung von Cello und Klavier bewirkt, enthält Werke der gesamten Cello-Klavier-Literatur von Beethoven bis zu Kompositionen der Neuen Musik. In Hamburg werden Fjodor Elesin und Alina Kabanova ihr neues Programm „Tänze der Welt – von Gavotte zu Tango“ zur Aufführung bringen. Die Werkauswahl bildet eine chronologische Reise in die Welt der Tanzmusik vom Barock zur Avantgarde. Das Konzert, das auch viele junge Besucher begeistern wird, findet am Sonntag, den 11.November 2012 um 18,00 Uhr in den Mozartsälen statt.

Welch ein breites Spektrum die Veranstalter für die geplante Reihe auffächern wollen, zeigt ein drittes schon terminlich fixiertes Konzert am Sonntag, den 12. April 2013: eine Wagner-Soiree mit der Hamburgerin Feline Knabe. Der jungen Mezzosopranistin, die 2008 in der Opera Stabile der Staatsoper Hamburg mit Gustav Mahlers „Lied von der Erde“ ihren ersten großen Erfolg feiern konnte, verheißt die Fachwelt schon heute eine große Zukunft. Ihr Wagner Programm wird über die bloße Präsentation seiner Arien und Stücke hinausgehen, literarische Texte sollen den Gegenpart bilden. Als Rezitator ist der Schauspieler Marcus Boysen im Gespräch., der hier genannt werden soll, obwohl die Vertragsverhandlungen mit ihm aus terminlichen Gründen noch nicht beendet sind.Die Veranstaltung findet um 18.00 Uhr in den Mozartsälen statt. Schon diese drei so unterschiedlichen Veranstaltungen, mit der die neue Klassik-Reihe in den Mozartsälen startet, lassen erahnen, was der Iniator der Reihe, Peter Tietjen und sein PR-Fachmann Richard Ebert, gemeinsam mit dem künsterlischen Leiter, Hans-Peter Kure sich vorgenommen haben:: „Wir trauen uns zu, eine solche Konzertreihe nicht nur zu beginnen sondern auf hohem Niveau viele Jahre durchzuhalten“.

 

Vorverkauf: Konzertkasse Gerdes www.eventim.de und direkt bei der Verwaltung: 040 / 44 37 23

Autor: Günther Falbe

Ehrenpräsident der DAP, freier Journalist

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