Humorvoller Horror an Hamburgs Hauptbahnhof

Von Hans-Peter Kurr

Tanja Bahmani, Oskar Ketelhut, Silke Muriel Fischer, Sandra Keck

 Ohnsorg-Theater zeigt Erfolgs-Musical „De lütte Horrorladen“

Das in der Regel dem heimatlichen Platt hingebungsvoll lauschende Publikum geriet beim Besuch mehrerer ‚Previews’ und der Premiere der neuesten Ohnsorg-Produktion schier aus dem Häuschen : Eines der international erfolgreichsten Musicals steht, selbstverständlich ‚op platt’ , bis zum 8.Juli 2012 auf dem Programm:

Alan Menken’s und Howard Ashman’s „Little Shop of Horrors“ in der von Anatol Preissler, der auch einfühlsam inszeniert hat,  eingerichteten Fassung, für die die in dieser Kunst so bewanderten Hartmut Cyriacks und Peter Nissen den mundartlichen Text schufen.

Ein mitreißender Abend unter der temperamentvollen musikalischen Leitung Stephan Ohms, dessen Band ,auf der Hinterbühne stets sichtbar, gut gelaunt die Ohrwürmer fidelt und bläst, die vor Jahren bereits im Imperial und im St. Pauli-Theater auch an der Elbe zu solchen wurden.

Dem Hausherrn Christian Seeler ist eine Besetzung gelungen, die ihresgleichen sucht und der New Yorker Uraufführung, die der Rezensent 1982 zu erleben die Freude hatte in nichts nachsteht :

Die nicht nur stimmlich hocherotische Elisabeth Ebner als leidend-liebende Vorstadtpflanze, die hier in Hamburg Ortrud heißt, der (Zufall?) dem Intendanten des Hauses typverwandte Erkki Hopf als schüchterner Simon sowie der bühnenfüllende Horst Arenthold als dessen Chef singen und spielen sich ebenso leidenschaftlich in die Herzen ihres Publikums wie das köstliche „Soulgirl“-Terzett von Sandra Keck ,Tanja Bahmani und Silke Muriel Fischer, die den Abend von Höhepunkt zu Höhepunkt emporreissen.

Nicht unerwähnt bleiben dürfen die zwei Puppenspieler Jan Radermacher und Marco Knorz, die die menschenfressende Pflanze Ortrud Twee raffiniert verlebendigen.

Auch der Heerschar der übrigen Mitwirkenden galt der begeisterte Beifall des Publikums im noch immer neuen Ohnsorg, dessen Drehbühne Verwandlungen ermöglich, die an den Grossen Bleichen undenkbar gewesen wären.

Herrlich, herrlich, herrlich!

Foto: Jutta Schwöbel

 

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