A night at the opera – Oslo 2012

Von Dr. Ferenc Horvath

Der Eingang

Norwegen, das an seinem GDP gemessen ein heutzutage fabelhaft reiches Land.  Im Norden hat es in 1999 entschieden ein neues Opernhaus zu bauen.  Damit sollte das faktisch erst seit 1905 unabhängiges  Land ein weiteres, diesmal ein kulturelles Zeichen setzen.

Diese neue Oper – „Oslo -Operahuset“ –  wurde damit das größte norwegische Kulturprojekt der Nachkriegszeit.

Der erste Spatenstich erfolgte in 2003. Die Gala Eröffnung fand am 12.April 2008. statt. Für uns Hamburger noch eine ganz wichtige Information: die Kosten der Fertigstellung haben  die der ursprünglichen Planung mit 300 Millionen Norwegischen Kronen unterschritten.

Die Fassade und die Abdeckung des Gebäudes bestehen zu neunzig Prozent aus weißem italienischem Carrara Marmor und zu zehn Prozent aus norwegischem Granit.

Wie es von den Norwegen erzählt wird; damit das Haus mindestens die nächsten drei Jahrhunderte   den Besuchern erhalten bleibt.

Tatsächlich, diese Rechnung scheint aufzugehen.  Besucher sind fast zu jeder Tageszeit da. Warum? Das liegt an den unterschiedlichen Verwendungen des Gebäudes.

Zwar wurde das Haus „nur“ für die Oper konstruiert, das Konzept der allgemeinen Offenheit wirkt wie ein Magnet.

Das eigentliche Dach des Hauses ist wie ein Hügel begehbar.  Es lädt zu einem langsamen Spaziergang ein, um am Ende den Betrachter mit einem wundervollen Blick auf den  Fjord zu beschenken. Der steile Weg lädt manche ein sich hinzusetzen, oder sich sogar hinzulegen. Die Sonne zeigt bereits Anfang März hier ihre Kräfte.

Im Foyer

Im lichtdurchflutetem  Foyer  ist ebenfalls wärme zu empfinden. Dies kommt durch die seitliche helle Holzabdeckung des eigentlichen großen Saales.  Hinten, an der Wasser- Seite arbeitet ein Restaurant.  Damit ergibt sich hier immer ein Anlass außerhalb der Vorstellungen ebenfalls ein wenig Zeit zu verbringen.

Probesaal

Es werden auch öffentliche Führungen angeboten, bei denen das hervorragend geplante Haus in seiner vollen Funktionalität gezeigt wird.  Der Weg führt durch die wunderbaren Probesäle, durch die ebenfalls sehr hellen voll ausgerüsteten Werkstätten bis hin zu der eigentlichen Bühne. Die Arbeit geht überall scheinbar ohne große Probleme weiter.  Wir sind wohl im Norden…

Alles ganz schlicht, aber alles in hoher Qualität!

Das Haus an sich ist wirklich wunderbar. Sein Ruf eilt aber, vor allem was die dort aufgeführten  Opern angeht, ihm voraus.

Die Vorstellungen sind für das ganze Jahr normalerweise ausverkauft.

Wir wollten uns überraschen lassen und haben La Boheme von Giacomo Puccini besucht.

Der durch dunkel geöltes Eichenholz bedeckte großer Saal bietet 1358 wunderbare Sitzplätze, jeden mit eine eigenem Polster-Muster! Das Theater füllt sich, die Vorstellung beginnt um sieben.

 

Die Bühne

Als sich der Vorhang öffnet, sind viele  Besucher geschockt durch einen Bühnenbild einer Krebs- Abteilung mit einem in sterben liegenden Menschen. Das ist Mimi. Wo die Herzmaschine aufhört zu schlagen, dort beginnt die Musik. Diese Musik in Kombination mit der einmaligen  Akustik, verzaubert aber Alle binnen Sekunden wieder.

Die Geschichte spielt sich auf zwei ebenen, in der Gegenwart eines Krankenhauses und in der Vergangenheit in Paris. Das Konzept ist auf jeden Fall gewöhnungsbedürftig, aber am Ende erfolgreich.  Vor allem durch die Sänger!

Adieu

Die wundersamen Sänger, die sollen hier auf jeden Fall erwähnt werden. Vor allem Diego Torre als Rodolfo, Vasilij Ladjuk als Marcello, Marita Sølberg als Mimi und die warmblütige Jennifer Rowley als Musetta.  Sie alle geben alles, und das Publikum ist hingerissen.

Alles in allem, ein einmaliges Erlebnis.  Jetzt spürt man, versteht man tatsächlich wie ein Kultur- Tempel im unserem Jahrhundert funktionieren soll. Die Osloer Oper zeigt das beste Beispiel für alle!

 

 

 

Dr. Ferenc Horvath

03.2012

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